Artikel 1 bis 7 von 7 gefundenen...

[1-15]

 
Abair, Mindi and the Boneshakers - no good deed [2019]
"A Powerhouse Bluesrock-Lady"! Prächtiges, furioses, "kick-ass" Bluesrock-Album von "saxophone player extraordinaire" Mindi Abair und ihrer grandiosen Begleitband, den Boneshakers, um Gitarren-Ass Randy "Dynamite" Jacobs (u.a. Bonnie Raitt) - wie das ebenfalls fantastische Vorgänger-Werk "The Eastwest Sessions" erneut aufgenommen in den berühmten EastWest Studios von Hollywood/CA und produziert von niemand Geringerem als Kevin Shirley (u. a. The Black Crowes, Joe Bonamassa, Black Country Communion). Neben Mindi Abair (vocals, saxophones) und Randy Jacobs (guitars, vocals) bestehen die Boneshakers aus Rodney Lee (keyboards, vocals), sowie der einen herrlichen ,"edgy Rock'n Roll-Groove" produzierenden Rhythmus-Sektion aus Ben White (bass, vocals) und Third Richardson (drums, vocals). Die herausragende, aus Saint Petersburg/Florida stammende Saxophonistin Mindi Abair hat sich zunächst vor allem sehr erfolgreich im Jazz-Sektor etabliert, entdeckt aber im Laufe ihrer Karriere immer mehr ihre Liebe für den Blues, rockin' Blues und Bluesrock. 2014 geht sie schließlich mit ihrem langjährigen Freund, dem aus Detroit stammenden, exzellenten Gitarristen und Boneshakers-Gründer Randy Jacobs jene magische musikalische Partnerschaft ein, die nun mit "No good deed" in ihrem bereits dritten, gemeinsamen Album mündet. Und was ist das wieder für ein Knaller-Teil geworden. Mindi und die Boneshakers rühren ihr ganz eigenes, brodelndes, sehr vielseitiges, kerniges Detroit Bluesrock-Gebräu an, das auch mal mit einem Schuß Westcoast- und Southern-Blues gewürzt ist, ebenso wie mit Prise Soul, R&B, Funk, Americana und Jazz. Alles kommt sehr "tight" und knackig, ist geprägt von Mindi's betörend anziehendem Gesang und ihrem faszinierenden, virtuosen Saxophonspiel, aber auch von von den hochkarätoigen Fähihkeiten ihrer Band, allen voran eben dem blendend aufspieleden Saitenartisten Randy Jacobs, der sich immer wieder brenende Lead-Duelle mit seiner "Chefin" liefert. Es ist überaus beeindruckend, wie Mindi ihr ambitioniertes, fantastisches Saxophonspiel mit ihrem großartigen Gesang kombiniert, vor allen Dingen auch während der dynamischen, rauen und "lauten" Live-Auftritte der Band. Überhapt ist die Band für ihre blendende Bühnen-Präsenz bekannt. Das Songmaterial des neuen Albums ist durchweg von ganz großer Klasse - mmer kraftvoll, immer bluesig, immer rockig, ausgestattet mit ungemein guten Strukturen und starken Melodien, voller toller Grooves, voller Feuer und voller Leidenschaft und Seele. Diese Band brennt! Nach dem munteren, starken Opener "Seven day fool" (großartiges Cover einer alten Etta James-Nummmer mit würzigem, sehr geschmackvollerm Retro Sax-Solo von Mindi und prächtigem Gitarrensolo von Jacobs), folgt der ordentlich Power und Dampf abgebende, bestens groovende Power Bluesrock-Boogie "No good deed goes unpunished", der u. a. mit dreckigem Gitarrensolo und tollem Sax-/E-Gitarren-Schlagabtausch gegen Ende punktet. "You better run" ist ein alter Hit der Young Rascals aus dem Jahre 1966, aus dem die Boneshakers einen packenden, kochenden, erdigen Shuffle-Bluesrocker machen, vollgepckt mit zündenden Gitarrenriffs, starken Sax-Einlagen und wunderbaren Orgel-Fills. Dann mit "Sweetest lies" eine hinreißend melodische, etwas ruhigere, dennoch gut knackig servierte Bluesrock-Ballade, veredelt mit sehr feinen Gitarrenlinien und ebenso schönen Saxophon- und Piano-Klängen. Im Anschluß daran präsentieren uns die Boineshakers eine absolut geniale, sehr spannende, vollkommen eigenständige Version des grandiosen Storyville-/David Grissom-Klassikers "Good day for the Blues". Die Nummer kommt hier in einem voller Soul steckenden, wundervoll flockigen, dennoch schön kräftigen Upbeat-Groove, strahlt eine ungemeine Magie aus und besticht mit charismatischem Gesang und einem hinreißenden Saxophon-Solo von Mindi. Dazu hören wir bestens passendes, lässig klimperndes Piano und genüßliche (Slide)Gitarrenlicks von Jacobs. Umwerfend! Heiß! Herrlich auch der eine knisternde Spannung aufbauende, wunderbare Bar Blues "Bad news" (großartige Percussion), der krachende, mächtig zupackende Power (Blues(Rocker "Movin on" mit seinen tierischen Riffs und dem explosiven Gitarren-Solo, sowie die abschließende, mitreißende, ordentlich abgehende Coverversion von Ike and Tina Turner's "Baby, get it on", mit großartigem Duett Lead-Gesang von Mindi und Drummer Third Richardson, inklusive prächtiger Gitarren- und Sax-Soli. Was für eine erfrischende, bärenstarke Vorstellung von Mindi Abair und ihren Boneshakers. Eine aufregende Frau und ihre aufregende Band mit einem "rattenscharfen" Bluesrock-Album. Das wird wohl bei weitem nicht das letzte Highlight dieser Truppe gewesen sein. Wow!

Das komplette Tracklisting:

1. Seven Day Fool - 4:00
2. No Good Deed Goes Unpunished - 5:18
3. You Better Run - 2:53
4. Sweetest Lies - 5:23
5. Good Day For The Blues - 6:14
6. Mess I’m In - 4:10
7. Bad News - 4:45
8. Movin’ On - 4:06
9. Who’s Gonna Save My Soul? - 5:56
10. Baby Get It On - 3:54

Art-Nr.: 9842
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
No good deed goes unpunished
You better run
Sweetest lies
Good day for the Blues
Bad news
Movin' on
Baby, get it on

Zurück zum Artikel

Zusätzliche Aktionen:
Interpret oder Autor in anderen Rezensionen anzeigen!
Titel in anderen Rezensionen anzeigen!
Durch Rezension als ähnlich eingestufte Artikel anzeigen!
Zusätzlich zu diesem von anderen Kunden erworbene Artikel anzeigen!

 


 
Clark, Brandy - 12 stories [2013]
Die amerikanische Countryszene, Kritiker und Fans, preisen sie in den höchsten Tönen - vollkommen zu Recht, wie wir meinen. Brandy Clark besticht mit einem bärenstarken Debut und zählt neben Kacey Musgraves und Ashley Monroe zu den großen Entdeckungen des Jahres 2013 in Nashville, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Music City und die Countrywelt in Zeiten, in denen immer mehr Pop- und Rap-Einflüsse die Country-Charts regieren, wieder mit echter, reiner, traditionsbewusster Countrymusic zu beglücken. Herrlich! Tut das gut! Brandy Clark, ursprünglich aus dem kleinen Nest Morton im US-Bundesstaat Washington stammend, ging vor über 15 Jahren nach Nashville, um, ihrer Liebe zur Countrymusic folgend, dort ihr Glück zu versuchen. Und tatsächlich machte sie ihren Weg. Sie zählt heute zu den angesagtesten Songwriterinnen des Genres und hat auf diesem Gebiet für den Song "Mama's broken heart", den sie gemeinsam mit Shane McAnally komponiert hat (Miranda Lambert machte ihn zu einem Nr. 1-Hit), gerade ihre erste Grammy-Nominierung erhalten. Weitere, große Hits mit Songs von Brandy Clark erzielten beispielsweise Kacey Muusgraves ("Follow your arrow"), The Band Perry ("Better dig two"), Darius Rucker ("Love without you"), Sheryl Crow ("Homecomin queen"), Reba McEntire (das auch hier enthaltene "The day she got divorced") und viele, viele mehr. Nun tritt sie selbst als Interpretin in den Vordergrund und liefert mit ihrem Debut "12 stories" eine wahre "Perle" von einem Countryalbum hat. Sie verfügt über eine hinreissend schöne, klare, reine Stimme und spielt unverfälschte, völlig lupenreine, entspannte Countrymusic, leicht rootsig und mit einem Hauch von Americana, völlig Pop-frei, durch und durch natürlich und auf der Höhe der Zeit. Frei von pompösem Glamour ist diese Art von Musik geradezu ein Segen für Nashville. Die 12 Songs (Geschichten) bestechen mit kargen, aber sehr emotionalen, großartigen Texten und wundervollen Melodien. Alles klingt sehr wohltuend, angenehm unaufgeregt, voller spürbarer Wärme und Harmonie, zumeist ungemein zielorientiert, ohne großen Schnickschnak, auf den Punkt genau instrumentiert. Akustische Gitarren, hin und wieder auch nicht allzu stark im Vordergrund eingesetzte E-Gitarren, Klavier, Fiddle, Mandoline, Dobro, feinste Pedal Steel, lässiges Schlagzeug und schön flüssige Strukturen bestimmen das Geschehen. Jedes Stück macht Brandy mit ihrer außergewöhnlichen Ausstrahlung zu etwas ganz Besonderem. Schon die erste Nummer ist ein absoluter "Hit". "Pray to Jesus" heisst das Stück, eine wunderbar flockige, flüssige, traumhaft melodische, natürliche Countrynummer mit dezenten Old School-Anleihen. Die Instrumentierung aus akustischen Gitarren, Piano und feinen, an die Nitty Gritty Dirt Band erinnernden, klaren Mundharmonika-Fills ist ein Genuß. Das folgende "Crazy woman" ist deutlich rhythmischer, moderner, kraftvoller, dennoch schön "stripped down" in Szene gesetzt. Peppiger acoustic-based New Country, wieder mit feiner Gitarren-, Harp-, und Banjo-Arbeit. Dann das fantastische ""What'll keep me out of heaven" (Background-Gesang: Vince Gill), das ein amerikanischer Kritiker begeistert als den perfekten "cheating song" bezeichnet. Es beginnt mit ein paar simplen, aber sehr effektvollen, herrlichen Klavierakkorden, ehe feinste Acoustic-Gitarren und schmerzvolle Pedal Steel-Linien eine hinreissende Atmosphäre aufkommen lassen. Ganz groß auch das mit unaufdringlicher, aber markanter Dramaturgie inszenierte "Stripes", eine waschechte Country & Western-Nummer voller Honky Tonk-Flair und schönem "Shootout"-Szenario. Es geht um Vergeltung am Liebhaber, den die betrogene Protagonistin mit einer anderen im Bett erwischt hat. "I got a pistol and I got a bullet and an pissed off finger just itchin to pull it", singt sie, doch sie schießt nicht, da sie sich den Knast aufgrund der unmodernen Gefängniskleidung ersparen will und fährt mit entsprechend ironischem Humor fort: "There's no crime of passion worth the crime of fashion, the only thing savin' your life is that I don't look good in orange and I hate stripes". Großartig! Möchte man bezüglich dieses Songs, der mit einer tollen Melodie und starken Baritone E-Gitarren-Klängen in Szene gesetzt ist, einen Vergleich zu anderen aktuellen Kolleginnen herbeiführen, so fallen einem hier Lindi Ortega und die ebenfalls unwiderstehlichen Pistol Annies ein. Herrlich auch die sparsam mit Klaver, feinen Gitarren und schöner Pedal Steel begleitete, traditionelle, Old School-Ballade "In some corner" (wunderbar "schwummriges" Saloon-Flair) und die knackige, mit "grollenden" Orgelklängen untermalte, sowie mit starken E-Gitarren und schönen Akkordeonklängen instrumentierte New Country-Nummer "Hungover". Brandy Clark ist ein absolutes Country-Multitalent. Was sie hier abliefert, ist äusserst beeindruckend. Solch ein Niveau bräuchte man im heutigen Nashville viel öfter. Ohne jeden Zweifel ist "12 stories" eines der besten Countryalben einer weiblichen Interpretin des Jahres 2013. Herausragend!

Das komplette Tracklisting:

1. Pray to Jesus - 3:22
2. Crazy Women - 3:36
3. What'll Keep Me Out of Heaven - 3:34
4. Get High - 3:31
5. Hold My Hand - 3:36
6. Stripes - 3:16
7. In Some Corner - 3:38
8. Take a Little Pill - 3:30
9. Hungover - 3:56
10. Illegitimate Children - 3:23
11. The Day She Got Divorced - 3:24
12. Just Like Him - 3:31

Art-Nr.: 8425
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Pray to Jesus
Crazy women
What'll keep me out of heaven
Stripes
In some corner
Take a little pill
Hungover

Zurück zum Artikel

Zusätzliche Aktionen:
Interpret oder Autor in anderen Rezensionen anzeigen!
Titel in anderen Rezensionen anzeigen!
Durch Rezension als ähnlich eingestufte Artikel anzeigen!
Zusätzlich zu diesem von anderen Kunden erworbene Artikel anzeigen!

 


 
Emory Quinn - the road company [2008]
Sehr rar und großartig!

Welch ein Genuß! Die sicher am zuverlässigsten und ergiebigsten, vor allem aber am reinsten und natürlichsten sprudelnde Quelle hochklassigen Rootsrocks, der U.S.-Bundesstaat Texas, hat eine neue, fantastische Band hervorgebracht, die sich mit ihrer wunderbaren Musik glatt auf Augenhöhe neben den ebenso grandiosen "Aufsteigern des Jahres 2008", The Band Of Heathens einreiht: Emory Quinn aus San Antonio liefern mit ihrem zweiten Album "The road company" ein kleines Meisterwerk ab - nicht mehr und nicht weniger! Brillant! Ja, bezeichnen wir Emory Quinn ruhig mal als eine Rootsrock-Band. Oder ist es vielleicht doch eine Americana-, oder gar eine Retro Countryrock-Truppe? Der Oberbegriff passt schon, doch sie zelebrieren ihren hinreißenden Rootsrock selbstverständlich mit allen typisch texanischen Zutaten und sind im Americana-Genre natürlich genauso zu Hause. Detailliert beleuchtet bedeutet die Formel "Emory Quinn" ein wunderbares musikalisches Elixier aus Rootsrock-, Americana-, Folk-, Country-, Blues- und Storytelling-Anleihen, bei denen hin und wieder sogar mal ein dezentes Countryrock-Jamming, eine grassig angehauchte Passage, oder kerniges "Red Dirt"- und Southern Rock-Feeling aufblitzen. Die Einflüsse der Band stammen nach ihren eigenen Angaben aus den verschiedensten Richtungen. Man hört die Namen Ryan Adams, Josh Ritter, Steve Earle, und Robert Earl Keen, aber auch The Band und sogar Widespread Panic. Ohne Frage hinterlassen diese Künstler mehr oder minder große Spuren in der Musik der "Quinns", aber auch Kollegen wie Blue Mountain, Railroad Earth, besagte The Band Of Heathens, Reckless Kelly und vor allen Dingen die Kanadier von Blue Rodeo müssen hier genannt werden. All das vereint sich in dieser so vielseitigen, wunderbaren, und doch so von einer eigenen, unverwechselbaren Identität geprägten, magischen Mixtur. Das zentrale Gerippe von Emory Quinn besteht aus den begnadeten Musikern Clint Bracher (ein großartiger Sänger, Songwriter, -aus seiner Feder stammen 11 der 12 Songs-, und Gitarrist), Multi-Instrumentalist Nathan Rigney (u. a. Gitarre, Pedal Steel, Mandoline, Fiddle, Banjo) und Case Bell (Bass, Piano, Orgel), welches noch durch einen adäquat starken Drummer (bei "The road company" war das in der Regel der exzellente Adam Littman) vervollständigt wird. Welch hervorragende musikalische Fähigkeiten die Jungs besitzen wird bei ihren Live-Shows deutlich, bei denen sie des öfteren willkürlich ihre Instrumente tauschen. Jeder behersscht nahezu jedes Instrument perfekt. Die durch und durch außergewöhnlich starken Songs bestechen mit herrlichen Melodien und exquisitem Zusammenspiel. Der großartige Lead-Gesang, die vorwiegend von Gitarren und Saiteninstrumenten bestimmten Arrangements, flüssige, lockere und zugleich kantige, erdige Rhythmen - alles verschmilzt miteinander in vollendeter Natürlichkeit und Harmonie. Das Album startet sofort mit einem absoluten "Genre-Killer", wie er im sprichwörtlichen Buche steht: "Highway of gold" ist tatsächlich so etwas wie ein "goldener" Midtempo Roots-/Americana-/Countryrocker, von dem man einfach nur begeistert sein muß. Traumhaft melodisch, knackig, staubig, dennoch schön fließend, vollgepackt mit feinen Acoustic Gitarren, wunderbar in Szene gesetzten, satten, eingängigen E-Gitarrenlinien und prächtigen, durchaus kraftvollen, kernigen Hooklines. Nach ca. 3 Minuten gibt's ein klasse Break. Das Tempo zieht an, die Band setzt zu einem kleinen, aber sehr feinen Instrumental-Jamming an, ehe die toll eingesetzte E-Gitarre wieder den Weg zur ursprünglichen Gangart ebnet. Wow, was für ein toller Song! Und das war erst der Auftakt zu einer famosen Nummer nach der nächsten. Es folgt der trockene, aber richtig gut in Schwung kommende, dynamische, dabei sehr melodische Roadhouse-Countryrocker "Dance with me". Tolles, rockin' Texas-Flair! Bringt die Meute in den einschlägigen texanischen Live-Schuppen sicher ordentlich auf Touren. Bärenstark die zwischendrin eingestreuten, quirligen, glühenden, viel Southern Rock-Feeling versprühenden E-Gitarren-Soli des großartigen Nathan Rigney. Herrliche Steelguitar-Fills, ein klasse Rhythmus, feine Acoustic Gitarren-Begleitung und abermals exzellent eingebundene E-Gitarrenlinien bestimmen den sich widerrum tief in unseren Gehörgängen einnistenden Americana-Rocker "Straight through me". Grandios, wie sich rootsiger Staub, melodische Harmonie und musikalische Natürlichkeit scheinbar untrennbar miteinander verbinden. Anschließend steht mit dem starken "No in between" bester, trockener Country-Tonk/Alternate Country(rock) mit klasse Fiddle-Begleitung auf dem Programm, gefolgt von dem toll groovenden, wieder sehr melodischen Roots-/Americana-Reggae "Ships and planes" (hervorragende Orgel-/Banjo-/Steelguitar-Untermalung, klasse Drumming, raffiniert in Szene gesetztes Instrumentalbreak). Würzige E-Gitarren und ein dynamischer Drive bestimmen den genauso knackigen, wie würzigen, Country-infizierten Rootsrocker "Blue gone", der stark an die frühen Sachen von Blue Rodeo erinnert. Wieder eine tolle Melodie! Die kann man auch der traumhaften, aus grassigen Banjo- und Gitarrenklängen bestehenden, fantastisch vorgetragenen Americana-Ballade "Magnolia" attestieren - ein weiteres Beispiel für die von großem Ideenreichtum geprägte, außergewöhnliche Spielkultur dieser tollen Truppe. Großartig übrigens auch die einzige Covernummer auf dem Album, das von Jim James (My Morning Jacket) komponierte "Phone went west". Schwache Songs sucht man während dieser guten Stunde exquisiter Musik vergeblich. Hier rufen überaus kompetente, spielfreudige Musiker punktgenau ihr ganzes Potenzial ab. "The road company" ist ein faszinierendes Rootsrock-/Americana-Album geworden, das in seiner außergewöhnlichen Klasse, neben dem eingangs erwähnten Werk der Band Of Heathens, zu den besten Genre-Neuentdeckungen der jüngeren Vergangenheit zählt. Das 16-seitige Booklet enthält im übrigen alle Texte. Super! Hoch leben solche Bands...

Das komplette Tracklisting:

1 Highways of Gold (5.12)
2 Dance with Me (3.49)
3 Straight Through Me (5.02)
4 No In Between (4.17)
5 Ships and Planes (4.18)
6 Blue Gone (6.07)
7 Magnolia (5.06)
8 Devil's Disguise (4.57)
9 Idabel (4.44)
10 Better Next Year (4.41)
11 Dear London (8.10)
12 Phone Went West (4.02)

Art-Nr.: 6128
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Einzelstück || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Highway of gold
Dance with me
Straight through me
Ships and planes
Blue gone
Magnolia
Idabel

Zurück zum Artikel

Zusätzliche Aktionen:
Interpret oder Autor in anderen Rezensionen anzeigen!
Titel in anderen Rezensionen anzeigen!
Durch Rezension als ähnlich eingestufte Artikel anzeigen!
Zusätzlich zu diesem von anderen Kunden erworbene Artikel anzeigen!

 


 
Fleet, Larry - stack of records [2021]
Der großartige, in Chattanooga/Tennessee beheimatete Country Singer-Songwriter Larry Fleet dürfte für die meisten Countryfans ein neuer Name sein, doch der Bursche ist ein "alter Hase" im Geschäft, der sich, bedingt durch verschiedenste Umstände, aber erst jetzt aufmacht, die Countrywelt mit seiner ganz wunderbaren, unverbrauchten, ehrlichen Countrymusic zu beglücken und erobern. Der Mann ist ein echtes, kleines Country-Juwel. Als er gerade einmal 7 Jahre alt war, stand der kleine Larry bereits auf der Bühne des berühmten Ryman Auditoriums in Nashville und spielte Gitarre in der Bluegrass-Band seiner Familie. Eine goldene Countrykarriere schien vor ihm zu liegen, doch es kam anders. In seinen Zwanzigern war er komplett raus aus dem Geschäft und verdiente seinen Lebensunterhalt in der Baubranche. Hier und da mal ein Auftritt in einer unbedeutenden Bar war das einzige, mit der er seine ewige Liebe zur Musik, die er nie verlor, auslebte. Alles veränderte sich erneut, als er im Jahre 2017 zufällig bei einer Hochzeitsveranstaltung, wo er Coversongs spielte, den sehr erfolgreichen Jake Owen traf, der von Fleet's Talent und Stimme ungemein beeindruckt war und ihn daraufhin direkt als Opening Act für einiger seiner Auftritte buchte. Die beiden wurden Freunde und die Türen ins Rampenlicht Nashville's öffneten sich plötzlich wieder. Welch ein Glück für die Countrymusic, wie sein nun neues, zweites Album "Stack of records" höchst eindrucksvoll beweist. Larry Fleet ist aufgewachsen in einer musikverrückten Familie, wo alles an Musik lief, was seine Eltern irgendwie als hörenswert empfanden, von Country, Blues, Rock, Gospel, Soul, und so weiter. In der Countrymusic fand er schnell seine Erfüllung, doch all die anderen Genres inspirierten ihn ebenso, vor allem der Soul. Zu Fleet's großen Helden zählen Merle Haggard, Willie Nelson, Keith Whtley und Marvin Gaye. All das spiegelt sich seinen Songs deutlich wider. Fleet's Musik auf "Stack of records" ist absolut traditionell verwurzelter "Real Country", der allerdings alles andere als antiquiert rüberkommt. Im Gegenteil: Seine Musik wirkt extrem frisch und, bei einer durchaus knackigen Umsetzung, locker, unbeschwert, rootsig, ganz und gar nicht überproduziert, sondern natürlich rein, schön und auf den Punkt gebracht. Man spürt einfach die tiefe Ehrlichkeit des Künstlers, seine vollste Überzeugung. Flint ist mit vollem Herzen dabei. Dazu steckt diese Countrymusic voller Soul, vor allen Dingen Southern Soul. Diese Southern Soul-Attitüde ist das vielleicht Beeindruckendste an seiner Musik. Flint schafft es mit seiner erstklassigen Performance und seiner exzellenten, überaus angenehmen, warmen Bariton-Stimme, dieser tollen, natürlichen Countrymusic mit dem unwiderstehlichen "soulful Southernflair" eine ganz eigene Magie zu entlocken. Der klare, schön saftig inszenierte Sound ist vorwiegend bestimmt von herrlich vielschichtigen Gitarren, immer mal wieder mit feinen Slideguitar-Momenten und zündenden Gitarrensoli, aber hier und da auch mal mit tollen Mandolinen-, Banjo-, und/oder Pedal Steel-Klängen. Das Album beginnt mit dem fantastischen Titelstück "Stack of records", einer zeitlosen, hinreißend schönen, prächtig instrumentioerten, von jeder Menge Southern Soul durchzogenen Midtempo-Countrynummer, authentisch und autobiographisch durch und durch, mit der Larry Flint herrlich melodisch erzählt, für welche Art von Musik er steht und was die Fans mit diesem Album erwartet. "If you wanna know me, ypu gotta know what's in my soul. A little Bakersfield and Memphis, and a whole lot of Muscle Shoals. Take some County Soul Rock & Roll, mix 'em all together, yeah and I'm what you get, when you're raised on a stck of records". Einfach großartig! Vielschichtige, transparente Gitarren, inkl. Pedal Steel, eine tolle Melodie, abermals ein schön knackiges Midtempo und dieses genußvolle Southern-Feeling bestimmen das starke "Lifetime guarantee", das zudem mit klasse Slideguitar-Parts und -Solo aufwartet. So reihen sich eine klasse Nummer an die nächste (einen schwachen Track suchen wir auf dem kompletten Album vergebens), wie zum Beispiel die exquisite, erneut voller Southern Soul und ein wenig Gospel steckende Countryballade "Where I find God" (herrliche Melodie, feine Orgel im Hintergrund, schönes Mandolinen-Picking, dezente Slideguitar), der flotte, gefällige, überaus knackige, absolut traditionell geerdete Countryrocker "Quittin' ain't workin'" (frischer, dynamischer Drive, tolle Baritone Guitar, ansteckendes "Country Hee-Haw-Feeling"), das gemeinsam mit Jon Pardi dargebotene, honkytonkige, knackige "In love with my problems" (Pardi hat das Album zum Teil auch produziert), die wunderbar ins Ohr gehende Countryballade "Three chords and a lie" (tolles Baritone Guitar-/Steelguitar-Zusammenspiel), der abgehende, furiose Uptempo Outlaw Country-Ritt "One for the road" (starke Mundharmonika, erdige E-Gitarren), das nicht minder fulminante "Highway feet" (mit den Gästen Jamey Johnson und Bryan Sutton), und so weiter, und so weiter. Was für ein fantastisches Countryalbum von Larry Fleet! Das ist genau die Art von Musik, die Nashville braucht, um nach den mit aufpoliertem Pop und genrefremdem Kram verseuchten Charts wieder zurück in die Spur zu finden. Ehrliche, reine Countrymusic mit Seele, das ist Larry Fleet. Künstler wie etwa Chris Stapleton, Luke Combs und Ashley McBryde haben längst damit begonnen, wieder Soul und Reinheit zurück in die Countrymusic zu bringen, und sie haben durchaus riesigen Erfolg damit. Es ist also doch noch nicht alles verloren in den Charts und im Mainstream Countryradio. Larry Fleet muss man mit seinem immensen Potential ohne jeden Zweifel zu der o. a. Liste von Leuten hinzuzählen. Möge sich auch bei ihm der große Erfolg einstellen. Countyrmusic kann so schön sein...

Das komplette Tracklisting:

1. Stack of Records - 3:38
2. Lifetime Guarantee - 3:19
3. Where I Find God - 4:09
4. Quittin’ Ain’t Workin’ - 3:15
5. Different Shade of Red - 3:07
6. A Life Worth Living - 3:15
7. Hurt Feelings - 3:29
8. Church Parking Lot - 3:51
9. In Love With My Problems (feat. Jon Pardi) - 3:03
10. Three Chords and a Lie - 3:10
11. Never Wanna Meet Another Woman - 3:25
12. Heart On My Sleeve - 3:51
13. One For The Road - 3:00
14. Highway Feet (feat. Jamey Johnson & Bryan Sutton) - 3:29

Art-Nr.: 10433
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Stack of records
Lifetime guarantee
Where I find God
Quittin' ain't workin'
A life worth living
In love with my problems
Three chords and a lie
One for the road

Zurück zum Artikel

Zusätzliche Aktionen:
Interpret oder Autor in anderen Rezensionen anzeigen!
Titel in anderen Rezensionen anzeigen!
Durch Rezension als ähnlich eingestufte Artikel anzeigen!
Zusätzlich zu diesem von anderen Kunden erworbene Artikel anzeigen!

 


 
Proctor, Rachel - where i belong [2004]
Die Mädels sind in Nashville wieder auf dem Vormarsch, und sie bringen richtig "Schwung in den Laden"! Nach Gretchen Wilson und Julie Roberts startet jetzt mit Rachel Proctor die nächste Newcomerin durch und liefert mit ihrem Debut "Where I belong" eine wunderbare, durchweg vollauf gelungene Ansammlung wirklich herzerfrischender, schwungvoller, knackiger Countrysongs ab, die einen mit ihren gefälligen Songstrukturen und tollen Melodien sofort in ihren Bann ziehen. Doch was heißt Newcomerin: Rachel hat längst einige Referenzen in der Szene vorzuweisen. Zum einen spielte sie vor einigen Jahren in einer damals völlig unbekannten Countryband zusammen mit einem gewissen Blake Shelton (was der mittlerweile für eine Karriere hingelegt hat, ist bekannt), zum anderen profiliert sie sich schon seit geraumer Zeit dank ihres großen kompositorischen Talents in der ersten Garde der Nashville-Songwriter. Martina McBride's Riesenhit "Where would you be" beispielsweise stammt aus ihrer Feder! Und Rachel's Stimme? Einfach toll! Klar, prägnant, rein, kräftig, zuweilen mit einen ganz dezenten "Mountain/Grass"-Vibe ausgestattet singt sie sich durch 11 wunderbare Songs, die einfach nur Spaß machen! Will man es mit etablierten Kolleginnen vergleichen, so paßt das Ganze vielleicht am ehesten in die Schnittmenge einer jungen Trisha Yearwood, Patty Loveless, Sara Evans und Martina McBride. Und gemäß dem Albumtitel weiß die junge Dame aus Charleston/West Virginia wirklich, wo sie hin gehört, nämlich zum Country! Jawohl, das ist astreine Countrymusic, die zielsicher und geschickt den schmalen Grat zwischen alten Traditionen und zeitgemäßer, jugendlicher Unbekümmertheit trifft. Gelegentlich auftretende, poppige Momente werden wohl dosiert ohne jeglichen aufgesetzten Bombast in den Country integriert Das paßt hinten und vorne zusammen! Alles klingt herrlich flüssig! Wie zum Beispiel der prachtvolle Eröffnungstrack "Days like this", im übrigen bereits ein Top 20 Hit, eine sonnige, knackige, einfach nur gute Laune verbreitende, schmissige Uptempo-Nummer, deren tolles Arrangement aus schönen Gitarren großartiger Melodie sofort hängen bleiben. Gerade bei diesem Stück sind die Tendenzen Richtung junger Trisha Yearwood spürbar! Nach der wieder sehr melodischen, ausgezeichneten Midtempo Country-/Countryrock-/Countrypop-Nummer "Me and Emily", folgt eine richtige "Hammer"-Nummer! "I'm gonna get you back" ist Ballade und Partyknüller zugleich! Ein fantastischer Countrysong, hin und her schwenkend zwischen, von wunderschönen, klaren und transparenten Gitarren begleiteten, langsamen Sequenzen im einen Moment, zu einer richtig schnellen, furiosen, herzerfrischenden, schwungvollen, knackigen, von einer herrlichen Melodie bestimmten Gute Laune-Nummer im nächsten Moment! Ein tolles Stück, das es einfach verdient hat in den Charts ganz oben zu landen. Im Anschluß daran folgt das traumhaft schöne, glasklare, semi-akustische "Strong as an oak", eine mit toller Steel, Fiddle und feinen Gitarren ausgestattete, in einem edlen Appalachian-Flair eingehüllte, pure, reine Countryballade, ehe sie mit dem knackigen, etwas Cajun angehauchten, wie geschmiert rüberkommenden, toll ins Ohr gehenden, traditionellen "Shame on me" wieder etwas mehr Gas gibt und dabei auch noch die Linedancer mobilisiert. So geht das bis zum Ende weiter! Die CD läßt sich super durchhören! Keine Schwachstellen! Rachel Proctor sorgt mit ihrem Schwung, ihren lockeren, flockigen, aber auch schön knackigen, herrlich melodischen, flüssigen Songs für richtig frischen Wind in Music City! Drücken wir ihr die Daumen, daß ihr der verdiente Erfolg zuteil wird, damit sie in den unbarmherzigen Mühlen der Labelindustrie nicht auf der Strecke bleibt. Große Anerkennung an Rachel für dieses tolle Debut!

Das komplette Tracklisting:

1. Days Like This - 3:08
2. Me And Emily - 3:41
3. I'm Gonna Get You Back - 2:46
4. Strong As An Oak - 3:38
5. Shame On Me - 3:29
6. If That Chair Could Talk - 4:20
7. If You're Gonna Leave Me (Leave Me Alone) - 3:57
8. Didn't I - 3:27
9. So Close - 4:32
10. We Did It Our Way - 3:37
11. Where I Belong - 3:53

Art-Nr.: 2553
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 9,90

Zurück zum Artikel

Zusätzliche Aktionen:
Interpret oder Autor in anderen Rezensionen anzeigen!
Titel in anderen Rezensionen anzeigen!
Durch Rezension als ähnlich eingestufte Artikel anzeigen!
Zusätzlich zu diesem von anderen Kunden erworbene Artikel anzeigen!

 


 
Roberts, Julie - men & mascara [2006]
Ihr Aufstieg beim Major-Label Mercury Records von der Empfangsassistentin zur Sängerin klingt schon ein wenig märchenhaft, doch der großartigen Julie Roberts ist genau dies widerfahren. Entdeckt von einer der Gitarrengrößen Nashvilles, Brent Rowan, der auch ihr starkes und sehr erfolgreiches Debütalbum produziert hatte, bringt sie nun, nach zwei Jahren intensiven Tourens, ihr Folgewerk "Men & Mascara" auf den Markt. Laut eigener Aussage ist sie von ihren Fans immer wieder gebeten worden, sich beim Nachfolger nicht zu sehr vom Konzept des Vorgängers wegzubewegen. Diesem Wunsch hat Julie im Großen und Ganzen Rechnung getragen, auch wenn sich einige grundlegende Dinge geändert haben. Den Produzentenstuhl besetzte diesmal schwerpunktmäßig Byron Gallimore (Tim McGraw, Faith Hill, Jo Dee Messina), der auch die komplette Musikerriege auswechselte. Diese eist allerdings ebenso hochkarätig besetzt, wie beim Debüt (Lonnie Wilson, Mike Brignardello, B. James Lowry, Aubrey Haynie, Tom Bukovac, Paul Franklin, Steve Nathan und jede Menge einschlägig bekannte Backgroundartisten). Die aktuelle Single "Girl Next Door" (vielleicht nochmal als eine Art Anspielung in Richtung ihres Mercury-Chefs Luke Lewis gedacht...) allerdings, ein für Julie ungewohnt poppig anmutendes Stück, natürlich trotzdem mit den countrytypischen Zutaten angereichert (tolle Banjountermalung, viel Steelguitsr, tolle Stimmvariation Julie's, klasse Harmonies von Chip Davis und Marty Slayton) wurde von dem ebenfalls in Music City sehr bedeutenden James Stroud an den Reglerknöpfen betreut. Wie bereits erwähnt, setzt Julie vom musikalischen Gehalt weitestgehend auf das Bewährte. Dezent introvertierte Songs über das Verlassen und Verlassen werden, meist im Balladen- bis entspannten Midtempoberiech angesiedelt, brillant auf Julie's ganz dezent angeraute, von einer Brise Southern-Soul durchsetzte, wunderbare Stimme zugeschnitten. Gallimore und den exzellenten Musikern gelang es jedoch diesmal, die Stücke im Vergleich zum Vorgänger eine Spur fröhlicher und auch knackiger ausfallen zu lassen. Roberts hat die Fremdkompositionen in Eigeninitiative ausgewählt und bei folgenden vier Stücken sogar kompositorisch selbst mit Hand angelegt (und das absolut überzeugend, denn diese Lieder zählen mit zu den Highlights dieses Albums): "Smile" eine typische, kräftige Countryballade mit klasse Telecaster-, Steel- und Pianoklängen sowie Julie's frechen, lang gezogenem Endsilben-Gesang; das textlich recht bissige "First To Never Know", sehr rhythmisch und mit viel Pep dargeboten (Steel, starkes Piano und Organ, kurzes E-Gitarren-Solo); das fesselnde "A Bridge That’s Burning" (sattes Drumming, wunderbares Mandolinengezirpe, Tempobreaks und emotionale Steigerung im Liedverlauf), und das trotz eines textlich ernsten Hintergrundes (Autounfall eines Freundes mit Todesfolge) herrlich relaxt und entspannt wirkende Abschlussstück "All I Want Is You", das ein wenig Fleetwood Mac-Flair zu ihrer "Rumours"-Phase zu vermitteln scheint, ohne dabei den Countrypfad zu verlassen. Hier glänzen noch einmal alle beteiligten Musiker mit ihrer ganzen spielerischen Virtuosität, ohne sich dabei zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Ganz große Klasse! Aber auch die mit Fingerspitzengefühl auserwählten Fremdkompositionen haben es natürlich in sich. Der deftige Opener "Paint And Pillows" wird von heulenden Fiddles und einem markanten Dobro-Führungsriff getragen, "Too Damn Young" zeigt einmal mehr, dass Roberts auch bei flotteren Stücken gesanglich eine perfekte Figur abgibt, das melodische Titelstück "Men & Mascara", bei dem tolle Akustik- und E-Gitarrenarbeit, sowie das typische "Orgel-Pfeifen" und feinste Mandolinen den Verlauf des Stückes bestimmen. Insgesamt wieder ein tolles New Country-Album ohne jede Schwächen, das von der erneut, starken, variablen Gesangsperformance Julie Roberts und dem glänzenden Spiel der Nashville-Instrumentalkönner lebt. Wie hieß es noch beim Review ihrer ersten CD: Authentische, herrliche Americana- und Roots-based Countrymusic voller Herz und Seele! In der Tat, wenngleich das aktuelle Werk, ohne auch nur im geringsten an Qualität einzubüßen, vielleicht ein wenig mainstreamiger wirkt! Das ebenfalls wieder recht umfangreich und geschmackvoll gestaltete Booklett (diesmal dominieren statt Rot, dezente Grüntöne) enthält sämtliche Songtexte. Einfach großartig, Julie! (Daniel Daus)

Art-Nr.: 4192
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 7,90

Zurück zum Artikel

Zusätzliche Aktionen:
Interpret oder Autor in anderen Rezensionen anzeigen!
Titel in anderen Rezensionen anzeigen!
Durch Rezension als ähnlich eingestufte Artikel anzeigen!
Zusätzlich zu diesem von anderen Kunden erworbene Artikel anzeigen!

 


 
White, Joy Lynn - one more time [2005]
Darauf haben wir lange gewartet - endlich ein neues Album der großartigen Joy Lynn White! Gleich vorweg: Es ist ein wunderbares Teil voller hinreißend schöner Songs geworden! Viele erinnern sich sicher noch 12-13 Jahre zurück, als die in Arkansas geborene, in Mishawaka/Indiana aufgewachsene und heute zwischen Nashville und Austin/Texas hin und her pendelnde Joy einen Major-Deal besaß und von ihrer Plattenfirma als eines der größten Talente des Mainstream-Country aufgebaut werden sollte. Trotz zweier hervorragender und vielbeachteter Alben scheiterte der Versuch am kommerziellen Erfolg, wohl nicht zuletzt auch deswegen, daß sich Joy nicht allzu sehr in eine bestimmte Schublade pressen ließ! Dazu ist sie eine viel zu engagierte und ambitionierte Künstlerin, die weiß was sie kann und das schreiben und spielen möchte, was ihren eigenen Ansprüchen gerecht wird. So gehört sie heute zu einer der beliebtesten Songwriterinnen und Sängerinnen, sowohl im Segment des Nashville-tauglichen Country, als auch bei der Alternate Country-/Americana-Fraktion, die immer wieder mit Leuten wie Buddy Miller, Lucinda Williams, Dwight Yoakam, Jim Lauderdale und vielen mehr zusammenarbeitet. Und was sie jetzt mit ihrem neuen Album abliefert, ist vom Allerfeinsten! 11 ganz herrliche, erfrischende, ja hinreißende Country-/Alternate Country-Songs (3 davon hatte sie bereits vor drei Jahren als Demo-Version auf ihrem Demos-Album "On her own" veröffentlicht), musikalisch exakt in der Mitte zwischen Nashville und Austin angesiedelt, mit denen sie nachhaltig die Klasse ihres immensen, künstlerischen Potentials demonstriert. Es scheint, als habe sie den Geist solcher Kolleginnen wie Linda Ronstadt, Emmylou Harris, Julie Miller, Lucinda Williams, aber auch Pam Tillis oder Rosanne Cash verinnerlicht, deren Einflüsse sie gekonnt mit ihren eigenen Ideen kombiniert. Zumeist bewegen sich die Songs, deren herrliche Melodien einen regelrecht verzaubern, in einem in erhabener Schönheit erstrahlenden Midtempo-Gewand, instrumentiert aus sehr vielschichtigen Gitarren, immer mal wieder ergänzt durch ein Banjo, eine Fiddle, eine Steelguitar oder wunderbare Orgel! Tolle Produktion von Kyle Lehning und Joy selbst, großartiger Sound! Faszinierend dabei Joy's wundervolle, so einzigartige, von einem hohen Wiedererkennungswert geprägte, kraftvolle, klare, mit diesem "soulful vibrato" ausgestattete, charismatische Stimme! Ein paar Songbeispiele eines Albums ohne jede Schwachstelle: Transparente, verschiedenste Gitarren (Acoustc, Electric, Baritone, Steel), ein durchaus knackiger, aber sehr getragener Midtempo-Rhythmus und eine Traum-Melodie sind die Eckpfeiler des fantastischen Eröffnungstracks "Keep this love"! Angerockter, leicht Americana-angehauchter New County, dessen Magie einen nicht mehr los läßt! Joy's Stimme ist umwerfend, die Songstruktur einfach großartig! Eine dezent im Hintergrund agierende Orgel sorgt für zusätzliche Klangfülle und eine angenehme "Wärme"! Klasse auch das von tollen Acoustic Gitarren-Riffs geprägte, sanft rockende "I'm free", die erfrischende, mit rootsiger, satter Lead-Gitarre verzierte Coverversion von Naomi Neville's "A certain boy" (ursprünglich "A certain girl"), vorgetragen in bester Linda Ronstadt-Manier, oder die lupenreine, entspannte, textlich sehr engagierte, völlig simpel, aber überaus effektiv und authentisch in Szene gesetzte, klassische, honky-tonkige Country-Nummer "Girls with apartments in Nashville" (es geht um die Träume junger Mädchen, die nach Nashville ziehen, um im Country-Business ihr Glück zu versuchen), instrumentiert mit feinen Gitarren (akustisch und elektrisch), sowie herrlicher Fiddle und Steel! Dann die ruhige, fast fragile, dennoch viel Energie versprühende, geradezu eine magische Faszination ausstrahlende Ballade "Looking for you, looking for me" in ihrem tollen Sound aus Gitarren und dezent eingesetzten Keyboards, gehalten in eiinem leicht pathetischen, aber unaufdringlichen Hall! Herrlich! Wie auch der ungemein melodische, mit klasse Stones-Riffs versehene, rootsige Americana-/Countryrocker "Love sometimes", die mit einer tollen Banjo-Untermalung dargebotene, lockere Countrynummer "Victim of love", das grassige, mit schönem Dobro, Mandoline, Fiddle und Gitarren akustisch indtrumentierte, spirituelle "If you want my heart", der etwas kantige, knackige, rootsige, mit satten E-Gitarren und hervorragenden Orgel-Ergänzungen instrumentierte Countryrocker "Good rockin' Mama", usw., usw.! Unter den Musikern: Duane Jarvis (Gitarren, Mandoline), Richard Bennett (Gitarren), J.T.Corenflos (Gitarren), Russ Pahl (Steel, Dobro, Banjo), John Jarvis (Keyboards), Paul Griffiths (Drums), David Jacques: (Bass), und viele mehr! Joy Lynn White ist zurück mit einem neuen Album - und was für einem! Lassen wir uns verführen vom Zauber dieser Songs!

Art-Nr.: 3761
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Keep this love
Girls with apartments in Nashville
Looking for you looking for me
Love sometimes
Victim of love

Zurück zum Artikel

Zusätzliche Aktionen:
Interpret oder Autor in anderen Rezensionen anzeigen!
Titel in anderen Rezensionen anzeigen!
Durch Rezension als ähnlich eingestufte Artikel anzeigen!
Zusätzlich zu diesem von anderen Kunden erworbene Artikel anzeigen!