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Moore, Kip - wild ones [2015]
Zweites Studioalbum des aus Tifton, Georgia stammenden Country-Singer/Songwriters! Nachdem Kip Moore mit seinem Debüt "Up All Night" einen sensationell guten Einstand in Nashville gefeiert hatte (Album Platz 3, die Single "Somethin' 'Bout A Truck" sein erster Nr.1-Hit, "Beer Money" und "Hey Pretty Girl" jeweils nochmal unter den Top-10), folgt jetzt mit "Wild Ones" der bereits heiß erwartete Nachfolger (wieder bei MCA Nashville), nachdem er zwischenzeitlich mit "Young Love" und "Dirt Road" bereits zwei Singles auf den Markt "geworfen" hatte. Das damit schon unter beträchtlichem Erfolgsdruck stehende Werk stellt eine behutsame und gut durchdachte Verifikation des Vorgängers dar, also quasi ein Upgrade, bei dem an den bewährten Stärken festgehalten wurde und in vereinzelten Fällen ein wenig gefeilt und geändert wurde. Im Wesentlichen ist hier die etwas stärkere Rockausrichtung zu erwähnen. Besonders hervorzuheben ist, dass Kip, wie schon zuvor, wieder konsequent sämtliche dreizehn Lieder (mit einigen bewährten und ein paar neuen Co-Writern) kreiert hat, was in diesen Künstlersphären nicht alltäglich ist (viele wählen sich ja meist bequem auf sie zugeschnittenes Fremdmaterial aus). Hut ab dafür. Geblieben ist angesichts der begonnenen Erfolgsstory natürlich seine Kooperation in Sachen Produktion mit Hitschreiber Brett James, der auch zwei Stücke kompositorisch begleitet und bei ein paar Background Vocals beigesteuert hat. Lediglich beim Opener und zugleich dem Titelstück "Wild Ones", ein Percussion- und Basslinien-betonter Midtempotrack mit einem euphorisch gesungenen Refrain, hat der sich ebenfalls gut im Geschäft befindliche Chris DeStefano an den Reglerknöpfen mitgewirkt. Das folgende, sehr flockig und poppig ins Ohr gehende "Come And Get It" überrascht am Ende mit einem überaus intensiven, E-Gitarren-dominierten Instrumentalfinish. Für einige hitverdächtige Momente des Silberlings sorgen wieder die eingespielten Erfolgsautoren Troy Verges und Blair Daily ("Beer Money"), die auf Sachen wie "Girl Of The Summer" (heartlandträchtige Power-Ballade), "What Ya Got On Tonight" (markante E-Gitarrenlinie, energiegeladener Refrain/Rhythmus) und dem, mit dezent keltischem Flair behafteten "Running For You" (klasse E-Gitarren-Solo) eindrucksvoll demonstrieren, wie man in Nashville den Nerv der Zeit trifft. Klasse auch das mit Westin Davis und Dan Couch atmosphärisch konstruierte "That Was Us", bei dem die in Axel Rose-/Kid Rock-Manier gebrachten Refrains/Harmoniegesänge schöne Farbtupfer abgeben. Zu einem Favoriten bei Kips Live-Konzerten (zur Zeit ist er ja mit Dierks Bentley und Canaan Smith groß auf Tour) dürfte im patriotisch geprägten "Amiland" das heroische "Lipstick" ('Hey'- Schlachtgesänge, ein wenig John Farnham-90er Stadion-Flair) avancieren, in dem Kip in so ziemlich allen bekannten Regionen der Staaten den Lippenstift seiner Liebsten küssen möchte. Sehr schön und im Refrain mitsingbar das ebenfalls Heartland-gefärbte "Heart's Desire". Textlich überzeugt "Complicated", wo mit starken Zeilen wie "All I know sometimes you love it, sometimes you hate it, but what good’s love if it ain’t a little complicated? No it don’t always go like you always hoped it would, but sometimes complicated is pretty damn good"” proklamiert wird, dass echte Liebe nicht immer nur "Friede, Freude Eierkuchen" bedeuten muss. Banjo und E-Gitarren führen den wohl Country-behaftesten Song "I'm To Blame". Das Stück klettert als erste Single gerade in den Charts nach oben. Steve Millers "The Joker" dürfte bei "That's Alright With Me" Pate gestanden haben. Ein lustiger Text und eine typisch coole Gesangsperformance von Kip runden diesen launigen Track ab. Das Piano-betonte "Comeback Kid" überzeugt in dezent pathetischer Weise im Stile großer zeitgenössischer, amerikanischer Songwriter wie z. B. Will Hoge und legt noch ein paar persönliche Seiten des Protagonisten offen. Ein recht emotional und autobiografisch gefärbter, starker Abschluss. Kip Moore hat mit "Wild Ones" dem Druck des erfolgreichen Vorgängers problemlos standgehalten, was, wie beschrieben, umso mehr zu würdigen ist, da es sich hier um Kompositionen handelt, in die er sich ausschließlich selbst miteingebracht hat. Das Album wird sicherlich einige Hits hervorbringen und vielleicht auch Chancen für diverse Nominierungen bei den anstehenden Awards in der einen oder anderen Sparte haben. Dazu muss man Kip eine deutlich spürbarere Reife und Weiterentwicklung attestieren. Bester Stoff für Liebhaber auf der Höhe von jungen Wilden wie Eric Church, Keith Urban, Tyler Farr & Co.! Dickes Kompliment dafür! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Wild Ones - 3:21
2. Come And Get It - 4:55
3. Girl Of The Summer - 3:56
4. Magic - 3:36
5. That Was Us - 3:59
6. Lipstick - 4:17
7. What Ya Got On Tonight - 2:59
8. Heart's Desire - 4:20
9. Complicated - 3:02
10. I'm To Blame - 2:16
11. That's Alright With Me - 3:36
12. Running For You - 3:32
13. Comeback Kid - 3:13

Art-Nr.: 8960
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

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Moore, Kip - wild world [2020]
Ein klasse Album! Viertes Werk des aus Tifton, Georgia stammenden Singer/Songwriters, der sich hier so stark wie noch niemals zuvor präsentiert. Ja, Kip Moore's Musik wird ganz offiziell der Kategorie Country zugeordnet, was auch durchaus okay ist, denn die Countrystrukturen sind klar wahrnehmbar. Und er ist im Countrygenre auch absolut erfolgreich. Passt - alles okay! Doch Kip Moore's Countrymusic unterscheidet sich durchaus von dem übrigen Mainstream Nashville's, sowohl dem der modernen, als auch dem der traditionellen Art, denn sie "rockt". Jawohl, das "Zeug" rockt ordentlich. Nicht im Sinne von ordentlich auf's Gas drückendem Tempo oder Härte, sondern eher organisch, in der Konsistenz und Intensität. Dafür sorgt vor allem sein noch rauer gewordener, ungemein markiger, kraftvoller Gesang, in den er alles reinlegt, was seine Stimme hergibt - und das ist eine Menge. Dazu kommt ein meist ähnlich kräftiger Beat und Groove, sowie eine "voluminöse" Produktion. Das passt alles gut zusammen, passt zu Moore's rauem Charme. Gerade bei seinem neuen Album "Wild world" spürt man die genannten Attribute besonders deutlich. Das durchweg großartige, überwiegend in einem rockigen Midtempo und mit wunderbaren Melodien kommende Songmaterial (Moore ist an 11 von 13 Tracks kompositorisch beteiligt und hat das Album im übrigen auch produziert), wirkt schön kernig, steckt voller spürbarer, zuweilen "kinisternder" Energie und ist immer wieder durchzogen von einem deutlichen Heartland Rock-Flair, ala Springsteen, Mellencamp oder Bob Seger. Nehmen wir als stellvertretendes Beispiel nur mal den bärenstarken Opener "Janie Blu": Die Nummer beginnt mit wunderschönen, transparenten, entspannt wirkenden Acoustic Gitarren, doch nach wenigen Sekunden setzt Moore's energetischer, intensiver Gesang ein, dazu recht wuchtig produziertes Schlagzeug. Das zitierte Heartland Rock-Feeling ist spürbar, die Energie überträgt sich eins zu eins auf den Zuhörer. Dazu besticht diese Ballade mit einer herrlichen Melodie. Toll! Ein Referenztrack für den Rest des Albums. Überhaupt muss man attestieren, dass Kip Moore's Musik gereifter und erwachsener klingt, als jemals zuvor, was sich auch in den durchaus ernsten, engagierten, persönlich reflektierenden, guten Texten zeigt. "Wild world" ist der nächste, große Schritt in der Karriere von Kip Moore. Er geht seinen Weg mit "heartlandrockigem Countryrock" konsequent weiter und trifft damit voll ins Schwarze. Ein großartiges Album!

Das komplette Tracklisting:

1. Janie Blu - 4:02
2. Southpaw - 4:04
3. Fire And Flame - 4:44
4. Wild World - 3:40
5. Red White Blue Jean American Dream - 3:00
6. She's Mine - 3:49
7. Hey Old Lover - 2:59
8. Grow On You - 3:07
9. More Than Enough - 3:21
10. Sweet Virginia - 4:32
11. South - 4:17
12. Crazy For You Tonight - 3:47
13. Payin' Hard - 2:48

Art-Nr.: 10078
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

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