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Ponderosa - moonlight revival [2011]
Das neue Jahr hat gerade mal begonnen und die einschlägigen Experten und Kritiker der Rootsrock-Szene haben schon ihre neuen Lieblinge für 2011 gefunden. "This will be one the first best band debuts of 2011" heisst es allerorten - und, hört man sich das baumstarke Debut dieses in Atlanta/Georgia beheimateten Quintetts an, kommt man tatsächlich so ins Schwärmen, das man gar nicht umhin kommt, den gezollten Lobeshymnen vorbehaltlos zuzustimmen. Kerniger, kraftvoller, straight-ahead Rootsrock/Americana-Rock in einem wunderbar dreckigen, rauen, Gitarren-orientierten "classic southern roadhouse rock"-Sound, infiziert mit einem gepflegten (Alternate)Country-Feeling, einem Hauch von Blues und jeder Menge Soul. Spuren von John Fogerty und Creedence Clearwater Revival, von Tom Petty, Ryan Adams, den Jayhawks (alles vorzustellen in einer etwas dreckigeren, staubigeren Variante), aber auch von Neil Young, The Black Crowes, den Faces und My Morning Jacket sind durchaus wahrnehmbar, doch die fünf jungen, erstklassigen Musiker sind absolut in der Lage aus den vielen Einflüssen, die sie offensichtlich inspirieren, ihr ganz eigenes, magisches Elixier zu brauen. Neben einer wunderbar tighten, herrliche, straighte Grooves produzierenden Rhythmus-Fraktion um den großartigen Trommler Darren Dodd und den einen sehr markanten, erdigen Bass zupfenden Jonathan Hall, spielen vor allen Dingen die beiden Gitarristen Kris Sampson (Lead) und Kalen Nash (gleichzeitig auch der Sänger) die dominierende Rolle, immer wieder adäquat unterstützt von dem unaufdringlichen, aber den Sound wunderbar bereichernden Klavier- und Orgelspiel des Keyboarders John Dance. Neben dem bravourösen Lead Gitarren-Spiel von Sampson muß man noch einmal besonders auf Frontmann und Sänger Kalen Nash eingehen, der einfach eine grandiose Performance abliefert. Stimmlich irgendwo zwischen Chris Robinson, Tom Petty und Ryan Adams angesiedelt singt er überaus intensiv, alles gebend, dann wieder absolut emotional und durchaus relaxt. Der Bursche strahlt jede Menge Charisma aus. Ein amerikanischer Kritiker bezeichnete seine Stimme kürzlich als "golden", wobei dieses "Gold" zu gleichen Teilen aus Honig und aus Whiskey besteht. Und ordentlich "road-tested" ist die Band auch. Allein im vergangenen Jahr tourte man kreuz und quer durch die Staaten und spielte mehr als 150 Gigs. Die Jungs verstehen sich blind. Ein weiteres Plus: Trotz des rauen, staubigen, oft von direkten, krachenden Riffs bestimmten Ambientes besticht das durch und durch prächtige Songmaterial mit einer herrlichen, bestens hängen bleibenden Melodik. Das alles hat mächtig Substanz. Los geht's mit dem richtig schön erdigen, straighten, klasse ins Ohr gehenden, von dreckigen, kernigen Riffs bestimmten, saustarken Rootsrocker "Old gin road", der nicht nur das Terrain des Südens unsicher macht, sondern auch das solcher Leute wie John Fogerty, The Black Crowes und Ton Petty grenzüberschreitend abgrast. Toller mehrstimmiger Gesang im Refrain, wunderbares Retro-Flair mit klasse Wurlitzer-Klängen, ein zünftiges Gitarrensolo - Roots-/Southern-/Americana Rock-Herz, was willst Du mehr? Es folgt das bärenstarke "I don't mind", das in etwa in die gleiche Kerbe schlägt. Satte, transparente E-Gitarren dominieren das Geschehen, durchzogen von einer kräftigen Southern-Würze und umgeben von einer erstklassigen Melodik. Es groovt prächtig und Lead-Gitarrist Kris Sampson setzt erneut zu einem feinen Solo an. Das rockt einfach wunderbar! Dann die etwas ruhigere Seite der Band: "Pistolier" ist eine großartige, entpannte, leicht folkige Americana-Nummer mit exquisiten E-Gitarren-Licks und trockener, staubiger Banjo-Untermalung. Vom Rhythmus her bleibt es im Anschluß daran etwas "langsamer", doch die Intensität nimmt gewaltig zu: Die schlichtweg packende, bluesige Roots-/Southern Rock-Ballade "Hold on you" steht auf dem Programm, die zeitweise eine gewaltige Energie freisetzt. Bärenstarker Gesang, saustarke Gitarrenriffs und ein wummernder, ungemein würziger Bass produzieren spannende Wechsel zwischen lauten und leisen Passagen, durch die der raue Rock'n Roll-Wind der Black Crowes bläst, genauso wie eine wundervolle, jammige Psychedelic-Brise von My Morning Jacket. Hat dazu jede Menge Soul. Eine Hammer-Nummer! Im Anschluß daran ist wieder ein wenig Entspannung angesagt. Die flockige, exzellente Americana-/Countryrock-Nummer "Little runaway" steht auf dem Programm, sicher ein Stück, das auch The Jayhawks zu deren besten Tagen prima zu Gesicht gestanden hätte. So geht das mit diesen herrlichen "campfire songs, southern rock anthems, and drunken two-step shuffles" ausgewogen weiter, bis das Album schließlich mit dem swampigen, dreckigen, von glühenden, rauen Gitarren bestimmten, intensiven Roots-/Blues-/Southern-Kracher "Devil on my shoulder" genauso stark aufhört, wie es begonnen hatte. Das ganze Teil ist schlichtweg ein Knüller! Die Roots-/Southern-/Alternate Countryrock-Welt nimmt diese Band mit offenen Armen auf. Hey Ponderosa, wir haben auf Euch gewartet. Jawohl, diese Truppe wird mit diesem Werk am Ende des Jahres im Ranking der besten, neuen Rootsrock-Bands ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

Das komplette Tracklisting:

1 Old Gin Road - 3:37   
2 I Don't Mind - 3:59   
3 Pistolier - 3:41   
4 Hold On You - 4:54   
5 Little Runaway - 3:47   
6 Pretty People - 3:34   
7 Girl I've Ever Seen - 4:43   
8 Revolution - 3:54   
9 Broken Heart - 4:29   
10 Penniless - 3:32   
11 Devil On My Shoulder - 3:21

Art-Nr.: 7255
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Old gin road
I don't mind
Hold on you
Little runaway
Pretty people
Girl I've ever seen
Devil on my shoulder

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