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Bates, Jeff - leave the light on [2006]
Manche nennen ihn die Reinkarnation des legendären Conway Twitty, andere den Barry White der Countrymusic. Wie dem auch sei, fest steht, dass Jeff Bates sicherlich eine außergewöhnliche, Wärme-ausstrahlende Baritone-Stimme besitzt, deren Wirkung man sich kaum entziehen kann. Rein äußerlich wirkt er eigentlich eher wie einer der jungen Wilden, Marke Blake Shelton, Chris Cagle, Drew Womack etc., die auszogen, um Music City im Sturm zu erobern. Auch was seine Vergangenheit angeht, glaubt man kaum, was der Bursche schon so alles erlebt, bzw. auf dem Kerbholz hat. Als Kind zur Adoption freigegeben, mit 14 von der Schule geflogen, Militärdienst bei der Navy, Arbeit auf einer Öl-Plattform, erste musikalische Erfahrungen mittels einer Clubanstellung, Ehe, Umzug nach Nashville, erste Songwriteraktivitäten, Scheidung, nächste Ehe, Drogenkonsum, damit verbundene Diebstähle, schließlich Gefängnisaufenthalt. Dass Jeff Bates dennoch die Spur zurück ins Leben fand, verdankt er letztendlich den Herren Gene Watson, Tracy Lawrence und Kenny Beard. Die beiden erstgenannten Künstler entschlossen sich (mit Erfolg) Songs von Bates in ihr Programm zu nehmen, letztgenannter Produzent hielt ihm als Freund die Treue, vertraute seinem Songwriter-Talent, und verschaffte ihm einen Plattendeal bei RCA. Zur Recht, wie sein Debüt "Rainbow Man", das sich viele Monate in den Charts hielt, eindrucksvoll bewies. Nach einigem Hin und Her hat es nun endlich auch mit dem Nachfolger "Leave The Light On" geklappt, wieder eine Ansammlung äußerst gelungener, traditioneller, zeitloser Countrysongs! Anders wie beim Erstling (da hatte Jeff noch alle Stücke mit geschrieben), ist er diesmal nur bei einem Drittel der Songs kompositorisch involviert, wobei der Rest mit viel Fingerspitzengefühl ausgesucht wurde. Im Bereich der Begleitmusiker wurde das Licht alles andere als auf Sparflamme gehalten, d.h. Bates konnte so richtig aus dem Vollen schöpfen. Hier ist die Creme de là Creme der Nashville-Szene (u. a. Chad Cromwell, Billy Panda, David Grissom, Brent Mason, Joe Spivey, Tony Harrell, Dan Gugmore, Mike Johnson, Eric Darken) vertreten. Die CD startet mit der Singleauskoppelung von "Long Slow Kisses", das bereits auf dem Vorgänger enthalten war, und diesmal deutlich mehr Gesangsanteile enthält. Die Billy "Crash" Craddock-Cover-Version von "Rub It In" macht mit seinen Honkytonk-Anleihen (klasse Piano, schönes Slide-Solo) richtig Laune. Im weiteren Verlauf gibt es dann einen Mix aus sehr gemäßigtem Midtempo/Balladenanteil und einigen flotteren Nummern. Sämtliche Stücke sind durchweg in traditionellen Country-Bahnen angesiedelt. Sie sind dabei, nicht zuletzt durch Bates individuelle Stimme und die brillante musikalische Umsetzung, als absolut radiotauglich einzustufen, so daß der ein oder andere Hit schon dabei herausspringen sollte. Im Vordergrund immer das gut aufeinander abgestimmte Zusammenwirken von Steel-, E-Gitarre, Fiddle und Piano. Die ruhigen Sachen wie "No Shame", "Leave The Light On", "The Woman He Walked On", das autobiographische "One Second Chance", " I Can’t Write That" und "Mama Was A Lot Like Jesus" scheinen wie für Bate’s angerauht-warme Stimme geradezu prädestiniert zu sein und dürften in Conwy Twitty-mäßiger Art viele weibliche Herzen an angelehnter Männerschulter zum Schmelzen bringen. Für’s "starke" Geschlecht hält Jeff dann Songs wie "Hands On Man" (Billy Ray Cyrus-Charakter), "That’ll Get You Ten" (Mischung aus Montgomery Gentry und Trace Adkins mit viel Outlaw-Flair), das zunächst als Single und Albumtitel geplante (und danach wieder verworfene) "Good People" (schöner Countryheuler mit ausgiebigen Steelpassagen), oder der "Mitgröler" "What I Know" (mit eingeblendeten Live-Passagen) bereit, die nicht nur in Bierlaune die Stimmung der Zuhörerschaft heben dürften. "Leave The Light On" ist insgesamt wieder ein blitzsauberes, kräftiges, traditionell gehaltenes Werk, das sicherlich seinen Weg in die Charts finden wird. Nicht nur eingefleischten Bates-Fans, sondern eigentlich auch allen Liebhabern traditioneller Country-Komponenten im Allgemeinen ist diese Scheibe wärmstens zu empfehlen. Keine Frage, in Nashville wird das Licht für Jeff Bates weiterhin an bleiben! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4100
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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Bowen, Wade - lost hotel [2006]
Sucht man dieser Tage nach musikalischen Referenzen für den Begriff "Countryrock", so führt einen der Weg zwangsläufig nach Texas und Oklahoma, wo sich Bands und Künstler wie Cross Canadian Ragweed, die Mike McClure Band, die Randy Rogers Band, No Justice, Radney Foster & Co. tummeln und dieser Musik mit ihrem großartigen "Red Dirt"-Feeling immer wieder neue Impulse verleihen und ihr die nötigen, zur Unsterblichkeit verhelfenden Vitalitätsspritzen injizieren. Einer der wohl talentiertesten jungen, neuen Helden dieses Genres, Wade Bowen, beglückt uns nun, rund 4 Jahre nach seinem tollen, mit "West 84" aufgenommenen, letzten Studioalbum und 3 Jahre nach der ebenso starken Live-Scheibe aus dem "Blue Light", endlich mit einer neuen CD - und Leute, dieser Bursche hat noch einmal einen Riesenschritt nach vorn gemacht und legt mit "Lost hotel" nun sein Meisterstück vor! Hinreißender, ebenso zeitloser, wie zeitgemäßer, knackiger, von traumhaften Melodien durchzogener, texanischer Vorzeige-Countryrock, der auf beeindruckende Weise die Grenzen zwischen Roots, Americana, Country und Alternate Country, zwischen Texas und Nashville, zwischen zwangloser Unbekümmertheit und erstaunlicher Professionalität ineinander fließen läßt! Schön staubig, leicht angeraut, dabei sehr harmonisch und ungeheuer lebendig, mit herrlichen, nicht mehr aus den Ohren weichen wollenden Songstrukturen, besticht diese Mucke mit einer Authentizität, die einem das Gefühl vermittelt, als lebe man nicht im grauen und "sterilen", hiesigen Alltag, sondern befände sich mitten auf einem wunderbaren Trip durch die endlosen Weiten des Lonestar-States! Und genau das schaffen eben nur diese Texaner! Ganz interessant am Rande: Wade Bowen ist zwischenzeitlich verheiratet, und zwar mit der Schwägerinn von Cross Canadian Ragweed's Cody Canada. Ist eben alles nicht nur musikalisch eine große Famile, die verwandten Seelen finden offensichtlich in jeder Beziehung zueinander! Dominiert werden die Songs von Bowen's leicht kratziger, staubiger, ungeheuer angenehmen Stimme, seinen beachtlichen Songwriter-Qualitäten (schrieb schon Songs für Pat Green, Cross Canadian Ragweed und viele andere...) und einer Instrumentierung aus vielschichtigen, transparenten Gitarren aller Art, wobei sich rhythmische Acoustic Gitarren, satte, erdige E-Gitarren und hin und wieder eine wohltuend eingesetzte Steel prächtig miteinander ergänzen. Das Songmaterial ist, obwohl neben texanischen Größen zum Teil mit einigen der ersten Garde von Nashville's Studio-Helden eingespielt (z.B. Dan Dugmore: Steel Guitar, Tom Bukovic und Troy Lancaster: E-Gitarre, Jonathan Yudkin: Mandoline), völlig frei von jeglichem "Music City-Schmalz" und bewahrt sich sowohl bei den traumhaft schönen Balladen, und erst recht bei den ordentlich rockenden Uptempo-Nummern, jederzeit seinen natürlichen, rootsigen Charme! Und diese Melodien - herrlich! Also, hinein ins Vergnügen: Satt rockende E-Gitarrenriffs begleiten den knackigen, schön rootsigen, sowohl die Ecken und Kanten wahrenden, als auch schön flockigen, voller Drive steckenden, rassigen Countryrocker "God bless this town", der sofort und unmittelbar ins Ohr geht und Bowen's wunderbare "Red Dirt"-/Roots-/Americana-/Countryrock-Philosophie eindrucksvoll auf den Punkt bringt. Klasse der leicht rotzige Gesang, die starken Gitarren und diese großartige Melodie! Prächtiges Zusammenspiel von klarer Acoustic Gitarre, erdiger E-Gitarre und höchst angenehmen Steel-Klängen begleiten das knackige, erneut ungemein melodische "One step closer", während mit "Walkin' along the fenceline" die erste dieser exzellenten Americana-/Texas-Countryrock-Balladen auf dem Programm steht. Dürfte die Alternate Country-Freunde genauso begeistern, wie die Anhänger der neuen, jungen Nashville-Fraktion, die es ja verstehen, durchau eine dezent rootsige Note in den zuweilen allzu eigefahrenen Nashville-Sound zu bringen. Klasse Gitarrensolo in der Mitte! Das anschließende "Resurrection" bedeutet dann wieder allerbesten, fetzigen, knackigen, von satten E-Gitarren geprägten, dampfenden Countryrock der Marke Cross Canadian Ragweed, gefolgt von der herrlich entspannten Midtempo-Nummer "Perfect silence", die mit einer höchst angenehmen Integration von Mandoline und Dobro überzeugt! So geht das mit einer tollen Nummer nach der nächsten weiter. Ausfälle sucht man während der 57 1/2-minütigen Spieldauer des Album vergebens! Vielleicht sollte man noch zwei Tracks explizit erwähnen: Zum einen das Titelstück "Lost hotel", eine wahrhaft Gänsehaut erzeugende Countryrock-"Killer"-Ballade mit einem fantastischen Arrangement aus einer Vielzahl von Gitarren, wunderbar integrierten Piano-Klängen und einer Traum-Melodie (Bowen singt einfach wunderbar, zuweilen unterstützt von großartig dazu passenden, weiblichen Harmony-Vocals), und zum anderen dem kantigen, satten, voller rauem Outlaw- und Southern-Charme steckenden, riffigen Roots-Countryrocker "Handle", inklusive würziger Slide! Was für ein tolles Album! Wade Bowen liefert mit "Lost hotel" ein weiteres Prunkstück dieser erlesenen Texas-"Red Dirt"-/Roots-/Americana-/Countryrock-Alben ab (kommt übrigens im feinen Digipack, mit allen Texten), die leidenschaftlich dazu beitragen, den Countryrock für immer am Leben zu halten. Famos!

Art-Nr.: 3995
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
God bless this town
Resurrection
Lay it all on you
Lost hotel
Handle
Broken reflection (Troubadour's prayer)

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Brown, Shannon - corn fed [2006]
Damen-Power an der New Country-Front! Shannon Brown wuchs in Spirit Lake, Iowa, einer wunderschönen, ländlichen Gegend auf, als Tochter musikbegeisterter Eltern, die in ihrer Heimatstadt und deren Umgebung auch einige Clubs besitzen. Ihr Vater, Gitarrist und Bandleader, entdeckte das Gesangstalent seiner Tochter erst im Alter von 17 Jahren, als sie an Karaoke-Abenden das Publikum regelmäßig in Hochstimmung versetzte. Fortan wurde an der Karriere Shannon’s fleißig gebastelt, teils mit über 180 Auftritten im Jahr. 1994 ging sie nach Nashville, sang bei Songwriter-Demos, und 1997 schien schon der große Durchbruch geschafft zu sein. Der bereits unterzeichnete Platten-Deal mit der RCA Label Group scheiterte jedoch an diversen Umstrukturierungsmaßnahmen. Der endgültige Start ihrer Karriere begann dann aber 2004, als sie und ihr Ehemann bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung mit John Rich, vom mittlerweile mega-angesagten Duo Big & Rich, zufällig an einem Tisch saßen. Die musikalische Chemie stimmte sofort, und man produzierte zusammen ein 3-Stücke-Demo, das Warner Brothers Chef Paul Worley unmittelbar zum Vertragsabschluss veranlasste. Kein schlechter Einstieg, direkt mit einem Major Label-Deal, aber zurecht, wie der Verlauf ihres großartigen Debütalbums verdeutlicht. Rein äußerlich, wie auch der Titel "Corn Fed" (Mais-genährt) wohl metaphorisch andeutet, verkörpert die hübsche Shannon Brown das naturverbundene Cowgirl, eine Art Terri Clark, nur ohne den obligatorischen Cowboyhut und in blond. Musikalisch, und das dürfte sicher auch ein Verdienst John Rich*s, der das Album produzierte, sein, bietet sie dank ihrer sehr variablen Stimme ein facettenreiches, modernes Werk, fernab allzu traditioneller Nashville-Standards, ohne aber je einen Zweifel aufkommen zu lassen, was der Hauptfokus ihrer Musik ist, nämlich ganz klar "Country"! An gut der Hälfte der Songs war sie selbst beim Songwriting beteiligt. Die beiden Eröffnungsstücke "Corn Fed" und "Big Man" tragen sofort die Handschrift von John Rich, der direkt den kraftvollen, rockig-hippen Sound, bespickt mit Effekten (u.a. sogar wiehernde Pferde), auf die Songs überträgt, wunderbar in Szene gesetzt mit Power-Drummer Brian Barnett, dem Klasse E-Gitarristen Adam Shoenveld und den beiden Star-Instrumentalisten Mike Johnson (Steel) und Jonathan Yudkin (Fiddle, Madoline, Banjo, Strings), die ja auch auf den Big & Rich-Werken bereits kräftig mitgemischt haben. Shannon überzeugt sofort mit ihrer leicht angerauten, kratzig-heiseren Stimme, die ein wenig Kolleginnen wie Shelly Fairchild, Gretchen Wilson oder auch Eve Selis zu ähneln scheint. Vereinzelt erinnert ihr Vibe zudem an eine energische Martina McBride! Das sehr melodische und textlich mit vielen prominenten Namen bestückte "High Horses" beinhaltet die Message, dass bei aller Konkurrenz im Business, man auch in Nashville in einem Boot sitzt, und von daher zusammenrücken sollte. Das Shannon auch im Balladenbereich den großen Damen ihrer Zunft, wie Faith Hill oder Martina McBride, in nichts nachsteht, beweist sie nicht nur bei "Turn To Me", einer richtigen Power-Ballade, bei der sie voluminös im Refrain zu glänzen weiß. Toller Song! Co-Writerin des Liedes ist übrigens Gretchen Wilson! Herrlich rhythmisch und recht poppig gut gelaunt geht’s bei "Can I Get An Amen" zu. Dann wieder so ein typisches Break der Marke Rich: "Good Ole Days" kommt als abgefahrene, funkige Nummer mit Discogroove daher, erzeugt aber durch eine heulende Steelgitarre ein Flair, als wenn ein weiblicher James Brown plötzlich die Countrymusik für sich entdeckt hätte. So ein richtig swingender Barroom-Retro-Heuler ist "I Love 'Em All", technisch prächtig mit Dobro, Fiddle und typischem Honkytonk-Piano umgesetzt. Faith Hill lässt wieder ein wenig bei "Why" (bombastische Ballade mit Streichern) und dem emotional poppigen, mit Mandolinen verzierten "Pearls" grüßen. Ein erneutes stilistisches Break könnte man mit "She Brings The Lightning Down" assoziieren, aber auch hier schafft es John Rich meisterhaft, bluesige Memphis-Atmosphäre und Countryklänge harmonisch miteinander zu vereinen. Den Abschluss bildet das autobiografische "Small Town Girl", das Shannon's ländliche Roots textlich wie auch instrumentell (klasse Mandoline und Dobro) entspannt reflektiert. "Corn Fed" ist eine insgesamt sehr abwechslungsreiche CD geworden. Shannon Brown besitzt nicht nur viel künstlerisches Potential, hier könnte ohne Übertreibung ein weiterer, großer weiblicher Top-Act vom Kaliber Shania Twain, Faith Hill, Gretchen Wilson oder Martina McBride in den Startlöchern stehen. Der Anfang ist mit einer Klasse-Leistung jedenfalls vollbracht! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4003
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

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Deadstring Brothers - starving winter report [2006]
Bisher hat man Detroit eigentlich immer mit dem Geräusch von röhrenden Motoren oder ziemlich lauter Rock-Musik in Verbindung gebracht. Seit 2001 hat sich dort allerdings eine Band formiert, die in der Americana-/Rootsrock-Szene für immer mehr Furore zu sorgen beginnt: Die Deadstring Brothers, bestehend aus Bandlleader und Songschreiber Kurt Marschke (Lead vocals, guitars, dobro & mandolin), E. Travis Harrett (Drums), Philip Skarich (Bass), Ross Westerbur (Piano, organ) und der hervorragenden Background-Sängerin Masha Marjieh (Harmony vocals, Percussion). So beurteilte das in amerikanischen Szenekreisen hoch angesehene "Paste"- Magazine ihre Debütwerk von 2003 als eine der besten Roots-Rock-CDs des Jahres. Mittlerweile haben sie mit ihrer Nachfolgescheibe "Starving Winter Report" sogar nochmal ordentlich nachgelegt. Den Deadstring Brothers ist ein kleines Meisterwerk mit zehn wunderbar ineinander greifenden Songs auf einem erstaunlich hohem Niveau gelungen. Nicht nur wegen der Stimmähnlichkeit des Sängers Kurt Marschke zu Mick Jagger wird die Band häufig mit den Rolling Stones zu ihren "Exile On Main Street"-Zeiten verglichen. Das passt schon, doch es ist weit mehr. Wohl niemand zuvor hat die Ruppigkeit der damaligen Stones-Ära mit der Country-Mentalität eines Gram parsons besser verbunden als die Deadstring Brothers. Ein wenig Flair von "The Band" oder gar Ryan Adams runden die Sache ab. Schon der Opener "Sacred Heart" hat den berühmten, Stones-trächtigen Sound mit unterschwelligem Honkytonk-Feeling, der am besten in Whiskey getränkter Luft und Nikotin verräuchter Atmosphäre genossen werden kann. Tolle Gitarrenriffs, eine klasse melodie, geht die Nummer prima ab! Hat vielleicht entfernt soagr etwas von Dan Baird und seinen Georgia Satellites! Ganz große Klasse sind auch die beiden einzigen balladesken Stücke des Albums, "Lights Go Out" (mit typischem Barroom-Flair) und das überragende, emotional kraftvolle "Blindfolded" mit ganz ausgezeichneten Vokalleistungen von Marschke und den schönen Harmoniegesängen von Mascha Marjieh. Die starken Pedal Steel-Einlagen von Gastmusiker Dale Dorsey vermitteln dabei eine äußerst angenehme Retro Countryrock-/Alternate Country-Note. Ganz überragend, trotz der allseits dominanten (aber keineswegs aufdringlichen) Präsenz des Bandchefs, ist Keyboarder Ross Westerbur (fast schon so etwas wie der heimliche "Star" des Albums), der mit unnachahmlichen und immer genau passenden Piano- und Orgeleinsätzen (teilweise sogar im Wechsel) dem eh schon erstklassigen Songmaterial das endgültige "gewisse Etwas" verpasst. Herrlich sein oft klimperndes Piano! "Toe The Line" und "Lonely Days" umgibt wieder ein Hauch von countryrockigem Retro-Flair, "Get Up Jake" (ein Cover von Robbie Robertson) und "All Over Now" huldigen in partytauglicher Weise einmal mehr die Stones, "’Til The Bleeding Stops" hat gar durchaus Southern-lastige Momente. Der einzige etwas aus dem Rahmen fallende, aber ebenfalls traumhaft gelungene Song, ist das großartige "Moonlight Only Knows", bei dem vollkommen akustisch, mit einem feinen Bluegrass-Flair musiziert wird: Kratzige Akustikgitarre, tolle Percussion-Arbeit, Mandoline, Dobro und eine, wiederum sehr starke, Gastvorstellung von David Mosher an der Fiddle, inklusive eines schönen Solos - Allternate Country-/Americana-Musik vom Feinsten! Das Album ist zudem noch ein echter "Grower". Je öfter man es hört, desto besser kommt es einem bei jedem weiteren Male vor - die Musik wächst! Ein absolutes Indiz für die hohe Qualität dieser Mucke! Diese höchst talentierte Gruppe hat sich dank intensiven Tourings in den Staaten, und auch in Europa (England, Niederlande), bereits einen prächtigen Namen in Insiderkreisen erarbeitet. Fest steht, dass "Starving Winter Report" in positiver Hinsicht dazu beitragen wird, dass sich ihr Bekanntheitsgrad in Zukunft noch erheblich steigern wird. Mit den Deadstring Brothers wächst etwas Großes im Americana-/Rootsrock-/Alternate Countryrock-Bereich heran. Ganz hervorragende Leistung! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4136
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Sacred heart
Toe the line
Get up Jake
Blindfolded
All over now

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Derailers, The - soldiers of love [2006]
Austin's Derailers sind zurück mit einem klasse neuen Album! Besetzungsmäßig hat sich in der Zwischenzeit einiges getan (von der ehemaligen "Gründungs-Front-Doppelspitze" Tony Villanueva / Brian Hofeldt ist nur noch Hofeldt, der nun eindeutig die zentrale Figur ist, an Bord - dazu gesellen sich neben Ed Adkins am Bass noch die neuen Akteure Scott Matthews an den Drums , Sweet Basil McJagger am Piano und der Orgel sowie Chris Schlotzhauer an der Pedal Steel), doch sie spielen weiterhin unbeirrt ihre unvergleichliche, sehr traditionell verwurzelte, authentische Hillbilly-/ Honky-Tonk-/ Rockabilly-/ Country-Mucke, in der sie auf so großartige Art und Weise den Bakersfield-Sound, beispielsweise eines Buck Owens, ihre texanischen Roots und ein ordentliches Sixties-Rock'n Roll-Feeling miteinander vereinen. Ihre Einflüsse reichen, neben dem erwähnten Buck Owens, von George Jones über Charlie Rich, Roy Orbison, Elvis, den Beatles, bis hin zu Dave Alvin! Der legendäre Produzent Buzz Carson, aus dessen Feder das Ttelstück stammt (viele kennen davon vielleicht auch die Beatles-Version aus "Live at the BBC") und die Band gestalten den Sound sehr retro und rootsig, gehen kompromißlos ihren Weg und kümmern sich nicht im geringsten um irgendwelche Trends! Das ist purer, traditioneller Sixties-Rockabilly-infused Honky Tonk-Country durch und durch! Los geht's mit dem ungemein flotten, lockeren Dancefloor-Hillbilly-Roadhouse -Honky Tonker "Cold beer, hot women and cool country music", der genau das verspricht, was sein Titel schon erahnen läßt: Viel Drive, sehr traditionell, eine prima Melodie, tolle Begleitung aus forschem Drumming, klasse (Baritone)E-Gitarre, klimperndem Piano und wimmernder Steel - ideal für jede gut gelaunte, feucht-fröhliche Country-Fete! Feinsten, flotten, an der Schnittstelle zwischen Bakersfield und Texas angesiedelten, frischen, aber auch staubigen Traditional Country hören wir bei "She's a lot like Texas" (schöne Fiddle-/Steelguitar-Fills), ehe das bereits erwähnte Titelstück auf dem Programm steht, das auch bestens in das Repertoire der guten alten Mavericks passen würde. Weitere Höhepunkte: Der dreckige, bluesig rockige Riff-Rockabilly-Shuffle "Donna Sue Earline", das rau rockende und rollende "Hey, Valerie", die flotte Rockabilly-fueled Roots-Country-Nummer "Get 'er done", die herrliche, traumhaft melodische, von wundervoll transparenten Gitarren, heulender Steel und großartiger Baritone-Gitarre durchsetzte Country-Vorzeige-Ballade "Every time it rains", das knackige, Sixties-angehauchte "Everything I believe in", der exzellente, ultra-traditionelle, in bestem Retro-Johnny Cash-Ambiente gehaltene Country-Feger "An American man", oder der starke "Beer-drinkin'" Barroom-/Honky Tonk-Weeper "You're looking at the man"! Klasse Leistung von Frontmann Brian Hofeldt und seinen Kollegen! Die Band hat nichts von ihrer Vitalität verloren!

Art-Nr.: 4193
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Cold beer, hot women & cool country music
She's a lot like Texas
Hey, Valerie!
Get 'er done
Every time it rains
An American man

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Everett, Jace - same [2006]
"I can definitely say this is an honest record from top to the bottom", so lautet der Kommentar von Jace Everett selbst zu seinem Debütalbum. Und wenn man sich mit seinem Background beschäftigt, die zehn auf der CD befindlichen Songs gehört und seine Texte aufgenommen hat, bleibt einem nur die profane Feststellung: Der Bursche hat recht! Das Teil ist nicht mehr und nicht weniger als ein ungemein knackiges, überwiegend mit satten Gitarren garniertes, dynamisches, voller herrlicher, melodischer Songs steckendes, zündendes Country-/New Country-Prachtwerk ohne jede Schwachstelle, das in Nashville und bei den Fans für ordentlich Furore sorgen sollte! Jace Everett wurde in Evansville/Indiana geboren, zog aber mit seinen Eltern nach Texas, als er gerade sechs Jahre alt war. Musikalisch dominierten im Hause Everett Countryklänge und auch ein wenig Elvis. Jace begann früh in Kirchenbands zu singen und Bass zu spielen. Für sein Studium ging er nach Nashville, brach es aber ab, als er die Gelegenheit bekam, mit einem Freund ein mehrmonatiges Arrangement in einer Coverband in Europa anzunehmen. In Monaco lernte er seine Frau kennen, mit der er einen Sohn hat. Man zog zusammen zurück nach Texas, Jace beendete sein musikalisches Wirken vorerst und arbeitete als Konstrukteur. Seine Ehe scheiterte jedoch (möglicherweise unter anderem weil, wie es auch so mancher Songtext vermittelt, der blendend aussehende James Dean-Typ den weiblichen Reizen nicht abgeneigt schien...), Frau und Kind gingen zurück nach Monaco und Jace zog es wieder nach Nashville, wo er sich mit diversen Jobs mehr schlecht als recht durchschlug. Er begann wieder für aufstrebende Musiker Bass zu spielen und erhielt schon nach kurzer Zeit einen eigenen Major-Deal, der aber nach personellen Veränderungen in der Führungsebene des Labels gekänzelt wurde. Trotzdem, sein großes Songwriter- und Gesangstalent (Everett hat eine kräftige, ganz großartige, sehr angenehme Stimme) blieb den entscheidenden Leuten in Music City keineswegs verborgen, ergatterte er relativ schnell danach erneut einen Vertrag mit Sony Nashville. Ergebnis ist dieses exzellente Debut! Everett liefert ein ziemlich kompaktes, sich neben seiner eigenen individuellen Klasse auch dank der vielen brillanten Studiomusiker (u. a. James B. Lowry, JT Corenflos, Mike Brignardello, dem überragenden Russ Pahl, Tony Harrel, Eric Darken, Shannon Forrest) auf höchstem musikalischem Level bewegendes Werk ab, das zusätzlich mit klasse Texten glänzt, mal amüsant, mal selbstkririsch und oft sehr autobiographisch. In Bezug auf die knackige, teils durchaus rockige und kraftvolle musikalische Umsetzung brachte es letztlich ein amerikanischer Kritiker mit den Worten "It's a musical biography of hell-raising rockers and soul-baring ballads" bestens auf den Punkt, wobei die dynamischen Uptempo-Nummern klar im Vordergrund stehen! Er selbst ist an sechs Stücken beim Songwriting beteiligt, dazu kommen viele namhafte Komponisten der Szene (Casey Beathard, Chris Stapelton, Stephany Delray, Bob DiPiero, James Leblanc). Produziert haben keine geringeren als Mark Wright und Greg Droman. Die tollen Opener "Everything I Want" (starkes Banjo, fette E-Gitarren-Licks) und "That’s The Kind Of Love I’m In" (herrlich flockig und dynamisch) bestechen durch Jace’s coolen Gesang und ihre countryrockig-typische Art voller unterschwelligen Power. Großartig dabei das unaufdringliche und sehr harmonische Zusammenwirken vom Akustik-, E-Gitarren und Orgel mit den knackigen Drum- und Basstönen. Das lüsterne "Bad Things", von Everett allein komponiert, brilliert mit einem tollen, mystischen, leicht psychedelischen Chris Isaak-Flair und einem dezenten Rockabilly-Ansatz. Herrlich das integrierte E-Gitarren-Solo. Southern-bluesig mit dreckiger Harmonica, Honkytonk-Piano und starken Slideriffs wird es bei dem fetten, Boogie-mäßigen "I Gotta Have It". Texas-Recke Radney Foster und Bobby Houck, der großartige Frontmann von South Carolina's Vorzeige Rootsrockern, den "Blue Dogs" (man beachte auch deren grandiose Originalversion auf ihrer 2004er Scheibe "Halos and good buys") haben die traumhaft melodische Midtemponummer "Half Of My Mistakes" komponiert; die Jace nun wunderbar covert. Eine herrlich warme, schön entspannte Texas-Atmosphäre dominiert dieses tolle Stück. Das Steel-lastige, richtig locker, flockig und fröhlich dahinschwingende "The Other Kind" (kleines Duell zwischen Steel- und E-Gitarre), gefolgt vom überragenden Honkytonk-Southern-Rocker Marke Skynyrd/Warren Brothers "A Little Less Lonely" (klasse Piano; Everett röhrt am Ende wie Johnny Van Zant) und der in Montgomery Gentry-Manier gebrachte Mitgröler "Gold" sind die nächsten "Earcatcher" der CD. Die beiden autobiographischen "Nowhere In The Neighbourhood" (erinnert im Refrain von der Melodie her entfernt an Cat Stevens’ "Father And Son") und "Between A Father And A Son" spielen noch einmal auf Everett’s bewegte Vergangenheit an und sind von daher recht emotional, aber immer noch schön knackig, in Szene gesetzt - wie immer, mit tollen Melodien und feinen instrumentellen Finessen der Nashville-Studioartisten, die auf diesem Werk augenscheinlich ihr bestes geben (Everett’s O-Ton: "Weltklassemusiker"). Jace Everett ist ein sehr starkes, modernes, frisches und kurzweiliges Album gelungen, auf dem man, wir erwähnten es bereits, Schwächen vergebens sucht. Herlicher Stoff für Freunde junger, wilder und unverbrauchter Interpreten wie Brian McComas, The Warren Brothers, Drew Womack, Steve Azar, Dean Miller, Jason Aldean, Bobby Pinson & Co!. Bitte mehr davon... (Daniel Daus)

Art-Nr.: 3957
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 8,90

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Foster, Radney - this world we live in [2006]
Vier Jahre sind bereits wieder ins Land gezogen, seitdem uns die eine Hälfte des einst in Nashville so erfolgreichen Duos Foster & Lloyd mit dem tollen "Another Way To Go" so begeistert hatte. Untätig war ein Mann dieses musikalischen Formates in der jüngeren Vergangenheit allerdings nicht. So produzierte er beispielsweise die Randy Rodgers Band, schrieb Songs für Größen wie u. a. Keith Urban, die Dixie Chicks oder Kenny Chesney, und, und, und! Hier ist sie nun endlich, die neue, einmal mehr ganz hervorragende Scheibe des ohne Zweifel zu den besten texanischen Songwritern zählenden Radney Foster: Wunderbarer, rootsiger Texas-Country/Alternate Country/Countryrock/Americana vom Allerfeinsten mit einem tollen, schön trockenen, auf den Punkt genau produzierten, angerauten, "gritty" Sound! Zehn neue Stücke, alle aus seiner Feder, zum Teil in Kooperation mit exzellenten Co-Writern, wie Blue Dogs-Frontmann Bobby Houck, Jack Ingram oder Darrell Brown, mit dem er sich auch die Produktionsarbeit teilte. Bediente er sich bei seiner letzten Scheibe noch einer Menge Begleitmusiker aus dem schier unerschöpflichen "Nashville-Pool", so versammelte er diesmal eine tolle, namhafte Band langjähriger Freunde um sich, wie Drummer Charlie Drayton und den "alten" Westcoast-Haudegen Waddy Wachtel (Linda Ronstadt; Warren Zevon, James Taylor, John David Souther, Ronin, Bob Dylan) an der E-Gitarre (beide haben schon auf Keith Richard’s Solo-Alben zusammen gearbeitet), Session Bass-Veteran Bob Glaub (u.a. Jackson Browne) und dem Keyboarder Rami Jaffe, vielen sicher nicht nur als Mitglied der Wallflowers ein Begriff. Mit an Bord sind auch wieder der starke Slide-Gitarrist Mike McAdam und ein weiterer Klassemann an der E-Gitarre, Adam Shoenveld, der etatmäßig bei Big & Rich die Saiten bedient. Und um es nochmal klar herauszustellen: Radney Foster ist schlichtweg wieder ein Sahneteil gelungen. Dem leicht Stones-infizierten, Slide-angerockten, rootsigen, trockenen "Drunk On Love" folgt mit "Sweet And Wild" ein wunderbar melodischer Americana-Midtemposong. Bei beiden Songs glänzt neben der starken instrumentellen Umsetzung Sarah Buxton mit ihrer klasse Stimme im Background, die gegen Ende der Stücke mit in den Vordergrund tritt. Die Ballade "The Kindness Of Strangers" lebt von Foster’s starker Akustikgitarrenarbeit, toller atmosphärischer Cello-Untermalung und einem bewegend geschriebenem und gesungenem Text. Ganz große Klasse! Der anschließende, exzellente, forsche Retro Country-Rocker "Big Idea" (erinnert stark an alte Foster & Lloyd-Hits) reißt einen regelrecht aus der poetischen Welt des Vorsongs, und bildet den gelungenen Vorläufer zum Center-Song des Gesamtalbum’s, "Half Of My Mistakes". Was für eine herrliche Melodie! Auch hier wieder ein toller Text, der Menschen dazu ermutigt, viele Dinge im Leben einfach zu riskieren, auch wenn mal etwas schief laufen sollte. Der Lerneffekt und viele positive Dinge, die sich trotzdem daraus entwickeln, sind laut Foster nicht zu unterschätzen. Den gleichen Song hat vor geraumer Zeit fast ebenso gut Jace Everett auf seinem Erstling, allerdings etwas mainstreamiger, interpretiert. Bei Radney Foster wirkt das Stück etwas kantiger, zurückhaltender und einen Schuss introvertierter. Starke Slide-Arbeit hier vom bereits erwähnten Mike McAdam. "New Zip Code" (mehr balladesk) und "Prove Me Right" (wäre auch durchaus von der Randy Rogers Band oder Chris Knight coverbar) liefern wieder etwas leichter verdauliche, überaus melodische Gute Laune-Kost, letzteres in durchaus Nashville-kompatibler, radiotauglicher, wenn auch leicht rootsiger Country-Manier, voller Hooklines, die ein wenig an Radney’s Frühwerke erinnern. Stark hier die angenehmen Fiddle-Fills. Eine weitere "Killer"-Ballade folgt mit "Fools That Dream". Im Background diesmal die zauberhafte Kim Richey, die auch beim Vorgänger schon ihre Stimme zur Verfügung gestellt hat. Zum Abschluss folgt dann noch mal ein herrlich locker dahinfließender, super-melodischer Alternate Country-/Roots-/Americana-Song, den Foster zusammen mit Jack Ingram komponiert hat. Neben dem eingängigen Rhythmus und den lässigen Drums stechen hier die immer wieder eingestreuten und punktgenauen Stratocaster- und Slide-Fills im harmonischen Wechselspiel heraus. Klasse Orgelarbeit auch vom Rami Jaffe. Das Stück hält einen noch Minuten nach Ende der CD regelrecht gefangen. Ein würdiger Abschluss eines wieder einmal großen Albums! "This World We Live In" etabliert und festigt Radney Foster's Platz in die Riege der heutigen, wichtigen, ganz großen texanischen Singer-Songwriter im Country-/Americana-Bereich nachhaltig. Durch und durch beeindruckende und fesselnde Musik! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4063
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 7,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Big idea
New zip code
Prove me right
Fools that dream
Never gonna fly

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Keith, Toby - white trash with money [2006]
Mächtig aktiv ist er, dieser Toby Keith, doch es tut der Qualitiät seiner Arbeiten keinen Abbruch! Nicht die Spur! Im Gegenteil: Knapp ein Jahr nach "Honkytonk university" präsentiert sich Keith auf seinem neuen Album "White trash with money" lockerer, gelöster, varaibler, spielfreudiger und in einer gewissen Weise, bezogen auf die große Vielfalt der Songs, auch mutiger als je zuvor! Es ist zum einen die erste Veröffentlichung auf seinem eigenen, unabhängigen Label "Show Dog Records", zum anderen hat er sich musikalisch vorerst von seinem langjährigen Produzenten James Stroud verabschiedet und das Werk zusammen mit der bei vielen Fans hoch eingeschätzten Sängerin Lari White produziert, deren Einflüsse für ein paar gelungene "Farbtupfer" auf dem Album sorgen. Natürlich macht er prinzipiell da weiter, wo er zuletzt aufgehört hat, doch das Material steckt voller Abwechslung und Finesse: Traditioneller, "real" Country, durchaus mainstreamig und vor allem radiotauglich, aber voller Ideenreichtum. Denken wir nur an die dynamischen Bläsersätze bei dem tollen Eröffnungsstück "Get drunk and be somebody", einem schwungvollen, duchaus toughen, aber auch froh gelaunten Uptempo "Blue Collar"-Honky Tonk-/Traditional Country-/New Country-Party-Knaller, der voller Drive und forschen Rhythmen diese Bläser mit schöner Fiddle, Gitarren und dezenten Dobro-Klängen vereint. Aber das ist bei weitem nicht der einzige Höhepunkt: Da haben wir beispielsweise die großartige, sehr flüssig aus den Lautsprechern kommende "Strings-driven" Balersfield Country-Nummer "A little too late", die mit ihrem dezent nostalgischen Touch und in ihrer Struktur an die großen Hits von Dwight Yoakam zu erinnern scheint, die voller "green-eyed soul" steckende, schöne Liebes-Ballade "Can't buy you money", deren Streicher sich bestens mit einer wunderbaren Steelguitar vertragen (hier spürt man Lari White's Einflüsse besonders), der satte, mit rassigen Gitarren-Riffs ausgestattete, rockin' Outlaw-Countrysong "Grain of salt", der trockene, knackige Countryrocker "Note to self" mit seinem tollen E-Gitarren-Arrangement, dem starken, äußerst cool wirkenden Gesang (überhaupt sind Toby's Gesangsleistungen insgesamt auffallend stark) und der klasse Melodie, sowie die entspannte, sehr traditionelle Ballade "Too far this time"! Zudem enthält das Album, wir kennen das bereits von "Shock'n y'all", wieder drei sogenannte "Bus songs", das sind Lieder, die Toby Keith und sein Gitarrist Scotty Emerick unterwegs "on the road" geschrieben haben, und die sie dann bei den Shows live präsentierten: Zuerst, das lässige, semi-akustische "Brand new bow", das wie eine trockene Numer an der Schnittstelle Alan Jackson/Jimmy Buffett rüberkommt (lustiges Bläserinstrument, Dobro, Akkordeon, klasse Percussion), gefolgt von der sehr traditionell verwurzelten Classic Country-Nummer "Hell no" (feine Steelguitar) und dem flotten, lockeren Johnny Cash-like "Runnin' block" - alles starke Songs im Full Band-Arrangement! Toby Keith zeichent seit langem eine qualitativ hohe Konstanz aus, was in "White trash with money" eindrucksvoll seine Fortsetzung findet! Gratulation! Total angesagter Nashville-Stoff, an dem wohl jeder "moderner Cowboy", der etwas auf sich hält, seine Freude haben dürfte!

Art-Nr.: 4062
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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LaRue, Stoney - the red dirt album [2005]
Die "Red Dirt"-Szene in Texas und Oklahoma blüht! Und wie! Stoney LaRue ist zum einen ein guter Kumpel von Cody Canada (Cross Canadian Ragweed), zum anderen hat niemand geringerer als Mike McClure (ex Great Divide, jetzt Mike McClure Band), der auch bei den letzten Alben von Cross Canadian Ragweed an den Reglern saß, produziert, - beide, Canada und McClure, spielen im übrigen (jeweils Gitarre) auch mit -, und dann heißt das Werk auch noch "The Red Dirt Album"! Was da heraus kommt? Allerfeinster, traumhaft melodischer, unwiderstehlicher "Red Dirt" Roots-/Americana-/Countryrock, mit dem sich LaRue nahtlos in die Riege solcher Bands wie Great Divide, Mike McClure Band, Wade Bowen & West 84, Randy Rogers Band oder Cross Canadian Ragwed einreiht. Ähnlich, vor allen Dingen aber genauso komptetent und versiert, wie die vorgenannten Kollegen (LaRue ist ein großartiger Songwriter), vereinbart er diese erdige, staubige Oklahoma-Mentalität mit geradzu faszinierenden, wunderbaren Melodien, wie das eben nur in der Gegend von Texas und Oklahoma möglich zu sein scheint. Die Songs wollen einem nicht mehr aus dem Ohr weichen. Die Spannbreite reicht von Steel-getränkten Country(rock)-Balladen, über staubige Americana-Titel, auch mal einem Texas-Swing, der ein oder andere semi-akustischen Nummer, bis hin zu mit feinen Twin-Gitarren und viel Southern-Flair versehenen, angerauten, knackigen, rootsigen Texas-Countryrockern! Hat viel Twang! Insgesamt gehen die Songs des Albums nicht so nach vorne, wie beispielsweise bei Cross Canadian Ragweed. Sie vermitteln eher ein relaxteres Feeling, strahlen dabei aber dennoch, und das ohne jeden Zweifel, dieselbe, staubige, raue, "kratzige" und gleichzeitig so melodische "Red Dirt"-Atmosphäre aus, die die immer größer werdende Fanschar dieser Art von Musik so nachhaltig begeistert. Stoney LaRue ist ein toller Sänger! Seine Stimme ähnelt phasenweise sehr der von Ragweed's Cody Canada und verfügt zudem über einen dezenten "Southern-Vibe"! Es paßt einfach alles prächtig zusammen! Gleich das erste Stück des Albums, "Down in flames", ist eine wahre Traum-Nummer: Hinreißender Midtempo Americana-/Countryrock an der Schnittstelle Great Divide/Cross Canadian Ragweed, geprägt von einem klaren, bestens abgestimmten, transparenten, knackigen Sound, durchzogen von einer tollen Melodie, und dabei dennoch eine Menge trockenen, texanischen Staub aufwirbelnd! Großartige, dezent dreckige, elektrische Lead-Gitarren, zuweilen in einem wunderbar harmonischen Twin-Sound, ziehen sich wie ein roter Faden durch den Song und versprühen darüber hinaus ein leichtes Southern-Flair! Texas/Oklahoma Countryrock, wie man ihn besser kaum spielen kann. Mit dem anschließenden "Closer to you" schiebt LaRue gleich den nächsten "Hit" hinterher: Wunderbar retro eingefärbter, dennoch ungemein frisch erscheinender, von einer traumhaften Steel durchzogener, relaxter Country(rock), der sowohl ein leichtes Border-Flair vermittelt (hauptsächlich erzeugt durch das großartige Acoustic Guitar-Picking), als auch erneut ein leichtes Southern-Feeling. Einen dezenten keltischen Einschlag, aber auch ein gepflegtes Western-Flair, zieht sich durch das mit prächtigen Fiddles und tollen Acoustic Lead-Gitarren instrumentierte, flotte, gut tanzbare "Idabel Blues", die richtige Mucke, um es in einer von vielen irisch abstammenden Texaner besuchten Pinte einmal hoch hergehen zu lassen - die nötige Portion Whiskey bereits intus! Mit "Downtown" hören wir anschließend eine traumhaft melodische, herrliche Countryrock-Ballade, geprägt von tollen Gitarren (sehr stark das herrlich satte Solo in der Mitte) und einer wohligen, im Hintergrund agierenden Orgel, während man bei "Solid gone" dann mal zu einem pfiffigen, trockenen, mit akustischen Instrumenten (Gitarren, Dobro, Fiddle) arrangierten, swingenden, erstklassigen, lupenreinen Texas Country-Stück übergeht. Großartigen, knackigen, riffigen, leicht Southern-angehauchten Gitarren Roots-/Countryrock präsentiert LaRue anschließend bei dem zusammen mit Cody Canada komponierten "Walk away". Kein Wunder, daß diese Nummer auch Cross Canadian Ragweed wie auf den Leib geschrieben wäre. Hat gut Power und wird von satten Gitarren bestimmt! Fantastsich auch der wundervolle, flockige, knackige, wieder so herrlich melodische Countryrocker "Texas moon", dessen traumhaftes Steelguitar-Spiel, zum Teil parrallel mit einer würzigen E-Gitarre, einfach Gänsehaut erzeugt. Enthält zudem eine erstklassige Coverversion von Rodney Crowell's "Bluebird wine" (kennen wir auch bereits von Emmylou Harris), wie auch von Bob Dylan's Klassiker "Forever young"! Stoney LaRue mit einem von tollen Melodien geprägten, sowohl eingängigen, als auch sehr vielseitigen, ganz wunderbaren Album allerfeinster "Red Dirt"-Roots-/Americana-/Countryrock-Musik, wie sie eben nur in Texas und Oklahoma produziert wird. Erste Sahne!

Art-Nr.: 3603
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Down in flames
Downtown
Solid gone
Walk away
Texas moon

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Lee, Albert - heartbreak hill [2003]
Albert Lee zählt seit über 30 Jahren zu den einflußreichsten Gitarrenvirtuosen der Countryszene. Seit er nach dem Ende seiner Band "Heads Hands & Feet" von England nach Amerika emigrierte, dort auf eine gewisse Emmylou Harris traf und fortan ab Mitte der Siebziger über Jahre hinaus als zentrales Mitglied ihrer legendären "Hot Band" die Lead Gitarre spielte, prägt er mit seinem unverkennbaren Gitarrenspiel die musikalische Begleitung unzähliger Künstler auf unzähligen Alben. Albert Lee und die Hot Band etablierten seinerzeit eine Songstruktur, bei der Instrumental-Breaks, allen voran natürlich diese prächtigen Gitarrenläufe, eine genauso wichtige Rolle spielten, wie Melodie und Lead-Gesang. Lee's Gitarrenstil, dieses schnelle, ungemein flüssige und virtuose Spiel auf der E-Gitarre, sein einzigartiges Picking beeinflußt bis heute nachhaltig zahlreiche Kollegen und junge, neue Gitarristen. Ein Beispiel dafür ist Brad Paisley! So präsentiert Lee, zusammen mit seinem Freund Vince Gill und eben Brad Paisley, also mit 3 Gitarristen, hier auf seinem neuen Album dann auch eine fulminante, neue Instrumental-Version (im übrigen das einzige Instrumental-Stück auf dem Album - alle anderen sind mit Gesang) des Gram Pasons-Klassiker "Luxury liner", bei dem sich die 3 wahrlich halsbrecherische Duelle auf den 6 Saiten liefern. Sie scheinen fliegende Finger zu haben. Ein Hochgenuß für alle Freude erstklassigen Country-E-Gitarren- und Acoustic-Pickings. Wobei wir schon beim Thema von Albert Lee's neuer CD "Heartbreak hill" wären. In Erinnerung an die große Zeit der "Hot Band" nahm er sich zehn von deren vielen, herausragenden Liedern vor, die Emmylou Harris damals so unnachahmlich sang, und nahm sie neu auf! Herausgekommen ist ein wirklich wunderbares Album! Die Songs klingen herrlich flott, frisch, locker und flüssig. Lee's Gitarrenspiel ist einzigartig, wie immer und seine Stimme ist ebenfalls bestens in Form. Natürlich singt hier nicht Emmylou, sondern Albert Lee, doch die Lieder scheinen nichts von ihrer charismatischen Substanz zu verlieren. Beeindruckend demonstriert er mit seinen Begleitmusikern, daß die alten Stücke auch noch im neuen Jahrtausend voller Leben stecken. Eine Knüller-Nummer folgt der nächsten! Es beginnt mit dem Titelstück "Heartbreak hill"! Tolle Version - flott, flüssig, runtergehend wie Öl - in der Mitte mit einem exquisiten E-Gitarrensolo. Herrlich frische Instrumentierung aus Gitarren, Mandoline, Piano, Steelguitar (Buddy Emmons), Bass und Drums (der großartige John Molo - man kennt ihn beispielsweise von Bruce Hornsby und The Other Ones). Gut passend auch der deutlich wahrnehmbare Background-Gesang von Patty Loveless. Genauso locker geht es mit einer tollen Version von Paul Kennerley's "Heaven only knows" weiter. Was für eine tolle Melodie! Background Gesang: Buddy Miller! Nach der etwas ruhigeren, im Duett mit Maura O'Connell vorgetragenen Townes van Zandt-Nummer "If I needed you", voller großartigem electric Picking, folgt eine gut abgehende Version von Emmylou's, ebenfalls von Paul Kennerley geschriebenen, Countryrock-Klassiker "Born to run", bei der sowohl Rodney Crowell als auch John David Souther (ja, auch der "alte" Westcoast Haudegen taucht hier mal wieder auf) mit ihrem Background-Gesang aushelfen. Weitere Knüller: das fantastische"'Til I gain control again" mit tollem Lead Acoustic-Picking, sowie wunderbarer Steel und Mundharmonica, das furiose "Bluebird wine" mit atemberaubenden Wechselspiel aus E-Gitarre, Steel und Banjo (Earl Scruggs), usw., usw.! Der Sound ist glasklar! Die Liner-Notes im Booklet der CD sind von Emmylou Harris geschrieben. Ein herrliches Country-/New Country-Album von einem der ganz großen Musiker der Szene, das sowohl die Nashville-Fraktion als auch Anhänger des rootsigen Alternate Country begeistern dürfte. Ein wunderbare Idee von Albert Lee, diese Stücke nochmal neu einzuspielen. Das hat er fantastisch hinbekommen! Man kann sich daran einfach nicht satt hören...

Art-Nr.: 2170
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 18,90

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Lee, Albert - road runner [2006]
Herrliches neues Album von einem der größten und einflußreichsten Country-Gitarrenvirtuosen, der mit seinem unverwechselbaren Stil in den letzten, gut 30 Jahren, Maßstäbe, nicht nur in der New Country-/Countryrock-Szene setzte! Emmylou Harris' ehemaliger Gitarrist zaubert eine hochkarätige Ansammlung absoluter Retro-"Hot Band"-typischer Country-Knüller aus dem Hut, die die goldenen Jahre dieser Truppe, aber auch den frühen Stil Rodney Crowell's oder Vince Gill's in voller Blüte in das Jahr 2006 transportiert! Auch gesanglich bringt Lee eine Top-Leistung! Die Songs, zumeist recht dynamisch, strahlen eine ungeheure, zeitlose Frische aus! Dabei bedient er sich immer wieder gezielt und sehr geschickt ausgewählter Coverversionen, die er in seinem unverkennbaren Stil, voller Klasse und ausgefeilter Musikalität interpretiert! Seine Spielfreude ist zu jeder Minute spürbar! Immer wieder begeistert Lee mit diesem grandiosen Picking, diesen fantastischen "jaw-dripping, speed-picking", so sauber abgegrenzt und doch so ungeheuer virtuos, mit fliegenden Fingern gespielten, mitreißenden Gitarrenläufen, vor allem bei dem prachtvollen, über 7-minütigen, bestens und absolut melodisch strukturierten Instrumental (es ist die einzige Instrumental-Nummer auf dem Album) "Payola Blues"! Die Scheibe beginnt allerdings mit einer tollen Uptempo-Version des alten Holland/Holland/Dozier-Heulers "(I'm a) Road runner"! Ein typischer "Hot Band"-Retro Country-/Countryrock-Rhythmus mit viel Drive, eine klasse Melodie und im zweiten Teil ein absolut grandioses, völlig locker und lässig vorgetragenes Gitarrensolo, wie es eben nur Albert Lee spielt, machen gleich diese erste Nummer zu einem absoluten "Hit"! Weiter geht's mit der wunderbar melodischen Country(Rock)-Nummer "I'll stop loving you" (prima, die klimpernden Piano-Ergänzungen, im übrigen ebenfalls von Albert Lee selbst gespielt), gefolgt von einer exzellenten, Steel-getränkten, eine schöne californische Frische vermittelnde Fassung von John Hiatt's "Rock of your love", gespickt mit tollen, transparenten Gitarren-Licks! Ganz stark auch die entspannte Version von Leo Kottke's "Julie's house", die von würziger, rootsiger Lap Steel durchzogene Countryrock-Nummer "Didn't start livin'" (wie eine Mischung aus den frühen Rodney Crowell und Vince Gill, mit einem dezenten Schuß NRBQ-Flair), das lockere, mit feinen Mandolinen-Klängen angereicherte, semi-akustische Jimmy Webb-Stück "The moon is a harsh mistress", der mit viel Dampf abgehende Rockin' Country-/Roots-/Honky-Tonkin'-Boogie "Livin' it down", bis hin zu der wunderschönen Version von Richard Thompson's "Dimming of the day", die Albert Lee in einem großartigen Duett mit seiner Tochter Alexandra vorträgt! Musikalische Wegbegleiter sind u.a. Bob Glaub (Bass), Don Heffington (Drums), Buddy Emmons (Pedal Steel), Steve Fishell (Lap Steel), sowie Buddy Miller, Bekka Bramlett und Jon Randall (Background Gesang)! Albert Lee wird seine Magie wohl nie verlieren! Ein großartiges Album!

Art-Nr.: 4113
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 17,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
(I'm a) Road runner
I'll stop loving you
Rock of your love
Didn't start livin'
Working on love

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Lynne, Rockie - same [2006]
Einer der in Nashville ganz heiß gehandelten Newcomer ist Rockie Lynne, der nun, und das direkt auf einem Major-Label, sein Debüt abgeliefert hat. Lynne wuchs, streng religiös erzogen, in North Carolina auf. Erste musikalische Erfahrungen erwarb er in einem Jazz-Ensemble auf der Highschool. Danach begann er in verschiedenen Bands zu spielen. Nach dem Militärdienst folgte eine fundierte Gitarrenausbildung an einer Akademie in Los Angeles. Es folgt die Bekanntschaft mit dem Entertainer Mike Shane, der Rockie für diverse Aufnahmen mit nach Nashville begleitet. Lynne nimmt einige Engagements in Country Touring-Bands an und verbleibt einige Jahre in Music-City. Mitte der Neunziger Jahre beginnt er sich auf seine Solo-Aktivitäten zu konzentrieren und geht aufgrund der zentralen geografischen Lage nach Minnesota, wo er sich mit ein paar in Eigenregie erstellten CDs und zahlreichen Live-Auftritten eine große Anhängerschaft aufbaut. Eines Abends wird er bei einem Gig vom Warner Brothers Marketing Mitarbeiter Bruce Larson begutachtet, der sofort eine CD an den Präsidenten von Universal Records schickte. Die Vertragsunterzeichnung war dann nur noch Formsache. Für seinen Erstling wurden zwölf Stücke ausgewählt, die Rockie bereits zwischen 2002 und 2005 in Kooperation mit diversen Songwritern oder alleine komponiert hatte. Wie für ein Major-Label üblich, wurde ihm natürlich ein exzellentes Musikerpotential, wie u. a. Billy Panda, John Willis, JT Corenflos, Chris Leuzinger, Steve Nathan, Paul Franklin, Greg Morrow, Aubrey Haynie, zur Seite gestellt. Rein äußerlich einer Mischung aus Keith Urban und Jon Bon Jovi ähnelnd, könnte man vielleicht eine recht wilde, country-pop-rockige musikalische Gangart vermuten. Aber weit gefehlt, Rockie Lynne fühlt sich, zumindest auf seinem Debüt, in mehr traditionellen Country-Bahnen mit gemäßigtem Tempo zuhause, wobei er aber durchaus geschickt auch mal den ein oder anderen rockigeren Song einzustreuen weiß. Mit der Single "Lipstick", die sich durch eine klare Instrumentierung aus Akustik-, E-, und Steelgitarren (schönes E-Gitarren-Solo von JT Corenflos), ergänzt durch feine Piano- und Orgel-Tupfer, sowie Rockie’s kraftvolle, angenehme Baritone-Stimme auszeichnet, beginnt der Reigen dreier im Midtempo anzusiedelnder Songs. Erstmalig wird die Gangart bei "Super Country Cowboy" etwas "rockiger", einer knackigen, flotten Country-Rock-Nummer mit satten E-Gitarren-Riffs, Steel-Untermalung und dezentem Southern-Flair. Im Strophenbereich entdeckt man sogar leicht angerappten, schnellen, funkigen Sprechgesang, wie man ihn auch schon mal bei Chris Cagle’s Paradestücken der Sorte "Country By The Grace Of God" vorfindet. Stark, das ein wenig an Garth Brooks erinnernde "Do We Still", das im Midtempobereich beginnt, sich aber im Verlauf des Songs bei guter Gitarrenarbeit sehr kraftvoll entwickelt. Gar ein wenig John Mellencamp-Atmosphäre vermittelt der Country-Heartland-Rock-Song "Big Time In A Small Town". Knackige Drums, das typische Orgel-Pfeifen und wiederum tolle Gitarren (Skynyrd-mäßiges Riff) bestechen auf diesem Highlight des Werkes. Ein weiterer Höhepunkt ist sicher auch das mit Fiddeln und Harmonika (stark hier Terry McMillan) durchzogene "Every Man’s Got A Mountain", wobei auch die eingefügten Background-Vocals von Harry Stinson prächtig mit Rockie's Gesang harmonieren. Überhaupt wird auf diesem Album meist in den Refrains mit großartigen "Backs" vieler namhafter, meist weiblicher Akteure gearbeitet. Das sonnig relaxt dahin groovende "Holding Back The Ocean" glänzt in toller Country-Goodtime-Manier (schöne Mandolinen-Fills), während das abschließende "Red, White And Blue" balladeskes, patriotisch angehauchtes‚typisch amerikanisches "Country-Gefühlskino" bietet. Das Debüt von Rockie Lynne beeindruckt durch seine angenehme, ausgeglichene, instrumentell hochwertige Aufbereitung und gutes Songwriting, wobei hier zunächst der Fokus auf die sichere Etablierung des Künstlers in die Szenerie Nashville’s gerichtet gewesen sein dürfte. Prima, sehr solider, guter Stoff für Freunde von Billy Dean, Brian McComas, Tracy Byrd, Buddy Jewel, Tracy Lawrence, Garth Brooks & Co.! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4144
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 7,90

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McCain, Edwin - lost in america [2006]
Zwei Jahre nach seiner phänomenalen Live-DVD haben Edwin McCain und seine Mannen wieder den Weg zurück ins Studio gefunden und beglücken uns jetzt mit ihrem bereits 7. Album - erneut einem geradezu meisterlichen Werk, durchweg von herrlichen Melodien durchzogener, exzellenter, sich tief in den Gehörgängen festsetzender Songs zwischen moderner, amerikanischer Singer/songwriter-Mentalität, knackigem angerautem Roots-/Heartland-Rock/-Pop, zuweilen dezentem, seiner Herkunft aus South Carolina entsprechenden Southern-Flair, und, trotz der kompakten Songstrukturen, spürbarer Spielfreude! Der in USA über eine riesige Fanschar verfügende und unter Musiker-Kollegen äußerst anerkannte McCain (zählt bekanntermaßen zu den besten Freunden von Gov't Mule's Warren Haynes, auf dessen alljährlichen Christmas-Jams er auch heute noch regelmäßig auftaucht) in brillanter Verfassung! Immer wieder fragt man sich, warum ein so begnadeter Sänger, Musiker und Songwriter mit solch klasse Instrumentalisten im Rücken, der die Fähigkeit besitzt solch hinreißende Songs zu schreiben und zu performen in unseren hiesigen Gefilden nicht über einen Insider-Status hinauskommt. Auch mit "Lost In America“ hat Edwin wieder einen Longplayer ins Rennen geworfen, der jedem zusagen müsste, der sich für niveauvolle, höchst melodische, rootsige Rockmusik begeistert. Zudem bekommt man diese großartigen Songs von einer unter die Haut gehenden, überaus angenehmen, dezent "staubigen" Charakterstimme serviert, wie sie nur ganz wenige in dieser Sparte ihr eigen nennen dürgen. Die neue CD beinhaltet zehn Stücke, darunter mit dem überragenden "Gramercy Park Hotel" und der dem leicht psychedelisch angehauchten Pop-Rocker "My Mystery" zwei Nummern, die auch bereits auf der eingangs erwähnten. DVD live vorgestellt wurden, jetzt als Studioversionen. "The Kiss" (schöne Rhythmuswechsel, starke E-Gitarren-Passagen), "Truly Believe" (tolle Percussion-Arbeit der beiden Gastmusiker Nick Buda und Craig Wright) und "Black And Blue" (fulminantes Sax-Solo von Craig Shields) stammen alle aus der Feder von McCain und Kolegin Maia Sharp, und bieten diesen typischen, unbeschwerten, melodischen, frischen Roots-Pop-Rock-Spund, den man schon lange von ihm kennt, mal sanft, mal dezent funkig, mal etwas flippiger, mit tollen Refrains, die sofort eindrucksvoll unsere Ohren verwöhnen. Die einzige, "echte" Ballade, "Losing Tonight" (trotzdem recht kräftig), kommt, wie so oft bei Edwin McCain, völlig ohne Schmalz aus. Klasse E-Slide.Führungsriffs, schönes Akustikgitarrenspiel und ganz dezentes Piano verschmelzen mit der Reibeisenstimme des Frontmannes zur harmonischen Einheit. Herrlich auch das relaxt, aber dennoch kräftig groovende, von einer wunderbaren Southern-Roots-Atmosphäre geprägte Titelstück "Lost In America". Insgesamt erscheint das Album ein wenig rockiger als seine Vorgänger. Beste Beweise dafür sind der stampfende, von kraftvollen Drums und satten Gitarren getragene Kracher "Bitter And Twisted", geschrieben von Edwin mit seinen beiden Gitarristen Larry Chaney (was spielt der Mann wieder für klasse Lead-Parts) und Pete Riley (am Ende kreischt McCain gar in Lenny-Kravitz-mäßiger Manier ins Mikro), sowie zwei Stücke, komponiert vom der Band sehr nahe stehenden, ex "Vigilantes Of Love"-Kopf Bill Mallonee: "Welcome To Struggleville" (mit ungemein viel Power, Slide-trächtig, mit tollem, pumpendes Bass-Spiel von Lee Hendricks) und das das Album abschließende, mächtig kocjhende "Babylon". Letztgenanntes "erschlägt" einen regelrecht mit aggressiven, kantigen, lauten, riffigen "Gitarrenbrettern", die ein ordentliches Southern Rock-Flair in der Art der frühen, rauen Laidlaw fabrizieren. Ganz große Klasse! Sämtliche Lieder wurden mit viel Fingerspitzengefühl angeordnet, so das einem das Gesamtmenü sehr abwechslungsreich serviert wird. Mit "Lost In America" ist Edwin McCain ohne Frage eine erneute Weiterentwicklung gelungen. Seine Stimme war nie besser, die Songs wirken ausgereifter und zeitgemäßer als je zuvor. Vielleicht sein bisher bestes und ausgeglichenstes Werk. Man merkt zu jeder Minute, dass er mit einem gut harmonierendem, homogenen, äißerst kompetenten und freudig aufspielenden Team zusammenwirkt. Auf dem Frontcover des Digi-Packs sieht man eine Hand mit nach oben ausgestreckten Daumen, in der Art eines Trampers! Auch wir richten den Daumen steil nach oben - für diese absolute Meisterleistung! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4060
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Gramercy Park Hotel
Welcome to Struggleville
Lost in America
Losing tonight
Babylon

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No Justice - same [2006]
Countryrock in seiner ganzen Blüte! No Justice aus Stillwater/Oklahoma (na klar, woher sonst?...) präsentieren auf ihrem zweiten Album erneut eine bravouröse Ansammlung von traumhaft melodischen, erfrischenden, schwungvollen und knackigen Ohrwürmern, einen wunderbaren musikalischen Roadtrip quer durch die texanischen "Red Dirt"-Roots-/Americana-/Country-Landschaften! Herrlich! Mühelos reihen sie sich, sowohl von der Substanz der Songs her, als auch von ihrer musikalischen Klasse, in die Reihe solcher Kollegen wie Cross Canadian Ragweed, Wade Bowen, Stoney LaRue, Reckless Kelly, Randy Rogers und Great Divide ein, deren J.J. Lester das Werk im übrigen co-produzierte. Ihnen klebt einerseits der Staub an den Stiefeln, andererseits bestechen sie mit durchaus Nashville-kompatiblen, von einer sehr angenehmen, unaufdringlichen Pop-Sensibilität getragenen Harmonien! Das Zeug geht runter wie Öl! Mit zwei neuen Leuten an Bord, Armando Lopez an den Drums und dem zweiten Gitarristen Brandon Jackson, klingt die Band noch vitaler und insgesamt auch knackiger als beim, ebenfalls schon außergewöhnlich starken, Debut. Zudem kommt ihr immenses, durch ausgedehntes Touring permanent gefestigtes Spielverständnis (200 Gigs im Jahr sind absolut normal...), auch im Studio völlig zwanglos rüber. Die Songs leben von ihren traumhaften Melodien und dieser einzigartigen Verschmelzung texanischen "Red Dirt"-Flairs und klassischen Countryrock-Elementen, wie man sie gar von der Nitty Gritty Dirt Band oder Poco her kennt. Dominiert wird das Ganze von einem breiten, kompakten, würzigen Gitarrensound, vereinzelt veredelt durch eine im Hintergrund agierenden Orgel und Steve Rice's ganz großartigem Gesang "with a little grit and a lot of soul"! Logisch, daß das Album mit "Never come back" auch gleich mit einem "Killer"-Song eröffnet wird: Knackiger, flotter, genauso frischer wie rootsig "Red Dirt"-fundierter, locker lässiger Uptempo-Countryrock mit einem wunderbaren, saftigen Gitarrensound und einer unwiderstehlichen, sich tief in die Gehörgänge bohrenden Melodie! Wieder einmal einer dieser hinreißenden Songs, die als ideale Begleitung eines coolen Cabrio-"Ritts", entlang der staubigen, endlosen texanischen Highways vorstellbar sind - man hat dieses Bild regelrecht vor Augen! Toll! Weiter geht's mit der traumhaft melodischen, prachtvollen Ballade "Don't walk away", inklusiver herrlich würziger, rootsiger Lead Gitarren-Läufe, ehe mit dem wunderbaren "Red dress" der nächste schwungvolle, flockig knackige Countryrocker folgt, der in etwa die gleichen Voraussetzungen mitbringt und Assoziationen weckt, wie die Eröffnungs-Nummer: Eine exzellente Melodie, traumhafte Harmonie zwischen Instrumentierung und Gesang, leicht rootsig, staubig, ausgestattet mit wunderbaren Gitarren (inklusive eines starken, würzigen, rockigen Solos), knackig, wunderschön! Zeitloser Countryrock wie aus einem Guß! "Bend but don't break" wartet anschließend sogar mit einem dezenten Southernflair auf, das an schwungvolle, dynamische Countryrock-Nummern der frühen Outlaws oder ihrer heutigen Jünger Hurry Sundown zu erinnern scheint. Tolle Gitarren-Riffs und-Läufe! Welch eine musikalische Freude! Wir könnten nun noch auf weitere Songs näher eingehen, doch es ändert sich nichts! Ein "Hit" jagt den nächsten! No Justice geben sich zu keiner Minute dieses Albums ein Blöße! "No doubt about it, the sky is the limit for this band", brachte es neulich ein texanischer Fan auf den Punkt! Wie recht er hat! Diese Jungs sind auf dem Weg ganz nach oben...

Art-Nr.: 4067
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Never come back
Don't walk away
Red dress
By my side
Way down

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Owen, Jake - startin' with me [2006]
Glanzvolles Major-Label-Debüt von Jake Owen, einem in Vera, Florida aufgewachsenen jungen Burschen, der eigentlich mit großen Ambitionen im Golfsport begann. Den 18-Loch-Parkur musste er jedoch aufgrund eines Unfalls hinter sich lassen, was sich im Nachhinein aber als außerordentliches Glück für die Country-/New Country-, und bei einigen beherzten, großartigen Nummern auch für die "southern-rocking"-Country-Welt erweist. Sein Erstling muss ohne Wenn und Aber zu den ganz starken Neuveröffentlichungen des Jahres gezählt werden. Jake ist mit einer für sein Alter ungemein charismatischen Bariton-Stimme ausgestattet.
Hinzu kommt, dass er mit einem außerordentlichen Songwriting-Talent gesegnet zu sein scheint (hat sämtliche Songs selbst geschrieben, zum Teil an der Seite bekannter Komponisten wie Brett James, Casey Beathard oder Chuck Jones). Produziert hat der in Nashville angesagte Allrounder (Musiker, Komponist, Produzent) Jimmy Ritchey (Mark Chesnutt, Kenny Chesney), der den Stücken einen ungemein fetten Soundanstrich verliehen hat. Auch im Instrumentalistenbereich wurde für Jake’s Debüt an nichts gespart, gibt sich hier mal wieder die allererste Garde, nicht nur der Nashville-Studio-Creme, die Ehre. Am Schlagzeug beispielsweise sitzt der phänomenale Kenny Aronoff (u.a. John Mellencamp, John Fogerty, Melissa Etheridge), die E-Gitarren bedienen u.a. David Grissom, Pat Buchanan und Brent Mason, an der Steel sitzt Paul Franklin, Glenn Worf am Bass, Gordon Mote an den Tasten, und, und, und! "The Bad In Me", der Eröffnungstrack, zeigt direkt, quasi im Umkehrschluß zum Songtitel, in beeindruckender Weise "das Gute" dieses Jake Owen. Er versteht es glänzend, (New)Country-Stücke mit traditioneller Basis sehr dynamisch, satt und zeitgemäß aufzupeppen, wobei er auch immer wieder, mal mehr, mal weniger, auf die eingangs bereits erwähnten Southern-Elemente zurückgreift. Der sehr kraftvoll dargebotene Song liegt genau an der Schnittstelle dieser Musikarten. Heulende Orgelklänge, stampfende Rhythmen, klasse Dobro-Fills, prächtige, würzige E-Gitarren und Slide-Duelle! Kollegen wie Travis Tritt, Trace Adkins, Montgomery Gentry, Rodney Atkins und die Van Zants lassen hier grüßen, aber auch Verehrer von Leuten wie Trent Willmon, Dierks Bentley, Buddy Jewell oder Josh Turner werden im Verlauf des Albums von Owen's Musik mehr als angetan sein. Die andere Seite von Jake sind die gefühlvollen, entspannten, ebenfalls sehr gelungenen, reinen Balladen, wie zum Beispiel "Something About a Woman" (Piano-/Seel-geetränkt), "Ghosts" (wurde auch schon von Kenny Chesney interpretiert), "Startin’ With Me" (relaxtes Midtempo, schöne Akustik´Gitarren-Untermalung, klasse E-Gitarren-Solo) die allerdings vollkommen, und das ist sehr sympathisch, ohne übertriebenen Bombast auskommen. Die absoluten Highlights sind aber immer wieder die (southern) rockig angehauchten Songs, wobei den exzellenten E-Gitarristen erstaunlich viel Spielraum gewährt wird ."Yee Haw" beispielsweise, die erste Single des Albums, hat es direkt unter die Top-Twenty der Billboard Country-Singles-Charts geschafft: Ein tolles, gut tanzbares Honkytonk-/Gute Laune-Stück mit allen entsprechenden Zutaten wie klimperndes Honky Tonk-Piano, äußerst "cooler" Gesang und swampigem Rhythmus, wobei die Titelzeile des Liedes bei seinen Live-Gigs vermutlich aus vielen tausend Bier-Kehlen heraus freudig mitgekrischen wird. Stark auch "Eight Second Ride", das in seiner Spielfreude (prächtig rockende Double Leads) an Klassiker der Charlie Daniels Band erinnert, oder "Hard Not To Love You", ein schwüler Southern-Blues mit tollen Slide-Gitarren und herrlich integrierten, weiblichen Ooh-Ooh-Background-Gesängen. Zum Schluß gibt es dann mit dem traumhaften "You Can Thank Dixie" noch eine geradezu "sensationell" schöne Südstaaten-Ballade, mit Ambitionen zum Klassiker. Hier zog Jake seinen Namensvetter Randy Owen (übrigens nicht verwandt mit Jake), seines Zeichens Sänger der Band Alabama, zum Duett heran. Dies ist nicht nur ein intelligenter "PR-Gag", nein, der Song hat es wirklich in sich! Beide Stimmen ergänzen sich eindrucksvoll mit ihrem wunderbaren "Southern-Drawl" zu einer großartigen Einheit, der Text wimmelt nur so voller emotional besungener Südstaaten-Klischees, dazu klares Akustik-Gitarrenspiel in Kombination mit feinen Piano-/Orgel-Fills, sowie jeder Menge grandioser E-Gitarrenfeinheiten, wie herrliche Double-Leads-Passagen in der Mitte, und am Ende ein im Anschluss an ein Drumbreak folgendes, mitreißendes Gitarren-Finish! All das läßt diesen Song zu einer wahren Southern-Hymne avancieren. Ein phänomenales Ende! Southern-Rocker, traut euch..! "Startin’ With Me" ist mal wieder ein bärenstarkes, beeindruckendes Debüt eines sehr vielversprechenden Newcomers in Nashville. "Starten Sie durch", mit Jake Owen! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4324
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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