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Outformation - tennessee before daylight [2005]
Southern-rooted Jamrock erlebt dieser Tage einen unglaublichen Höhenflug und das nicht nur in der Quantität, sondern vor allen Dingen auch in puncto Qualität! Outformation, ein grandioses Trio aus Atlanta/Georgia ist die nächste Truppe, die uns mit ihrem überragenden "full length debut" (es gibt bereits eine EP) die Sinne raubt! Das Teil ist ein absoluter Knüller! Gitarrist Sam Holt dankt in den "credits" unter anderem den legendären Toy und Tommy Caldwell von der Marshall Tucker Band, ebenso Widespread Panic, für deren verstorbenen Gitarristen Michael Houser er 2 Jahre lang als Gitarren-Techniker tätig war, Panic's Keyboarder Jo Jo Hermann hat das Album produziert - und schon scheint klar, welchen Weg die Band bestreitet. In der Tat vereinen sie auf geniale Weise die klassischen Southern-Country-jammigen Retroelemente der Marshall Tucker Band mit der Philosophie der Allman Brothers, einer ordentlichen Portion Grateful Dead-Feeling und dem aktuellen Zeitgeist von Widespread Panic, was zu einem einzigartigen, ja geradezu unwiderstehlichen Output führt, dessen herrlich flüssiger, lockerer, klarer Sound, so retro seine Fundamente auch sein mögen, wie eine komplette, ganz wundervolle Frischzellenkur eines ganzen Genres rüber kommt! Angefangen hat alles bereits in den späten Achtzigern in Chattanooga/Tennessee. Seit dieser Zeit bereits spielen Sam Holt (Gitarre, Gesang), Grady Upchurch (Bass, Gesang) und Lee Schwartz (Drums, Gesang), allesamr wahre Könner an ihren Instrumenten, mit einigen Unterbrechungen zusammen, was ein ungemein starkes musikalisches Verständnis mit sich bringt. Ihre Popularitätskurve stieg in den USA zuletzt rasant an, was aktuell in einem 2-tägigen Auftritt beim diesjährigen "Bonnaroo"-Festival gipfelte. Outformation sind eine Band, bei der das Songwriting von großer Bedeutung ist. Trotz aller Jammings ist "Tennessee before daylight" somit ein sehr Song-orientiertes Album geworden. Will heißen: Auch die Instrumentalpassagen stecken trotz der ausgeprägten und immer spürbaren immensen Spielfreude der Musiker voller kluger und gefälliger Strukturen, voller ausgezeichneter Melodien. "Anybody can write a bunch of chords, but the real thing is the storytelling", bringt es Grady Upchurch auf den Punkt. Es ist einfach herrlich, wie sie sich in diesen tollen Melodien und in ihrem wundervollen Spielfluß aalen. Man wünscht sich, sie würden nie aufhören und immer weiter spielen. Neben dem bereits erwähnten, qualitativ sehr hochwertigen Songwriting, basieren die Arrangements auf einem lockeren Groove und dem wunderbaren, versierten, fingerfertigen, flüssigen Gitarrenspiel von Sam Holt, der neben Drummer Lee Schwartz auch für den ausgezeichneten Lead-Gesang verantwortlich ist. Ergänzt wird das Ganze bei sämtlichen Tracks durch prächtig hinzu passendes Keyboard-Spiel von Jo Jo Hermann! Weitere Gäste: Domingo Ortiz (Widespread Panic): Percussion, Dave Cone (Pedal Steel), und andere! Das Album startet mit dem fantastischen "Game on", einem völlig lockeren, gut hängen bleibendem, aber flotten Southern-/Jam-Rocker voller lässig flüssigem Drive, der einem erscheint, als sei er einem gemeinsamen Jamming von Leuten der Marshall Tucker Band, der Allman Brothers und Grateful Dead entsprungen. Starker Gesang von Sam Holt (dessen "Vibe" erinnert zuweilen entfernt an Jerry Garcia), mitreißende, locker aus dem Handgelenk gespielte, kräftige Lead Gitarren-Soli (als wäre Toy Caldwell auferstanden), wunderbares Klavierspiel von Jo Jo Hermann und eine tolle Melodie lassen unser Jamrock-/Southern-Herz regelrecht aufblühen! Wie auch bei der nächsten Killer-Nummer, dem Titelstück "Tennessee before daylight": Eine wahrhaft traumhafte, Country-infizierte (vor allem durch die Einbeziehung einer herrlichen Pedal Steel), immens frisch klingende, entspannte Midtempo-Nummer, deren wundervolle Melodie einem nicht mehr aus dem Sinn geht. Es scheint so, als würde man diese spürbare Frische beim Wahrnehmen solch klarer Klänge regelrecht inhalieren. Die prächtigen Lead Gitarren-Läufe erinnern hier ein wenig an Jerry Garcia! Das folgende "Stone in my shoe" ist eine schön groovende, zunächst entspannte, dann aber kräftig rockende Nummer, bei dem sie geschickt einen gewissen Allman Brothers-/Gov't Mule-Druck mit gepflegter Dead'scher Leichtigkeit kombinieren. Weiter geht's mit dem prachtvollen, flockigen Country-/Southernrocker "90", der, einmal mehr sehr frisch klingend, in bester "Marshall Tucker - Long hard ride/Fire on the mountain"-Tradition, vermischt mit einem leichten Dead-Feeling, aus den Lautsprechern sprudelt. Wieder solch eine wunderbare Melodie und hinreißend flüssiges, virtuoses Lead Gitarren-Spiel, vor dem Hintergrund eines lässigen, flotten, großartigen Drummings! So jagt ein Song-Highlight das nächste! Ob die wunderbar melodische Southern-/Jam-Ballade "Brand new", der gut abgehende, in bestem Widespread Panic-Stil erklingende Rocker "Can't change the past" (kein Wunder, ist diese, im übrigen einzige, Fremdkomposition doch von Widespread Panic's verstorbenem Gitarrist Michael Houser geschrieben worden) mit seinen tierischen Gitarrensoli, das funky und jazzig groovende, sehr jammige, von klasse Keyboard-Einlagen geprägte 'Bout my money" oder das von Schlagzeuger Lee Schwartz gesungene (dessen Stimme erinnert mit ihrem Hall etwas an My Morning Jacket's Jim James), grandiose "Long lonely road", das ein wenig danach klingt, als befänden sich Widepread Panic, ausgestattet mit einem Hauch von Pink Floyd, auf einem höchst melodischen, etwas psychedelischen Hippie-Trip, allerdings immer noch basierend auf einem kernigen Southern-Groove. Wunderbare Gitarren (mal schwebend lang gezogen, dann satt rockend ala Mule) und großartige Keyboard-Klänge zeichen diese Pracht-Ballade aus! Knapp 50 Minuten ungemein flüssiger, geschmeidiger, lockerer und dennoch voller Drive, Spielfreude und Energie steckender, frischer Jamrock, der einen mit seinem fantastischen Songmaterial auf eine wundervolle Reise "from the Blue Ridge Mountains to the funky back streets of Atlanta" nimmt. Ein weiteres, funkelndes, musikalisches Juwel des amerikanischen Südens! Ein Meisterwerk!

Art-Nr.: 3373
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Game on
Tennessee before daylight
Stone in my shoe
Can't change the past
Long lonely road

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Stonewheel - feel like yesterday [2011]
Louisville/Kentucky ist die Heimat von Stonewheel, einem grandios aufspielenden, weitestgehend der Jamrock-Szene zuzuordnenden Sextett, das es auf einzigartige und beeindruckende Art und Weise versteht, Rhythmus, Melodie und Groove in einen faszinierenden Einklang zu bringen. Ihr musikalischer Cocktail ist ein ungemein wohlschmeckender, angenehmer, herrlich erfrischender Mix aus klassischen Rock, Roots, Westcoast-, und Southern-Anlagen, dessen pure Magie unsere Sinne unmittelbar in einen Zusatnd "sonniger" Glückseeligkeit versetzt. Gegründet im Jahre 2003 ist "Feel like yesterday" das nunmehr bereist dritte Album der Band, die sich im Laufe der Zeit immer mehr in die Herzen der Fans und auch der Fachpresse spielte. Stonewheel gehören heute zu den Bands, denen man innerhalb der Jamrock-Szene Großes zutraut - vollkommen zu Recht, wie die 12 bärenstarken Songs ihres neuen Werkes zeigen. Mit dem exzellenten Sänger Morgan Shallcross, 3 Gitarristen (Morgan Shallcross, Chris Greenwell und Keith Burchett), einem famosen Keyboarder (David Taylor) und einer tollen Rhythmusfraktion (Sean Ayers am Bass, Glen Howerton am Schlagzeug) begibt man sich auf eine knapp 50-minütige, wundervolle Reise durch zwölf, wie gesagt, erstklassige Songs. Die Truppe legt einen ungeheuren Wert auf gutes Songwriting, was ihr geradezu überragend gelungen ist. Die Stücke wirken durchaus kompakt, dennoch spürt man sofort und zu jeder Minute eine herrlich locker wirkende, unverfängliche, unbeschwerte Spielfreude. Die Protagonisten haben genügend Freiraum ihre aussergewöhnliche Klasse, sowohl solo, als auch im Zusammenspiel mit den Kollegen, zu zeigen. Vor allem das Miteinander von Keyboards und Lead Gitarre mündet in prächtigen Instrumentalpassagen. Alles klingt sehr, sehr frisch und vermittelt irgendwie ein tolles Gefühl endloser Freiheit. Stonewheel verschmelzen in ihrer Musik Einflüsse solcher Kollegen wie The Allman Brothers Band, Grateful Dead, Outformation, String Cheese Incident, Moe., Assembly Of Dust und vor allem auch Widespread Panic, verarbeiten das alles jedoch durchaus kraftvoll, aber eben auch sehr locker und flüssig zu einem ganz eigenen, unwiderstehlichen Stil. Grandioses Zusammenspiel von flockigen, toll groovenden Rhythmen (exzellente Percussion), vielschichtigen Gitarren und einer großartigen Orgel, im Verbund mit einer ungemein angenehm und positiv rüber kommenden Melodie, sind die Faktoren des schwungvollen Openers "With you all the way". Sofort spürt man dieses schöne Jam-Flair. Eine famose Nummer, die zum lässigen Cruisen im Cabrio entlang sonnengefluteter Küsten-Highways einlädt. Toller Auftakt - und es geht so weiter. "Pick me up" beispielsweise ist ein flockiger, dennoch sehr kraftvoller Rootsrocker mit einem klasse Westcoast-Feeling. Grateful Dead treffen auf Widespread Panic. Herrlich das vor Spielfreude und eingängiger Melodik nur so strotzende Keyboard-/E-Gitarren-Solo im Break, das erneut jede Menge "luftiger" Frische offenbart. Das rootsige, abermals traumhaft melodische "Western star" fasziniert mit einem klasse California-Countryrock-Vibe. Lässige Gitarren, teils mit einem schönen, hintergründigen Retro-Hall versehen, schlängeln sich genüsslich durch diese Nummer. In der Mitte gibt's ein prächtiges Klavier-/Gitarrensolo. "Ruby red" ist eine weitere "Killer"-Nummer. Toller, straighter Boogie-Rhythmus, aber wieder sehr flockig, ausgelassene Spielfreude, herrliche Orgel- und Gitarrenausflüge, sowohl ein frisches Westcoast-Feeling als auch ein erdiges Southern-Flair, ein klasse Drive - das sind die Indikatoren dieser tollen Nummer. Man "riecht" sie geradezu, diese herrliche Frische. Das ist er, der ultimative, von einem leichten Hippie-Flair umgebene Jamrock-Sommer-Soundtrack, auf den wir so sehnlichst warten. So jagt ein Song-Highlight das nächste, bis die Scheibe mit dem fantastischen, über 7 1/2-minütigen Roots-/Southern-Rocker "Feel like yesterday" endet. Die Band ist in absoluter Höchstform. Tolles The Allman Brothers Band-Flair, flüssige Double-Leads, traumhafte Melodik, jammige Instrumentalausflüge, unbekümmerte Spielfreude - hier kommt noch einmal alles zusammen, was diese großartige Band auszeichnet. Stonewheel verdienen mit ihrer immensen Qualität die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der gesamten Jamrock Szene, aber auch der Roots-, Southern Rock- und Rock-Gemeinde im allgemeinen. Der Sound und die Produktion sind exzellent. Bleiben sie zusammen, werden wir an dieser Truppe noch viel Freude haben. "Feel like yesterday" jedenfalls ist ein herausragendes Album! "Hey guys, please keep that Stonewheel rollin' for a long long time"...

Das komplette Tracklisting:

1. With You All the Way - 3:58
2. Mystified - 3:07
3. Pick Me Up - 3:56
4. Paper Wings - 3:14
5. Western Star - 3:20
6. Stuck On Rain - 4:28
7. Turn It On - 4:39
8. Boardwalk - 3:07
9. The Wire - 3:29
10. Ruby Red - 5:02
11. Pollywog - 3:01
12. Feel Like Yesterday - 7:41

Art-Nr.: 8114
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
With you all the way
Pick me up
Western star
Stuck on rain
The wire
Ruby red
Feel like yesterday

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