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Knowles, Davy - what happens next [2021]
Das angekündigte, neue Album "What happens next" des von der Isle Of Man stammenden, ehemaligen Back Door Slam-Leaders Davy Knowles ist nun erschienen, und es ist ein großartiges Werk geworden, mit dem Knowles, der als einer der talentiertesten und versiertesten Gitarristen der jungen Bluesrock-Garde gilt (Peter Frampton beispielsweise sagt über ihn: "Davy already has a recognizable style. He’s definitely the gunslinger guitarist of the 21st century", und Joe Satriani nennt ihn "my favorite modern bluesman") seine Songstrukturen gegenüber seinen vergangenen Werken ein wenig modifiziert hat, ohne jedoch seine grundsätzliche musikalische Ausrichtung auch nur ansatzweise zu verlassen. Es gibt nicht wenige Experten, die behaupten, dass die Schönheit der Blues- und Rootsmusik (die Wurzeln des mittlerweile in Chicago/Illinois lebenden Davy Knowles liegen ja bekanntermaßen vor allem im Blues, aber auch im Classic Rock der Siebziger Jahre und der Rootsmusik verankert) vor allem durch die Einfachheit in ihrer Komplexität begründet liegt, was auf Knowles' neues Album in großem Maße zutrifft, denn das hervorragende Songmaterial ist sehr kompakt, auf den Punkt gebracht und wartet mit wunderbaren, spannenden Nuancen auf. Sein Gitarrenspiel ist auch auf "What happens next" wieder außergewöhnlich, doch er hat es bei weitem nicht so in den Mittelpunkt gestellt, wie bei früheren Alben, um hier vielmehr den Fokus auf die Songs an sich und auch seinen wirklich großartigen Gesang zu legen. Das ist ihm bestens gelungen, die Balance stimmt. "This album taught me about restraint in terms of guitar playing. I had to reign it in to let the songs breathe, but I am looking forward to reimagining them and stretching out when we play live", sagt er dazu. Also, live werden die Songs wieder ausgedehnter präsentiert und dort werden sicher auch wieder deutlich längere Soli zu hören sein - demnächst hoffentlich auch mal wieder auf deutschen Bühnen. Los geht's mit dem erdigen, markigen, von "crunchy" Riffs geprägten, bluesigen, stark in dem britischen Classic Rock der Siebziger verwurzelten, gleichzeitig absolut zeitlosen "Light of the moon", das neben den rockigen Gitarren mit wunderbaren, sehr retro klingenden Orgel-Tupfern aufwartet. Die Melodie springt direkt auf den Zuhörer über. Die beiden kurzen, aber schön fetten, zündenden Gitarrensoli machen, wie der komplette Song, richtig Laune. Starker Opener! Viel (Southern) Soul und fast schon einen Hauch von Muscle Shoals-Feeling (tolle Baritone Guitar-Licks, schöne Orgel-Fills, Wurlitzer Piano) verspürt man bei der geradezu traumhaft melodischen, soulful Blues-Ballade "Roll me". Was Knowles hier gesangstechnisch abliefert, welches Gefühl er in die Performance legt, ist Extraklasse - und sein Gitarrenspiel, nie aufdringlich im Vordergrund, aber deutlich wahrnehmbar und songdefinierend, ist einfach exzellent. Nach dem kompakten, recht straighten, mit effektvoller Lead Gitarre garnierten Retro Rock-Knaller "Get lucky" , folgt die von leicht progressiven Strömungen durchzogene, mit ausgefeiltem Piano- und Gitarrenspiel inszenierte, slow-bluesige Ballade "Devil and the deep blue sea", bei der Knowles wieder einmal seine Classic Rock-Vorliebe deutlich wahrnehmbar einfließen lässt. Richtig stark! Ebenso klasse sind beispielsweise das straighte, funkige und soulige "Solid ground", das abermals wunderbar soulige, nostalgische, sehr schöne "Hell to pay", der mit einer tollen Melodie ausgestattete, kraftvolle, mit zündenden Gitarrenriffs und starkem Piano-/Orgelspiel inszenierte Classic Rocker "Wake me up when the nightmare's over", bis hin zu dem wundervollen Album-Closer "If I ever meet my maker", einer dezent folkigen, hinreißend schönen, akustisch gehaltenen Ballade (lediglich Acoustic Gitarre- und Orgel-Begleitung), bei der Knowles noch einmal seine außergewöhnlichen Singer/Songwriter-Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellt. Davy Knowles gelingt auf "What happens next" eine fabelhafte, sehr songorientierte, zielstrebige Reise durch das Terrain seiner musikalischen Vorlieben zwischen Blues und geradlinigem Classic Rock, mit genußvollen Ausflügen in rootsige und soulige Gefilde. Er und seine großartigen Begleitmusiker verstehen ihr Handwerk ohne jeden Makel. Cooles Teil, exzellente Leistung!

Das komplette Tracklisting:

1. Light Of The Moon - 3:14
2. Heartbreak Or Nothing - 2:30
3. Roll Me - 5:07
4. Get Lucky - 2:52
5. Devil And The Deep Blue Sea - 5:23
6. One & The Same - 4:04
7. Solid Ground - 2:34
8. River - 3:57
9. Side Show - 4:07
10. Hell To Pay - 4:42
11. Wake Me Up When The Nightmare's Over - 4:32
12. If I Ever Meet My Maker - 4:21

Art-Nr.: 10424
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Light of the moon
Roll me
Get lucky
Devil and the deep blue sea
Solid ground
Hell to pay
Wake me up when the nightmare's over
If I ever meet my maker

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Linden, Colin - blow [2021]
Der aus Toronto stammende Colin Linden, hoch dekorierte kanadische Rootsmusic-Institution, begnadetes Gitarren-Ass, Sänger und Songschmied der fantastischen Blackie and The Rodeo Kings, ein Vollblut-Musiker par excellence, beglückt uns mit einem grandiosen, neuen Album. "bLOW", so heißt das Teil, ist sein nunmehr 14. Solo-Album in 40 Jahren, und erstmals hat er ein Album eingespielt, das er komplett seiner ursprünglichen Inspiration, dem Blues, widmet. Diese Inspiration geht zurück in das Jahr 1971, als Linden im Alter von nur 11 Jahren seinem Idol Howlin Wolf begegnete, der damals, nach einer im Nachhinein richtungsweisenden Unterhaltung, zu ihm sagte: "I’m an old man now, and I won't be around much longer. It’s up to you to carry it on". Und was wurde daraus für eine Karriere. Linden hat mittlerweile auf über 500 Alben gespielt, hat 140 produziert, heimste 25 Juno-Nominierungen ein, wovon er 9 gewann, und erhielt im vergangenen Jahr 2020 nun auch seinen ersten Grammy für die Prouktion von Keb Mo's Album "Oklahoma" in der Kategorie "Best Americana Album". Wie gesagt, "bLOW" (Linden hat beim Albumtitel die Schreibweise seines kleinen Neffen übernommen, die dieser beim Cover-Entwurf verwendete), ist im Wesentlichen ein Blues-Album geworden, wobei Linden allerdings seine vielseitigen Rootsrock-, Americana-, Folk-, Southern-, und Rock'n Roll-Einflüsse genüßlich mit einbezog. So entstand ein geradezu magisches, ungemein raues, dreckiges, mit viel Southernwürze angerührtes Gebräu aus brodelndem, swampigem, stark Gitarren-orientiertem Bluesrock und jeder Menge trockener, staubiger, zum Teil sehr melodischer Roots-/Americana-Zutaten. Was Linden und seine prächtig aufspielenden Mitstreiter (u. a. Gary Craig und Paul Griffith - drums, Dave Jacques - bass, Kevin McKendree - paino & organ, Mickey Raphael - harmonica) hier abliefern, ist ein wahres, swampiges, southern-infiltriertes, teils sogar jammig anmutendes Blues-/Roots-Fest der Extraklasse. Linden's Gesang ist vorzüglich, sein exzellentes, fettes E-Gitarren- und Slide-Spiel, alles ursprünglich und rau gehalten, steckt voller Energie. Los geht's mit dem brodelnden, schön dreckigen, mit einem klasse, Bo Diddley-mässigen Groove unterlegten, furiosen Southern-/Swamp-Blues "4 cars", vollgepackt mit rührenden Slideguitar-Licks und dezent psychedelisch anghauchten, messerscharfen Lead-Gitarren-Klängen. Tolles Drumming! Linden's Gesang kommt ebenfalls schön dreckig. Es entwickelt sich ein kraftvoller, klasse Drive. Die Sümpfe kochen! Und der Zuhörer ist auf's Positivste angefixt - großartig! Saustarke Nummern, wie etwa das powernde, shuffelige "Ain't no shame" (massive, energetische Gitarrenarbeit), das Hill Country Blues-imfizierte, ein wenig an die North Mississippi Allstars erinnernde "Boogie let me be" (sehr dynamisch, wunderbar dreckige, sumpfige E-Gitarren-Riffs), oder das treibende Titelstück "Blow" bieten uns allergrößte "alligator kicking" Midtempo Swamp Blues-Lust mit Suchtpotential. Mit dem famosen "Until the heat leaves town" biegt Linden dann mal mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit und Klasse, bei Wahrung des bluesigen Fundaments, genußvoll in Richtung Roots-/Americana-Rock ab. Eine tolle Melodie und ein wunderbar erdiges Ambiente bestimmen das von feinsten Acoustic Gitarren-Riffs und wunderbarem Mundharmonika-Spiel bestimmte Geschehen, dessen ansonsten eher bedächtigen Rahmen der Meister im Mittelteil mit einem ultra rauen, dominanten, aber super passenden E-Gitarren-Solo unterbricht. Viel Southern-Soul und ein Hauch von Gospel vereinen sich in dem balladeslken, sehr schönen Roots-Blues "When I get to Gallilee", das ein gewisses Little Feat- und The Band-Flair ausstrahlt. Sehr stark hier der melodische, Orgel unterlegte Refrain, Linden's bluesiges Acoustic Gitarren-Picking (parallel zum Gesang), und die gegen Ende einsetzende, dreckige E-Gitarre. Mit dem 7-minütigen "Change don't come without pain" schließlich, bieten uns Colin Linden und seine Band auch noch einen geradezu umwerfenden, klassischen, schwergängigen "Twelve-Bar Slow Blues" an, der veredelt ist mit einem ausgedehnten, 4-minütigen, jammigen Pracht-Gitarrensolo Linden's, das gar ein wenig an Warren Haynes zu erinnern scheint. Fantastisch auch der flotte, dynamische, von einem feinen Memphis-Feeling begleitete, abermals leicht Bo Diddley-angehauchte Roots-/Bluesrocker "Right shoe wrong foot" (animiert unweigerlich zum Tanzen und "Mitzappeln", klasse Melodie), wie auch der, das Album herausragend abschließende, mit toller, ausgewogener Gitarren-/Orgel-/Dobro-Begleitung (prächtiges, slidendes Solo, klasse Bluesharp, herrliche Melodie), inszenierte, die Pandemie thematisierende Midtempo-Bluesrocker "Honey on my tongue". Mit "bLOW", übrigens veröffentlicht auf "Highway 20 Records", dem Label seiner langjährigen Freundin Lucinda Williams, gelingt Colin Linden ein kleiner Geniestreich. Was vor 50 Jahren mit seinem Mentor Howlin Wolf begann, setzt Linden heute, bei aller Wahrung der Tradition, voller Seele, Leidenschaft und Enthusiasmus, sowie unter Einbeziehung seiner vielseitigen musikalischen Entwicklung, auf natürlichste und ehrlichste Art und Weise fort. Große Leistung eines großen Musikers.

Das komplette Tracklisting:

1. 4 Cars - 3:29
2. Ain't No Shame - 4:06
3. Until the Heat Leaves Town - 3:33
4. Angel Next to Me - 3:39
5. Boogie Let Me Be - 3:35
6. When I Get to Galilee - 5:01
7. Blow - 4:19
8. Change Don't Come Without Pain - 7:03
9. Right Shoe Wrong Foot - 3:08
10. Houston - 4:31
11. Honey on My Tongue - 4:45

Art-Nr.: 10393
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
4 cars
Ain't no shame
Until the heat leaves town
Boogie let me be
When I get to Gallilee
Change don't come without pain
Right shoe wrong foot
Honey on my tongue

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Southern Avenue - be the love you want [2021]
Southern Avenue, die baumstarke, 5-köpfige Rhythm and Blues, Blues, Soul, Funk Fusion-Truppe aus Memphis/Tennessee um die charismatische Frontfrau Tierinii Jackson präsentiert mit dem voller kochender Energie und Power steckenden, heißen, rhythmischen "Be the love you want" ihr nunmehr drittes, ganz großartiges Studioalbum. Die große Stärke des Outfits liegt darin, das immense Talent jedes einzelnen Musikers/Musikerin (Ori Naftaly - guitars, Jeremy Powell - keyboards, Evan Sarver - bass und Drummerin Tikyra Jackson, Tierinii's Schwester) kongenial zu paaren und den durch die herausragende, gemeinsame Musikalität entstehenden, ganz eigenen, zumeist noch durch eine blendend eingebundene Bläser-Sektion unterstützten, drückend schwülen Sound der Band als Ganzes über ihr persönliches Rampenlicht zu stellen. Das gelingt wirklich exzellent. Klar, die stimmlichen Talente und die große Ausstrahlung von Frontfrau und Lead Sängerin Tierinii Jackson erzeugen sicher erst einmal die größte Aufmerksamkeit, doch schnell entdeckt man die ganz exzellenten, subtilen instrumentalen Nuancen, die die tiefen, unwiderstehlichen Grooves der Band so wunderbar einfärben. Das ist ganz horchwertiges, musikalisches Niveau. Das stets vorzügliche Songmatrial ist variabel, spannend und jederzeit ungemenin rhythmisch, so dass man, nicht nur mental, sofort in Bewegung kommt. Nicht nur Tracks, wie beispielsweise der fantastische Opener "Be the love you want" (klasse Gesang, tolle Percussion, drückende Bläser, zündendes Gitarrensolo von Ori Naftaly, prächtiger Groove), das funky bluesige, von einer klasse Melodik bestimmte, soulige "Control", das voller "gritty vintage Soul" steckende, rhythmische "Push now" (starkes Gitarrensolo), die großartige Soul-/Blues-Ballade "Fences" (feine Melodie, schöne Bläser), das raffinierte, nur von verschiedensten Percussion-Klängen unterstützte, gesanglich ausgezeichnet vorgetragene "Heathen hearts" (Co-Writer ist Cody Dickinson von den North Mississippi Allstars), oder auch das schön funky klingende, soulige, mit viel Seventies-Ära "Stax"-Feeling ausgestattete "Move on" demonstrieren eindrucksvoll das große Potential von Southern Avenue. Erstklassig produziert hat das Album im Übrigen Los Lobos' Steve Berlin. Mike O’Cull vom amerikanischen Webzine "Rock & Blues Muse" resümiert über das Album "This set is a masterpiece of funk, soul, and intention that creates its own brand of American music built on Memphis grooves, jammy freedom, R&B, gospel, and the blues". Das deckt sich zu 100% mit unserer Einschätzung. Ein prächtig groovendes Soul-/Blues-/Funk-Erlebnis der Extraklasse!

Das komplette Tracklisting:

1. Be The Love You Want - 3:16
2. Control - 3:23
3. Don't Hesitate (Call Me) - 3:01
4. Push Now - 3:10
5. Fences - 3:22
6. Let's Get It Together - 3:34
7. Heathen Hearts - 1:57
8. Move Into The Light - 3:03
9. Love You Nice And Slow - 4:04
10. Pressure - 3:15
11. Too Good To Be True - 3:18
12. Move On - 3:06

Art-Nr.: 10399
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

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Vegabonds, The - sinners and saints [2021]
Die "Alabama-born, Tennessee-bred", ursprünglich aus Auburn/Alabama stammende Southern Rock Band The Vegabonds veröffentlicht, von der breiten Öffentlichkeit unverständlicherweise weitestgehend unbemerkt, ein fantastisches Album nach dem nächsten und legt, ähnlich wie Robert Jon & The Wreck, die Messlatte bei jedem neuen Album noch einmal ein Stückchen höher, um sie mit dem nächsten Werk wieder locker zu überwinden. Es gibt keine Grenzen. Was schütteln diese Burschen für tolle Songs aus dem Ärmel. "Sinners and saints" ist das nunmehr 6. Album der Vegabonds, mit dem sie abermals einen neuen "Highscore" erzielen. 11 prächtige, authentische Songs ohne jeden Schwachpunkt zwischen lupenreinem Southern Rock, Southern umwehtem Rootsrock, auch mal einem Hauch von Southern Soul und R & B, sowie mit jeder Menge Southern-Würze veredeltem Countryrock - alles wunderbar verpackt in satten, saftigen Gitarrenarrangements und eingebunden in herrlich eingängige Melodien. Ein ganz großes Plus der Band. Taucht man erst einmal in diese brillanten Melodienbögen und geradlinigen Songstrukturen mit dem unwiderstehlichen "Southern-Flow" ein, lässt einen dieser "Zauber" nicht mehr los. Gekonnt gelingt es diesem so großartig aufspielenden Quintett, bestehend aus Frontmann Daniel Allen (ein fantastischer Sänger und Songschreiber), dem exzellenten Lead-Gitarristen Richard Forehand (zusätzlich Pedal Steel, Banjo und Background-Gesang), Beau Cooper (Keyboards), Paul Bruens (Bass) und Bryan Harris (Drums), die alten Traditionen großer Southern Rock-Legenden wie etwa Lynyrd Skynyrd, The Marshall Tucker Band, The Allman Brothers Band & Co. mit ihren eigenen Trademarks, ihre Unbekümmertheit und spürbaren Frische in das Hier und Jetzt zu transportieren. Sie brennen einfach ein herrlich frisches, voller Energie steckendes, ja regelrecht glücklich machendes Song-Feuerwerk ab. Das Album startet gleich mit einem richtigen Southern Rock-"Pfund"! "Juke and jive" heißt die Nummer, deren Formel wie folgt lautet: fette, krachende Gitarrenriffs + glühende Lead Gitarre + ein cool im Hintergrund gezupftes Banjo während des Refrains + stampfende, treibende Rhythmen = The Vegabonds "on fire"! Klingt vielleicht ein wenig wie ein vorzüglich zubereitetes Gebräu aus Zutaten von Blackberry Smoke und The Cadillac Three. Stark! Voller Power geht's mit dem frosch und sehr melodisch nach vorn rockenden "Ain't giving up" weiter. Ein zünftiges Southern Rock-Riff zu Beginn, und schon nimmt der dynamische Southern-Ritt Fahrt auf. Satte, saftige, toll soundende Gitarren überall!, inkl. eines virtuosen Solos! Vielschichtige, variable E-Gitarren und eine klasse Orgeluntermalung im Refrain bestimmen das toll groovende, mit viel Southern-Soul inszenierte, in einem knackigen Midtempo gespielte "Can't deal", das in seiner Struktur sicher auch bestens in das Anforderungsprofil von Robert Jon & The Wreck passen würde, zumal man die Vegabonds und Robert Jon's Combo sowieso als so etwas wie musikalische Seelenverwandte bezeichnen darf. Knackig und locker zugleich kommt das sehr melodische, flüssige "Feels right", das aus wunderbar miteinander harmonisierenden Klangfarben aus "shimmering keyboards und guitars" besteht. Hat entfernt etwas von southern- und countryrockigen Sister Hazel. Mit dem begnadeten, hinreißend melodischen "Burnout" hauen die Vegabonds dann wieder einen furiosen American Southern Rocker allererster Güte raus. Die Melodie erzeugt einfach nur Gänsehaut, die satten, powernden Riffs, sowie die prächtig miteinander harmonierenden Gitarrenlinien und Orgelläufe (super Orgelsolo von Beau Cooper) sind die pure Wonne. Ein regelrechter Southern Rock-Hit, der in einer anderen Zeit, als handgemachte Rockmusik noch eine zentrale Rolle im Radio und damit auch in den Charts spielte, diese wohl nach allen Regeln der Kunst gestürmt hätte. Der nächste "Kracher" dieser Art folgt mit dem straighten, ernergiegeladenen "Out of my hands". Die saftige Lead Gitarre ist ein Fest für die Ohren, das eingebundene Solo einfach mega. Puren, genauso zeitlosen wie zeitgemäßen, höchst erfrischenden, kraftvollen Gitarren Southern Rock in Reinkultur bietet auch das fantastische "Colorado Evergreen", das voller klassischem Lynyrd Skynyrd-Spirit steckt. Eine wahre Southern Rock-Perle, die ein wenig klingt, wie die beste Nummer, die Blackberry Smoke nie geschrieben haben. Den Abschluß dieses bärenstarken Albums bildet schließlich der dynamische, bluesige Roadhouse Southern Rocker "Leo Fender" (Gastgitarrist Benji Shanks aus dem Dunstkreis von Blackberry Smoke bringt sich hier mit ein paar schönen Slide-Licks ein), eine bestens gelungene Hommage an den legendären, amerikanischen Gitarren- und Verstärkerbauer. Längst hätten die Vegabonds einen größeren Durchbruch verdient, längst sollten sie so weit sein, wie etwa Whiskey Myers und die schon mehrfach zitierten Blackberry Smoke. Wie dem auch sei, "Sinners and saints" ist ohne jeden Zweifel der nächste ganz große Schritt für diese exzellente Truppe - ein melodisches Southern Rock-Juwel, vollgepackt mit "Killer"-Songs zuhauf. Welch ein wunderbares, durchweg gute Laune verbreitendes, southernrockiges Hörvergnügen!

Das komplette Tracklisting:

1. Juke and Jive - 3:20
2. Ain't Giving Up - 3:16
3. Can't Deal - 3:12
4. Heartache and a Memory - 2:54
5. Feels Right - 4:20
6. Sinners and Saints - 4:42
7. Burnout - 4:02
8. Out of My Hands - 2:39
9. Wings and Prayers - 3:01
10. Colorado Evergreen - 3:35
11. Leo Fender - 2:55

Art-Nr.: 10400
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Juke and jive
Ain't giving up
Can't deal
Feels right
Burnout
Out of my hands
Colorado Evergreen
Leo Fender

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Zito, Mike - resurrection [2021]
Bluesrock Gitarrenhexer und "all-around cool guy" Mike Zito präsentiert sein neues, abermals ganz großartiges Werk "Resurrection", das die Tradition seiner zuletzt so starken Veröffentlichungen beeindruckend fortsetzt. Das fängt schon mit dem Albumcover an, das ein interessantes, perfekt zum Albumtitel passendes, farbenfrohes Gemälde des südkoreanischen Künstlers Yool Kim zeigt, das in den dunklen und düsteren Tagen der Pandemie mit seiner Lebendigkeit viel Positives, ja eine Art beginnende Aufbruchsstimmung, eine Wiedergeburt, eine "Auferstehung" suggeriert. So jedenfalls empfindet es Mike Zito selbst, der weiter erklärt und ausführt, dass er momentan voller musikalischer Ideen steckt und die Songs nur so aus ihm raussprudeln. "I believe it is a wonderful collection of songs, stories and sonic waves of electric guitar that convey darkness before the dawn. I am once excited about love, life and music", sagt er. Beste Voraussetzung für exzellente Musik, die auf diesem Album zur Genüge vorhanden ist. Gekonnt setzt er seine musikalische Ausrichtung der etwas raueren Gangart, des etwas raueren Sounds von "Quarantine Blues", seinem wunderbaren Vorgängeralbum, fort. Unter der Produktion von David Z (u. a. Etta James, Budday Guy, Prince, BoDeans) wirkt alles, bei durchaus hervorragenden Strukturen, voller Ecken und kanten, herrlich ungeschliffen, fernab jeder kommerziellen Hochglanz-Ausrichtung. Das Ambiente ist einfach schön "dreckig". Und es ist groovy, swampig und southern. Im Grpßen und Ganzen kommt das Songmaterial (3 Coverversionen, 8 eigene Titel) sehr dynamisch, wobei Zito's Gitarrenspiel wieder unfassbar stark ist. Die immer wieder packenden Soli sind variabel, virtuos, zeigen eine ungeheure, zwanglose Spielfreude. Den Auftakt macht eine tolle, dreckige, Slideguitar-getränkte (brodelnde Soli) Fassung von JJ Cale's "I'll make love to you", der Zito und seine klasse Band ordentlich Drive mitgeben. Großartig hier das exquisite Saxophon-Solo von Eric Demmer am Ende des Songs. Das kompakte, sehr schöne "Dreaming on you" besticht mit einem coolen Midtempo-Groove, einer großartigen Melodik und herrlichen, erdigen Gitarrenlicks und -linien, inkl. eines exzellenten Solos. In einem richtig satten, opulenten Gitarrengewand mit hintergründiger Orgel hören wir schließlich eine baumstarke Coverversion von Eric Clapton's (Blind Faith) "Presence of the Lord", wobei Zito zum einen eine exzellente Gesangsleistung abliefert, aber auch mit einem sehr virtuosen, quirligen Gitarrensolo brilliert. Mit viel Schwung rockt das gefällige, in eine tolle Melodie eingebundene "You don't have me", bei dem der Meister erneut ein furioses, wieselflinkes Gitarrensolo raushaut, das seine herauragenden Saitenkünste einmal mehr in beeindruckender Art ud Weise unterstreicht. Geradezu hymnisch kommt der kraftvolle Slow Blues "Damned if I do" mit seinen anheizenden Bläser-Fills und den voller Power steckenden, zünftigen Gitarrensoli, gefolgt von dem kernigen, heißen, von klimperndem Honky Tonk-Piano, Bläser-Fills und powernden Gitarrenriffs bestimmten Roadhouse-Bluesrocker "Running man" und einer spektakulären Fassung von Willie Dixon's/Howlin’ Wolf’s Blues-Standard "Evil" (irres Gitarrensolo). Den Abschluß dieses vorzüglichen Albums bildet schließlich das hammerstarke, balladeske Titelstück "Resurrection", das mit einem gewissen Achtziger Jahre-/"Purple Rain"-Vibe spielt - melodisch, groovy und mit einem hinreißenden Gitarrensolo. Keine Frage, auf Mike Zito ist Verlaß! Das ist erneut ein hochklassiges Werk eines hochkarätigen Musikers! Weiter so!

Das komplette Tracklisting:

1. I'll Make Love To You - 3:27
2. Don't Bring Me Down - 4:21
3. Dreaming Of You - 3:55
4. In My Blood - 3:45
5. Presence Of The Lord - 5:20
6. When It Rains - 6:23
7. You Don't Have Me - 3:44
8. Damned If I Do - 5:29
9. Running Man - 4:15
10. Evil - 6:23
11. Resurrection - 6:55

Art-Nr.: 10364
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
I'll make love to you
Dreaming of you
Presence of the Lord
You don't have me
Damned if I do
Running man
Resurrection

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