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Foster, Radney - this world we live in [2006]
Vier Jahre sind bereits wieder ins Land gezogen, seitdem uns die eine Hälfte des einst in Nashville so erfolgreichen Duos Foster & Lloyd mit dem tollen "Another Way To Go" so begeistert hatte. Untätig war ein Mann dieses musikalischen Formates in der jüngeren Vergangenheit allerdings nicht. So produzierte er beispielsweise die Randy Rodgers Band, schrieb Songs für Größen wie u. a. Keith Urban, die Dixie Chicks oder Kenny Chesney, und, und, und! Hier ist sie nun endlich, die neue, einmal mehr ganz hervorragende Scheibe des ohne Zweifel zu den besten texanischen Songwritern zählenden Radney Foster: Wunderbarer, rootsiger Texas-Country/Alternate Country/Countryrock/Americana vom Allerfeinsten mit einem tollen, schön trockenen, auf den Punkt genau produzierten, angerauten, "gritty" Sound! Zehn neue Stücke, alle aus seiner Feder, zum Teil in Kooperation mit exzellenten Co-Writern, wie Blue Dogs-Frontmann Bobby Houck, Jack Ingram oder Darrell Brown, mit dem er sich auch die Produktionsarbeit teilte. Bediente er sich bei seiner letzten Scheibe noch einer Menge Begleitmusiker aus dem schier unerschöpflichen "Nashville-Pool", so versammelte er diesmal eine tolle, namhafte Band langjähriger Freunde um sich, wie Drummer Charlie Drayton und den "alten" Westcoast-Haudegen Waddy Wachtel (Linda Ronstadt; Warren Zevon, James Taylor, John David Souther, Ronin, Bob Dylan) an der E-Gitarre (beide haben schon auf Keith Richard’s Solo-Alben zusammen gearbeitet), Session Bass-Veteran Bob Glaub (u.a. Jackson Browne) und dem Keyboarder Rami Jaffe, vielen sicher nicht nur als Mitglied der Wallflowers ein Begriff. Mit an Bord sind auch wieder der starke Slide-Gitarrist Mike McAdam und ein weiterer Klassemann an der E-Gitarre, Adam Shoenveld, der etatmäßig bei Big & Rich die Saiten bedient. Und um es nochmal klar herauszustellen: Radney Foster ist schlichtweg wieder ein Sahneteil gelungen. Dem leicht Stones-infizierten, Slide-angerockten, rootsigen, trockenen "Drunk On Love" folgt mit "Sweet And Wild" ein wunderbar melodischer Americana-Midtemposong. Bei beiden Songs glänzt neben der starken instrumentellen Umsetzung Sarah Buxton mit ihrer klasse Stimme im Background, die gegen Ende der Stücke mit in den Vordergrund tritt. Die Ballade "The Kindness Of Strangers" lebt von Foster’s starker Akustikgitarrenarbeit, toller atmosphärischer Cello-Untermalung und einem bewegend geschriebenem und gesungenem Text. Ganz große Klasse! Der anschließende, exzellente, forsche Retro Country-Rocker "Big Idea" (erinnert stark an alte Foster & Lloyd-Hits) reißt einen regelrecht aus der poetischen Welt des Vorsongs, und bildet den gelungenen Vorläufer zum Center-Song des Gesamtalbum’s, "Half Of My Mistakes". Was für eine herrliche Melodie! Auch hier wieder ein toller Text, der Menschen dazu ermutigt, viele Dinge im Leben einfach zu riskieren, auch wenn mal etwas schief laufen sollte. Der Lerneffekt und viele positive Dinge, die sich trotzdem daraus entwickeln, sind laut Foster nicht zu unterschätzen. Den gleichen Song hat vor geraumer Zeit fast ebenso gut Jace Everett auf seinem Erstling, allerdings etwas mainstreamiger, interpretiert. Bei Radney Foster wirkt das Stück etwas kantiger, zurückhaltender und einen Schuss introvertierter. Starke Slide-Arbeit hier vom bereits erwähnten Mike McAdam. "New Zip Code" (mehr balladesk) und "Prove Me Right" (wäre auch durchaus von der Randy Rogers Band oder Chris Knight coverbar) liefern wieder etwas leichter verdauliche, überaus melodische Gute Laune-Kost, letzteres in durchaus Nashville-kompatibler, radiotauglicher, wenn auch leicht rootsiger Country-Manier, voller Hooklines, die ein wenig an Radney’s Frühwerke erinnern. Stark hier die angenehmen Fiddle-Fills. Eine weitere "Killer"-Ballade folgt mit "Fools That Dream". Im Background diesmal die zauberhafte Kim Richey, die auch beim Vorgänger schon ihre Stimme zur Verfügung gestellt hat. Zum Abschluss folgt dann noch mal ein herrlich locker dahinfließender, super-melodischer Alternate Country-/Roots-/Americana-Song, den Foster zusammen mit Jack Ingram komponiert hat. Neben dem eingängigen Rhythmus und den lässigen Drums stechen hier die immer wieder eingestreuten und punktgenauen Stratocaster- und Slide-Fills im harmonischen Wechselspiel heraus. Klasse Orgelarbeit auch vom Rami Jaffe. Das Stück hält einen noch Minuten nach Ende der CD regelrecht gefangen. Ein würdiger Abschluss eines wieder einmal großen Albums! "This World We Live In" etabliert und festigt Radney Foster's Platz in die Riege der heutigen, wichtigen, ganz großen texanischen Singer-Songwriter im Country-/Americana-Bereich nachhaltig. Durch und durch beeindruckende und fesselnde Musik! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4063
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 7,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Big idea
New zip code
Prove me right
Fools that dream
Never gonna fly

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Muth, Zoe - world of strangers [2014]
Zoe Muth, die wunderbare, aus Seattle stammende, jetzt aber in Austin/Texas lebende Singer-Songwriterin beglückt die Americana-/Country-Welt 3 Jahre nach dem famosen "Starlight hotel" nun mit ihrem neuen, nicht minder starken, Werk "World of strangers". Was für eine herrliche, lockere, zwanglose Musik. Muth und ihren exzellenten Begleitmusikern gelingt ein fantastischer Spagat zwischen reiner Country-Tradition, schön retro angehauchtem Folkrock, Countryrock, Alternate Country und rootsigem Americana, völlig frei von jeglicher "Hochglanz-Politur", natürlich, authentisch und musikalisch über jeden Zweifel erhabend. Alles wirkt sehr flüssig, entspannt eingebettet in lockere Arrangements und eine wundervolle Melodik, egal ob flott oder balladesk. Ihre großartige Stimme liegt irgendwo zwischen Nanci Griffith, Iris DeMent und Emmylou Harris (in ihrer Heimat, rund um Seattle nennt man sie gerne "Seattle's Emmylou"), die musikalischen Spuren, die wir wahrnehmen, wirken wie eine Brücke von Dolly Parton, Loretta Lynn und Patsy Cline, über besagte Nanci Griffith und Emmylou Harris, alte Folkrock- und Countryrock-Legenden wie Fairport Convention und den Byrds, bis hin zu Tift Merritt. Ein weites Spektrum, das Zoe und ihre Band, die Lost High Rollers (der Bandname ist im übrigen einer Textzeile aus Townes Van Zandt's "No lonesome tune" entnommen) geradezu perfekt zu ihrem ganz eigenen, wunderbaren Stil vereinen. Als Gäste wirken u. a. übrigens Martie Maguire (The Dixie Chicks, The Court Yard Hounds) und Bruce Robison, der gerade gemeinsam mit seiner Ehefrau Kelly Willis das feine "Our year" veröffentlichte, mit. "World of strangers" ist traditionsbehaftete Americana- und Alternate Country-Musik vom Allerfeinsten. Einfach relaxen, zuhören und genießen!

Das komplette Tracklisting:

1. Little Piece Of History - 4:28
2. Mama Needs A Margarita - 4:06
3. Make Me Change My Mind - 3:24
4. Annabelle - 5:41
5. April Fool - 2:54
6. Somebody I Know - 5:09
7. Too Shiny - 3:53
8. Waltz Of The Wayward Wind - 4:53
9. Taken All You Wanted - 3:25
10. What Did You Come Back Here For? - 5:27

Art-Nr.: 8583
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Little piece of history
Mama needs a margarita
Make me change my mind
Annabelle
Somebody I know
Too shiny
Waltz of the wayward wind

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Perfect Stranger - shake the world [2009]
Glänzendes Comeback der New Country-"Urgesteine"! Perfect Stranger, gegründet 1986 von Bassist Shayne Morrison und Gitarrist Richard Raines in Carthage, Texas, hatten ihre erfolgreichste Zeit Mitte der Neunziger Jahre, als sie sogar bei den ACM-Awards als beste Gruppe des Jahres nominiert wurden. Der Titelsong "You Have the Right to Remain Silent" aus ihrem gleichnamigen 1994 veröffentlichten Major-Debut auf "Curb" erreichte damals die Top 5 in den Billboard Country Singles-Charts und das von Vince Gill geschriebene "Ridin' the rodeo" war der "number one independent country song in America". Anfang des neuen Jahrtausends veröffentlichte man ein zweites Album ("The Hits"), ging aber schließlich nach Raines Ausstieg getrennte Wege. Shayne Morrison tat sich mit Clint Williams als Duo zusammen, der in der seinerzeitigen Endphase von Perfect Strangers auch schon zum Line-Up der Band gehörte. Die beiden brachten im Jahre 2005 ein sehr schönes Album heraus, dem aber die kommerzielle Anerkennung versagt blieb. Mittlerweile bilden sie mit dem großartigen, von Walt Wilkins & the Mystiqueros dazu gestoßenen Sänger Marcus Eldridge, gleichzeitig ein famoser Gitarrist (der aus Tomball/Texas stammende Eldridge gehört zu den talentiertesten Gitarristen der Texas Countryrock-Szene - "a guitar player's guitar player with a wild & free-flowing mixture of south-Texas twang, blues, ranchero sauce, beef ribs, and Houston July icehouse jukebox", wie es einmal ein amerikanischer Journalist ausdrückte), das Grundgerüst der nun wieder reformierten Perfect Stranger. Hinzu kommen noch Drummer Doug Martin und der Multiinstrumetalist Chad Ware (Guitars, Banjo). An der B-3 Orgel half zudem noch Gary Leach aus. Jetzt versucht man mit neuem Elan nicht nur an alte Erfolge anzuknüpfen, sondern zu neuen Ufern aufzubrechen. Der Grundstein dafür ist mit dem großartigen Album "Shake the world" gelegt. Perfect Stranfer spielen einen erfrischenden, knackigen, zumeist recht flotten, Gitarren orientierten New Country, Countryrock/-pop, der zum einen sehr Charts- und Nashville-kompatibel ist, zum anderen aber auch von diesem unbekümmerten, typisch texanischen "Red Dirt"-Feeling unterwandert ist. Die Erfolgs-Aussichten sind wahrlich nicht schlecht, denn sämtliche zehn Stücke (davon sind, bis auf einen, alle selbst komponiert) haben das Zeug die Radiosender zu erobern und zum Hit zu werden. Garant dafür könnte Sänger Marcus Eldrigde werden, dessen klasse Stimme als eine Art Mischung aus Rascal Flatts Sänger Gary LeVox, Cody Canada (Cross Canadian Ragweed) und Keith Urban durchgehen könnte (vor allem die Ähnlichkeit zu Keith Urban ist hin und wieder frappierend). Aber auch Clint Williams, der ebenfalls einige Tracks singt, steht Eldrigde in nichts nach und verleiht als Gegenpart dem Ganzen sogar noch zusätzliche Abwechslung, zumal die Harmonien der beiden, die vor allem in den Rafrains zu hören sind, wirklich exzellent rüberkommen und gar leichte Erinnerungen an Restless Heart aufkommen lassen. Trotz der leicht poppigen Ausrichtung (das ist nicht negativ gemeint und untermauert vor allem die Radiotauglichkeit) wurde fast jedes Lied mit schönen E-Gitarren und Soli ausgestattet, denn immerhin sind mit Eldridge, Williams und Ware ja gleich drei Lead-Gitarristen am Start. Herrlich direkt beispielsweise die Twin-Gitarren am Anfang des flockigen, lässig groovenden, aber knackigen, frischen, wunderbaren Openers "Hey Virginia", bei dem man wirklich meinen könnte, Keith Urban hätte hier höchstpersönlich einen Gastauftritt. Klasse Melodie! Toll auch, wie gesagt, die Harmoniegesänge, die wummernde Orgel und die zwei filigranen Southern Rock-kompatiblen E-Gitarren-Soli. Ein echter New Country-Knüller! Williams' erster Einsatz erfolgt beim von einem schönen Heartland-Flair durchzogenen Titelstück "Shake The World" (feine Akustikgitarrenuntermalung, sehr kräftiger, markanter Refrain). Und so teilen sich Eldridge und Williams bei den nachfolgenden Songs in einem sehr gut abgestimmten Verhältnis die weiteren Frontparts, wobei das E-Gitarren durchzogene "Turn Around Point" (klasse Soli), das pop-rockige "Unwelcome Guest", der mit etwas Western-Flair versehene, ein wenig an Little Texas erinnernde, knackige Countryrocker "The Comeback" (schön hier das unaufdringliche aber markante Banjospiel von Chad Ware), die hier etwas trockener und rootsiger umgesetzte Neueinspielung von "Beautiful Regret" (aus dem oben bereits erwähnten. Morrison Williams-Album) und das wieder sehr dynamische, knackige, etwas "Red Dirt"-angehauchte und mit Keith urban-Spuren durchsetzte "Highway Girl" (starke Gitarrenparts, tolle Soli) herausragen. Die Scheibe macht vom ersten bis zum letzten Track Spaß und geht runter wie ein eisgekühlter Cocktail an der am türkisblauen Meer liegenden Strandbude. Genau das richtige für die Sommerzeit. Gute Laune pur. Perfect Stranger müßten angesichts des geballten Hitpotentials mit "Shake the World" eigentlich die Billboard-Country-Charts ordentlich durcheinanderwirbeln, sofern sie denn einen Major-Deal hätten. Haben sie aber nicht! So werden sie wohl, vorerst zumindestens, nichts vom gewinnbringenden Nashville-Kuchen abbekommen, sondern weiter ein unterbewerteter "Insidertipp" bleiben. Uns und unseren Kunden kann's erst einmal egal sein, denn wir alle dürfen teilhaben und uns erfreuen an dem absolut starken Comeback von Perfect Stranger. Große Klasse, Jungs! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1 Hey Virginia - 4:29   
2 Can't Run Away - 3:01   
3 Downtown Neon Lights - 3:12   
4 Shake the World - 3:48   
5 Turn Around Point - 2:24   
6 Unwelcome Ghost - 4:38   
7 The Comeback - 3:32   
8 Highway Girl - 3:55   
9 Beautiful Regret - 3:21   
10 Slow Motion - 3:14

Art-Nr.: 6473
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Hey Virginia
Can't run away
Downtown neon lights
Unwelcome guest
The comeback
Highway girl

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