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Allan, Gary - set you free [2013]
Der Mann aus Southern California mit einem neuen, hervorragenden Album. Lange haben wir ihn nicht mehr so gut gehört. Gary Allen gab sein Debüt bereits 1996 und zählt mit seinem 9. Studioalbum bereits zum Inventar der Szene. Trotz wirklich beachtlicher Erfolge (immerhin drei Nr.1-Hits), fortwährend exzellenter Alben und stetiger Major-Präsenz (Allan ist quasi seit Beginn bei MCA unter Vertrag) schaffte er es nie ganz, in den Kreis der ganz großen Superstars wie Tim McGraw, Kenny Chesney oder Keith Urban & Co. vorzustoßen. Seine Vorliebe für traditionellen "Bakersfield-derived Country" und auch seine etwas nach innen gekehrte Art (dafür liegt allerdings auch ein triftiger Grund vor: Seine von Depressionen geplagte Frau hatte 2004 Selbstmord begangen) standen ihm für den ganz großen Durchbruch immer ein wenig im Weg. Das könnte sich allerdings mit seinem neuen Album "Set You Free" gravierend ändern. Ein tolles, modernes New Country-Werk mit vielen starken, sehr abwechslungsreichen Songs, klasse produziert und natürlich von exzellenten Musikern eingespielt. Gary selbst hat fünf der Tracks mitkomponiert, sieben co-produziert, zum einen mit Greg Droman, der auch für das Vorgängerwerk "Get Off On The Pain" verantwortlich war, zum anderen mit Freund und Langzeitweggefährten Mark Wright. Den Rest übernahm Jay Joce, der schon Interpreten wie Eric Church und Little Big Town betreut hat. Zum ersten Mal spielt er auf einem seiner Longplayer Akustik- und E-Gitarre. Auch wenn sein neues Werk wieder voller Zitate steckt, die an seine verstorbene Frau erinnern, so ist diesmal aber eine deutlich positive Tendenz erkennbar. Es scheint, dass Allan den Verlust weitestgehend verarbeitet hat - eine Art spürbare Aufbruchsstimmung durchzieht dieses hervorragende Album. Dazu legte er mit der herrlich flockigen Single "Every Storm (Runs Out Of Rain)" (klasse Harmoniegesänge von Rachel Proctor) und einer derzeitigen Top-5-Platzierung (Tendenz steigend) einen Traumstart hin. Und die CD beinhaltet noch jede Menge weiterer Stücke, die entsprechendes Potential aufweisen, womit auch der komplette Silberling gute Chancen auf großen Chart-Erfolg haben sollte. Ganz stark direkt der von knackigen E-Gitarren getragene Opener "Tough Goodbye", der mit seiner starken Melodie sofort richtig Laune macht. Auch ein absoluter Hitkandidat. Gleiches gilt für die beiden kitschfreien Powerballaden (mit den typisch kräftigen Refrains) "You Without Me" (Richtung Jason Aldean) und "One More Time" (das Lied erinnert dezent an Diamond Rios gleichnamiges Stück), sowie das wieder von markanter Gitarrenarbeit getragene, rhythmische "Pieces" (schön rockiger Refrain). Aber es gibt auch jede Menge unkonventionelle Tracks, die einiges an Überraschungen aufweisen. "Bones" beispielsweise erweist sich als knochentrockener, fetter Southern Rocker, der auch Van Zant gut zu Gesicht stünde (Gary singt im Stile von Donnie Van Zant, klasse Bluesharp von Matt Warren, der auch stark beim Songwriting involviert war). Die teilweise etwas düstere "Crying in My Beer"-Ballade "It Ain’t The Whiskey" (mit weinender Steel im Refrain - Parallelen in den Strophen und im Aufbau zu Bleu Edmondsons "The Band Plays On") fesselt sehr und das mit dem deutlichen Stempel der Warren Brothers (beide haben das Stück mit Blair Daly komponiert) versehene "Sand In My Soul" ist im Refrain gar mit einer dezenten "Hotel California" Westcoast-Note behaftet. Das sehr relaxte "Hungover Heart" steckt voller Southern Soul - sher stark hier die typischen E-Gutarren-Fills. Die beiden außergewöhnlichsten Songs sind "No Worries" und "Drop". Erstgenanntes ist eine launige Mischung aus Country und Reggae (Marke Jimmy Buffet, Kenny Chesney - mit den obligatorischen Steel Drums), bei dem sofort der nächste Karibik-Urlaub am geistigen Auge vorbeifliegt (Blake Sheltons „Some Beach“ schlägt in eine ähnliche Kerbe), letztgenanntes Lied verbeugt sich vor Sachen wie Tennessee Ernie Fords "16 Tons" oder Randy Newmans "Leave Your Hat On" (bekannt durch Joe Cocker). sehr cool und leicht jazzig swingend von Nashvilles Parademusikern in Szene gesetzt. Den Ausklang bildet das überaus angenehme, mit Streicherbegleitung atmosphärisch aufgewertete "Good As New" (toll das raue Cello, dazu wieder herrliche Gitarrenarbeit). Gary Allan hat mit "Set You Free" schon ganz früh im Jahr ein heftiges Ausrufezeichen in Music City gesetzt. Es klingt frischer und knackiger als je zuvor. Das gesamte Songmaterial ist "erste Sahne“ und sehr kurzweilig. Dazu auch gesanglich eine Top Leistung von ihm. Selbst die unterschiedlichen Produzenten erweisen sich hier als außerordentlicher Glücksfall. So ist "Set You Free" noch viel mehr als ein echter persönlicher Befreiungsschlag. Hut ab für diese überragende Leistung, Mr. Allan! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Tough Goodbye - 3:14
2. Every Storm (Runs Out of Rain) - 3:46
3. Bones - 3:54
4. It Ain't the Whiskey - 4:20
5. Sand in My Soul - 3:19
6. You Without Me - 3:55
7. One More Time - 5:25
8. Hungover Heart - 3:48
9. No Worries - 3:18
10. Drop - 4:15
11. Pieces - 3:24
12. Good as New - 3:35

Art-Nr.: 8039
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 8,90

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Buffett, Jimmy - buffet hotel [2009]
Das lang erwartete, neue Studioalbum von Jimmy Buffett und seiner unverwüstlichen Coral Reefer Band ist da! Es ist ein grandioses Teil geworden, das Buffett in brillanter Verfassung zeigt. Nicht selten, und das ist durchaus als Kompliment zu verstehen, erinnert das Werk an den frühen Buffett in den Siebzigern. Doch gleichzeitig, trotz dieses Retro-Touches, erleben wir einen überaus zeitgemässen Buffett, der abwechslungsreicher (und zum Teil auch rockiger) nie war. Bezeichnen wir das, was er hier abliefert, einfach mal als Rootsrock, aber was für einen vielseitigen: Ein wunderbarer Mix aus erdigem, kernigem "rowdy ripping" Rock, Southern, Gospel, Soul, Swamp, Blues, Surf, Jam, Americana und Countryrock! Sein unverkennbares, entspanntes Flair ist natürlich auch vorhanden, doch die karibischen Momente treten zugunsten würzigerer, rockigerer Gitarrenklänge deutlich mehr in den Hintergrund als bei seinen letzten Alben. Das kommt richtig gut! "Great guitars" überall! Eingebettet in großartige Grooves (tolle Percussion) und wunderbare Melodien, geben sich des öfteren zwei großartige Lead Gitarristen die Klinke in die Hand, zuweilen auch mit prächtigen Slide-Linien und exzellenten, wechselseitigen Soli, die immer wieder ein herrliches Southern-Feeling aufkommen lassen. Kein Wunder, hier macht sich das Aufnahmestudio bemerkbar, das LaLa Land Studio in Muscle Shoals, Alabama! Neben je einem Cover von Bruce Cockburn ("Live short call now") und Jesse Winchester ("Rhumba man"), einer großartigen Komposition von Will Kimbrough und Tommy Womack ("Nobody from nowhere"), stammen alle Stücke aus der Feder von Buffett, zum Teil mitverfasst von seinem langjährigen Weggefährten Mac McAnally und besagtem Will Kimbrough. Das Songmaterial ist von vorn bis hinten erste Sahne! Als stellvetretende Highlights für das gesamte Material seien solche Nummern wie das großartige "Nobody from nowhere" (jammiger, voller Southern Soul steckender Rootsrocker mit einem dezenten Gospel-Feeling, würziger Lead Gitarre, tollen Slide-Fills und schöner Orgeluntermalung - enthällt zwei prächtige, viel Southern-Charme aufkommen lassende E-Gitarren-Soli, wobei vor allem das zweite, gegen Ende des Stückes, nicht wenig an The Allman Brothers Band erinnert), die lockere, flockige Countryrock-Americana-Nummer "Wings" (viel Seventies Retro-Flair, klasse Banjo-Begleitung), das von toller Percussion begleitete, flotte, mit lässiger, aber schön würziger E-Gitarre, einer klasse Orgel und swampigen Slide-Linien in Szene gesetzte "Big top" (vereint nahezu perfekt ein dezent karibisch angehauchtes, sonniges, vollkommen unbeschwertes, zwangloses Jam-Feeling mit dem "Duft" der Southern-Swamps), die wundervolle, ruhige Ballade "Beautiful swimmers", das lockere, mit ganz aktuellen, leichten Rap-Splittern getränkte, Reggae-mässige "Turn up the heat and chill the rosé", das kernige, ja fast schon dreckige, in allerbester Stones- und Georgia Satellites-Manier rockende, riffige, gleichzeitig so ungemein frische und sonnige "Summerzcool", das brillant groovende, leicht südamerikanisch angehauchte, heisse "Rhumba girl" (tolles Wurlitzer-Piano, scharfe E-Gitarre, swampige Slide, schwüle Bläser-Fills), der herrliche, voller Wüsten- und Ghost Town-Feeling steckende, lockere Midtempo-Countryrocker "We learned to be cool from you" (großartige Baritone-/Steelguitar-Kombination), oder der bärenstarke, gut abgehende Sixties-rooted Surfrocker "Surfing in a hurricane" (famose Surf-Gitarren, tolle Farfisa-Orgel) erwähnt. Und beim jammig groovenden, tollen, mit feuriger Flamenco Acoustic-Gitarre durchzogenen Rootsrocker "Buffet hotel" gibt sich schließlich auch noch der mit Buffett eng befreundete Slide-Guru Sonny Landreth die Ehre, um dieses Stück mit seinem unwiderstehlichen Slide-Spiel zu veredeln. Toll! "Buffet hotel", im übrigen benannt nach einem tatsächlichen Ort, den Jimmy während eines ausgedehnten Afrika-Trips entdeckte, muß man ohne Einschränkung als "one of his strongest albums ever" bezeichnen, wie es ein amerikanischer Musikjournalist kürzlich ausdrückte. Recht hat er! Das, was Jimmy Buffett und seine fantastischen Musiker hier auf die Beine gestellt haben, ist schlichtweg ein Knüller. Trotz aller beschriebenen rockigen Momente suggeriert auch dieses Werk stets eine gewisse Relaxtheit, Sonne und Urlaubsvisionen. Welch ein Genuß in dieser grauen Winterzeit! Selten (wenn überhaupt) waren diese Jungs besser...

Das komplette Tracklisting:

1 Nobody From Nowhere - 5:06   
2 Wings - 3:46   
3 Big Top - 4:30   
4 Beautiful Swimmers - 5:21   
5 Turn Up the Heat and Chill the Rosé - 3:49   
6 Summerzcool - 3:15   
7 Rhumba Man - 4:10   
8 We Learned to Be Cool From You - 5:54   
9 Surfing in a Hurricane - 4:25   
10 Life Short Call Now - 4:08   
11 Buffet Hotel - 5:59   
12 A A Lot to Drink About - 3:28

Art-Nr.: 6705
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Nobody from nowhere
Wings
Big top
Summerzcool
We learned to be cool from you
Surfing in a hurricane

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