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Tennessee Jet - the country [2020]
Ganz starkes, drittes Album des exzellenten, ungemein vielseitigen, hochgradig talentierten Tennesse Jet, der "im richtigen Leben" TJ McFarland heißt und uns mit "The Country" auf einen richtig "geilen" Trip in seinen unwiderstehlichen Country-Cosmos entführt. McFarland, ein toller Sänger (großartige Stimme), Songwriter, Multi-Instrumentalist und Produzent (hat "The Country" selbst produziert - und zwar ganz hervorragend) sieht sich genauso als rebellischen Country Outlaw, wie auch als traditionellen Honky Tonker, rootsigen Storyteller und ruppigern, harten Countryrocker, was sich in seiner prächtigen Musik in beeindruckender Art und Weise widerspiegelt. Ein amerikanische Musikjournalist beschrieb seine Musik kürzlich als "Jack White (The White Stripes) meets Steve Earle", was durchaus auch passt, doch seine Einflüsse reichen unseres Erachtens nach viel weiter - beispielsweise von Merle Haggard bis Willie Nelson, von Dwight Yoakam, Chris Stapleton bis hin zu Will Hoge, wie auch von Rockbands wie The Black Crowes (deren Kracher "She talks to angels" er hier covert und in seiner Version in eine grandiose, erfrischende, ganz wunderbare, bluegrassige, Squaredance-mässige Countryfassung verwandelt) bis hin zu Nirvana. Tennessee Jets musikalische DNA liegt aber klar im absolut authentischen, dreckigen, ehrlichen, komplett Mainstream-freien, natürlichen Country. So pendelt das Album genüßlich zwischen erdigen Countrytraditonen, staubigem Outlaw Country und kernigen Countryrockern, alles eingebunden in vorzügliche, prächtig hängen bleibenden Melodien und performt von fantastischen Musikern. Zum Großteil wurde das Werk mit Dwight Yoakam's Touring Band eingespielt, aber auch weitere, hochkarätige Gäste, wie etwa Mickey Raphael (Mundharmonika), Cody Jinks, Paul Cauthen und Elizabeth Cook als Gastvokalisten sind mit von der Partie. Eröffnet wird das Album mit dem herrlich frischen, flotten, gut gelaunten, sehr melodischen Countryfeger "Stray dogs", wunderbar transparent instrumentiert mit grassigen Instrumenten, Pedal Steel (feines Solo) und tollen, twangy E-Gitarren. Hier glaubt man gar ein sonniges, retro californisches Gram Parsons-Flair rauszuhören. Sehr stark! Mit "The raven & the dove" folgt Tennesse Jet's Fassung eier hervorragenden Outlaw Country-Nummer, die McFarland zusammen mit Cody Jinks komponiert hat und die Jinks bereits auf seinem Album "The wanting" veröffentlichte. Wieder dominieren wunderbare Pedal Steel und transparente Gitarren, wie auch ein absolut natürlicher, reiner Outlaw-Groove. Authentischer Outlaw Country der Extraklasse! Anschließend kracht's: Mit dem wuchtigen, ordentlich nach vorn gehenden, fast schon punkigen "Johnny", einer furiosen Hommage an den legendären Johnny Horton, lässt McFarland erstmals den Rocker von der Leine - laut, mit treibenden Basslines, viel Dampf und fetten E-Gitarrenriffs. "It plays like a grungy classic Nirvana tune and somehow it just fits right in the middle of this record of solid country gold", heißt es dazu in einem U.S.-Review. Super Nummer! Nun wird es wieder traditionell: McFarland und seine Musiker präsentieren eine hinreißend schöne Coverversion des Townes van Zandt-Klassikers "Pancho & Lefty", durchzogen von herrlichen Mundharmonika-Linien. Mit an Bord sind hier Cody Jonjs, Paul Cauthen und Elizabeth Cook, die jeweils mit eigenen Lead Gesangs-Passagen glänzen. Dabei singt Cook fast wie Emmylou Harris. Ganz toll auch die Mariachi-Trompete am Ende des Songs. "Hands on you" legt dann wieder etwas an Power und Elan zu, ist ein baumstarker, traumhaft melodischer, mit zünftigen, satten E-Gitarren inszenierter Countryrocker (tolle Baritone Lead Guitar), der gegen Ende noch mit einem herrlichen, kleinen Pedal Steel-/Lap Steel-Solo glänzt. Hier merkt man deutlich McFarland's Verehrung für Dwight Yoakam. Die Nummer geht runter wie Öl. Völlig gegensätzlich dazu und dennoch wunderbar ins Gesamtbild des Albums passend, schaltet der Protagonist mit dem folgenden "Someone to you" wieder mehrere Gänge runter. Eine exzellente, lupenreine, durch und durch klassische, traditionelle Honky Tonk-Ballade in bester Merle Haggard-Manier, durchzogen von wimmernder Pedal Steel und sehr akzentuiert beigesteuerter E-Gitarre. Großartig! Wie auch das hervorragende, ruhig erzählte Titelstück "The Country". Der Titel des Albums ist Programm! Tennesse Jet's Reise durch "seine" Country-Landschaften ist höchst vielseitig, abwechslungsreich und spannend. Er reizt und lotet die Grenzen des Country exzellent aus, ohne sie je zu überschreiten - und das auf einem beeindruckend hohen musikalischen Level. Toller Typ, tolle Scheibe!

Das komplette Tracklisting:

1. Stray Dogs - 3:36
2. The Raven & The Dove - 3:20
3. Johnny - 3:32
4. Pancho & Lefty - 4:55
5. Off to War - 3:37
6. Hands on You - 3:52
7. Someone to You - 4:02
8. The Country - 4:22
9. She Talks to Angels - 4:01
10. Sparklin' Burnin' Fuse' - 3:57

Art-Nr.: 10143
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Stray dogs
The raven & the dove
Johnny
Pancho & Lefty
Hands on you
Someone to you
She talks to angels

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