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A Thousand Horses - southernality [2015]
Gegründet 2010 in Nashville/Tennessee sorgen A Thousand Horses in den amerikanischen Countrycharts gerade für mächtig Furore, denn die erste Single aus ihrem großartigen Debutalbum "Southernality" (vorher hatten sie schon eine EP veröffentlicht), mit dem Titel "Smoke", landete soeben schnurstracks auf der Nummer 1. Was für ein Erfolg! Verdientermaßen, wie wir meinen! Dabei sind A Thousand Horses alles andere als eine reine Countryband. Vielmehr liegen die Roots des Quartetts um die beiden Gitarristen Zach Brown (nicht zu verwechseln mit dem Namensgeber der Zac Brown Band) und Bill Satcher, sowie dem richtig ausstrahlungsstarken Frontmann Michael Hobby (hat eine wunderbar angeraute, erdige Stimme, spielt zudem akustische Gitarre und Harmonica) und Bassmann Graham DeLoach eher in den rockigeren Gefilden, genauer gesagt in denen der Südstaaten. Was somit entsteht "is a high-energy hybrid" aus den Einflüssen solcher klassichen Bands wie The Black Crowes, Lynyrd Skynyrd, The Marshall Tucker Band, The Allman Brothers Band, den "Exile on Main Street"-era Rolling Stones, aber auch von Tom Petty und solchen Countrykollegen wie Dwight Yoakam, angerührt zu einer wunderbar die Balance zwischen erdigem "grit" und radiotauglichen Nashville-Kriterien wahrenden, ungemein erfrischenden Fusion aus kernigem Southern Rock, sattem Countryrock, und New Country, gewürzt mit einem Hauch von Blues und Soul. Somit ist der Albumtitel "Southernality" quasi Programm, denn der Southern Rock-Esprit ist stets spürbar. Mit dieser Musik haben sie sich, vor allen Dimge auch durch ihre kernigen Live-Shows, bereits eine riesige Fanschar erspielt. Das Songmaterial, klug zwischen fetten, kraftvollen, Gitarren-orientierten Rockern und ein paar prächtigen Balladen hin und her balancierend, ist durchweg exzellent. Bis auf wenige, involvierte Co-Writer stammt das gesamte Material aus der Feder der verschiedenen Bandmitglieder. Instrumentell werden sie unterstützt von Drummer Chris Powell (alle Tracks), sowie ein paar vereinzelten Gästen wie Robby Turner (pedal steel), Michael Webb (keyboards) und einer "Horde" weiblicher Background-Sängerinnen, die ordentlich Southern Soul mit einbringen. An den Reglern saß Nashville's zur Zeit heiss begehrter Produzenten-Guru Dave Cobb (u.a. Chris Stapleton, Jason Isbell, Jamey Johnson, Shooter Jennings). Los geht's mit dem mächtig knackigen, kernigen, voller Energie steckenden, zündenden Southern Rocker "First time", bei dem der Einfluss der frühen The Black Crowes deutlich spürbar ist, genau wie ein gewisser "Stonesy swagger". Kochende, straighte Riffs, typische, weibliche Backup-Sängerinnen (ähnlich wie Lynyrd Skynyrd's "Honkettes"), klasse Orgel-Fills und ein glühendes Gitarren-Solo prägen das Bild, genauso wie eine hervorragende Melodie und Michael Hobby's starker, southernrockiger, angerauter Gesang. Ja, die Melodien sind auch so ein Thema, denn die sind durchweg klasse. Wie auch bei dem wunderbaren "Heaven is close", einer tollen New Country-Nummer mit hintergündigem Banjo-Picking, schönen Fiddle-Fills und satten, Lynyrd Skynyrd-mässigen Gitarren-Riffs. Auch diese Nummer schlägt wieder eine großartige Brücke zwischen Southern Rock-Roots und rockenden New Country-Anlagen. Blackberry Smoke meet Montgomery Gentry und einen geradeaus spielenden Eric Church (zu dessen ersten beiden Alben). Dann der bereits erwähnte No. 1-Hit "Smoke": Was ist das für eine traumhaft melodische, knackige, von viel Southern-Flair durchzogene, saftig rockende New Country-Ballade. Hat ein tolles Gitarren-Gewand, inklusive schöner Steel-Fills. Durchaus etwas mainstreamig und auf die Nashville-Belange zugeschnitten wirken hier die recht opulenten Streicher in der zweiten Hälfte des Songs, doch die Nummer an sich ist so stark, das auch das überhaupt kein Problem darstellt. Klasse auch hier wieder der sehr eingängige, aber unterschwellig raue Gesang. Anschließemd geht es mit dem satten, jede Menge Staub aufwirbelnden , dampfenden Countryrocker "Traveling man" wieder richtig ab. Viel Southern Rock-Power und fette E-Gitarren, sowie ein paar bluesige Harp-Fills bestimmen das Geschehen. So geht das munter weiter: Hier und da prächtige, rockige New Country-Nummern, wie etwa das seelige "Tennessee whiskey" oder das moderne, junge "(This ain't no) Drunk dial", hinreissende, southern-fueled Balladen, wie beispielsweise das mit satten Gitarren, Steel, Klavier, Orgel und einer Menge Soul und Gospel-Feeling inszenierte, fantastische "Sunday morning" (diese Nummer wurde übrigens komponiert von sämtlichen Band-Mitgliedern in Kooperation mit dem ex-Black Crowes-Gitarristen Rich Robinson) oder das wunderschöne, sehr New Country-lastige "Back to me", sowie krachende, straighte Riff-Southern Rocker, wie zum Beispiel das powernde "Trailer trashed", geben sich genüßlich die Klinke in die Hand. Ohne jeden Zweifel, A Thosand Horses sind ein "Haufen" hoch talentierter, junger Musiker, die die rockig orientierte und southern-affine, gleichzeitig aber auf eine gewisse Eingängigkeit und Harmonie achtende Klientel in Nashville zielsicher, mit Klasse und mit großartigem Songmaterial bedienen. "Southernality" jedenfalls ist ein super Album geworden. Gratulation, Jungs!

Das komplette Tracklisting:

1. First Time - 4.39
2. Heaven Is Close - 3.57
3. Smoke - 3.40
4. Travelin Man - 4.01
5. Tennessee Whiskey - 3.24
6. Sunday Morning - 3.34
7. Southernality - 2.26
8. (This Ain t No) Drunk Dial - 3.31
9. Landslide - 3.22
10. Back To Me - 3.26
11. Trailer Trashed - 2.45
12. Hell On My Heart - 3.42
13. Where I m Goin - 3.30

Art-Nr.: 8884
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
First time
Heaven is close
Smoke
Travelin' man
Sunday morning
Back to me
Trailer trashed

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Atlas Road Crew - halfway to hopkins [2015]
Blutjunge, hungrige Truppe aus Charleston im U.S.-Bundesstaat South Carolina, die gerade drauf und dran ist, die Herzen der Rock-, Rootsrock- und vor allem der Southern Rock-Fans im Sturm zu erobern. Ja, diese Burschen haben dieses einzigartige, typische "deep down from the south"-Gen, das sie perfekt in ihre Musik integrieren. Ihre Inspiration liegt im klassischen Vintage Rock der Siebziger, aber die Umsetzung und der Sound liegen mit ihrer kreativen Frische total auf der Höhe der Zeit. Das Potential des, wie gesagt, noch sehr jungen Qintetts (alle sind noch in den Zwanzigern) scheint immens zu sein. Jedenfalls klingen sie dermaßen versiert, so seien sie schon ewig im Geschäft - und dazu hoch professionell. Nach einer ersten EP liegt nun das "Full Length Debut" der Truppe vor - und sie Scheibe ist schlichtweg ein "Hammer"! Das Album strotzt nur so vor hochkarätigen Songs und potentiellen Hits, die allesamt, das meinen wir im nur erdenklich positivsten Sinn, "radiotauglich" erscheinen, denn ihre Strukturen und vorzüglichen Melodien gehen sofort ins Ohr und bleiben nachhaltig hängen. Dennoch klingt die Atlas Road Crew niemals zu brav oder kommerziell, ganz im Gegenteil. Sie spielen herrlich rotzig, wenn nötig auch dreckig, sehr kraftvoll, brodelnd, völlig zwanglos, unbeschwert und unwiderstehlich frisch. Die Balance stimmt einfach. Bei ihrer packenden Mixtur aus traditionellem amerikanischen Rock, Guitar Classic Rock, einem Hauch von Blues und Psychedelic, Rootsrock und den allgegenwärtigen Southern Rock-Einflüssen springt der Funke unmittelbar über. Da finden wir Spuren von Led Zeppelin über The Black Crowes, von The Allman Brothers Band über Lynyrd Skynyrd, von den Rolling Stones über Credence Clearwater Revival, bis hin zu den Kings of Leon. Aber auch solch jüngere Bands, wie etwa The Dirty Guv'nahs, Blackberry Smoke oder Robert Jon & The Wreck tummeln sich auf dem gleichen Terrain wie die Atlas Road Crew. Die Musiker sind einfach großartig, allen voran Frontmann, Gitarristen und Sänger Taylor Nicholson, der über ein fantastisches, leicht angerautes, "soulful" Organ verfügt (klingt zuweilen wie eine superbe Kombination aus Chris Robinson, UFO's Phil Mogg und Caleb Followill von den Kings of Leon), der bereits über eine immense Ausstrahlung verfügt. Komplettiert wird die Truppe von Dave Beddingfield (lead guitar), Bryce James (piano, organ), Max Becker (bass) und Patrick Drohan (drums), wie geagt, alle mit köchster Kompetenz unterwegs. Herz, Leidenschaft, Spielfreude, tolle Gitarren, immer wieder ergänzt durch großartige Piano- und Orgel-Sequenzen und eine äußerst satte, knackige, klare, auf den Punkt gebrachte Produktion (5 Tracks wurden produziert von Rick Beato, u.a. Needtobreathe, Trey Anastasio, Shinedown) bestimmen das Bild. Einen schwachen Song sucht man auf dem Album absolut vergebens. Los geht's mit dem von herrlichen, lockeren, transparenten Gitarren und erdigen, kraftvollen Riffs bestimmten, mit wunderbaren Hooks durchsetzten Roots-/Southern Rocker "Voices", der sich mit seiner tollen Melodie sofort tief in unsere Gehörgänge schraubt. Sofort weht einem dieser wohlige "smell of the south" um die Nase - einfach eine Wonne. Lead Gitarrist Dave Beddingfield brilliert gleich mit einem quirligen, zündenden Solo und Sänger Taylor Nicholson überzeugt mit viel Seele. Die Band hat den Zuhörer sofort im Griff. Bärenstark! Prächtige, bluesige Retro-/Pyschedelic-Riffs, ein schönes Southern-Flair und der Vibe der Kings of Leon bestimmen das folgende, famos inszenierte "Black eye sunrise", das eindrucksvoll zeigt mit welch ausgefuchsten Songwriting-Qualitäten und mit welcher Kreativität und Explosivität die Burschen am Werk sind. Das hat richtig Biß, aber auch wieder ein wunderbare Melodie. Starkes Gitarrenspiel! Nach dem fulminanten, dreckigen "Low Country Blues", einem voller Drive steckenden Slideguitar-getränkten Southern-/Swamp-Boogie (herrlich klimperndes Piano in Verbindung mit den kochenden Gitarren) wird es langsamer im Rhythmus. Feinste Acoustic Gitarren-Riffs, überaus harmonische Lead Gitarre, eine fantastische Orgel- und Klavier-Untermalung, dazu eine unwiderstehliche Melodik, Kraft und erdiger Gesang - das sind die Zutaten der hinreissenden Rootsrock-/Southern Rock-Ballade "Wasted time". Ja, das ist es, das sprichwörtliche "Holz" aus dem die so begnadeten Southern-Balladen "geschnitzt" sind. Wirkt wie eine magische Kombination aus The Marshall Tucker Band und The Black Crowes, angereichert mit der Ideen der Atlas Road Crew. Und weiter jagt ein Highlight das nächste: Ob der satte, straighte, von glühenden Gitarren geprägte Classic-/Southern Rocker "Lose control", der brodelnde, forsch nach vorn rockende, toll groovende, feurige Boogie "Halfway to Hopkins" (hier "brennt die Hütte"), das wunderschöne, mit vielschichtigen Gitarrenlinien aufwartende und einem tollem Orglespiel unterlegte "Abilene", oder das gar an "tighte", southern-rockige Bad Company erinnernde, sehr knackige, satt rockende "Betty" - die Band macht einen "Hammer"-Job. Wie sagt es ein amerikanischer Rezensent so schön ein seinem Fazit? "Don't miss this sensational band". Das unterschreiben wie vorbehaltlos. Saustarke Truppe, grandioses Album! Einfach nur "heiß"!

Das komplette Tracklisting:

1. Voices - 4:35
2. Black Eye Sunrise - 4:18
3. Low Country Blues - 3:50
4. Wasted Time - 4:08
5. I Want You to Know - 3:25
6. Lose Control - 3:11
7. Weeping Will - 4:43
8. Halfway to Hopkins - 2:46
9. Runaway - 3:02
10. Abilene - 3:22
11. Betty - 4:56

Art-Nr.: 9040
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Voices
Black eye sunrise
Low Country Blues
Wasted time
Lose control
Halfway to Hopkins
Abilene
Betty

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Black Lillies, The - hard to please [2015]
"One of the coolest records released in 2015" heisst es in einem der vielen überschwenglichen U.S.-Reviews über das großartige, vierte Album "Hard to please" der Black Lillies aus Knoxville/Tennessee. In der Tat zählt das Quintett um Frontmann, Sänger, Songwriter und Multi-Instrumentalist Cruz Contreras zu den vielleicht Interessantesten und besten, neueren Acts der Roots-/Americana-/Countryrock- und Alternate Country-Szene. Ihr unendliches Touring und ihre bisherigen, exzellenten Alben verhalfen ihnen in der Heimat zwar längst zu einer riesigen Fanschar und hohen Reputation unter den Kritikern und Experten, aber in der erweiterten Americana-Gemeinde ist ihnen die große Aufmerksamkeit bislang noch versagt geblieben - völlig zu Unrecht, wie wir meinen. Was die Black Lillies anbieten und was wir speziell auch auf ihrem neuen, wundervollen Album erleben, ist größte musikalische Kompetenz und geballte Songkraft, gepaart mit viel Herz, Leidenschaft, jeder Menge Seele und Authentizität, musikalischem Abwechslungsreichtum und herrlicher, unbekümmerter Lockerheit. "Their music is breakneck, brazen and beautiful; gentle Laurel Canyon folk, the honky-tonk heartache of classic country, winding jams and flat-out rock n roll ... but full of the spirit of the open road, heading down the highway and not about to stop anytime soon.", heisst es dazu in einem U.S.-Statement. Wie hoch die musikalische Anerkennung der Black Lillies ist und aus welch unterschiedlichen Lagern die Fans der Band kommen, zeigt auch die Tatsache, dass die Black Lillies nicht nur mit begeisternden Auftritten auf solchen Festivals wie "Bonnaroo", "SXSW" und dem "CMA Fest" gefeiert wurden, sondern auch die Independent Band mit den bislang meisten Auftritten in DEM Country-Mekka, der "Grand Ole Opry" in Nashville/Tennessee sind. Ja, die Einflüsse der Band kommen aus allen Richtungen: Roots, Blues, Rock, Soul, Country, Folk, Jazz, wobei das Fundament ihrer Musik allerdings klar aus dem Country und Countryrock generiert ist. Das neue Album ist vollgepackt mit herrlichen Songs, mal schön rau und rootsig, mal traumhaft harmonisch und mit hinreissenden Melodien versehen, mal progressiv und folkig - immer prächtig hängen bleibend. Cruz Contreras ist ein erstklassiger, charismatischer Sänger, der aber mit der vorzüglichen Trisha Gene Brady eine nicht minder ausstrahlungsstarke Partnerin an seiner Seite hat, mit der er sich bei dem ein oder anderen Stück den Lead-Gesang im Duett aufteilt. Einen Song, das soulige, bluesige "The first time" singt Trisha allein. Die beiden ergänzen sich perfekt zueinander. Saustark spielt auch Lead Gitarrist Daniel Donato auf, der immer wieder mit großartigen Gitarrenlinien und -soli überzeugt. Los geht's mit dem exzellenten Titeltrack des Albums, "Hard to please, einem schön dreckigen, rauen, leicht bluesig angehauchten, kraftvollen, mit klasse Bläser-Fills angereicherten, prächtig groovenden Rootsrocker. Hat viel Seele und ein tolles Retro-Feeling. Tierisches E-Gitarren-Spiel, viel Druck! Ganz anders die zweite Nummer: "That's the way it goes down" ist ein wunderbar flockig startender, im Verlauf aber immer knackig werdender, flotter, wunderbar ins Ohr gehender, melodischer Roots-/Countryrocker voller wunderbarer Harmonien. Baut eine gute Dynamik auf und besticht mit einem tollen Gitarrensolo in der Mitte. Jede Menge Soul und viel Gefühl schleicht sich durch das begnadete "Mercy", eine wunderbare Roots-Ballade im dezenten Sixties-/Seventies-Flair. Cruz und Trisha performen in einem herrlichen Duett. Toller Orgel-Background, großartiges Wurlitzer-Piano und prächtig integrierte Gast-Bläser bilden eine untrennbare Einheit mit der wunderbaren Melodik und dieser unterschwelligen, zwanglosen Rauheit. Fabelhaft! Ganz groß auch das lockere, weitestgehend akustisch gehaltene, etwas folkige "Bound to roam" mit seinen lässigen Drums sowie den feinen Mandolinen-, Fiddle- und Dobro-Klängen. Dann das herausragende "Dancin'": Was für ein wunderschöner, flotter, locker "stampfender", hinreissender, Country-/Countryrock-Track, gespickt mit fantastischen E-Gitarren- und Pedal Steel-Licks. "We'll go dancin', dancin' me and you, got that sunshine feeling, chase away these blues" singen Cruz und Trisha - und man kann sie bei dieser Musik unmittelbar zu spüren, die Lust zu tanzen und all den Blues des Alltags hinter sich zu lassen. Eine Wonne, diese Nummer! Wie auch das wundervolle, ruhige, ungemein melodische, mit tollem Acoustic Gitarren-Picking und großartigen Pedal Steel-Fills, inklusive eines herrlichen Solos, versehene "Desire". "40 days" hingegen ist ein kerniger Roadhouse-/ Roots Rock'n Roller mit tollem Piano-Geklimper, Bluesharp und klasse E-Gitarren, der eine Tourphase der Band mit 40 Gigs in 40 Tagen zum Thema hat. Wie gesagt, das wirkt alles durch und durch authentisch und musikalisch ungemein versiert. Die Black Lillies sind auf dem Weg, sich in dem Kreis der Americana-Elite fest zu etablierten. "Hard to please" wird seinen Beitrag dazu leisten. Tolles Album ohne einen einzigen schwachen Song! Wir wiederholen das Zitat vom Anfang: "One of the coolest records released in 2015".

Das komplette Tracklisting:

1. Hard to Please - 4:11
2. That's the Way It Goes Down - 3:50
3. Mercy - 4:15
4. The First Time - 4:30
5. Bound to Roam - 5:13
6. Dancin' - 4:44
7. Desire - 4:33
8. 40 Days - 4:15
9. Broken Shore - 5:38
10. Fade - 4:05

Art-Nr.: 9012
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Hard to please
That's the way it goes down
Mercy
Bound to roam
Dancin'
Desire
40 days

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Brothers Osborne - pawn shop [2016]
Tolles, in Nashville mit viel Vorschuss-Lorbeeren bedachtes Debütalbum der Brothers Osborne. Der mit einer prächtigen Stimme gesegnete T. J. Osborne (variiert irgendwo zwischen Radney Foster und Trace Adkins – spielt auch akustische Gitarre) und der großartige Gitarrist und Multi-Instrumentalist John Osborne (neben der E-Gitarre u. a. auch Mandoline, Banjo, Pedal Steel, Mundharmonika), aka Brothers Osborne, legen mit "Pawn Shop" ein bärenstarkes Major Label-Debut vor. Die beiden, im Übrigen auch exzellente Songwriter (sind an sämtlichen Nummern kompositorisch beteiligt – dazu gesellen sich noch viele arrivierte Schreiber wie u. a. Craig Wiseman, Shane Mc Anally, Casey Beathard, Ross Copperman, Sean McConnell, Jessi Alexander) gelten als einer der heißesten neuen, jungen Nashville-Acts. Mit Recht! Ihr abwechslungsreicher, zündender Country und New Country balanciert geschickt zwischen kerniger, alter Outlaw-Tradition und dem modernen Flair des jungen, "wilden" Nashville. Der Opener "Dirt Rich" groovt sofort richtig herrlich mit einer blechernen Banjo-Führung lässig vor sich hin; kurz aufheulende Fiddle und ein erdiges E-Gitarren-Solo machen direkt Appetit auf mehr. Und es folgt eine Ansammlungen esrtklassig inszenierter Nummern ohne jeden Ausfall, die den Zuhörer aufgrund ihrer Variabilität, exzelennten Strukturen und höchster musikalischer Kompetenz regelrecht in ihren Bann ziehen. Klassische Country-Traditionen und (southern)rockige Einflüsse kombinieren die Musiker in einem idealen Verhältnis. Das die beiden darüber hinaus auch Sinn für tolle Melodien haben, beweist zum Beispiel das nostalgisch angehauchte "21 Summer". Das bärenstarke Stück "Stay A Little Longer" ist wohl einer der Auslöser für den derzeitigen Hype um die Brüder. Der Heartland-trächtige, schön rockige Song wartet am Ende mit einem für eine Single völlig überraschenden, ellenlangen, fast improvisiert wirkenden, kernigen, erdigen E-Gitarren-Solo (ungemein versiert, variabel und filigran von John gespielt) auf, wie man es sonst vielleicht nur bei Live-Konzerten von einem Keith Urban oder Brad Paisley geboten bekommt. Mutig, extravagant, fantastisch umgesetzt und umso schöner, dass solche Qualität auch mit entsprechendem Erfolg und Anerkennung von Experten und Fans belohnt wird. Das Lied befindet sich zur Zeit auf Platz 4 der Billboard-Charts und ist, verdientermaßen, wie wir meinen, sogar Grammy-nominiert. Das humorvolle, dezent swampige Titelstück "Pawn Shop" wird von einer markanten Dobro begleitet. Es erinnert ein wenig an Little Big Towns Megahit "Pontoon", nur in einer etwas cooleren und introvertierteren Fassung. Wie schon einige Interpreten zuvor, haben auch die Brüder Osborne ihre Vorliebe zu Rum in einem relaxten, launigen Track ("Rum") verarbeitet. Lee Ann Womack assistiert mit tollen Harmoniegesängen beim knackigen "Loving Me Back". Erneut Heartland Rock-umweht kommt "American Crazy" daher. Toll auch hier wieder Johns brillantes E-Gitarrenspiel. Schön rraditionell geht’s mit dem ganz feinen "Greener Pastures" weiter, das sogar interessant für Line Dancer sein dürfte. Herrlich das frech, im Stile von The Cadillac Three gespielte und rotzig dahinstampfende, knackige "Down Home" mit gurgelnder Orgel und starken Slide-Einlagen. Hat ein schönes Southern-Flair. Ein wenig Cash-inspiriert und mit an Big & Rich zu Anfangstagen reminiszierenden Harmoniegesängen überzeugt das introvertierte "Heart Shaped Locket". Zum Abschluss poltert das rhythmische und auch lyrisch sehr starke "It Ain’t My Fault" in rauer Trace Adkins-Manier aus den Lautsprechern. Klasse hier auch die, von John mit seiner E-Gitarre eingebrachte, leicht psychedelische Note. Ein tolles Ende! Die Brothers Osborne, alias T.J. und John Osborne begeistern mit ihrem Erstling "Pawn Shop" auf ganzer Linie und legen direkt zu Beginn des Jahres die Messlatte in Nashville auf einen ordentlich hohes Niveau. Diese Burschen bringen mächtig Schwung und Frische in die Country- und New Country-Musik von Nashville. Das nehmen wir mit großer Freude wahr. Sie wirken zuweilen ein wenig wie eine erfrischende Kombination aus modernen Montgomery Gentry und Trace Adkins, dem großartigen Eric Church, mit einem Hauch von Radney Foster und Waylon Jennings. Produziert hat Jay Joyce (u. a. Eric Church, Little Big Town, Zac Brown Band, John Hiatt, und, und, und...). Ein prächtiges Album! Vielleicht mit das aufsehenerregendste Debüt seit dem von Chris Stapelton! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Dirt Rich - 2:51
2. 21 Summer - 3:34
3. Stay A Little Longer - 5:35
4. Pawn Shop - 2:44
5. Rum - 3:33
6. Loving Me Back (feat. Lee Ann Womack) - 4:19
7. American Crazy - 2:39
8. Greener Pastures - 2:52
9. Down Home - 3:39
10. Heart Shaped Locket - 3:36
11. It Ain't My Fault - 3:36

Art-Nr.: 9075
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

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Capps, Grayson - the lost cause minstrels [2011]
"One of the finest Southern troubadours", Grayson Capps, mit seinem fünften Album - einer überaus inspirierten, feurigen, spannungsgeladenen Mixtur aus dreckigem Rootsrock, Americana, klassischem Storytelling, brodelndem Blues und kochendem Southern-/Swamp-Rock, die einen unmittelbar packt und nicht mehr los lässt. Der in Opelika/Alabama geborene, nach vielen verbrachten Jahren in Nashville und anschließend in New Orleans nun wieder nach Alabama (Mobile) zurückgekehrte Capps gilt schon seit Jahren als ein Liebling der amerikanischen Kritiker - völlig zu Recht. "Take the poetry of Texas troubadour Townes Van Zandt, combine with Steve Earle s edgy attitude and stir with a little cup of the bayou-blues (think Howlin' Wolf) and you start to get a taste of Capps's scrumptious gothic gumbo", heisst es beispielweise in einer Stellungnahme. Das passt absolut, doch man sollte es bezüglich des neuen Albums noch etwas spezifizieren. "The lost cause minstrels" (so nennt er im übrigen auch seine aktuelle, fantastische Band, ein "who's who of the finest players on the Gulf Coast music scene") strotzt nur so vor bluesigen, swampigen und southern-souligen Elementen, verbunden mit einem wunderbar rootsigen, Country- und Americana-Flair, besticht mit umwerfenden Grooves und grandiosem Songwriting sowie hin und wieder mit einem prächtigen, geheimnisumwitterten, mystischen "Voodoo"-, manchmal auch einem unterschwelligen "Southern Gothic"- und "Los Angeles Noir"-Feeling. Eine magische, faszinierende Mischung! Sehr stark wirken in diesem Zusammenhang die markanten "Choruses" in vielen Refrains, Die, wie gesagt, durchweg exzellenten Songs, wirken immer rau und ursprünglich und sind dennoch, produziert von Trina Shoemaker (Queens of the Stone Age, Dylan Leblanc, Sheryl Crow) und Grayson Capps, in einem prächtigen Sound umgesetzt. Manchmal hören wir großartige, lockere Singer-/Songwriter-Nummern in bester Steve Earle-Manier, dann dynamischen, rootsigen Twang-Rock, mal einen heissen Roadhouse-Blues, typische New Orleans-Klänge, urigen Memphis-Soul, dann wieder kochenden Dixie-fried Swamp-/Blues-/Southern Rock. Doch so abwechslungsreich und unterschiedlich die Songs auch sein mögen, sie sind untrennbar miteinander verbunden. Der exzellente Opener "Highway 42" beispielsweise ist ein herrlich groovender, voller Southern- und Swamp-Soul steckender, flotter, lockerer, dennoch sehr erdiger Rootsrocker mit einem klasse Countryrock-Touch, arrangiert in einem erstklassigen Banjo-, Gitarren-, Mundharmonika-Gewand. Tolle Melodie! Am Schlagzeug sitzt hier übrigens der gute, alte Jerry Marotta. Oder das auf tollem Drumming und einer viel Spannung aufbauenden Storyteller-Mentalität basierende, schön bluesig und jazzig groovende, dabei jede Menge New Orleans-Dixieland-Flair versprühende, faszinierende "Coconut moonshine" (saustark hier die effizient integrierten, heissen Bläser-Segmente), der schwer groovende, von rauen, fetten E-Gitarren dominierte, druckvolle, die Sümpfe ordentlich zum Brodeln bringende Mississippi Southern Rocker "John the dagger" (pendelt irgendwo an der Schnittstelle zwischen Anders Osborne und Gov't Mule, starke Slide-Licks), das traumhaft in Szene gesetzte Taj Mahal-Cover "Annie's lover" (ein wunderbar melodischer, flüssiger, lockerer Country-Blues mit tollen Lap Steel-Linien und feinen Piano-Klängen), das total an Little Feat erinnernde, mit einem schönen Mardi Gras-Feeling versehene, jammige "Ol' slac", wie auch der kochende, ungemein kraftvolle, dreckige Blues-/Southern Rocker "No definitions", der schließlich in einem minutenlangen, zündenden, fetten Gitarrensolo mündet (Capps' Gitarrist Corky Hughes mit einer Bravourleistung) - all diese Nummern üben eine magische Anziehungskraft aus. Auch Capps' starke, Staub-gegerbte Stimme passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge zu dieser großartigen Musik. "The lost cause minstrels" ist vielleicht sogar Capps' beste Arbeit bislang überhaupt. Ein tolles Werk eines charismatischen Singer-Songwriters "deep from the heart of the south".

Das komplette Tracklisting:

1 Highway 42 - 3:57   
2 Coconut Moonshine - 4:17   
3 John the Dagger - 3:25   
4 Jane's Alley Blues - 4:07   
5 Chief Seattle - 4:17   
6 Yes You Are - 4:23   
7 Annie's Lover - 2:41   
8 Ol' Slac - 4:29   
9 Paris, France - 2:51   
10 No Definitions - 6:05   
11 Rock 'n' Roll - 3:42

Art-Nr.: 7418
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Highway 42
Coconut moonshine
John the dagger
Jane's Alley Blues
Chief Seattle
Annie's lover
No definitions

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Church, Eric - mr. misunderstood [2015]
Irre! Ein Album wie aus dem Nichts! Und was für ein Killer-Teil! Es gab keinerlei Anzeichen, dass Eric Church ein neues Album in der Pipeline hätte - nicht die Spur. Dann, am Dienstag (3.11.2015) und Mittwoch (4.11.2015) bekamen die Mitglieder des "The Church Choir", das ist der Fanclub Eric Church's, plötzlich die Nachricht von einem brandneuen Album - und schon war es auch schon auf seiner Website und bei einem Digital-Anbieter verfügbar. Jetzt, gerademal eine Woche später, liegt auch schon die "echte" CD vor - und wir haben sie hier! So spektakulär diese Veröffentlichung von statten ging, so apektakulär ist das Resultat. Keiner der 10 neuen Songs auf "Mr. Misunderstood" schwächelt auch nur ansatzweise. Eric Church mit einem brillanten Output! Es ist toll zu beobachten, dass der Country-Superstar, der in der jüngeren Vergangenheit "tonnenweise" mit Mega-Erfolgen aufwarten konnte, sich stetig weiter entwickelt und weiter wächst, auch als Singer-Songwriter. Alle 10 Stücke hat Church mitkomponiert, die Hälfte davon hat er komplett allein geschrieben. Und eine Nummer ist stärker, als die andere. Komplett eingespielt mit seiner Touring Band und Produzent Jay Joyce, der zusätzlich Gitarre spielt, hören wir Eric Church auf einem neuen, kreativen Höhepunkt. Der mächtige Bombast und die soundmässige Effekthascherei des dennoch hervorragenden Vorgänger-Werkes "The outsiders" ist weitestgehend verschwunden. Wir erleben Church und seine Band deutlich zurückgenommener, klarer, und musikalisch und instrumentell auf den Punkt gebracht. Das neue Werk ist ein fantastisches, zeitgemässes, modernes Countryalbum geworden - und doch wird es den Traditionalisten wohl wieder zu "rockig", zu rootsig, zu vielschichtig, zu stark unterlaufen von anderen Musikrichtungen sein. Ja, wir hören deutliche Eibflüsse von Americana, Soul, Southern Rock, und vor allen Dingen von Roots- und Heartland Rock - und dennoch ist das Country! Country mit dem Zeitgeist des Jahres 2015 - innovativ und kreativ auf höchstem Niveau. Was ist der Bursche dabei in der Lage für wunderbare Melodien zu kreieren. Genial gleich der Opener, das Titeklstück "Mr. Misunderstood": Fängt bedächtig und schön balladesk, in einem akustischen Rahmen an. Doch als die Drums und die komplette Band einsetzen, entwickelt sich ein herrlich knackiger, ja kerniger, erdiger, straighter, stetig im Tempo anziehender Heartland-/Countryrocker, der sich mit seiner traumhaften Melodie tief in unseren Gehörgängen festsetzt und nicht mehr weichen will. Diese Nummer würde "wie gemalt" auch in den Fundus eines Bob Seger oder John Mellencamp passen. Einfach famos! Und so geht das munter weiter. "Mistress named music" bringt alte Southern Rock-Tage ala The Marshall Tucker Band oder Lynyrd Skynyrd in Erinnerung, das rootsrockige "Knives of New Orleans" besticht mit einem feinen Americana-Flair und abermals einem Touch Heartland Rock, sowie einem tollen Groove, und das herrlich melodische, völlig locker dargebotene "Round here buzz" mit seinen transparenten Gitarren ist allerbester, lupenreiner, zeitgemässer Nashville New Country, reif für einen kommenden Nr. 1-Hit Churchs. Eine weitere herausragende Nummer hören wir mit der hinreissenden, R & B-/Blues-/Soul-/Roots-Ballade "Mixed drinks about feelings", die Eric mit der grandiosen Susan Tedeschi (Tedeschi Trucks Band) im Duett vorträgt. Ein klares Statement dafür, welch große Reputation Church mittlerweile auch in Genre-übergreifenden Musikerkreisen genießt. Großartig auch das genauso flockige, wie knackige, mit einem unwiderstehlichen Country-Charme ausgestattete "Record year", wie auch das das Album abschließende, seinem kleinen Sohn gewidmete "Three year old", eine wahres Musterbeispiel einer genauso modernen, wie rootsigen, ursprünglichen, unaufdringlichen, wunderschönen Countryballade. "Mr. Misunderstood" ist so eine seltene Art von Album, von dem die Fans eines Künstlers träumen, denn es demonstriert in beeindruckendster Art und Weise die gesamte Bandbreite und Fähigkeiten ihres Lieblings. "The sky's the limit". Ja, Eric Church ist unter diesen vielen, jungen Stars in Nashville etwas ganz Besonderes - und zwar im nur erdenklich positivsten Sinne. Besser als momentan war dieser Mann noch nie. Eines DER Highlights unter Nashville's Veröffentlichungen 2015!

Das komplette Tracklisting:

1. Mr Misunderstood - 5.19
2. Mistress Named Music - 5.22
3. Chattanooga Lucy - 3.22
4. Mixed Drinks About Feelings (feat. Susan Tedeschi) - 2.58
5. Knives of New Orleans - 4.01
6. Round Here Buzz - 3.34
7. Kill a Word - 3.19
8. Holdin' My Own - 3.55
9. Record Year - 2.59
10. Three Year Old - 3.46

Art-Nr.: 9034
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Daniels Band, Charlie - deuces [2007]
Ein gutes Vierteljahr nach "Live from Iraq" ist die Charlie Daniels Band schon wieder mit einem neuen Album am Start - und Leute, dieses Teil hat es wahrhaft in sich! Das ist eine extrem starke Vorstellung! Für "Deuces", der Titel lässt es bereits vermuten, haben sich der gute alte Charlie und seine Jungs eine hochkarätige Schar seelenverwandter Duettpartner ins Studio geholt, um sich gemeinsam mit ihnen der Neueinspielung einiger ausgesuchter und hoch interessanter Coverversionen, früherer Charlie Daniels-Klassiker und auch neuer Stücke zu widmen. Und das ist ihnen einfach in bestechender Art und Weise mit einem prachtvollen Spagat zwischen lupenreinem, voller Pfeffer steckendem Southern Rock, fettem Countryrock und zwei/drei bluegrassigen Exkursionen gelungen! Dabei sind die teilweise sehr berühmten Songs der "fremden" Interpreten nicht "einfach nur" gecovert, nein die Charlie Daniels Band und ihre Gäste drücken diesen Neu-Interpretationen nachhaltig ihren ganz eigenen Stempel auf, gestalten sie komplett um und hauchen ihnen damit vollkommen neues Leben ein. Nehmen wir zum Beispiel den legendären Ray Charles-Klassiker "What'd I say" (der Album-Opener), aus dem die Charlie Daniels Band und Travis Tritt einen bärenstarken, fulminanten, mächtig brodelnden, waschechten Swamp-/Southern-/Blues-/Groove-Rocker der allerersten Güte zaubern, der den goldenen Zeiten der früheren CDB in nichts nachsteht. Prächtige, kochende Slide- und glühende E-Gitarren, southern-soulige, weibliche Background Vocals, wunderbar rhythmisches Drumming und erstklassige Orgel-/Piano-Fills sorgen in großartigem Zusammenspiel für die nötige Würze. Nicht viel anders verhält es sich beim folgenden "Signed, sealed, delivered, I'm yours". Auch aus diesem berühmten Stevie Wonder-Hit bastelt die CDB, diesmal zusammen mit dem seeligen, röhrenden Organ Bonnie Bramlett's, eine tolle, von glühenden Gitarren und klimperndem Piano durchzogene, kernige, brennende Classic Southern Rock-Nummer voller "Soul"! Dann der nächste "Knaller": "Jackson", jener alte von so vielen Künstlern gecoverte Evergreen (u.a. Nancy Sinatra & Lee Hazelwood, Johnny Cash...), eingespielt zusammen mit "Redneck woman" Gretchen Wilson steht auf dem Programm! Wow, und was rockt diese Nummer plötzlich! Herrliche Dual Lead-Guitars, ein pochender, straighter Rhythmus, dreckige Southern-/Swamp-Riffs, hervorragende Gesangsleistungen vom alten Charlie und Gretchen, pure Emotion und Authentizität - ein feuriges, saustarkes "blue-collar" Hi-Energy Southern-/Countryrock-Juwel par excellénce! Respekt, Respekt! Im Anschluß daran hören wir eine klasse Fassung des ewig jungen Robbie Robertson-/The Band-Klassikers "The night they drove old dixie down", vorgetragen im Duett mit dem unverwechselbaren Vince Gill, ehe erstmals die bluegrassige, reine Countryseite des Charlie Daniels zum Vorschein kommt. Bob Dylan's "Maggie's farm" wird interpretiert, und zwar in einer mitreißenden, Banjo-driven Uptempo-Version! Mit dabei: die Scruggs-Familie um Randy, Gary und dem legendären Banjo-Picker Earl Scruggs. Darüber hinaus ergänzt Charlie die Nummer mit glänzenden Fiddle-Passagen! Und weil's so schön ist, schiebt man gleich mit der wunderbaren Dolly Parton-Nummer "Daddy's old fiddle" noch einen Song gleichen Kalibers hinterher, natürlich vorgetragen im Duett mit Dolly! Starkes, locker nach vorn gehendes Drumming, großartige Fiddle- und Banjo-bestimmte Squaredance-Atmosphäre! Es folgen jede Menge weiterer, wirklich erstklassiger Duette (u.a. eine feine Version von "Like a rolling stone" mit Hootie & the Blowfish's Darius Rucker als Partner, ein phantastisches Remake des alten Charlie Daniels Band-Klassikers "Long haired country boy", eingespielt zusammen mit Brooks & Dunn in allerbester Southern Rock-Manier, inklusive wunderbarer Slide- und E-Gitarren-Passagen in Verbindung mit Taz DiGregorio's vorzüglicher Hammond Orgel, oder der gut abgehende Southern-/Countryrock-Feger "Drinkin' my baby goodbye" zusammen mit Montgomery Gentry), ehe zum Abschluß des Albums noch ein absolutes Highlight für die puren Southern Rock-/Jamrock-/Gitarren-Liebhaber auf dem Programm steht. Country Neo-Traditionalist Brad Paisley, bekanntermaßen ein grandioser Gitarren-Virtuose, und Charlie Daniels haben mit dem Instrumental "Jammin' for Stevie" eine grandiose Hommage an Stevie Ray Vaughan komponiert und zusammen mit Stevie Ray's Original Rhythmus-Fraktion "Double Trouble" (Chris Layton -Drums, Tommy Shannon - Bass) eingespielt. Hier gibt's alles, was das Southern-Herz begehrt. Eine geradezu traumhafte Demonstration lockeren, melodischen, flüssig vor sich hin fließenden Twin Guitar-/ Dual Lead Guitar-Spiels, bei dem einem nahezu alle Größen des Genres von Duane Allman bis Dickey Betts oder Toy Caldwell bis Stevie Ray in den Sinn kommen. Brad Paisley und Charlie Daniels mit einem 6-minütigen Southern Rock-Gitarren-Genuß, der allein schon den Erwerb dieses Albums lohnt! Von vorn bis hinten ein bärenstarkes Werk der Charlie Daniels Band und ihrer Freunde, das gut 55 Minuten lang fetten Southern Rock, kernigen Countryrock und ein paar großartige bluegrassige Einlagen bietet, die einen schlichtweg begeistern! Charlie rocks - auch im "hohen" Alter! Hut ab!

Das komplette Tracklisting:
1 What'd I Say - 4:15 (mit Travis Tritt)
2 Signed Sealed Delived I'm Yours - 4:06 (mit Bonnie Bramlett)
3 Jackson - 4:23 (mit Gretchen Wilson)
4 The Night They Drove Old Dixie Down - 4:00 (mit Vince Gill)
5 Maggie's Farm - 3:50 (mit Earl, Gary und Randy Scruggs)
6 Daddy's Old Fiddle - 3:51 (mit Dolly Parton)
7 Like a Rolling Stone - 4:59 ( mit Darius Rucker)
8 Evangeline - 3:37 (mit The Del McCoury Band)
9 Let It Be Me - 3:59 (mit Brenda Lee)
10 Long Haired Country Boy - 4:20 (mit Brooks & Dunn)
11 God Save Us All from Religion - 3:50 (mit Marty Stuart)
12 Drinkin' My Baby Goodbye - 3:43 (mit Montgomery Gentry)
13 Jammin' for Stevie [Instrumental] - 6:05 (mit Brad Paisley)

Art-Nr.: 5313
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Drivin' N' Cryin' - live the love beautiful [2019]
34 Jahre nach ihrer Gründung in Atlanta/Georgia, 33 Jahre seit ihrem sträflich unterbewertetem Debutalbum "Scarred but smarter" und 10 Jahre nach ihrem bislang letzten, famosen Werk "Great American Bubble Factory" stellen wir begeistert fest: Drivin' N' Cryin' veröffentlichen noch immer herausragende, ja geradezu famose Alben. Ihr neues Teil "Live the love beautiful" ist schlicht und ergreifend "one hell of an album". Zeitloser, voller Power steckender, fetter American Rock'n Roll in all seinen Facetten - vom Rootsrock zum Americana und vom Blues, über den stetig spürbaren Southern Rock, bis hin zum Psychedelic Rock, alles in einem packenden, satten, und sehr transparenten, kernigen Gitarrengewand (auch Twin Guitars und wunderbare Slideguitar), dreckig, rau, retro und voller prächtiger Melodien. Drivin' N' Cryin' um ihren charismatischen Frontmann Kevn Kinney ("you can take Kinney out of the South, but you can’t take the South out of Kinney", sagte einmal ein amerikanischer Journalist über ihn - und damit hat er absolut recht) wirken nach all den Jahren noch immer völlig unverbraucht, frisch, voller Elan, ja fast stärker als je zuvor. In Quartett-Besetzung (neben Kinney mt seinem unverwechselbaren, etwas nasalen, "knarzigen" Gesang, an diversen Gitarren und Mundharmonika, sind noch sein alter Weggefährte aus der Gründungszeit, Tim Nielsen am Bass, Mandoline und Background Gesang, sowie der bärenstarke, zweite Gitarrist Laur Joamets und Drummer Dave Johnson mit an Bord, sowie einige Gäste, wie der gute alte Georgia Satellites-Recke Dan Baird, Elizabeth Cook und Aaron Lee Tasjan, der das Album auch pßroduzierte), spielen sie in ihrer typischen, unbekümmerten Art auf, als hätten sie den Moment ihres neuerlichen Outputs herbeigesehnt, wie nichts anderes in ihrem Leben. Es "platzt" regelrecht aus ihnen heraus, dieses fantastische Songmaterial - voller Seele, voller Spirit, voller Inspiration! Spuren von Gov't Mule und The Black Crowes sind wahrnehmbar, genauseo wie von Lynyrd Slynyrd, The Allman Brothers Band, den Rolling Stones, Big Head Todd And The Monsters, Big Star, den Drive-By Truckers und Tom Petty. Gerade Mr. Petty hinterlässt jede Menge Spuren in dem fantastischen Opener des Albums, "Free ain't free", einem sehr zeitkritischen, saustarlken Song über die Illusion und den Zerfall des amerikanischen Traums. Fängt zunächst etwas verhalten an, mit mahnendem, passendem Sprechgesang von Kevn Kinney, ehe ordentlich fette E-Gitarren-Riffs dazwischen preschen und eine gewaltige Kraft ausstrahlen. Zum Ende hin legt auch das Tempo richtig zu. Alles ist eingebunden in eine klasse Melodie und, trotz des rauen Grundklimas, überaus vielschichtige, sehr harmonisch ineinander greifende E-Gitarren, inklusiver toller Soli, zweier Lead-Gitarren und Slide. Ein 'Mörder"-Auftakt! Das folgende "I used to live around here" komplettiert die dynamische "Eröffnungssalve" des Albums mit einem rauen, erdigen, herrlich riffigen Rootsrock-Ambiente. Toller Groove, super Gitarren, viel Southern- und gegen Ende auch viel Sixties-/Seventies-Psychedelic-Feeling. Mit dem sehr starken "Step by step" hören wir einen weiteren, wunderbaren, southern-fueled Rootsrocker, "Spies" ist ein riffig, fett und straight nach vorn rockender, ja fast ein wenig punkiger Kracher mit einem flammenden E-Gitarren-Solo, während der famose, mit mächtig Drive und Wucht rockende Retro-"Hammer" "If I'm not there I'll be here" mit einem tollen "Space"-Feeling, psychedelischem Flair, einer wunderbaren Melodie und "rattenscharfem" Gitarrensolo aus den Lautsprechern fegt. Baumstark auch Kinney's emotionales Tribut an den legendären Small Faces-/Faces-Keyboarder "Ian McLagan" (mit Dan Baird), das die Band in einem durchaus kraftvollen, wunderschönen, semi-akustischen Gewand präsentiert, unterbrochen im Mittelteil von einem glühenden Electric Slideguitar-Solo. So briliiert die Band Song für Song in höchster Qualität, inklusive der herrlich melodischen, von großartigen Acoustic Gitarren, Mandoline, und feinsten E-Gitarren-Fills (plus Solo) verzierten, das Album abschließenden Americana-Ballade "Sometimes I wish I didn't care". Das komplette Werk ist sowohl musikalisch, als auch textlich, so bunt, so kontrastreich, so frisch und authentisch, dass es eine wahre Wonne ist. Einfach "geil" zu wissen, dass Drivin' N' Cryin' "are still around, still vital and still willing to rock and roll". Das Feuer in dieser Band brennt noch immer lichterloh! Keine Frage, "Live the love beautiful" begeistert auf ganzer Linie! "Long live Drivin' N' Cryin'"!

Das komplette Tracklisting:

1. Free Aint Free - 5:04
2. I Used to Live Around Here - 3:53
3. What's Wrong with Being Happy - 3:59
4. Step by Step - 4:06
5. Spies - 3:06
6. Live the Love Beautiful - 4:14
7. If I'm Not There I'll Be Here - 4:40
8. Someday - 4:39
9. Ian Mclagan - 3:33
10. Over and Over - 3:04
11. Sometimes I Wish I Didn't Care - 3:39

Art-Nr.: 9880
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Free ain't free
I used to live around here
Step by step
Spies
If I'm not there I'll be here
Ian McLagan
Sometimes I wish I didn't care

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Dudek, Les - delta breeze [2013]
Wow! Neues Album des legendären Gitarristen aus Rhode Island - und was für ein bärenstarkes! Der Name Les Dudek ist aus der Rock-Historie nicht mehr wegzudenken. Der begnadete Saitenartist, seit den frühen Siebzigern eng befreundet mit Dickey Betts, ist uns vor allem durch seine Verbindungen zu The Allman Brothers Band (auf deren berühmten "Brothers and sisters"-Album spielt er die zweite Gitarre bei Dickey Betts' "Ramblin' man" sowie akustische Gitarre bei dem ewig jungen Klassiker "Jessica", dessen Co-Songwriter er auch war) und der Steve Miller Band (dort war er u. a. sehr stark in die Aufnahmen zu den beiden Meisterwerken "Fly like an eagle" und "Book of dreams" involviert) in Erinnerung. Aber auch mit Boz Scaggs, Steviie Nicks, Dave Mason, Maria Muldaur, sowie vielen anderen spielte er zusammen und feierte im Rahmen der Dudek, Finnigan, Krueger-Band, sowie als Solokünstler beachtliche Erfolge. Nun schlägt dieser Rock- und Blues-Veteran noch einmal mit einem neuen Album zu: "Delta breeze" heisst das Teil, das den mit seinem "Rauschebart" mittlerweile wie ein Bruder von ZZ Top's Billy Gibbons aussehenden Künstler in absoluter Höchstform präsentiert. Sein famoses Gitarrenspiel, ob feurige Lead oder swampige Slide, ist eh über jeden Zweifel erhaben, er wirkt frisch, steckt voller spürbarer Spielfreude, ist fantastisch gut bei Stimme und überzeugt mit exzellentem Songmaterial, das problemlos mit den stärksten Sachen seiner "alten Tage" mithalten kann. All seine Einflüsse bringt er zur Geltung. Die Songs wirken zumeist durchaus locker, gleichzeitig aber auch knackig, tight und überaus kraftvoll, sind funky, bluesig, und sehr, sehr southern. Dudek präsentiert sich einfach großartig. Nach dem "heissen" Instrumental-Opener "Chaos" (die funky Riffs erinnern ein wenig an Jeff Beck, großartige Percussion und furioses "fret dancing") geht es direkt mit dem Titelstück "Delta breeze" weiter. Ein toller Groove, wieder leicht funky, und viel Dynamik zeichnen diesen energiegeladenen, lebendigen Uptempo-Rocker aus. Der Meister beglückt uns sogleich mit zwei ungezügelten Soli. Beim kommenden, herrlich melodischen "High on the water" packt Dudek die Slide aus. Wie "an einem Strich" zieht er seine traumhaften Bottleneck-Läufe durch diese tief in amerikanischen Southern Rock-Traditionen verwurzelte, wundervolle Nummer. Hat einiges von dem "Countrypicking" eines Dickey Betts im Rahmen der The Allman Brothers Band, aber, bezüglich des Slide-Spiels, auch von David Lindley zu dessen früheren Zeiten bei Jackson Browne. Dudek's Gesang ist exzellent. Sein Slidespiel und sein Vokalvortrag verschmelzen sich in vollendeter Harmonie. Alles wirkt schön locker und doch knackig. Eine Knüller-Nummer! Dies darf man ohne jeden Zweifel auch von dem grandiosen "Wide open in the wind" behaupten, einem wieder mit viel Slidegitarre garnierten, überaus melodischen, lässigen Southern-/Biker-Rocker. Die Nummer ist eine Hommage an die "Harley"-Fahrer unter uns und lässt uns im Geiste über die einsamen, sonnengefluteten Highways der Südstaaten reiten. Toll! Dudek's "Southern Rock Slideguitar", die Melodie, und der "driving beat" der großartig agierenden Rhythmussektion erinnert ein wenig an eine Southern-Ausgabe der Steve Miller Band. Forsch, kraftvoll und funky geht es weiter mit dem vehementen Gitarrenrocker "I told you that", vollgepackt mit zündenden Gitarrenritten. Ein swampiger New Orleans-mässiger Backbeat mit dem Hauch eines Bo Diddley-Grooves bestimmt den prächtigen Southern-/Bluesrocker "Take my money" (wieder tolles Slide-Spiel des Meisters) und auch mit dem dampfenden, abgehenden "Trouble with the law" bleibt Dudek auf der Bluesrock-Schiene. Kommt wie eine kernige Mischung aus Stevie Ray Vaughan und ZZ Top, mit großartigem Harmonica-Spiel Dudek's und brennenden, furiosen Gitarrensoli. Irre stark! Wie auch das hinreissend melodische, abschließende "These are the good old days", ein wundervoll lockerer, von tollen Gitarrenlinien geprägter Southern Rocker, der etwas von einer "The Doobie Brothers meets The Marshall Tucker Band"-Mentalität zu haben scheint. Les Dudek begeistert mit seinem neuen Album auf der ganzen Linie. Das war in dieser geballten Klasse nicht unbedingt zu erwarten, umso erfreulicher ist es. Keine Frage, dieser Bursche steht noch "voll im Saft"! "Delta breeze" bringt uns den besten Les Dudek zurück, den wir kennen. Weiter so, in dieser Prachtform darf der gute Les ncoh einiges an Material abliefern...

Das komplette Tracklisting:

1. Chaos - 4:02
2. Delta Breeze - 5:30
3. High On the Water - 4:24
4. Wide Open in the Wind - 4:26
5. I Told You That - 3:10
6. Time Will Tell - 5:09
7. One White Lie - 4:41
8. Take My Money - 3:41
9. Trouble With the Law - 4:11
10. Take - 4:15
11. These Are the Good Old Days - 5:09

Art-Nr.: 8128
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 17,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Delta breeze
High on the water
Wide open in the wind
I told you that
Take my money
Trouble with the law
These are the good old days

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Honey Island Swamp Band - cane sugar [2013]
Hmm, "they sound like the sweet smell of a swampy southern breeze". Wundervoll! Die Honey Island Swamp Band gilt als einer der heissesten, neuen Acts in New Orleans, die sich dort innerhalb kürzester Zeit eine mächtige Fanbase aufgebaut haben. Man stelle sich irgendwo im Nichts des Südens eine dunkle, verrauchte Bar vor, aus deren Jukebox die Klänge von Gram Parsons, Delbert McClinton, Little Feat and The Allman Brothers Band zu hören sind, dort in etwa passt auch die Musik dieses großartigen Quintetts aus der Metropole Louisiana's hin. Angefangen hat alles unter den nicht sehr glücklichen Umständen, die der Hurricane "Katrina" mit sich brachte. Die beiden hoch talentierten Gitarristen und Songwriter Aaron Wilkinson und Chris Mule verloren ihr komplettes Zuhause in New Orleans und landeten erst einmal in San Francisco. Dort beschlossen sie gemeinsam mit ihren Flüchtlingskumpels Sam Price (bass) und Garland Paul (drums) ein Bandprojekt auf die Beine zu stellen, wenngleich sie zu diesem Zeitpunkt eine mehr als ungewisse Zukunft vor sich hatten. Doch die Liebe zur Musik schweisste sie zusammen. Die Honey Island Swamp Band war geboren. Schnell ließ man San Francisco wieder hinter sich, ging zurück in die geliebte Heimat New Orleans und erhaschte dort innerhalb kürzester Zeit ungemein viel Aufmaerksamkeit in den Clubs der Stadt. Im Jahre 2010 stieß noch der Keyboarder Trevor Brooks zur Band und nun gab es kein Halten mehr. Ihre großartige Musik, stark beeinflusst von Lowell George und Little Feat, aber auch von The Band, Gram Parsons, Dr John, The Radiators und The Allman Brothers Band, sowie ihre fulminanten "burn-the-house-down" Live Shows, brachten der Band ein ungeheures Standing, auch ausserhalb der Region, ein. Auch der hochkarätige, Grammy-dekorierte Produzent John Porter (u.a. Keb' Mo', Buddy Guy, B.B. King, zuletzt zudem als "Engineer" für das neue Album "Badlands" von Trampled Under Foot" in Erscheinung getreten) ist begeistert von den Jungs und hat es sich nicht nehmen lassen, ihr neues Album "Cane sugar" zu produzieren. Es ist ein klasse Teil geworden. "Bayou Americana", so bezeichnet die Truppe selbst ihre Musik. Das passt durchaus als Oberbegriff, doch im Grunde spielen sie eine wunderbare Mixtur aus Blues, Rootsrock, Southern Rock Boogie, Soul, Appalachian Music, Honky Tonk, Countryrock und Swamp Funk. Sie bekommen die einzelnen Stilelemente großartig unter einen Hut. Das ist aber auch klar, denn es handelt sich hier durchweg um vorzügliche Musiker. Die Musik ist geprägt von tollen Grooves (die Rhythmus-Fraktion arbeitet exzellent), wie auch von einer schönen, unterschwelligen Swamp-Schwüle. Doch trotz alledem wirkt sie oft sehr locker und flockig. Wir hören viel Sliedegitarre, auch mal schönes Mandolinenspiel, mal eine Mundharmonica, tolle Piano- und Orgel-Ergänzungen, schöne Percussion und vereinzelt ein paar effektive, aber nie zu aufdringliche Bläser. Das Album beginnt mit dem genauso locker wie schwül groovenden Roots-/Southern Rocker "Change my ways", der mit lässigen Slide-Licks, einer klasse Melodik und einer feinen Brise Soul besticht. Die dezenten Bläser kommen richtig gut, wie auch das zündende Wah Wah Slide-Gitarrensolo in der Instrumentalphase des Stückes. Ein hintergründiges Retro-Countryrockflair, schön southern und swampig, zieht sich durch das lockere, dennoch knackige, wundervolle "Black and blue". Herrlich hier die jammige Percussion und die flüssige Allmans-ähnliche Slidegitarre. Zu alledem kommt eine schön klimpernde Piano-Unterstützung. "Cast the first stone" ist dann allerbester, drückend schwüler New Orleans Funk-, Swamp-, Bluesrock mit klasse Harp-Fills, tierischem Piano-Spiel (vor allem im Break) und heissen Bläser-Sätzen. Dieser Louisiana-Groove lässt einen nicht mehr los. Erinnert durchaus an The Radiators, doch die Honey Island Swamp Band ist auf dem besten Weg in die großen Fußstapfen dieser kultigen New Orleans-Formation zu treten. Super auch das Titelstück, der wundervoll lockere, melodische Southern-/Rootsrocker "Cane sugar". Tolle, Allmans-mässige Slide und exzellente, frische Mandolinenklänge erzeugen eine hinreissende Harmonie. Auf einer ähnlichen Linie bewegt sich das fantastische "Prodigal son". Hier kommt das legendäre, lockere Dickey Betts'sche The Allman Brothers Band-Feeling noch mehr zur Geltung. Was für ein prächtiger, "süßer" Southern-Duft weht durch diesen herrlich flüssigen, mit feinsten Slidelinien gespickten Rootsrocker. Klasse auch wieder die entsprechenden Percussionklänge und die jammigen Instrumentalpassagen aus Piano und Slidegitarre. Schönen Swamp Rock der Marke Little Feat hören wir dann wieder mit dem klasse groovenden "Johnny come home". Welches Stück man auch herauspickt, ist schlußendlich egal - "Cane sugar" ist einfach ein klasse Album. New Orleans hat ein neues, musikalisches Aushängeschild, das die Musik der Swamps von Louisiana prächtig in Szene setzt: Die großartige Honey Island Swamp Band!

Das komplette Tracklisting:

1. Change My Ways - 4:14
2. Black and Blue - 4:43
3. Cast the First Stone - 3:48
4. One Shot - 4:50
5. Cane Sugar - 4:55
6. Miss What I Got - 3:44
7. Prodigal Son - 5:50
8. Just Another Fool - 3:42
9. Johnny Come Home - 2:54
10. Pills - 4:21
11. Never Saw It Comin' - 2:34
12. Strangers - 2:23

Art-Nr.: 8252
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Change my ways
Black and blue
Cast the first stone
Cane sugar
Prodigal son
Just another fool
Johnny come home
Devil's den

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Infamous Stringdusters - things that fly [2010]
Was für großartige Musiker! Newgrass, Bluegrass, Acoustic Country, Jamgrass, Acoustic Americana - wie immer man es bezeichnen mag - in jedem Fall legen die Infamous Stringdusters aus Nashville mit "Things that fly" ein fantastisches, drittes Album vor. Ein amerikanischer Kritiker bezeichnet sie als "The Seldom Scene of the new decade", AMG sagt "they balance a fluency in old-timey bluegrass with indie jamgrass sensibilities" und das renommierte "No Depression"-Magazin attestiert "There’s a power to this sextet’s progressive acoustic and bluegrass sounds that leans into the listener like a poke in the chest". Recht haben sie alle, doch es unterstreicht nur annähernd die aussergewöhnlichen Fähigkeiten dieses exzellenten Sextetts, deren Vielseitigkeit, musikalische Abenteuerlust und Kreativität keine Grenzen zu kennen scheint. Und dennoch bleibt alles durchdacht, wird immenser Wert auf das Songwriting und Melodik gelegt. Die Stringdusters (Travis Book - Bass, Jesse Cobb - Mandoline, Andy Falco -Gitarre und Keyboards, Jeremy Garrett - Fiddle, Andy Hall - Dobro, Chris Pandolfi - Banjo) sind eine Art "Supergroup" von jungen Bluegrass-Virtuosen, die alle schon große Erfahrung in den Bands solcher Musiker wie beispielsweise Earl Scruggs, Bobby Osborne oder Dolly Parton gesammelt haben. Seit ihrer Gründung sind Fans und Kritiker gleichermassen begeistert, was sich auch bereits in überaus bedeutungsvollen Auszeichnungen niederschlug (u.a. 3 Awards von der "International Bluegrass Music Association"). Die Band gilt einerseits als sehr traditionell verwurzelt, andererseits als überaus innovativ und progressiv. Die Basis ist klassischer Bluegrass, doch ihre Musik offenbart immer mal wieder einen Draht zum Roots- und Americana-Terrain, ebenso wie zur Philossophie großer Rock- und Jam-Bands, was vor allen Dingen bei ihren famosen und gefeierten Live-Shows deutlich wird. Doch auch im Studio ist dieses Feeling und dieser Spirit greifbar. Bestes Beispiel dafür ist eine grandiose Coverversion von U2's "In God's country" (aus derem essentiellen "Joshua tree"-Album), dessen Seele sie überaus authentisch in ihre vollkommen eigenständige Bluegrass-Version transportieren, wobei sie traditionelle Banjo-, Mandolinen- und Dobro-Klänge mit einem leicht psychedelischen Flair verbinden. Höchst interessant beispielsweise auch, wenn ein mit klassischen Bluegrass-Instrumenten vorgetragener Song plötzlich durch den Klang einer wundervollen Hammond Orgel in nicht unbedingt zu erwartende Sphären eintaucht, wie bei der ruhigen, entspannten, hinreissenden "Grass-Folk-Americana-Rock"-Nummer "All the same". Herrlich! Überhaupt überzeugt die Truppe mit ganz wunderbaren Melodien. Doch nicht nur das, sie strotzen nur so vor Frische und Vitalität, ohne dabei je in einen Geschwindigkeitsrausch zu verfallen. Alles wirkt ungemein kraftvoll, voller Energie, voller Spielfreude, aber eben auch bestens strukturiert. Messerscharfe und glasklar abgestimmte Instrumentierung ist genauso selbstverständlich wie ihre ebenso starken gesanglichen Fähigkeiten (man verfügt über 3 hervorragende Lead-Sänger). Eingespielt wurde das Album übrigens in Dave Matthews' "Haunted Hollow Studios" in Charlottesville, Virginia. Produziert hat ein wahrer Zauberer an den Reglern, nämlich Gary Paczosa (u.a. Nickel Creek, Dixie Chicks, Tim O'Brien). Zu den weiteren Highlights eines von vorn bis hinten hochklassigen Albums zählen beispielsweise das famose "You can't stop the changes" (im Grunde eine total traditionelle Bluegrass-/Acoustic Country-Nummer in einem klasse Midtempo, die aber durch geschicktes Einstreuen einiger progressiver, retro-poppiger-Tupfer in einem ungemein modernen, jungen Licht erstrahlt - tolle Dobro-/Fiddle-/Mandolinen-Gitarren-Begleitung, saustarkes Mandolinen- und Gitarrensolo im Break), das mit einer wundervollen Melodie ins Ohr fliessende "It'll be alright" (warm, locker, flockig, frisch, lebendig, ausgestattet mit einer ungemein harmonischen Instrumentierung aus Banjo, Fiddle, Gitarre, Dobro und Mandoline), die in einem geradezu epischen, psychedelischen Finale endende, großartige Newgrass-/Folk-Ballade "Masquerade", oder auch die herrliche Bluegrass-/Classic Acoustic Country-Nummer "17 cents", bei der Gaststar Dierks Bentley zusammen mit "Stringduster" Jeremy Garrett zum Duett antritt. Einfach wunderbar! "Things that fly" untermauert eindrucksvoll, dass die Infamous Stringdusters zum absolut Besten zählen, was die amerikanische Bluegrass-/Acoustic Country-/Acoustic Americana-Szene im Moment zu bieten hat. Akustische Musik, wie sie spannender kaum präsentiert werden kann. Meisterlich! Abschließend ein weiteres Zitat eines U.S.-Fans, dem nichts mehr hinzuzufügen ist: "This is wonderful, rich new bluegrass which is true to its roots but fresh and vital. Really fantastic".

Das komplette Tracklisting:

1 You Can't Stop the Changes - 3:55   
2 In God's Country - 2:52   
3 All the Same - 4:49   
4 Magic #9 - 3:25   
5 Those Who've Gone On - 3:13   
6 It'll Be Alright - 3:21   
7 Masquerade - 5:12   
8 Taking a Chance on the Truth - 3:28   
9 Toy Rockets - :47   
10 Love One Another - 4:01   
11 17 Cents - 2:40   
12 Not Tonight - 3:43   
13 The Deputy - 4:09

Art-Nr.: 6911
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
You can't stop the changes
In God's country
All the same
It'll be alright
Masquerade
17 cents

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Joey + Rory - album number two [2010]
"Finest genuine Country"! Ganz großartiges, zweites Album des auf einer Farm in Pottsville/Tennessee lebenden Ehepaares Joey Martin Feek und Rory Lee Feek, die damit musikalisch nahtlos an ihr überaus erfolgreiches Debut "The life of a song" mit dem Riesenhit "Cheater, cheater" anknüpfen. Betrachten wir gleich einmal den sehr autobiographischen, exzellenten, ersten Song des Albums, der auch tatsächlich "Album number two" heisst, und wir erhalten sehr schnell, sowohl textlich als auch musikalisch, einen Überblick über die wunderschöne Musik der beiden. Textlich geht es in dem Lied um das turbulente, vergangene Jahr von Joey + Rory, über den scheinbar aus dem Nichts eingetretenen Erfolg, das ausgiebige Touren mit ihrer Band und die damit verbundenen Hochgefühle. Aber es gibt auch die kritische Betrachtung der ganzen Geschichte, beispielsweise der Versuch der Einflussnahme von aussen auf ihre Musik mit jeder Menge "gut gemeinter" Ratschläge" wie denn das "Album Number 2" auszusehen hat. Doch Joey + Rory stellen unmissverständlich klar: Sie wollen einfach nur so sein wie sie tatsächlich sind, in ihrer Musik ihr wirkliches Leben repräsentieren. "We sing from our heart", und ihr Herz, wie auch ihre Seele, sind durch und durch "pure country". Musikalisch wird dieses Stück in einem herrlichen, traditionellen Honky Tonk-Gewand präsentiert, wunderbar melodisch und locker, mit großartiger Fiddle-, Piano-, und Pedal Steel-Begleitung, sowie exzellentem, unaufdringlichem aber sehr virtuosem E-Gitarren-Picking. Das sind Joey + Rory, das ist ihre Musik und ihre Lebensphilosophie. Rory Feek ist längst ein etablierter Songwriter in Nashville, dessen tolle Songs vor allem von den Traditionalisten verwendet werden. Letzter großer Wurf war beispielsweise Easton Corbin's kürzlicher Nummer 1-Hit "A little more country than that", den Feek zusammen mit Don Poythress und Wynn Varble geschrieben hat (das Trio komponierte auch das bereits erwähnte Titelstück des neuen Albums). Aber auch Leute wie Blake Shelton ("Some beach"), Clay Walker ("The chain of love"), Randy Travis, Reba McEntire, Kenny Chesney und viele andere bedienten sich seiner Songs. Neben seinen Songwriter-Qualitäten ist Feek allerdings auch ein prima Acoustic Gitarrist und ein erstklassiger Sänger mit einer tollen Countrystimme. Doch bei Joey + Rory übernimmt zumeist seine Gattin Jey den Lead Gesang, die selbstverständlich ebenfalls über eine ganz wunderbare Stimme verfügt. Bereits im zarten Alter von 6 Jahren stand sie auf der Bühne und sang Dolly Parton's "Coat of many colors". Von da an ließ sie die Musik nicht mehr los und wann immer sich die Möglichkeit ergab, sang sie und trat öffentlich auf. Zwei für Sony produzierte Alben aus den Jahren 2000 und 2004 wurden leider niemals veröffentlicht. Doch nun ist alles gut und die beiden zählen als Duo sicher zu dem Besten was Nashville momentan in Sachen reiner, unverfälschter, natürlicher Countrymusic zu bieten hat. Sie präsentieren ihre Songs in einem wunderbar lockeren, entspannten, semi-akustischen Ambiente, bei denen die elektrischen Instrumente eine eher untergeordnete Rolle spielen. Dabei ergibt sich oftmals eine überaus spannende Synthese aus grassigen und honky-tonkigen Elementen, zuweilen unterwandert von einem unaufdringlichen, leicht rootsigen Americana-Feeling, aber auch mal von einem dezenten New Country-Touch. Wie gesagt, Natürlichkeit und Reinheit der Musik sind oberstes Gebot. Immer wieder wird man an alte Helden wie die junge Emmylou Harris und ihre Hot Band, Gram Parsons, Chris Hillman, Herb Pedersen, aber auch an Connie Smith, Dolly Parton, den frühen Ricky Skaggs und, um auch mal ein Beispiel aus der Neuzeit zu nennen, The Wrights (das Ehepaar Shannon und Adam Wright - Adam ist der Neffe von Alan Jackson) erinnert. Mit an Bord haben die beiden eine erlesene Schar an famosen Musikern, wie u. a. Bryan Sutton - electric guitar, Ilya Toshinsky - acoustic guitar, Adam Steffey - mandolin, Aubrey Haynie - fiddle, Rob Ickes - dobro, Mike Johnson - steel guitar, Tony Creasman - drums und Carl Jackson - acoustic guitar, mandolin, harmony vocals, der das Album, bis auf ein Stück, zudem erneut produzierte. Weitere Highlights sind beispielsweise die herrlich locker und natürlich dahin fliessende Acoustic Country-Nummer "That's important to me" in ihrem feinen Acoustic Gitarren-/Dibro-Arrangement, das durch dezente Mandolinen-, Piano-, Steel-, und E-Gitarren-Tupfer elegant ergänzt wird (der Song beschreibt sehr authentisch die wahren Werte des Lebens, wie Joey + Rory sie für sich definieren), der tolle, wunderbar rhythmische, lebendige Cowboy-Swing "All you need is me" mit seinen klasse Klavier- und Steelguitar-Klängen, die großartige Liebes-Ballade "Born to be your woman" (toller Lead Gesang von beiden), die sehr entspannt und semi-akustisch instrumentiert, die in der Mitte aber von einem großartigen, allerdings schön unaufdringlichen E-Gitarren-Solo, gefolgt von einer herrlich jaulenden Pedal Steel, unterbrochen wird, das ruhige, religiös inspirierte "God help my man" (Co-Writer: Paul Overstreet), die lässige Bluegrass-/Acoustic Country-Nummer "Baby I'll come back to you", bis hin zu der tollen, von großartigen Gitarren, Fiddle und Pedal Steel umgebenen Ballade "This song's for you", die Joey + Rory zusammen mit Zac Brown während der gemeinsamen Tour im Frühjahr 2010 im Tourbus der Zac Brown Band geschrieben haben. Die Nummer wurde sofort live aufgeführt, mit überwältigender Resonanz der Fans. Großartiger Duett-Gesang zwischen Joey Martin Feek und Zac Brown. Tolles Stück und ein wahrhaft würdiger Abschluß eines großartigen Albums. Joey + Rory stehen für authentische "real Countrymusic" in Nashville - und das ist gut so! Ihre Musik und das Leben, das sie führen sind unzertrennlich miteinander verbunden. Zeitlose, frische, traditionelle, vollkommen natürliche, wunderbare Countrymusic, die im heute oft so "lauten" und "hippen" Nashville wie eine Oase der Reinheit wirkt. Zum Genießen...

Das komplette Tracklisting:

1 Album Number Two (2.57)
2 That's Important To Me (3.21)
3 All You Need is Me (2.53)
4 Born To Be Your Woman (3.17)   
5 Baby I'll Come Back To You (2.53)
6 God Help My Man (3.22)
7 The Horse Nobody Could Ride (2.52)
8 Farm To Fame (3.21)
9 Where Jesus is (4.05)
10 You Ain't Right (3.33)
11 My Ol' Man (3.53)
12 This Song's For You (featuring Zac Brown Band) (3.56)

Art-Nr.: 7089
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Album number two
That's important to me
All you need is me
Born to be your woman
Baby, I'll come back to you
Farm to fame
This song's for you

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Larkin Poe - self made man [2020]
2 Mädels, 2 Gitarren - was für eine Energie! Mit ihrem neuen Album "Self made man" sind sie endgültig "on top", werden sie sich endgültig in den Herzen der Bluesrock-, Southern Rock- und Rootsrock-Fans festsetzen. Larkin Poe sind die beiden in Atlanta/Georgia aufgewachsenen, heute in Nashville/Tennessee lebenden Schwestern Rebecca (lead vocals, guitars, keyboards) and Megan Lovell (lap steel guitar, background vocals), unterstützt von den beiden Mitstreitern Brent "Tarka" Layman am Bass und Kevin McGowan am Schlagzeug. Die musikalische Karriere von Rebecca und Megan begann 2005, als sie zusammen mit ihrer dritten Schwester Jessica die Bluegrass-Band The Lovell Sisters gründeten, mit der sie durchaus erfolgreich waren. 2 Alben, Auftriite in der Grand Ole Opry und beim renommierten Bonnaroo Music Festival standen u.a. zu Buche. Im Jahre 2009 trennten sich die Lovell Sisters und ein Jahr später gründeten Rebecca und Megan Larkin Poe, womit sie sich schließlich ihren ganzen musikalischen Einfüssen, ihrer DNA, die sie im Blut haben und ihren ganzen Vorlieben, vom Rootsrock zum Country, vom Soul zum Gospel, und vor allen Dingen vom Blues zum Southern Rock hingaben. Das erste, was einem in den Sinn kommt, wenn man die Musik von Larkin Poe hört, ist deren ungezähmte, spürbare Power. Ihre raue, authentische, und doch überaus zeitgemäße Blues- und Southern-Power, ihre dreckige, packende Gitarren-Dominanz (Rebecca's fette E-Gitarre und Megan's furiose Lap Steel-/Slide-Gitarre), sowie Rebecca's großartiger, kraftvoller, bluesiger Gesang. Immer mal wieder werden die beiden, durchaus nachvollziehbar, als "the little sisters of the Allman Brothers" bezeichnet. Ihr neues, baumstarkes Album "Self made man" zeigt das in Vollendung. Herrlich, wie sich die beiden und ihre Band durch eine immer raue, dreckige, southern-rootsige Blueslandschaft wühlen, immer mal wieder mit Spuren von swampigem Hill Country Blues, Gospel, oder erdigem Americana und (Outlaw)Countryrock. Und es rockt und kocht, zuweilen ordentlich hart, bei aller musikalischen Freuiheit, Unabhängigkeit und Variabilität aber auch hervorragend strukturiert. Los geht's gleich mit einer "Wucht" von einem Opener, dem brodelnden Bluesrocker "She's a self made man". "This is classic, rising and falling blues, turned up to the max", mächtig rau und dreckig, voller southern-fueled Gitarrenpower. Stark der von paralleler Lead Gitarre begleitete, erdige Gesang von Rebecca Lovell, aber auch Megan's glühendes Slide-Solo. Klingt ein wenig als würden Jimmy Page und Duane Allman zusammen jammen. Großartig! Die Melodie stimmt ebenso. Man fühlt unmittelaber den "Spirit", mit dem die Mädels am Werk sind. In eine ähnliche Kategorie ist der folgende, famose Bluesrocker "Holy ghost fire" einzuordnen. Kommt mit gewaltiger Energie und prächtiger Gitarrenarbeit der beiden Protagonistinnen, mit einem schön swampigen Groove, natürlichem Southern-Esprit und einer klasse Melodie. Das Bluesfeuer brennt weiter mit dem starken "Keep diggin'", wie auch dem brodelnden, schweißtreibenden, southernrockin' Boogie "Back down south", bei dem sich Kollege Tyler Bryant mit erstklassiger Gitarrenarbeit zusätzlich einbringt. Ganz groß auch das gospelige, aber sehr energetisch und rau interpretierte, uralte Blind Willie Johnson-Cover "God moves on the water" (mit zusätzlichem Text von Rebecca und Megan Lovell), der herrliche, flotte, lockere, dennoch dreckige, prächtig ins Ohr gehende, von einem triefenden Southern-Flair durchzogene Americana-/Countryrocker "Tears of blue to gold" (Megan's Lap Steel kling hier wie eine Pedal Steel), das von tollem Resonator Guitar- und Lap Steel-Zusammenspiel geprägte, rootsige, southern-bluesige, sumpfige "Danger angel", der genauso bluesige wie rootsige, von einem schönen Americana-Feeling durchzogene Southern Rocker "Ex-Con" (tolle Gitarren), wie auch der das Album abschließende, starke, gut gelaunte, Countrystampfer "Easy street". Schon das vergangene Larkin Poe-Album "Venom & Faith" wurde zu Recht groß gefeiert und erhielt verdientermaßen eine Grammy-Nominierung, doch mit "Self made man" ist ihnen ohne jeden Zweifel ihr bisheriges Meisterstück gelungen. Ein famoser, unglaublich cooler, rauer, dreckiger Southern-, Roots-, Bluesrock-Ritt auf der Höhe der Zeit.

Das komplette Tracklisting:

1. She’s A Self Made Man - 3:01
2. Holy Ghost Fire - 3:22
3. Keep Diggin’ - 3:13
4. Back Down South (feat. Tyler Bryant) - 3:54
5. Tears Of Blue To Gold - 3:12
6. God Moves On The Water - 2:44
7. Every Bird That Flies - 3:40
8. Scorpion - 3:13
9. Danger Angel - 2:27
10. Ex-Con - 3:56
11. Easy Street - 2:17

Art-Nr.: 10082
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
She's a self made man
Holy ghost fire
Back down south
Tears of blue to gold
Danger angel
Ex-Con
Easy street

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Moore, Justin - same [2009]
Frischer Wind in Nashville! Das Rezept ist nicht neu: Justin Moore, aufgewachsen auf einer Farm in Poyen/Arkansas, spielt eine voller Energie und Power steckende Mischung aus vollkommen traditionellem Country und einem "gepfefferten" Schuß Southern Rock'n Roll - aber wie er sie spielt, das ist einfach nur großartig und vor allen Dingen ungemein authentisch. Diesen wunderbaren "brand of twangy, down-on-the-farm roots and rock influences with a country authenticity" kauft man ihm einfach ab, so ehrlich wie das rüberkommt. Beeinfusst ist Moore nach eigenen Angaben von solchen Größen wie Willie Nelson, Vern Gosdin, Waylon Jennings und John Anderson, aber auch von der Charlie Daniels Band und The Marshall Tucker Band. Heraus kommt dabei eine New Country-/Country-Musik mit viel Druck und einem herrlich jungen, rebellsichen "rowdy" Charme. Die satten, sehr dominanten E-Gitarren und "big drums", die das musikalische Geschehen prägen, werden immer wieder durch klasse Steelguitar- und Fiddle-Fills, aber auch durch schön klimperndes Honky Tonk-Piano ergänzt. Auch die vom Tempo her etwas langsameren Stücke, von denen es einige gibt, strahlen zu dem stets vorhandenen, natürlichen Southern-Flair (das hat er einfach im Blut) eine immense Kraft aus, stecken aber auch voller toller Melodien, die prächtig ins Ohr gehen. Alles klingt sehr modern, wie gesagt, vorwiegend umgeben von vielschichtigen, saftigen E-Gitarren, ist dabei aber zu jeder Minute "real country" - frei von jeden Pop-Bezügen. Das "kickt" einfach herrlich und erinnert damit an eine Mixtur aus Zutaten von Brooks & Dunn, dem frühen Hank Williams jr., einem Hauch von Lynyrd Skynyrd und den jungen Wilden der Marke Jason Aldean und Eric Church. Die Thematik seiner Texte steht im vollen Einklang zur musikalischen Umsetzung. Ist es nicht einfach herrlich "country", wenn Moore singt: "A lot of people called it prison when I was growin’ up, but these are my roots and this is what I love, give me a Staurday night my baby by my side, a litlle Hank jr. and a siy pack of light, an old dirt road and I'll be just fine, give me a Sunday morning that's full of grace, a simple life and I'll be ok, here in small town USA". Ehrliche, autobiographische Zeilen aus dem wundervollen "Small town USA", das im übrigen bereits die Top 10 der Billboard Country Singles Charts geknackt hat, mit deutlicher Tendenz nach oben (vielleicht gibt's zum Start sogar gleich eine Nummer 1). Das Stück ist ein Traum von einer authentischen, southern-infizierten Country-Ballade, verhalten beginnend, aber mit viel Power im Refrain, tollen E-Gitarren (inkl. fettem Solo) und starken Piano- und Steelguitar-Zusätzen. Ein weiteres Plus von Justin Moore: Bis auf einen Track hat er alle Stücke selbst geschrieben, bzw. mitgeschrieben, ein zusätzliches Indiz dafür, dass diese Songs tief aus seinem Herzen kommen. Weitere Highlights eines durchgängig starken Debuts sind beispielsweise solche "Knaller" wie der abgehende Opener "How I got to be this way", mit seinen fetten, dynamischen Riffs und der klasse E-Gitarren-/Steel-Kombination, der mit trockener Banjo-Untermalung und massiven E-Gitarren umgesetzte, "rowdy" Stomper "Backwoods" (passt durchaus auch in das Repertoire einer Southern Rock-Band wie Blackberry Smoke, wenn die noch einen Tick mehr "country" wären), die coole, recht dreckige, "junge, wilde" Ballade "I could kick your ass", die erneut das einfach Leben auf dem Lande glorifiziert, die von bluesigen, fett virbrierenden, schweren Southern E-Gitarren und einem klasse Dobro umsäumte Ballade "The only place that I call home" (welch ein klasse Southern Rock-Feeling, mit tierischem E Gitarren-Solo - und dennoch ist auch dieser Song wieder durch und durch "country"), oder auch das wunderschöne, recht lockere "Grandpa", umgeben von einer ungemein klaren, rgelrecht "duftenden", grassigen Frische (tolles Arrangement mit akustischen Instrumenten, unaufdringlicher E-Gitarre und wimmernder Steel), und durchzogen von einer feinen Melodie. Justin Moore präsentiert sich der Countrywelt mit einem richtig starken Einstand. Es wäre wenig überraschend, wenn er am Ende des Jahres zu den "breakthrough country artists of 2009" zählen würde. Ohne Zweifel: Dieser junge Bursche wird seinen Weg machen...

Das komplette Tracklisting:

1 How I Got to Be This Way - 2:59   
2 Small Town USA - 3:40   
3 Backwoods - 2:37   
4 Like There's No Tomorrow - 3:29   
5 Good Ole American Way - 2:48   
6 I Could Kick Your Ass - 3:14   
7 Back That Thing Up - 2:37   
8 The Only Place That I Call Home - 3:25   
9 Grandpa - 3:29   
10 Hank It - 3:02   
11 Back That Thing Up ["Too Hot for TV" Version!] [Multimedia]   
12 Small Town USA [Multimedia]

Art-Nr.: 6504
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 6,90

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How I got to be this way
Small town USA
Good ole American way
The only place that I call home

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Osborne, Anders - american patchwork [2010]
Meisterlich! Begeisternd! Imposant! Eine Sternstunde des "soulful" groovenden Roots- und Bluesrocks - einerseits rau, drückend, intensiv und kraftvoll, andererseits so wunderbar melodisch. Krachende, brennende, laute (Blues)Rocker und ein paar wundervolle Rootsrock-Balladen geben sich genüsslich die Klinke in die Hand, dazwischen mal ein kerniger New Orleans-Funk oder ein herrlicher Reggae - eine Nummer stärker als die andere. Mitreissend! Der in den USA überaus erfolgreiche Singer-Songwriter und Gitarrist Anders Osborne, der auch bereits einen Grammy in der Vitrine stehen hat, legt mit seinem neuen Werk "American patchwork", obwohl ihn Kritiker, Presse und Fans gleichermassen schon seit Jahren in ihr Herz geschlossen haben, nun sein bis dato absolut bestes Album vor. Der in Schweden geborene, aber vor 25 Jahren in die USA ausgewanderte, in New Orleans lebende Künstler ist längst zu einem stolzen Amerikaner geworden. "I'm in the promised land", sagt er, was man in seiner Musik deutlich spürt. In einer Stadt, in der es vor aussergewöhnlichen Performern und Bands nur so wimmelt, zählt Osborne längst zu einem der absoluten "Helden" unter den Musikern des "Big Easy". Seine Originalität und seine Visionen sind aussergewöhnlich, seine Kreativität und sein musikalischer "Hunger" grenzenlos. Beeinflusst von Leuten wie Ry Cooder und Robert Johnson, Joni Mitchell und Jackson Browne, aber auch Miles Davis und John Coltrane, gilt er als herausragender Gitarrist, Sänger und Songwriter gleichermassen. So unterschiedliche Kollegen wie Jonny Lang, Tab Benoit, Kim Carnes und Brad Paisley haben schon Songs von ihm aufgenommen. Sein für Tim McGraw geschriebenes "Watch the wind blow by" wurde ein langwöchiger Nr.1-Hit für den Country-Star und auch Keb' Mo's erfolgreiches, Grammy-dekoriertes Album "Slow down" enthielt zwei, von Osborne mitkomponierte Songs. Doch über all dem stehen Osborne's eigene Veröffentlichungen. Man könnte sagen, der Mann ist so etwas wie ein Künstler mit zwei musikalischen Persönlichkeiten. Die eine ein voller Power rockender, ausgelassener, ordentlich Zunder gebender, kochender, ein gewaltiges Gitarren-/Slide-Feuerwerk abbrennender /Southern)Bluesmann, die andere ein regelrechter Poet, ein Literat, ein aus tiefster Seele agierender Singer-Songwriter. Nur selten hat er in der Vergangenheit beides miteinander verknüpft, sieht man man von dem exzellenten 2001er-Werk "Ash Wednesday Blues" ab. Entweder entschied er sich für die eine oder die andere Seite. Doch bei "American patchwork" hat er, egal ob es sich um laute, mächtig dampfende Rocker, oder um eher etwas zurückhaltendere Nummern handelt, eine geradezu brillante Balance zwischen beiden Welten gefunden. Kerniger Rootsrock, die ein oder andere wundervolle Ballade und brodelnder, southern-inspired (Heavy)Bluesrock bilden eine unzertrennliche Einheit. Die Arrangements haben eine herrlich rohe, dreckige Basis, oft vollgepackt mit rauen, kratzigen E-Gitarren-Riffs, überaus intensiv und druckvoll, teils mit langen, würzigen, elektrisierenden, packenden Gitarrensoli, die nicht nur die Gemeinde von den North Mississippi Allstars bis hin zu Gov't Mule "vom Hocker hauen" werden. Dann wieder glänzen sie mit herrlich transparenten Gitarren und einem wunderbar lockeren Ambiente, das nicht selten auch mal an einen Jackson Browne erinnert. Apropos Jackson Browne: Osborne's Stimme klingt zuweilen wie eine Mischung aus Luther Dickinson (North Mississippi Allstars), Steve Miller und eben Jackson Browne. Er ist, wie gesagt, ein klasse Sänger. Begleitet wird Osborne von 3 großartigen Musikern. Zum einen, dem exzellenten Keyboarder Robert Walter, der den Sound immer wieder mit ganz wundervollen, markanten Hammond Orgel-Klängen veredelt, und zum anderen von dem stark trommelnden Schlagzeuger Stanton Moore (von der Band Galactic) und dem zweiten Gitarristen, aber auch Percussion und Background Gesang beisteuernden Pepper Keenan (Corrosion Of Conformity). Letzter beiden haben das Album auch zusammen mit Anders Osborne produziert. Der Sound ist super! Alles strahlt, wie gesagt, eine immense Intensität aus, aufbauend auf Osborne's spürbarer Inspiration und seinem magischen "Spirit". Das Album startet gleich mit einem absoluten "Kracher", einem lauten Aufschrei, mitten ins Herz tiefster Dunkelheit. "On the road to Charlie Parker" heisst die Nummer, ein bärenstarker, leicht swampiger, southern-fueled Bluesrocker über die dunklen Seiten der Heroin-Abhängigkeit und die ausweglosen Nöte eines Junkies. Genauso intensiv wie das Thema ist die Musik. Dreckig, rau, ruppig, drückend, voller massiver, roher Gitarren-Riffs, unterstützt von Robert Walter's tollen Orgel-Fills - aber auch mit einer starken Melodik, vor allem im Refrain. Was für ein klasse Groove! Zum Ende hin wird die Nummer immer lauter. Kocht gewaltig! Ein irre starker Auftakt! Aber keine Bange, es geht mit dieser Qualität ohne jeden Hänger bis zum Schluß weiter. "Echoes of my sins" beispielsweise ist ein grandioser, sehr erdiger, aus hartzigen, bluesigen Riffs entspringender Rootsrocker mit einem herrlichen Reggae-Groove. Osborne's Wahlheimat New Orleans ist allgegenwärtig. Toll erneut die feinen Hammond Orgel-Fills und die vorzügliche Melodie. Mit "Got your heart" folgt gleich noch ein klasse Reggae, der einerseits eine unterschwellige Southern-Schwüle ausstrahlt, andererseits aber sehr locker rüber kommt, während mit dem anschliessenden, brodelnden "Killin each other" ein kerniger, heisser "funked-up" Rocker aus den Lautsprechern fegt. Dann die wunderschöne, weich und überaus angenehm ins Ohr fliessende, voller positiver Aufbruchsstimmung steckende, lockere Rootsrock-Ballade "Acapulco", die mit ihrer Frische etwas von einem Jackson Browne aus seinen allerbesten Tagen hat. "Osborne's slide sings as sweetly as his voice", schreibt ein U.S-Journalist - und damit kann man es nicht besser ausdrücken. Danach wieder zwei donnernde, krachende Heavy-Bluesrock-Nummern voller gewaltiger Intensität. Zunächst das saustarke "Darkness at the bottom" und dann das geniale "Love is taking it's toll". Ist das dreckig, ist das heftig, ist das laut! Ein kochender, riffiger, fetter Groove - und dennoch wieder diese großartige Melodie. Dazu ein glühendes, kreischendes, unter Starkstrom stehendes, ausgedehntes Gitarrensolo, gefolgt von einem ebenso prächtigen Orgel-Solo im zweiten Break. Am Ende brechen fast alle Dämme. Diese Nummer würde auch bestens in das Repertoire von Gov't Mule passen. Hammer! Klar, das danach etwas Erholung nötig ist, die mit dem wunderbar lockeren, flockigen, fast schon sonnig californischen Rootsrocker "Meet me in New Mexico" auch kommt. Wunderbar, dieser lässige Percussion-Groove, diese Wärme, aber auch diese erdige Natürlichkeit. Geht runter wie Öl. Tolle Melodie, erstklassiger Gesang, exzellentes Gitarrenspiel, klasse Orgel-Fills, und ein Refrain, der einem nicht mehr aus dem Ohr gehen will. Mit der wunderschönen, nur von glasklaren, transparenten akustischen Gitarren begleiteten, ruhigen Ballade endet schließlich dieses absolute Meisterwerk. "American patchwork" übt mit seiner Intensität, seinen Emotionen und seiner Spannung einen immensen Reiz auf den Zuhörer aus. Alles, was Osborne hier zelebriert, kommt aus tiefstem Herzen. Das nimmt einen gefangen und lässt einen nicht mehr los. Essentieller Roots- und Bluesrock aus New Orleans! Schlichtweg brillant!

1 On the Road To Charlie Parker - 4:16   
2 Echoes of My Sins - 4:34   
3 Got Your Heart - 4:05   
4 Killing Each Other - 4:09   
5 Acapulco - 3:49   
6 Darkness At the Bottom - 6:00   
7 Standing With Angels - 5:15   
8 Love is Taking Its Toll - 5:01   
9 Meet Me In New Mexico - 4:00   
10 Call On Me - 2:57

Art-Nr.: 6889
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
On the road to Charlie Parker
Echoes of my sins
Acapulco
Darkness at the bottom
Love is taking its toll
Meet me in New Mexico

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