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Dupré, James - it's all happening [2010]
Wenn jemand wie "the worlds greatest dobro player" Jerry Douglas mit einem nahezu unbekannten Country Singer-Songwriter eine Zusammenarbeit eingeht, dann kann man davon ausgehen, dass es sich wohl um ein ganz aussergewöhnliches Talent handelt. Und Douglas liegt völlig richtig: James Dupré aus der Gegend von Bayou Chicot in Louisiana entpuppt sich als ein geradezu begnadeter Sänger mit einer phantastischen, irgendwo zwischen Alan Jackson, Don Williams, James Taylor und Randy Travis angesiedelten Stimme, die man als eine wahre "Wonne für die Countryohren" bezeichnen muss. Doch dieses Attribut trifft nicht nur auf Duprè's exzellente Gesangsleistung zu, sondern auf die komplette Musik seines wunderbaren Debutalbums "It's all happening". Eingespielt wurde es in den berühmten "Ocean Way"- und "Compound"-Studios in Nashville unter Beteiligung einer Horde der besten Sessionmusiker, die Music City aufzubieten hat. U.a. sind dabei: Paul Leim, Harry Stinson (jeweils Drums), Glenn Worf (Bass), Victor Krauss (Upright Bass), Bryan Sutton (Acoustic Guitar, Banjo), Dan Dugmore (Pedal Steel, Electric Guitar), Pat Buchanan, Steve Gibson (beide Electric Guitar), John Jarvis (Keyboards) und besagter Jerry Douglas (Dobro, Lap Steel), der das Album darüber hinaus, zusammen mit dem legendären Nashville-Producer Kyle Lehning (u.a. Randy Travis, Dan Seals, The Derailers, George Jones, Restless Heart, um nur einige zu nennen) auch produzierte und ihm einen herrlichen, klaren Sound verpasste. Was wir zu hören bekommen ist wunderbare, von einem dezenten Singer-Songwriter Charme begleitete, natürliche, klassische, vorwiegend mit einem schönen "Laid Back-Feeling" in Szene gesetzte, reine, höchst niveauvolle Countrymusic - flüssig, locker, melodisch, frisch, sauber, traditionell verwurzelt, zeitlos und dennoch alles andere als unmodern. Das gezielt und akribisch ausgesuchte Songmaterial setzt sich aus 9 Fremd- (inkl. einiger grandioser Coverversionen) und 2 Eigenkompositionen zusammen und wird überwiegend in einem überaus angenehmen Midtempo vorgetragen. Die Lieder strahlen eine erfrischende Natürlichkeit aus und schlängeln sich voller Wohlwollen in unsere Gehörgänge. Dazwischen gibt es die ein oder andere, hinreissend schöne Ballade, aber auch mal eine durchaus "rockige" New Country-Nummer. Basierend auf flockigen, entspannten, zuweilen auch knackigen Rhythmen, bewegen sich die Arrangements in einer wohl temperierten Balance zwischen effektiv eingesetzten E-Gitarren und Keyboards, ein ums andere Mal prächtig ergänzt um Pedal Steel und Lap Steel, und akustischen Instrumenten wie Fiddle, Dobro, Banjo und Acoustic Gitarre. Das manchmal aufkommende, ganz dezente Grass-Flair unterstreicht dabei die Natürlichkeit der Songs. Es passt einfach alles in nahezu perfekter Harmonie zusammen. Interessanterweise beginnt das Werk nicht mit einer Uptempo-Nummer, sondern mit einer lupenreinen, wunderschönen, sentimentalen Countryballade. "Ring on the bar" fängt die Verlorenheit und die traurige Einsamkeit nach einer schwerzhaften Trennung überuas authentisch ein. Großartig die unaufgeregte Instrumentierung aus akustischer Gitarre, einsamem Klimpern des Barroom-Pianos und einer wimmernden Pedal Steel. Erst mit dem zweiten Song wird's etwas flotter. "I'm good" heisst das Stück, das im übrigen auch schon von Bucky Covington für sein vor 3 Jahren erschienenes Debut aufgenommen wurde. Eine tolle, flockige Interpretation Duprè's, sehr traditionell verwurzelt und schön frisch dargeboten. Bester, melodischer, flüssiger New Country mit traumhaften Lap Steel-Einlagen von Jerry Douglas. Apropos Lap Steel: Die spielt auch eine dominierende Rolle in der hinreissend schönen Coverversion des alten CCR-/John Fogerty-Klassikers "Who'll stop the rain", ebenso wie Douglas' dezentes Dobro-Picking. Und wenn wir schon mal bei den Covers sind: Zwei weitere sind absolut erwähnenswert und extrem gut gelungen. Zum einen das leicht swampige, Gospel-angehauchte, von Bob McDill, Dickey Lee und Kenneth Jones geschriebene "Knee deep in a river", ein alter Don Williams-Standard, mit dem auch Kathy Mattea in den frühen Neunzigern einen Top 20-Hit landete, und zum anderen die herrliche, lockere Country-Fassung von Jackson Browne's wundervollem "For a dancer", mit toller Acoustic Gitarren-/Fiddle- und Piano-Instrumentierung. Klasse auch das entspannte "Postcards from Elvis" mit seiner lockeren, frischen, klaren Instrumentierung, das von einem imaginären, glücklichen Alternativ-Dasein solcher Legenden wie James Dean, Elvis Presley (arbeitet in einem Cafè in Guam), Marilyn Monroe und John F. Kennedy (leben in einer jungen Familie zusammen auf einer abgelegenen Farm) erzählt, und die knackige, angerockte, forsche, mit würzigen E-Gitarren ausgestattete New Country-Nummer "Deep down". Die beiden abschließenden Songs des Albums, die einzigen Eigenkompositionen Duprè's, unterstreichen noch einmal eindrucksvoll die großartigen Gesangskünste des Mannes aus Louisiana, aber auch seine offensichtlich immensen Qualitäten als Songwriter. Sie sind ein bemerkenswerter Beleg dafür, wie überaus ambitioniert, melodisch, spannend und charismatisch der Mann in der Lage ist, minimalistisch instrumentierte Countryballaden zu performen. Auf "Memories of heaven" wird er nur von einer akustischen Gitarre und einer toll in Szene gesetzten Steelguitar begleitet, auf "A hero in my eyes" lediglich von akustischer Gitarre und Jerry Douglas' prächtigem Dobro-Spiel. Brillant! James Duprè, der als seinen größten Helden und Inspirationsgeber im übrigen Vince Gill bezeichnet, ist mit seinem Debut ein wirklich großer Wurf gelungen. Die Major-Labels müssten eigentlich Schlange stehen. Vielleicht wird er eines Tages tatsächlich berühmt und wir erfreuen uns hier an einem in Eigenregie des Künstlers vertriebenen Album, das irgendwann Seltenheitswert erlangt und als ursprünglicher Karrierstart eines kommenden Countrystars gilt. Egal, was auch passiert, dieses Werk demonstriert eindrucksvoll wie natürlich, locker und anspruchsvoll zugleich Countrymusic sein kann - hier und jetzt! Dafür ein ganz fettes "Thanks a lot, Mr. James Duprè"!

Das komplette Tracklisting:

1. Ring On the Bar 3:29
2. I'm Good 3:05
3. Drive 3:27
4. Who'll Stop the Rain 3:09
5. Deep Down 3:06
6. Postcard From Elvis 4:14
7. Alright Tonight 3:13   
8. For A Dancer 3:52
9. Knee Deep In A River 3:38   
10. Memories of Heaven 3:23
11. A Hero In My Eyes 3:38

Art-Nr.: 7047
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Ring on the bar
I'm good
Who'll stop the rain
Deep down
Postcard from Elvis
For a dancer
Memories of heaven

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Lady Antebellum - ocean [2019]
Lady Antebellum, Nashville's so großartiges, stets auf höchstem Level performendes New Country-/Country Pop-Trio, veröffentlicht mit "Ocean" ein weiteres, vorzügliches Album. Der bestechende Lead Gesang von Hillary Scott und Charles Kelley, sowie die Harmonies sind purer Genuß, ebenfalls die ausgewogene Songauswahl zwischen knackigeren Titeln und hinreißenden Balladen, sowie deren wundervolle Melodien. Ja, sie pendeln zwischen Pop und Country hin und her, sodass die absoluten Country-Puristen sicher ihre Schwierigkeiten haben, aber schöner kann man poppigen Country nicht spielen. Sie sind einfach mega gut, in dem, was sie tun. Das beweisen sie einmal mehr sehr eindrucksvoll auf diesem Werk. Toll!

Hier noch ein Original U.S.-Review:

Lady Antebellum may lean a little too closely to pop music for many tastes, but it's hard to argue with the trio's song choices. And its latest collection is filled with many memorable songs.
The single "What If I Never Get Over You," poses a rarely asked pop song question. Humans have come to believe the cliché, 'Time heals all wounds,' as if it were some sort of scientific fact. But what if it's just that, a well-worn cliché, with no actual teeth? Might 'eventual closure' just something we tell ourselves? Elsewhere, "Pictures" is the perfect love song for our social network-obsessed generation. Everyone, including troubled couples, can look as happy as larks in smile-for-the-camera pictures. What's happening when the camera isn't shooting, though, might be an entirely different (and tragic) story. Lady A's all-star pairing with Little Big Town on "The Thing That Wrecks You" includes one especially showstopping line: "You're a deer in the headlights and I'm driving as fast as I can."
Don't assume all of "Ocean" is endless sadness, although few do sad better than Lady Antebellum. "Crazy Love" is a joyous celebration of committed love, while "Alright" is like that deep breath assurance that everything is going to be okay. Even the let's-all-coexist "You Can Do You" works with its lightly funky groove.
The release closes with its quiet title track, which features Hillary Scott, one of our best ballad singers. It's a song one can easily imagine '70s era Fleetwood Mac singing. Just as Lady Antebellum is not always respected by country music purists, Fleetwood Mack was thought by hardcore rockers to be a little too wimpy, back in the day. Both Fleetwood Mac and Lady Antebellum are extremely good at what they do, though, no matter how you choose to categorize them, and "Ocean" is one strongly consistent project. (Dan MacIntosh / Country Standard Time)

Das komplette Tracklisting:

1. What If I Never Get Over You - 3:26
2. Pictures - 2:58
3. Crazy Love - 3:25
4. You Can Do You - 4:08
5. What I’m Leaving For - 3:23
6. Be Patient With My Love - 5:06
7. Alright - 3:16
8. Let It Be Love - 3:38
9. On A Night Like This - 3:23
10. Boots - 3:33
11. The Thing That Wrecks You (feat. Little Big Town) - 4:35
12. Mansion - 3:12
13. Ocean - 3:30

Art-Nr.: 9957
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

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