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James, Colin - open road [2021]
Colin James, seit mehr als 30 Jahren im Geschäft, gilt mit seinen 20 Studioalben, 7 Juno Awards und 27 Maple Blues Awards in seiner kanadischen Heimat als regelrechte Ikone des Blues und Roots-Blues, wie auch als einer der versiertesten Gitarristen des Landes. Von der großen Öffentlichkeit außerhalb Kanada's weitestgehend viel zu wenig wahrgenommen, genießt er allerdings bei den Musikerkollegen eine umso größere Wertschätzung. Es ist nahezu unmöglich, alle Größen, mit denen er bislang zusammengearbeitet hat, aufzuzählen - hier nur ein paar davon: Bonnie Raitt, Albert Collins, Pops Staples, Robert Cray, Albert King, Keith Richards, Lenny Kravitz, ZZ Top, Mavis Staples, Luther Allison, Roomful of Blues, Bobby King, Terry Evans, John Hammond Jr, Carlos Santana, Little Feat, Jeff Healey, Buddy Guy und viele mehr. "Open road" ist sein exakt 20. Studiowerk - und es ist, wie es sich zu einem solchen Jubiläum gehört, ein sehr, sehr starkes - vielleicht sogar eines seiner besten der letzten Jahre. Wir hören 13 großartige, neue Songs, je etwa zur Hälfte Eigenkompsitionen und ausgewählte Covers. Die Tracks sind tief verwurzelt im Blues, tummerln sich aber auch genüßlich auf dem Roots-/Americana-Terrain. James' starker Gesang und vor allem sein exzellentes, virtuoses, schön erdiges, kerniges Gitarrenspiel (tolle Soli zuhauf) bestimmen das musikalische Geschehen, wobei sehr oft auch eine herrliche Orgeluntermalung als überaus angenehme Ergänzung zu den Gitarren dient. Alles ist hervorragend strukturiert, aufeinander abgestimmt und bleibt klasse hängen. Das Album startet mit einer famosen Coverversion von Tony Joe White's "As the crow flies", die man als so etwas wie ein Referenzstück für das gesamte Album bezeichnen kann. Basierend auf einem pumpenden, seeligen Bluesrock-Groove präsentiert James diese Nummer in einem herrlich rootsigen Ambiente, mit einem swampigen Dobro zur Einleitung, seinem erstklassigen, parallel von bluesiger E-Gitarre begleiteten Gesang und tierischen, variablen, zündenden, auf den Punkt gebrachten Gitarrensoli. Packt einen sofort, sowohl in puncto Qualität, als auch in puncto Feeling. Ein toller Auftakt und ein großes Versprechen für den Rest des Album, dem James allerdings voll und ganz gerecht wird, ohne jeden Aussetzer. Im Anschluß daran hören wir eine wunderbar brodelnde, mit heißen Bläserfills und "ripping guitar lines" garnierte Fassung von Albert King's "Can't you see what you're doing to me". Ein hinreißend lässiges, dabei äußerst virtuoses, locker flockig aus dem Handgelenk "geschütteltes" Gutarrensolo steht im Mittelpunkt des ungemein gefühlvollen, voller Soul steckenden Slow Blues "That's why I'm crying", während das steady und hypnotisch groovende Titelstück "Open road" mit seiner klasse Melodie, dem slidenden Dobro, seinen herrlich erdigen Gitarren und der überaus ansprechenden Orgel-Untermalung unwiderstelich, in bester JJ Cale-Manier, einen endlosen Roots-/Americana-Highway entlang rollt. Welch ein Genuß! Massive, breit angelegte, vielschichtige Gitarren (tolles, feuriges Solo) und abermals diese wohlige Orgel-Begleitung zieren den prächtigen Texas -Bluesrocker "Change it", übrigens eine Kompsition von Doyle Bramhall. Vorzüglich gelungen sind auch die beiden Tracks, die James zusammen mit seinem Freund Colin Linden geschrieben hat: Die ungemein melodische, von jeder Menge Southernflair durchzogene, staubige Americana-Ballade "Raging river" (starkes, Dobro-ähnliches Acoustic Gitarren-Picking, tolle Slideguitar-Klänge von Colin Linden), sowie der intensive, bärenstarke, mit einem feinen, Stevie Ray Vaughan-kompatiblen Texas-Vibe versehene Slow Blues "There's a fire", bei dem mehr als die Hälfte der Spielzeit aus packenden Gitarrensoli besteht. Richtig Feuer hat auch der gut abgehende, von erdigen, Chuck Berry-mäßigen Riffs und klimperndem Honky Tonk-Piano angetriebene Barrelhouse Boogie/Blues Rock'n Roller "When I leave this house" mit seinem ausgedehnten, herausragenden, virtuosen Gitarrensolo. Colin James, das hört man hier wieder besonders, ist ein wahrer Meister der 6 Saiten. Erwähnt seien zudem noch zwei weitere, großartige Coverversionen: Zum einen die scharfe, auf einem schwülen Swamp-Groove gebettete, mit starken (Slide)Gitarren-Klängen veredelte Version von John Lee Hooker's "Bad boy", sowie das von Bob Dylan und Jim James verfasste "Down on the bottom", ein fantastischer, bluesiger, erdiger, kraftvoller, dennoch "easy-flowing" Rootsrocker voller saftiger Gutarren vom Allerfeinsten. Colin James gelingt mit seinem 20. Studioalbum ein wahres Karriere-Highlight. Einfach wunderbar, wie zielsicher und ansprechend er Bluesrock- und Rootsrock-/Americana-Elemente miteinander verbindet. Wie sagt es ein amerikanischer Kritiker so treffend: "To any fans of electric urban blues, especially those who appreciate exceptional guitar playing". Ein super Album!

Das komplette Tracklisting:

1. As The Crow Flies 4:25
2. Can't You See What You're Doing To Me -- 3:32
3. That's Why I'm Crying - 5:04
4. Open Road - 5:09
5. Change It - 4:16
6. Raging River - 4:22
7. Leave This House - 3:29
8. It Takes Time - 3:08
9. There's A Fire - 4:41
10. It Takes A lot to Laugh, It Takes A Train to Cry - 2:47
11. Bad Boy - 3:32
12. Down On The Bottom - 4:36
13. I Love You More Than Words Can Say - 4:42

Art-Nr.: 10451
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
As the crow flies
That's why I'm crying
Open road
Change it
Raging river
When I leave this house
There's a fire
Bad boy
Down to the bottom

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