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Wonderland, Carolyn - tempting fate [2021]
"Carolyn Wonderland is the sound of Texas"! Die 1972 in Houston geborene, heute in Austin lebende, exzellente Sängerin und begnadete Gitarristin, die von den Experten in ihrer Heimat immer wieder in einem Atemzug mit solchen Texas-Legenden wie Janis Joplin und Stevie Ray Vaughan genannt wird (was die bescheidene Wonderland selbst als "floored, humbled and thrilled" bezeichnet), ist tief und fest verankert im Texas Blues und Bluesrock. Doch sie "nur" darauf zu reduzieren, wird ihr in keinster Weise gerecht. Wonderland ist ein musikalischer Freigeist ohne Grenzen. Immer wieder öffnet sie sich Stilrichtungen, wie Americana, Roots, Country, Tex-Mex, Soul, Psychedelic, Jam, usw., um sie zusammen mit ihrer Blues- und Bluesrock-Basis zu ihrem einzigartigen, unwiderstehlichen, äußerst würzigen Wondeland'schen texanischen "Gebräu" zu verarbeiten, wie es auch ihr bärenstarkes, neues Album "Tempting fate" auf beeindruckendste Art und Weise repräsentiert. Wonderland wuchs in einer Musikerfamilie auf und begeisterte sich schon sehr früh für das Gitarrespielen und den Blues. Anfang der Neunziger Jahre gründete sie ihre Band "The Imperial Monkeys", die im Laufe der Zeit zu einem in Texas überaus angesagten Bluerock-Act avancierte, was zu ausgeprägtem Touring und vielen gemeinsamen Auftritten mit solchen Größen wie beispielsweise B.B. King. Johnny Winter, Buddy Guy, The Allman Brothers Band, Delbert McClinton und vielen anderen führte. Sie gewann in der Folge zahlreiche Auszeichnungen, vor allem für ihren fantastischen, powervollen Gesang. Ab dem neuen Jahrtausend trat sie zuweilen zwar immer noch mit den Imperial Monkeys auf, firmierte aber auf den Alben aber nur noch unter Carolyn Wonderland. Im Jahre 2003 wurde Bob Dylan bei einem Auftritt auf sie aufmerksam und war von ihrem Gitarrenspiel geradezu fasziniert. Dylan wiederum fragte seinen "Kumpel" Ray Benson (Asleep At The Wheel), ob ihm denn bewusst sei, welch eine außergewöhnliche Musikerin da "bei ihm vor der Haustür" agierte, was zu einer innigen Partnerschaft von Wonderland und Benson führte, der fortan einige ihrer Alben produzierte. In den letzte drei Jahren schließlich war gemeinsam mit John Mayall unterwegs, der sie für seine Bluesbreakers als Lead-Gitarristin engagierte. Nun, mit dem famosen "Tempting fate" erreicht Carolyn Wonderland einen neuen Karriere-Meilenstein. Produziert hat das Teil der große Dave Alvin (The Blasters). Eingespielt wurde das Album mit Wonderland's Road Band, neben ihr (Lead Vocals, Lead Guitar, Lap Steel) bestehend aus Bobby Perkins am Bass und Kevin Lance an den drums, sowie ein paar hochkarätigen, gemeinsamen Freunden von Alvin und Wonderland, wie beispielsweise Cindy Cashdollar an der Lap Steel, Marcia Ball am Piano, Shelly King (Background Vocals), Jan Fleming (Accordion) und Red Young (Orgel und Piano). Das Songmaterial, 6 Eigenkompositionen und 4 ausgewählte Cover, ist von vorn bis hinten exzellent. Schon der Eröffnungstrack "Fragile peace and certain war" ist eine absolute Hammer-Nummer. Ein vor purer Dynamik und unbändiger Spielfreude nur so strotzender "rousing" Bluesrocker, geprägt von tierischen Slide- und Lap Steel-Linien. Carolyn slidet mit purer Leidenschaft über die Saiten, entwickelt eine gewaltige Energie. Sie, auch gesanglich, und die komplette Band geben sofort Vollgas. "What a blast"! Es folgt das autobiographisch angehauchte, gut gelaunte "Texas girl and her boots", ein von klimperndem Piano (Marcia Ball), viel Drive und Carolyn's grandiosem, fingerfertigem Gitarrenspiel (tolles Solo) bestimmter, rootsiger Roadhouse-/Two Step Blues-Shuffle vom Allerfeinsten. Ganz große Klasse ist auch der anschließende, von Wonderland mit ihrem Bluesbreakers Bandkollegen Greg Rzab gemeinsam komponierte "Broken hearted Blues", der genauso texanisch wie swampig rüberkommt, ausgestattet mit einem klasse Groove und einer sehr futen Melodie. Wonderland singt sehr intensiv, und ihr Gitarrenspiel, vor allem das Solo, ist schlicht brillant. Stark hier die ergänzende Orgeluntermalung. In typische, texanische Roots- und Americana-Gefilde begibt sich Wonderland mit der wunderschönen, überaus countryorientierten Ballade "Crack in the wall". Cindy Cashdollar steuert hier ihr begnadetes, wie eine Pedal Steel klingendes Lap Steel-Spiel bei (hinreißend schönes Solo) bei, dazu hören wir Jan Flemming mit feinen Accordion-Klängen. Saustark auch ihre Coverversionen von John Mayall's "The laws must change" (erdig, rauer Bluesrocker mit klasse Orgel-Fills und packendem Gitarrensolo), Billy Joe Shaver's "Honey Bee" (in einem klasse Tex Mex-/Blues-Ambiente), Bob Dylan's "It takes a lot to laugh, it takes a train to cry" (im Duett mit Jimmie Dale Gilmore, schön buesig, fantastisches Lead Gtarren-/Lap Steel-Solo), sowie, die diesem prächtigen Album als krönender Abschluß dienende, über 7-minütige, fulminante, epische Fassung von Grateful Dead's "Loser", in deren Verlauf sich die Akteure (Dave Alvin spielt hier die zweite Lead Gitarre) in einen wahren, energetischen, jammigen Rausch spielen. Dieses Finale lässt, sowohl die Band, als auch die Zuhörer, in einem regelrechten "High" zurück - wie es eigentlich auch das komplette Album tut. Mit "Tempting fate" ist Carolyn Wonderland ein ganz großer Wurf gelungen. Die hier zu hörende meisterhafte Verknüpfung ihrer Blues(rock)-Wurzeln mit ihrer heimatverbundenen Vorliebe für alle Arten texanischer Roots-Musik sind das Resutat einer wahren Ausnahmekünstlerin.

Das komplette Tracklisting:

1. Fragile Peace And Certain War - 3:59
2. Texas Girl And Her Boots - 4:19
3. Broken Hearted Blues - 4:52
4. Fortunate Few - 3:25
5. Crack In The Wall - 3:09
6. The Laws Must Change - 5:00
7. Honey Bee - 4:26
8. On My Feet Again - 2:59
9. It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry (fest. Jimmie dale Gilmore) - 3:47
10. Loser - 7:16

Art-Nr.: 10414
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Fragile peace and certain war
Texas girl and her boots
Broken hearted Blues
Crack in the wall
The laws must change
It takes a lot to laugh, it takes a train to cry
Loser

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