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Cruzados - she's automatic [2022]
Welch eine Überraschung, welch ein Comeback! "Fiery Rock'n Roll out of Los Angeles/California"! Die Cruzados aus L.A. sind wieder da (zwar in runderneuerter Besetzung, aber wie!!!...) und veröffentlichen nach fast 35 Jahren Pause mit "She's automatic" nun endlich ihr drittes Album, eine herrliche, packende, voller Elan steckende Gitarren-Rock'n Roll-Vorstellung der Extraklasse, irgendwo an der Schnittstelle zwischen den kultigen Del-Lords, den Beat Farmers, Los Lobos, Jason & the Scorchers, The Georgia Satellites, den Blasters, dem frühen Tom Petty und ähnlichen Seelenverwandten. Was für ein Vergnügen. Gegründet 1983 von Bassist Tony Marsico, im übrigen der Initiator und einziges Originalmitglied der aktuellen Reunion, und einem gewissen Tito Larriva (heute mit Tito & Tarantula unterwegs), sowie den leider schon verstorbenen Marshall Rohner (guitars) und Chalo “Charlie” Quintana (drums), veröffentlichten die Cruzados im Jahre 1985 ihr gleichnamiges Debutalbum und in 1987 den Nachfolger "After dark", mit denen sie eine Menge Aufmerksamkeit erlangten. Es sprangen ein paar "Hits" heraus (z. B. "Motorcycle Girl" und "Bed of Lies") und zudem brachte die Band einige ihrer Songs in bekannten Hollywoodstreifen unter. Doch nachdem sich das zweite Album nach Ansicht des damaligen Majorlabels nicht mehr gut genug verkaufte, verlor man den Labelvertrag, und die Band zerbrach. Zu einem dritten Album, das die Band schon damals undedingt machen woltte, kam es nicht mehr. Doch vor allen Dingen Original-Bassist Tony Marsico hat die Cruzados niemals losgelassen und immer auf dem Schirm gehabt. Nun, 35 Jahre nach der Veröffentlichung des zeiten Albums, hat er ein neues Line-Up zusammengetrommelt, mit dem er nun wieder tourt und dieses famose, neue Werk eingespielt hat - und es sind keine Unbekannten. Neuer Frontmann der Band ist Little Caesar's ausstrahlungsstarker Sänger Ron Young (Marsico und Ypoung sind schon lange sehr gute Freunde), der auch gleich noch seine beiden Little Caesar-Gitarristen Loren Molinare und Mark Tremalgia, sowie Drummer Rob Klonel mitgebracht hat. Ein Glücksgriff für Marsico, denn die Fünf harmonieren prächtig miteinander und lassen den Geist der Original-Cruzados mit neuer Frische hochleben. Ja, das durchweg baumstarke Songmaterial (alle Tracks stammen aus der Feder von Tony Marsico, einer davon in Kooperation mit Rick Vito und einer mit Barry Goldberg) kommt ungeheuer erfrischend, voller Dynamik und starken Melodien, sowie mit spürbarer Spielfreude und "a lot of soul". Man hört, dass sie aus L.A. kommen. Die californischen Unbekümmertheit, der Geist des geradlinigen, schnörkellosen "driving good ole American Rock'n Rolls" ist allgegenwärtig, hin und wieder mit Spuren des Bluesrocks, des Rootsrock und auch mal ein paar "Mexican-Vibes". Stramme, satte, voll soundende Gitarren bestimmen das musikalische Geschehen. Zudem ist Ron Young einfach ein klasse Sänger. Mit viel "Schmackes" und sehr dezenten, mexikanischen Elementen eröffnet die Band das Album. "On the tilt a whirl" heißt die erfrischende, voller Dynamik lospreschende, fantastische Nummer, die den Funke von Band zu Zuhörer sofort überspringen lässt. Man ist regelrecht geflasht davon, wie lässig, launig und völlig zwanglos, melodisch, erdig, saftig, satt und kraftvoll die Burschen losrocken. Das zündende, transparente Gitarrengewand sitzt geradezu perfekt. Dieser Opener gibt die Richtung des weiteren Albums eindrucksvoll vor und lässt nun ein weiteres Highlight nach dem nächsten folgen. Ausfälle sucht man vergebens. Jeder Track bedeutet pures Rock'n Roll-Vergnügen. Wie zum Beispiel der großartige, wunderbar melodische, knackige Rootsrocker "Across this ghost town" mit seinen tollen Gitarrenlicks, dem hintergründigen Tom Petty-Flair, dem feurigen Gitarrensolo und prächtigen Groove, das voller Blues-Anlagen steckende, ebenfalls toll groovende, mit tierischen Slidegitarren inszenierte (schönes Southernflair), kernig rockende Titelstück "She's automatic", das, der Titel sagt es schon, erneut sehr bluesige, schwer rockende, und abermals von starken, massive Slidegitarren geprägte, dreckige "Son of the blues" (Ron Young singt mit einem wunderbaren Vintage Texas Blues-/ZZ Top-Feeling), die von einem feinen Americana- und Countryrock-Flair durchzogene, hinreißend schöne Ballade "Sad Sadie" (transparente, vielschichtige Gitarren, tolles Solo), der in bester The Georgia Satellites-Manier präsentierte Volldampf Rock'n Roller "Let me down" (tolles Akkordeonspiel von Los Lobos' David Hidalgo und zusätzliche Gitarrenarbeit von Dave Alvin - zwei, von einer Anzahl hochkarätiger Gäste), das riffige, ordentlich kochende, treibende "54 knockouts" (hat den typischen, voll nach vorn gehenden, Dan Baird'schen Rock'n Roll-Drive, aber auch einen feinen Southern Bluesrock-Touch und "great tasty guitars"), wie auch der mit rauen Gitarren und fulminanter, dreckiger Bluesharp garnierte (Gast: Jimmy Z), äußerst dynamische Bluesrocker "Rock that boat", der dieses exzellente Album genauso stark und lebendig abschließt, wie es 11 Tracks zuvor begonnen hatte. Es ist die helle Freude, mit welcher Hingabe die Band zu Werke geht. Die Cruzados begeistern uns nach 35 Jahren mit einem echten "Knaller" von einem Album. Hoffentlich folgt in den nächsten Jahren von dieser Truppe noch weiterer Output, denn von solch einer prächtigen "Mugge" kann man einfach nicht genung bekommen. Ein einfach herrliches, pures Gitarren Rock'n Roll-Vergnügen"!

Das komplette Tracklisting:

1. On the Tilt a Whirl - 3:34
2. Across This Ghost Town - 4:27
3. Nine Million Tears - 3:16
4. She's Automatic - 3:30
5. Son of the Blues - 3:42
6. Sad Sadie - 4:39
7. Long Black Car - 3:42
8. Let Me Down - 3:08
9. Wing and a Prayer - 2:58
10. 54 Knockouts - 3:30
11. Rock That Boat - 4:36

Art-Nr.: 10566
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
On the tilt a whirl
Across this ghost town
She's automatic
Son of the Blues
Sad Sadie
Let me down
54 knockouts
Rock that boat

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Cummings, Albert - ten [2022]
Welch ein starkes Album zum Jubiläum! New England's fantastischer "guitar virtuoso", herausragender Sänger (hier halten sich exzellenter, kraftvoller Gesang und begnadetes Gitarrenspiel eins zu eins die Waage) und vorzüglicher Songwriter Albert Cummings präsentiert mit "Ten" sein zehntes Album, das, soviel sei gleich zu Beginn verraten, passenderweise zu einem seiner bislang besten überhaupt zu zählen ist. Bluesrocker Cummings, der einst durch die Inspiration von Stevie Ray Vaughan zur Gitarre und zum Blues fand, tendierte schon immer offen zu genreübergreifenden Stilmitteln, vorzugsweise aus dem Roots-, Southern- und Soul-Bereich. Das gilt gleichermaßen auch für "Ten", doch hier kommt noch eine gehörige Portion von Country- und Countryrock-Elementen hinzu. Er entdeckt für sich sozusagen die Countryseite des Bluesrocks, und das voller Frische, Kraft, Energie, Power, Leidenschaft und in einem herrlich satten, vorwiegend von fetten Gitarren bestimmten Sound - auch bei den Balladen. Das Songmaterial, ohne jeden Ausfall, ist exquisit, die Melodien sind von bestechender Qualität. Eingespielt hat Cummungs das Album in Peter Frampton's Phenix Studios in Nashville mit einer famosen Band gestandener Nashville-Veteranen. Neben ihm selbst (vocals, guitars) sind das u. a. Greg Morrow (drums), Glenn Worf (bass), Michael Rojas (keyboards) und Rob McNelley (guitar). Produziert hat der Grammy-dekorierte Chuck Ainlay (u. a. Mark Knopfler, Peter Frampton, Miranda Lambert). Los geht's gleich mit einem richtigen "Knaller", dem straighten, treibenden und mächtig dampfenden, dabei aber auch umwerfend melodischen "Need somebody", ein richtig fetter, lupenreiner Albert Cummings-style Bluesrocker voller Power und zündender Gitarren. Sehr schön hier auch Rojas' klangvolle Orgel-Ergänzungen. Das Feuer brennt, der Funke springt sofort über und die beteiligten Musiker lassen ihrer spürbaren Spielfreude bis zum Ende freien Lauf. Weiter geht's mit ordentlich Drive und dem saustarken, countryinfizierten, bluesigen Good Time Rock'n Roller "Too old to grow up". Klimpernde Honky Tonk-Pianoklänge und glühende E-Gitarren, inkl. sattem Solo, bestimmen das vor Frische nur so strotzende Geschehen. Die erste Ballade hören wir mit dem famosen, zunächst verhalten beginnenden, dann aber jede Menge Power aufbauenden, stark southern-infizierten "Hard way". Der Protagonist tobt sich hier genußvoll zwischen sattem Country, Blues, Southern Rock und Rock aus. Großartig! Beim folgenden, genialen, mit viel Drive gespielten Honky Tonk Countryfeger "Last call" steuert der große Vince Gill den Background Gesang bei. Dieses tolle Stück hat klare, rein traditionelle Countrywurzeln, ebenso wie Cummings' bravouröses "countryfied" Lead Gitarren-Spiel. Doch auch hier geistern herrlich bluesigen Vibes durch das Arrangement. Klasse auch das klimpernde Barroom-Piano. Diese Nummer "is a fun party that fires on all cylinders". Deutlich southernrockig wird's bei dem mit glühenden, bluesigen Gitarrenlicks inszenierten, kraftvollen und wunderbar melodischen "Sounds like the road", einer herrlichen Nummer, bei der es um nichts anderes geht, als endlich wieder mit der Band und der heilenden Kraft der Musik auf Tour zu gehen. Hier nimmt man deutliche Lynyrd Skynyrd-Einflüsse wahr. Cummings Gesang ist Extraklasse, ebenso sein furioses Gitarrensolo im Break. Eine weitere Demonstration seiner Southern-Einflüsse erleben wir mit der tollen, von klasse Slideguitar-Licks durchzogenen Ballade "Take me away", abermals eingebunden in eine herrliche Melodie. Waschechten, schwer brodelnden, powernden, mit plusternden Bläsern garnierten Blues zelebriert Cummings mit den beiden Tracks "Alive and breathing" (sehr funky, starke Gitarrenarbeit) und "Got you covered" (schöner Shuffle-Groove, glühendes Gitarrensolo), ehe dieses prächtige Album mit der beschaulichen, von wunderschönen Gitarren umgebenen, traumhaft melodischen, bluesigen und souligen Ballade "Remember" äußerst edel und genußvoll endet. "Ten" ist nicht mehr und nicht weniger als eine absolute Meisterleistung von Albert Cummings. Die so erfrischend, kraftvoll und emotional dargebotene Verschmelzung von klassischen Country-, Blues-, und Rock-Elementen gelingt ihm geradezu perfekt. Ein Fest für die Bluesrock-Fraktion, aber auch für die bluesigen und rockigen Klängen nicht abgeneigten Country-Liebhaber. Eine bockstarke Vorstellung, Mr. Cummings. Fazit: Für "Ten" gibt's die vollen 10 Punkte....

Das komplette Tracklisting:

1. Need Somebody - 2:59
2. Too Old To Grow Up - 3:21
3. Hard Way - 4:58
4. Last Call - 3:13
5. Beautiful Bride - 3:29
6. Sounds Like The Road - 4:11
7. Meet The Man - 5:08
8. Two Hands - 3:31
9. Take Me Away - 3:13
10. Alive And Breathing - 4:57
11. She's The One - 3:51
12. Got You Covered - 3:58
13. Remember - 3:57

Art-Nr.: 10573
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

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Need somebody
Too old to grow up
Hard way
Last call
Sounds like the road
Take me away
Got you covered
Remember

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Drive-By Truckers - welcome 2 club XIII [2022]
"Welcome 2 Club XIII" ist das mittlerweile 14. Studioalbum der umtriebigen, großartigen, aus Athens/Georgia stammenden Drive-By Truckers, ohne jeden Zweifel eine der am meisten geschätzten Acts des amerikanischen Südens. Die Band um die beiden Gründer, Sänger und Gitarristen Patterson Hood und Mike Cooley (zum aktuellen Line-Up zählen darüber hinaus Keyboarder und Gitarrist Jay Gonzalez, Bassist Matt Patton und Drummer Brad Morgan) beglückt uns auf vorzügliche Art und Weise einmal mehr mit ihrem ganz eigenen, unverwechselbaren, aus einer Vielzahl von Einflüssen geprägten, typischen, urwüchsigen, rauen, jammigen, von kernigen, knarrenden Gitarren dominierten und staubigen Americana-Strukturen, sowie jeder Menge straighten Rock'n Roll-Linien durchzogenen "Neo Southern Rock", eingepackt in 10 erstklassige, neue Songs. Dabei spielen die Inspirationen der The Allman Brothers Band und des Muscle Shoals-Sounds (Patterson Hoods' Vater war einst Mitglied der berühmten Muscle Shoals Rhythm Section) gleichermaßen ein Rolle, wie die des klassische Southern Rocks von Lynyrd Skynyrd, kombiniert mit den roughen, energetischen Anlagen des härteren Neil Young & Crazy Horse-Sounds, wie auch der Post-Punk der frühen Replacements und R.E.M., durchzogen von einem Hauch von Southern Gothic. Diese Vielzahl von Einflüssen und Stilen, die sie zu ihrem ureigenen Sound verarbeiten, garantieren stets einen erhöhten Spannungfaktor. "Welcome 2 Club XIII" ist im Gegensatz zu ihren drei letzten Werken thematisch völlig unpolitisch und beschäftigt sich vielmehr mit den Anfängen von Hood und Cooley, die einst in einem schäbigen Honky Tonk-Club in Muscle Shoals/Alabama als Support-Act irgendwelcher obskurer Cover- und Hair Metal-Bands ihre ersten musikalischen Gehversuche machten. Das Songmaterial ist durchweg große Klasse. Bis auf zwei Tracks von Mike Cooley, bei denen dieser logischerweise auch den Lead Gesang ubernommen hat, stammen diesmal alle Tracks aus der Feder von Patterson Hood, dessen unverkennbarer, eigenwilliger Gesang einmal mehr vollends überzeugt. Das hat schon Charisma. Die Stücke wirken trotz der Band-typischen, ruppigen Rauheit überwiegend schön frisch, durchaus melodisch und gefällig, was eine tolle Kombination ist. Tracks wie beispielsweise das das Album eröffnende, 7-minütige, düster spannende Epos "The driver" mit seinen schweren, fast bleilastigen, rauen, Crazy Horse-like "rusty guitar-riffs", dem manchmal fast "sprechenden" Lead-Gesang Patterson Hoods und den großartigen Background Voacals von Schaefer Llana, der kernige, knackige, von satten, vielschichtigen, dreckigen Gitarren bestimmte (markantes, zirpentes Gitarrensolo), klasse im Ohr hängen bleibende Mike Cooley-Rootsrocker "Maria's awful disclosures", das mit herrlichen, transparenten Gitarren inszenierte, recht lockere, dennoch knackige, melodische, dezent countryinfizierte, rootsige "Shake and pine", das abermals mit einer klasse Melodie ausgestattete Titelstück "Welcome 2 club XIII", ein voller satter Gitarren aufwartender, die Band an ihre Tage im "Club XIII" erinnernder, ausgelassener Honky Tonk-Rocker, bei dem die Wurzeln der Drive-By Truckers aus R&B, Country und (Southern)Rock mit einer leichten Punk-Attitüde eindrucksvoll durchklingen, der dynamische, erdige Roots-/Alternate Countryrocker "Forged in hell and heaven sent" (Fiddle- und Mundharmonika-Klänge, starke Gitarren, klasse Background Gesang von Margo Price), oder die fantastische, mit tollen Gitarrenklängen verzierte, ein schönes Southern- und dezentes Western-Feeling versprühende, rootsige Ballade "Billy Ringo in the dark" haben auf jeden Fall das Zeug zu großen, neuen Klassikern der Band. Die Drive-By Truckers zeigen sich mit diesem Album von ihrer allerbesten Seite. Was legen die hier für ein beeidruckendes Songmaterial vor. Ihre besten Tage hat diese Truppe noch lange nicht hinter sich, so frisch, unbekümmert, spielfreudig und "hungrig", wie sie wirkt. Keine Frage, dieses Werk ist eine absolute Top-Vorstellung der "Truckers"!

Das komplette Tracklisting:

1. The Driver - 7:00
2. Maria's Awful Disclosures - 3:50
3. Shake and Pine - 3:45
4. We will never wake you up in the morning - 5:37
5. Welcome 2 Club XIII - 3:22
6. Forged in Hell and Heaven Sent (feat. Margo Price) - 4:45
7. Every Single Storied Flameout - 3:55
8. Billy Ringo in the Dark - 3:45
9. Wilder Days - 6:37

Art-Nr.: 10606
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Tedeschi Trucks Band - I am the moon: I. crescent [2022]
Einzigartiges, episches, neues Projekt der Tedeschi Trucks Band mit dem Titel "I am the moon". Das Gesamtwerk ist aufgeteilt in 4 Teile, die im Abstand von jeweils 4 Wochen erscheinen. Grundlage des Projektes ist das aus dem 12 Jahrhundert stammende Werk "Layla & Majnun" des persischen Dichters Nizami Ganjavi, das einst auch schon als Titelinspiration des legendären 1970iger Albums "Layla And Other Assorted Love Songs" von Derek and The Dominos diente. Und welche Bedeutung dieses Werk insbesondere für Susan Tedeschi und Derek Trucks hat, weiß man nicht erst seit dem letztjährigen monumentalen Live-Epos "Layla revisited - Live at Lockn'". Als die TTB während des Lockdowns 2020 für lange Zeit die Touraktivitäten einstellen musste, schlug Mike Mattison eines Tages Derek, Susan und den anderen Bandkollegen vor, sich doch einmal näher mit Ganjavi's Gedicht über eine unglückliche Liebeshingabe zu beschäftigen. Aus der Sichtweise des Clapton-Albums erscheint Layla als reines Liebesobjekt, doch Mattison interpretierte das Gedicht aus verschiedenen Perspektiven und schlug vor dieses Material als Autoren, als Musiker und als Band erneut zu betrachten. "Als Mike sagte: 'Nun, was denkt Layla über all das?', dachte ich, das sei eine höchst spannende Art, die Geschichte neu zu betrachten", erklärt Derek Trucks. - und das Projekt "I am the moon" nahm Gestalt an. Nicht nur Derek Trucks, Susan Tedeschi und Mike Mattison, sondern das gesamte Bandkollektiv war in dem Prozess dabei mehr involviert als je zuvor - auch kompositorisch. Aufgenommen in den Tedeschi und Trucks-eigenen Swamp Raga-Studios in Jacksonville/Florida, entstand ein mitreißender, musikalischer Leckerbissen voller präziser Songstrukturen und großartiger Melodik, der aber auch stets jede Menge Lockerheit und Freiraum für die Protagonisten bereithielt, um ihre begnadete musikalische und instrumentelle Klasse, ihre nie enden wollende Kreativität und Spielfreude in ausgedehnten, prächtigen Jammings voll und ganz auszuleben, herrliches The Allman Brothers Band-mässiges Southernflair inklusive. Ein Genuß! Die Tedeschi Trucks Band in geradezu bestechender Verfassung!

I am the Moon: Episode I - Crescent

Die Episode 1 des "I am the moon"-Vierteilers mit dem Titel "Crescent" besteht aus 5 bärenstarken Nummern. Die Musik wirkt zum Teil recht entspannt, steckt aber voller innerer Kraft, kommt sehr wohltuend und locker rüber, entfaltet wunderbares, stets spürbares Allman'schen Southernflair, spielt aber hier und da auch mal mit einem ganz dezenten Hauch Pink Floyd'scher Inspiration. Natürlich gibt es auch Momente , in der die Band jede Menge Energie freisetzt. Derek Trucks' besticht mit herrlichem, manchmal auch schön weichem Slidegitarren-Spiel, um auf der anderen Seite dann auch mal wieder ein furioses Solo einzustreuen. Susan Tedeschi's Gesang ist wieder hinreißend, doch, und das tut dem Gesamtsound richtig gut, auch Mike Mattison und vor allem Tastenmann Gabe Dixon übernehmen prägende Lead Gesangs-Parts - und die sind ebenfalls richtig, richtig stark. Wahrnehmbar bei Gibson's Gesang ist ein feines, unterschwelliges, leichtes Gregg Allman-Timbre, was natürlich zusätzliches Southern-Feeling generiert und die Seelenverwandtschaft zur The Allman Brothers Band nochmal wohltuend unterstreicht. Das hört man sofort bei dem hinreißenden, schön weich gespielten Opener "Hear my Dear" - eine lockere, herausragende, in unwiderstehliche Gitarrenlicks und Orgelklänge eingebundene Nummer, die ein geradezu magisches Southern-/Soul-/Blues-Feeling heraufbeschwört. Der Duettgesang von Susan Tedeschi und Gabe Dixon ist einfach wunderbar. Dieses Feeling wird auch beim folgenden "Fall in" aufrechterhalten. Vielleicht etwas bluesiger, integriert die Band bei diesem, ganz stark von Mike Mattison gesungenen, bluesigen Stück noch ein prächtig passende Portion Louisiana-/New Orleans-Würze mit tollen Bläserklängen. Eine grandiose Melodie zieht sich durch das von Gabe Dixon komponierte Titelstück "I am the moon", eine exzellente Ballade, wieder vorgetragen im Duett von Susan und Gabe, bei der der Duft des Südens genüßlich aus den Lautsprechern wabert. Nach dem ebenfalls ganz großartigen, bis zu einem schönen Guitar-/Horn-Jamming stets an Power zulegenden "Circles 'round the sun", erfolgt mit dem genauso lässig flotten, wie phasenweise kraftvollen, über 12-minütigen Instrumental "Pasaquan" (psychedelisch, dezent jazziges, southern-mässiges, stets angenehm zu verarbeitendes Jamming, bei dem die atemberaubenden Talente der beteiligten Musiker einmal mehr in beeindruckender Art und Weise zur Geltung kommen, tolle Einsätze der beiden Drummer, fantastische Gitarrenarbeit von Derek Trucks) der famose Abschluß dieses genialen, ersten Teils von "I am the moon". Die Kreativität und die musikalischen Möglichkeiten dieser Band scheinen keine Grenzen zu kennen. Meisterhaft und magisch zugleich!

Das komplette Tracklisting:

1. Hear My Dear - 5:35
2. Fall In - 5:48
3. I Am The Moon - 5:14
4. Circles 'Round The Sun - 6:17
5. Pasaquan - 12:16

Art-Nr.: 10609
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 14,90

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Williams Jr., Hank - rich white honky blues [2022]
Southern Outlaw Country-Legende Hank Williams Jr. ergründet mit seinem erstklassigen, neuen Album "Rich White Honky Blues" neue, kreative Pfade und liefert unter der Regie von Produzent Dan Auerbach (The Black Keys) ein ordentlich dampfendes, dreckiges, raues, ungemein authentisches, waschechtes Blues-Album ab, dessen Fundament tief im Hill Country Blues, der ja auch in der DNA der Black Keys verankert ist, im Southern Blues und im County Blues liegen. Brodelnd southernrockige Blues-Tracks und Boogies, wunderbar raue, dreckige E-Gitarren und die Vibes eines R.L.Burnside bestimmen das Album. Hank Jr. mit einer prächtigen Leistung!

Hier die überaus zutreffend formulierte Original-Rezension zu diesem Werk von Daniel Daus, dem Herausgeber des exzellenten, sehr geschätzten und informativen Webzines "Sounds Of South" (ein Blick unter www.sounds-of-south.de lohnt sich immer):

Hank Williams Jr. ist einer der letzten wahren Haudegen, der Outlaw Country- und Southern Rock-Szene. Geboren unter der musikalischen Bürde, sich als Sohn eines der beliebtesten Country-Musiker der USA profilieren zu müssen, ist es ihm schon frühzeitig gelungen, aus dem Schatten des Vaters herauszutreten. MIt „Rich White Honky Blues“ veröffentlicht er nun sein sage und schreibe 57. Studioalbum!
Für den Protagonisten, der während der langen Zeit ja schon durch so einige Tiefen gegangen ist, laufen die 20er-Jahre bis dato auch nicht gerade glücklich. Erst die Tochter bei einem tödlichen Autounfall verloren, dann das Ableben seiner Ehefrau Mary Jane Thomas, mit der er 31 Jahre verheiratet war, das steckt auch ein Hank Williams jr. vermutlich nicht so einfach weg.
Wie sooft dient dann eine musikalische Verarbeitung des Schmerzes als beste Medizin. Und was ist da besser geeignet als der Blues. Auf der Scheibe interpretiert er in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Dan Auerbach (The Black Keys), Klassiker aus seinen eigenen Fundus und von Genre-Größen wie Robert Johnson, Lightnin‘ Hopkins, R.L. Burnside, Muddy Waters und Big Joe Turner.
Wenn man den Begleitinfos Glauben schenken darf, muss Williams am ersten Tag der Aufnahmen ziemlich mies gelaunt im Studio aufgetaucht sein („Ich habe keine Lust auf diesen Scheiß!“). Als er allerdings dann dem Slide-Gitarristen Kenny Brown, den R.L. Burnside mal als „seinen Adoptivsohn“ bezeichnete, dem Bassisten Eric Deaton und dem Schlagzeuger Kinney Kimbrough, dem Sohn der North Mississippi Blues-Legende Junior Kimbrough, bei ihrem Treiben zuhörte, war der Ehrgeiz dann wohl doch geweckt (oder sein oft in den Songs zitiertes Alter Ego Thunderhead Hawkins hatte ein Machtwort gesprochen).
Neun der insgesamt zwölf Stücke sind dann auch Paradebeispiele dafür, wie der Blues in den Südstaaten von weißen Musikern interpretiert wird. Charismatischer Gesang, routinierte Rhythmusgebung in allen Variationen und Tempi sowie E-Gitarren bis zum Abwinken, hier besonders als Freudenfest für Liebhaber des Slidespiels, das so gut wie in jeden Track mehrfach integriert ist, sei es mit Fills oder Soli.
Vieles erinnert mich an die frühen Zeiten von ZZ Top (u. a. „Georgia Woman“, „Short Haired Woman“, „Rock Me Baby“ oder das „Dust My Broom“-ähnliche „TV Mama“), das Titelstück „Rich White Honky Blues“ hat was von „T For Texas“ (in der Skynyrd-Variante).
Aus dem Rahmen fallen der Opener „44 Special Blues“, wo Hank in Countrymanier ohne sonstige Beigaben nur zu Akustikgitarrenbegleitung singt, der einzige ‚modern‘ klingende Song „I Like It When It’s Stormy“, ein echtes Southern Rock-Highlight und zugleich mein Favorit des Werkes und am Ende mit „Jesus Will You Come By Here“ ein typischer Gospel, in dem Williams den Erlöser bittet, ihm Gnade zu schenken, um Trost und Vergebung zu säen.
„Rich White Honky Blues“ beweist eindeutig, dass Hank Williams Jr. auch im Blues seine Hausaufgaben gemacht hat. Nach mürrischem Anfang merkt man mit zunehmender Dauer, wie er von Song zu Song mehr Spaß entwickelt, zum instrumentellen Wirken seiner Mitstreiter, den gewohnt großen Zampano zu markieren. Das Werk wurde dann letztendlich in nur drei Tagen eingespielt. Von Musik scheint tatsächlich eine verdammt große Heilungskraft auszugehen… (Daniel Daus / www.sounds-of-south.de)

Das komplette Tracklisting:

1. .44 Special Blues - 1:59
2. Georgia Women - 4:05
3. My Starter Won't Start - 3:15
4. Take Out Some Insurance 3:58
5. Rich White Honky Blues - 3:56
6. Short Haired Woman - 4:54
7. Fireman Ring The Bell - 5:28
8. Rock Me Baby - 3:58
9. I Like It When It's Stormy - 3:20
10. Call Me Thunderhead - 4:04
11. TV Mama - 4:05
12. Jesus, Won't You Come By Here - 2:51

Art-Nr.: 10623
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 16,90

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