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Brown, Shannon - corn fed [2006]
Damen-Power an der New Country-Front! Shannon Brown wuchs in Spirit Lake, Iowa, einer wunderschönen, ländlichen Gegend auf, als Tochter musikbegeisterter Eltern, die in ihrer Heimatstadt und deren Umgebung auch einige Clubs besitzen. Ihr Vater, Gitarrist und Bandleader, entdeckte das Gesangstalent seiner Tochter erst im Alter von 17 Jahren, als sie an Karaoke-Abenden das Publikum regelmäßig in Hochstimmung versetzte. Fortan wurde an der Karriere Shannon’s fleißig gebastelt, teils mit über 180 Auftritten im Jahr. 1994 ging sie nach Nashville, sang bei Songwriter-Demos, und 1997 schien schon der große Durchbruch geschafft zu sein. Der bereits unterzeichnete Platten-Deal mit der RCA Label Group scheiterte jedoch an diversen Umstrukturierungsmaßnahmen. Der endgültige Start ihrer Karriere begann dann aber 2004, als sie und ihr Ehemann bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung mit John Rich, vom mittlerweile mega-angesagten Duo Big & Rich, zufällig an einem Tisch saßen. Die musikalische Chemie stimmte sofort, und man produzierte zusammen ein 3-Stücke-Demo, das Warner Brothers Chef Paul Worley unmittelbar zum Vertragsabschluss veranlasste. Kein schlechter Einstieg, direkt mit einem Major Label-Deal, aber zurecht, wie der Verlauf ihres großartigen Debütalbums verdeutlicht. Rein äußerlich, wie auch der Titel "Corn Fed" (Mais-genährt) wohl metaphorisch andeutet, verkörpert die hübsche Shannon Brown das naturverbundene Cowgirl, eine Art Terri Clark, nur ohne den obligatorischen Cowboyhut und in blond. Musikalisch, und das dürfte sicher auch ein Verdienst John Rich*s, der das Album produzierte, sein, bietet sie dank ihrer sehr variablen Stimme ein facettenreiches, modernes Werk, fernab allzu traditioneller Nashville-Standards, ohne aber je einen Zweifel aufkommen zu lassen, was der Hauptfokus ihrer Musik ist, nämlich ganz klar "Country"! An gut der Hälfte der Songs war sie selbst beim Songwriting beteiligt. Die beiden Eröffnungsstücke "Corn Fed" und "Big Man" tragen sofort die Handschrift von John Rich, der direkt den kraftvollen, rockig-hippen Sound, bespickt mit Effekten (u.a. sogar wiehernde Pferde), auf die Songs überträgt, wunderbar in Szene gesetzt mit Power-Drummer Brian Barnett, dem Klasse E-Gitarristen Adam Shoenveld und den beiden Star-Instrumentalisten Mike Johnson (Steel) und Jonathan Yudkin (Fiddle, Madoline, Banjo, Strings), die ja auch auf den Big & Rich-Werken bereits kräftig mitgemischt haben. Shannon überzeugt sofort mit ihrer leicht angerauten, kratzig-heiseren Stimme, die ein wenig Kolleginnen wie Shelly Fairchild, Gretchen Wilson oder auch Eve Selis zu ähneln scheint. Vereinzelt erinnert ihr Vibe zudem an eine energische Martina McBride! Das sehr melodische und textlich mit vielen prominenten Namen bestückte "High Horses" beinhaltet die Message, dass bei aller Konkurrenz im Business, man auch in Nashville in einem Boot sitzt, und von daher zusammenrücken sollte. Das Shannon auch im Balladenbereich den großen Damen ihrer Zunft, wie Faith Hill oder Martina McBride, in nichts nachsteht, beweist sie nicht nur bei "Turn To Me", einer richtigen Power-Ballade, bei der sie voluminös im Refrain zu glänzen weiß. Toller Song! Co-Writerin des Liedes ist übrigens Gretchen Wilson! Herrlich rhythmisch und recht poppig gut gelaunt geht’s bei "Can I Get An Amen" zu. Dann wieder so ein typisches Break der Marke Rich: "Good Ole Days" kommt als abgefahrene, funkige Nummer mit Discogroove daher, erzeugt aber durch eine heulende Steelgitarre ein Flair, als wenn ein weiblicher James Brown plötzlich die Countrymusik für sich entdeckt hätte. So ein richtig swingender Barroom-Retro-Heuler ist "I Love 'Em All", technisch prächtig mit Dobro, Fiddle und typischem Honkytonk-Piano umgesetzt. Faith Hill lässt wieder ein wenig bei "Why" (bombastische Ballade mit Streichern) und dem emotional poppigen, mit Mandolinen verzierten "Pearls" grüßen. Ein erneutes stilistisches Break könnte man mit "She Brings The Lightning Down" assoziieren, aber auch hier schafft es John Rich meisterhaft, bluesige Memphis-Atmosphäre und Countryklänge harmonisch miteinander zu vereinen. Den Abschluss bildet das autobiografische "Small Town Girl", das Shannon's ländliche Roots textlich wie auch instrumentell (klasse Mandoline und Dobro) entspannt reflektiert. "Corn Fed" ist eine insgesamt sehr abwechslungsreiche CD geworden. Shannon Brown besitzt nicht nur viel künstlerisches Potential, hier könnte ohne Übertreibung ein weiterer, großer weiblicher Top-Act vom Kaliber Shania Twain, Faith Hill, Gretchen Wilson oder Martina McBride in den Startlöchern stehen. Der Anfang ist mit einer Klasse-Leistung jedenfalls vollbracht! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4003
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

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Hicks, Chris - dog eat dog world [2008]
Brandneues, starkes Solo-Album des einstigen Outlaws- und jetzigen The Marshall Tucker Band-Gitarristen Chris Hicks! "He is southern rock royalty in the making" heißt es über Hicks auf seiner Website - und dieser Aussage kann man sich nur anschließen. "Dog eat dog world" besticht mit großer Variabilität und spannt einen weiten Bogen von Rock, Blues, Soul, R & B und Country, bis hin zu kochenden Funk-Grooves, doch alles basiert auf einem tiefen Southern Rock-Fundament! So finden sich logischerweise deutliche Bezüge zu den Tucker-Boys, zur frühen Charlie Daniels Band, aber auch zu Wet Willie und zu den glorreichen Muscle Schoals-Tagen der Siebziger! Chris Hicks' vorzügliches, stark von Toy Caldwell beeinflusstes, überaus fingerfertiges Gitarrenspiel ist, genau wie seine intensiven, mit viel Seele vorgetragenen, inspirierten Gesangsleistungen, hinlänglich bekannt und kommt auf diesem Werk in seiner ganzen Klasse zur Geltung. Der Mann zeigt sich in blendender Verfassung. Das Songmaterial (bis auf 3 Nummern stammt alles aus seiner Feder) ist erstklassig! Für zusätzliche "Hitze" und viel Memphis-Soul sorgen die zuweilen zündend eingesetzten Bläser, die keinesfalls stören, sondern hier für willkommene Anwechslung und Power sorgen. Sehr stark involviert in das Projekt war der ehemalige "Capricorn"-Soundtüftler, Hour Glass-Musiker und in Southern-Kreisen als legendärer Produzent (u.a. die ersten 6 Marshall Tucker Band-Alben) bekannte Paul Hornsby, in dessen Muscadine Studio in Macon/Georgia das Album auch aufgenommen wurde. Los geht es mit dem lockeren, frischen, dennoch sehr knackigen, großartigen Carolina Southern Rocker "It all comes back around", der gleich deutlich Hicks' Nähe zu Toy Caldwell's Gitarrenspiel demonstriert. Klasse Melodie! Für zusätzliche Abwechslung sorgen prima integrierte Piano- und Orgel-Fills! Tolle Riffs, ein hinreißender, gut abgehender Groove irgendwo zwischen Wet Willie, ZZ Top und einer bluesigen MTB, Hicks' ausdrucksstarker, southern-souliger, inspirierter Gesang, prächtige Gitarren, dezente Orgelbegleitung und ein paar würzig scharfe Bläser bestimmen den anschließenden, ungemein rhythmischen, leicht funkig angehauchten, brodelnden Muscle Schoals-Kracher "Chokin kind", der wunderbar in unsere Ohren und unsere Beine geht. Hicks brilliert bei dieser alten Harlan Howard-Nummer im Mittelteil mit einem exzellenten Gitarrensolo, inklusive einiger Double Lead-Ansätze. Spitzenmäßig! Wäre in den Siebzigern wahrscheinlich ein richtiger Genre-Hit geworden! Es folgt die schöne, melodische, wieder mit viel "Soul" vorgetragene, entspannte, R&B-beeinflußte Ballade "The tie that binds" (feine Southern-Gitarre), ehe Hicks mit dem sehr druckvollen, von tierischen Gitarrenlinien durchzogenen, kochenden Swamp-/Blues-/Funk-/Groove-Rocker "Dog eat dog world" die Sümpfe des Südens mächtig aufheizt. Das geradezu Funken sprühende, seelige Gitarrensolo im Break ist "der Hit"! Stark auch das anschließende Saxophon-Solo! Zu den weiteren Highöights zählen das bluesige, Sixties R&B-mäßige Cover von Bobby Blue Bland's "Share your love with me", die sehr melodische, erneut dezent funkige Midtempo-Nummer "Can the world still turn tomorrow?" und der mächtige dampfende Southern-/Funk-/Groove-Kracher "Too cool for school", bei dem Hicks ein furioses Gitarren-Feuerwerk an Riffs und Soli abbrennt (dazu ein tolles E-Gitarren-Duell mit einer dreckigen Bluesharp). Den Abschluß des Albums bildet schließlich das wunderbar entspannte, ruhige, viel MTB- und Allmans-Flair versprühende "Georgia moon", eine großartige, Country-infizierte Southern-Ballade aus der Feder von Paul Hornsby! Unter den weiteren Musikern befinden sich übrigens neben Hornsby auch noch der MTB-Mitstreiter Clay Cook, Jerome Thomas, Marshall Coats und deren legendärer Lead-Sänger Doug Gray (Background Vocals)! Ein klasse Solo-Album von Chris Hicks, der damit eindrucksvoll unterstreicht, welch großartiger Musiker er ist. Die Southern Rock-Szene darf sich glücklich schätzen, jemand wie ihn in ihren Reihen zu haben. Weiter so, Mr. Hicks!

Art-Nr.: 5494
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
It all comes back around
Chokin' kind
The tie that binds
Dog eat dog world

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Marks, Miko - it feels good [2007]
Der Blick auf das Cover von Miko Marks' zweiter CD "It Feels Good" ist für den Countryfan vielleicht nicht gerade alltäglich: Eine afroamerikanische, hübsche, überaus sympathisch lächelnde, junge Dame mit hellem Stroh-Cowboyhut, einer gleichfarbigen Akustik-Gitarre in der Hand, vor karibisch anmutendem, türkis-farbigem Meereswasser! Doch wer hier spontan auf Karibik-Musik mit einem ordentlichen "Hula-Hula"-Flair spekuliert, ist komplett auf dem Holzweg! Nein, die aus Flint, Michigan stammende, hoch talentierte Sängerin und Songwriterin hat sich mit vollem Herzen, wie auch schon bei ihrem hoch gelobten Erstling (Nominierung zum "Female Vocalist of the Year" durch die "Indie-World Nashville"; Siegerin des "Best New Country Artist 2006"-Award, gewählt vom "New Music Weekly Magazine"; Gewinnerin des "Country Album of the Year" beim "Independent Music Award", mit u.a. Wynonna und Patty Loveless als Juroren) dem durchaus traditionell verwurzelten, sehr erfrischenden, sonnigen, Country und New Country verschrieben, den sie mit viel Hingabe, positiver Energie und jeder Menge "Soul" in der Stimme (der Vegleich zu Wynonna ist gar nicht fern...) sehr gekonnt präsentiert! Das Mädel hat zweifellos richtig Klasse! Die Produktion (verantwortlich dafür zeichnet der mit allen Wassern gewaschene Ron Cornelius, u.a. schon aktiv für Willie Nelson, Bob Dylan, Confederate Railroad...) ist glasklar, knackig und trotz der traditionellen Basis, absolut zeitgemäß und modern. Die Sings sind einfach grioßartig und stecken voller Hit-Potenziel! Unterstützt wird sie von einer ganzen Anzahl Musikern aus der Elite der Nashville Studio-Cracks, wie beispielsweise Buddy Hyatt (Keys), Jim Hyatt (Bass), Bruce Watson (Banjo), Jeff King, Brent Mason (Electric guitar), Paul Franklin (Steel guitar), Eddie Bayers, Wayne Killius (Drums), Larry Franklin (Fiddle) und Tammy Pierce (Background Vocals), die sich alle mächtig für die Newcomerin ins Zeug legen. Die Countryfreunde bekommen zehn wunderschön instrumentierte Tracks geboten, wobei zwei Klasse-Songs ("Broken Heart" - schöner, melodischer Midtempo New Country, mit dezent rauchiger Stimme dargeboten und das fantastische, frisch und fröhlich groovende, Westcoast-sonnige, wunderbar ins Ohr gehende "Double Dog Cheater") von Miko selbst komponiert wurden, was ihre Ambitionen als talentierte Songwriterin glänzend untermauert. Beim herrlichen Opener "It Feels Good" fühlt man sich, wie es der Titel so passend vermuten lässt, sofort pudelwohl. Der Song glänzt durch gut gelauntes Musizieren mit countrytypischer Untermalung durch Banjo- und E- und Akustikgitarren, schönen Mandolinenzupfern und einem prächtigen Fiddle-/E-Gitarren-Duell durch die Herren Paul Franklin und Brent Mason. Das garantiert oberste Spielklasse! "Locked & Loaded" verfügt sogar über ein dezentes Southern-Feeling. Miko erinnert mit frech-kratziger Stimme an Damen wie eine Dale Krantz, Bonnie Raiit & Co., klasse auch die Backs einer Tammy Pierce, die bei recht vielen Stücken mit toll harmonierenden "Ooohs" hervorragende Unterstützung gewährt. Am Ende des Liedes brilliert dann Jeff King mit filigranem Stratocaster-Spiel. Sehr stark auch die wundervolle, melodische, reine, glasklar instrumentierte Country-Ballade "9 years pushin' 30"! Ein weiterer Höhepunkt ist sicher auch das gut abgehende "The Son My Daddy Never Had", das recht soulig/bluesig, aber auch voller purer Country-Traditionen steckend, präsentiert wird. Das Stratocaster-Intro erinnert ein wenig an gute alte Diamond Rio-Darbietungen, beim Gesang röhrt Miko voller Inbrunst im Stile einer Wynonna, und verleiht dem Stück einen schön bissigen Touch. Als Zusatzbonbon gibt es eine herrlich eingepasste Dreier-Soli-Kombi aus Fiddle/Steel- und E-Gitarre. Nach zwei weiteren, sehr gelungenen Balladen bekommt man am Ende mit "So Much Love" noch einmal einen knackig liebevoll, in der Tradition vieler berühmter, weiblicher Country-Ikonen der Marke Dolly Parton, Tammy Wynette, Trisha Yearwood, etc. in Szene gesetzten, melodischen Midtempo-Countrysong geboten, wobei mit glasklarem Piano, "pfeifendemr" Orgel, Fiddle, Steel-, Akustik- und E-Gitarren nochmals alle "Branchen-üblichen" Register gezogen werden. Ein toller Abschluß! Mit “It Feels Good“ hat Miko Marks Ihre Leistung im Vergleich zum Debüt noch einmal stark verbessert. Das ist toller, ehrlich dargebotener Country/New Country, der geradezu dazu prädestiniert erscheint, mit Vehemenz in die Charts von Nashville einzudringen. Möge ihr das "Countryradio" die Chance dazu geben! Verdient hätte sie es und die Klasse dazu hat sie allemal! Um es mit dem Albumtitel auszudrücken: Fühlt sich wirklich gut an, diese tolle Musik von Miko Marks! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 5605
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 4,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
It feels good
Locked & loaded
9 years pushin' 30
Double dog cheater
The son my daddy never had
That wall's too high to climb

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Marshall Tucker Band, The - the next adventure [2007]
Die Marshall Tucker Band lässt mit ihrem neuen Studioalbum (selbst bei der Covergestaltung) den Spirit der frühen "Capricorn years" wieder aufleben! Überzeugte die Band vor 3 Jahren mit "Beyond the horizon" schon mit einer überraschend starken Vorstellung, so ist die Leistung diesmal glatt noch einen "Tick" stärker! Wieder mit Original-Sänger Doug Gray (hat das Album diesmal auch produziert) und den beiden Gitarristen Chris Hicks und Stuart Swanlund als Kern der Band (weiter sind dabei Pat Ellwood am Bass, Barry Borden an den Drums, David Muse an Flöte und Saxophon, sowie diverse Gäste - u.a. Paul Hornsby, Melvin Seals von der einstigen Jerry Garcia Band und das frühere MTB-/Toy Caldwell Band-Mitglied Tony Heatherly) erinnern die neuen Songs immer wieder an die guten alten Zeiten von "Searchin' for a rainbow", "A new life", "Long hard ride" oder "Running like the wind". Auch Bezüge zu der frühen Charlie Daniels Band, mit der die "Tucker-Boys" schon immer eine innige Freundschaft verband, sind spürbar, vor allem in Richtung solcher Songs wie "Long haired country boy". Weitestgehend sehr entspanntes, relaxtes Material, was allerdings nicht heißt, daß es hier an Spielfreude mangelt. Überhaupt nicht! Die Band wirkt voll auf der Höhe, inspiriert und frisch wie schon lange nicht mehr. Sie besinnen sich auf ihre Roots, bewahren ihre typischen Charakteristika und schaffen es damit auch rund 35 Jahre nach ihrem Debut noch immer diesen unvergleichlichen Sound zu kreieren, der sie einst zu einer absoluten Institution des Southern Rock hat werden lassen! Das wirkt alles andere als "angestaubt"! Immer wieder weht durch die Songs ein feines, überaus angenehmes Countryflair. Doch auch ihre typischen, Roots-, Blues- und Jam-Elemente sind vertreten, die von früher bekannte Jazz-Exkursionen fehlen jedoch fast vollständig. Ein paar flotte Nummern, viele Midtempo-Tracks und die ein oder andere Ballade ergeben eine wirklich hervorragende, ausgewogene Songauswahl, die von den "Credits" her schon an die guten alten Zeiten erinnert. Immerhin hat an drei der neuen Songs Original-Mitglied George McCorkle mitgewirkt (ob der vielleicht bald wieder bei der Band einsteigt?...), ein Song stammt gar noch aus der Feder des legendären Gitarristen Toy Caldwell! Hier ein paar der Highlights: "The guitar playing man" (flockiger, lockerer Rhythmus mit schöner Acoustic-Lead Gitarre, dezenten Flöten-Ergänzungen, klasse Steelguitar-Fills und einem wunderbaren "Mexican-Flair"); "Come runnin' like a friend" (starke Southern-/Countryrock-Ballade mit klasse E-Gitarren-Hooks, im Hintergrund agierender Hammond-Orgel, einer unaufdringlichen Fiddle und passenden Steelguitar-Klängen); "Travelin' man" (ein baumstarker, glühender, swampiger, funkiger, drückend groovender Southern Rocker mit toller Bluesharp, fetter Slide-Gitarre, inklusive eines großartigen Solos, und einem exzellenten Lead-Vokalisten Chris Hicks, "who sings his heart out on this one"); "I love you that way" (grandiose, ungemein gefühlvolle, rootsige, wunderbar ins Ohr gehende Southern-/Blues-Countryrock-Ballade, vorgetragen im Duett Lead-Gesang zwischen Chris Hicks und der mit einer tollen Stimme gesegneten Tochter von Doug Gray, Gabrielle Gray); "Cold steel" (flotter,sehr starker, Charlie Daniels-mäßiger, klassicher, countryinfizierter Southern Rocker mit exzellenten E-Gitarren-Läufen und prima Gesang von Doug Gray); "A sad cowboy song" (wunderbarer Southern-/Country-Waltz in einem klasse Steelguitar-/Acoustic Gitarren-/E-Gitarren-/Mundharmonika-Gewand); "Crossroad" (starke Twin-Gitarren, ein leicht funkiger Groove, der sich zu einer typischen "Tucker-Jam" entwickelt); oder auch "Jesus never had a motorcycle" (astreine, kraftvolle Southern Rock-Ballade mit einem satten E-Gitarren-Finish)! Das "nächste Abenteuer" der Marshall Tucker Band hat begonnen, doch es ist eines, das die vielen Fans dieser Southern Rock-Legende absolut zufriedenstellen dürfte. Schließen wir uns als Resümee den im Booklet nachzulesenden Worten des "Gritz"-Herausgebers Michael Buffalo Smith an: "It's The Marshall Tucker Band, American by birth and Southern by the grace of God"! Prima Leistung, Jungs!

Art-Nr.: 4987
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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