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Blakeman, Shy - long distance man [2010]
5 lange Jahre nach dem vorzüglichen "The Southern Roots Revival" kommt der aus Wyoming stammende, schon vielerorts herumgekommene Shy Blakeman (lebte einige Jahre in Californien, dann in Kilgore/Texas und residiert aktuell in Nashville) endlich mit einem neuen Album, doch das Warten hat sich wahrlich gelohnt. "Long distance man" ist ein bravouröses Werk geworden, das den jungen Mann extrem gereift zeigt und von vorn bis hinten mit phantastischen Songs glänzt. Den Albumtitel des Vorgängers könnte man auch problemlos für das neue Album verwenden, denn er drückt klar und deutlich den Charakter und die Philosophie von Blakeman's großartiger Musik aus. Der Bursche hat irgendwie den Southern Rock im Blut - aber auch den Texas Outlaw-Country und den klassischen, Retro-Countryrock der goldenen Siebziger-Ära. Er möchte diesen "organic Texas Spirit" in seiner Musik zum Ausdruck bringen, ebenso wie "some L.A.-Countryrock-Roots" und vor allem auch einen "big taste of bluesy, swampy Southern Rock", sagt Blakemann. Und wie ihm das gelingt - einfach vorzüglich! Diese voller Seele und Würze steckende Mischung aus Roots-/Country- und Southern Rock mit ihrem Outlaw-Flair und "Renegade"-Charme übt auf den Zuhörer unmittelbar eine gewaltige Anziehungskraft aus, denn das Zeug bleibt nicht nur prächtig hängen, sondern wird auch, neben Blakeman's exzellentem Gesang, von einer Horde herausragender Musiker brillant in Szene gesetzt. Und schaut man mal auf das Line-Up der Instrumentalisten, wird noch einmal unmissverständlich klar in welche Richtung es hier geht: Marc Ford - Electric Guitar (ex-The Black Crowes), Audley Freed - Electric Guitar (ex-The Black Crowes, Cry Of Love), Doug Pettibone - Guitars, Dobro (u.a. Lucinda Williams), Kenny Vaughan - Electric Guitar (u.a. Rodney Crowell, Marty Stuart, Steve Earle), Jason Sutter - Drums, Ted Russell Kamp - Bass, Keyboards, Guitars, Trumpet, Akkordeon, Percussion (ex-Shooter Jennings' 357s), der das Werk auch hervorragend produzierte. Dem gesamten "Stab" gelingt eine einfach wunderbare, völlig natürliche Aufhebung der Grenzen zwischen staubiger Texas Roots-Musik, trockenem, klassischem Countryrock, Outlaw-Country und nahezu lupenreinem, oft schön swampigem Southern Rock! Inspirationen von Kollegen wie Waylon Jennings, Billy Joe Shaver, Poco, Wet Willie, The Black Crowes, The Charlie Daniels Band, The Allman Brothers Band und vor allem Lynyrd Skynyrd sind deutlich spürbar. Auch jüngere Veröffentlichungen, wie die der Brothers Of The Southland oder von Bo Bice passen recht gut ins Bild, wenngleich Blakeman's Musik doch noch ein deutlicheres Retro-Flair anhaftet. Das kommt einfach klasse! Tolle, erdige, Southern-fueled Lead-Gitarren und swampige, kernige Slide-Linien verzieren die Songs, ebenso wie die Klänge eines herrlichen, "verstaubten" Wurlitzer-Klaviers. Wie gesagt, wunderbar retro! Die Siebziger sind allgegenwärtig - und doch klingt alles sehr frisch und zeitgemäss. Los geht's mit dem großartigen, heissen, von einem tollen Waylon-Groove getragenen Outlaw-Countryrocker "Long distance man", dessen wunderbar funky wirkende, kurze Bläser-Fills der Nummer eine Menge Biss verpassen. Vollkommen locker, aber dennoch kraftvoll und dynamisch, kommt der anschliessende, schön flüssig dargebotene honky-tonkin' Roots-/Countryrocker "So many Honky Tonks" aus den Lautsprechern, dessen schönes, laues Southern-Feeling einem überaus geschmackvoll um die Nase weht. Es folgt eine phantastische Coverversion des alten Rusty Wier-Klassikers "Don't it make you wanna dance": Traumhafte Melodik, lockere, aber knackige Dynamik, wundervolles Slide-/Lap Steel-Spiel - ein Roots-/Countryrocker, wie er im sprichwörtlichen Buche steht. Hat erneut eine tiefe Southern-Seele. Klasse Piano-Geklimper! Ruhig, aber dennoch schwül, wird's bei "Dragob fly", einer prächtigen, semi-akustischen Roots-/Swamp-Nummer in einem klasse Banjo-/Acoustic Gitarren-/Akkordeon-/Slide-Gewand, der man, wüsste man es nicht besser, klar und deutlich eine Herkunft aus Louisiana bescheinigen würde. "Late night early morning" hat den Geist von The Band verinnerlicht, während Blakeman und seine Jungs in der Folge, zuunächst mit "Swamp water whiskey" und anschliessend mit "A quarter to three", zwei lupenreine, in vollster Blüte stehende, klassische Southern Rocker, die der besten Lynyrd Skynyrd-Ära entsprungen sein könnten, vom Stapel lassen. Der erste schön swampig mit feurig würzigen Riffs, dreckiger Lead Gitarre, starkem Wulitzer-Klavier im Hintergrund und weiblichem "soulful" Background-Gesang, der zweite mit einem charakteristischen Skynyrd-Groove, einem unterschwelligen Stones-Einschlag, heissen Bläser-Fills und einem brennenden, fetten E-Gitarren-Solo. Da kommt Freude auf! Danach wird die Power etwas runtergefahren. Die wunderschöne, ruhige, entspannte Country-/Americana-Ballade "Cannon ball" steht auf dem Programm. Fliesst mit ihren feinen Mandolinen- und Gitarren-Klängen, der hintergründigen Orgel-Untermalung, dem einsamen Dobro und dem sparsamen Percussion-Spiel locker, leicht und sehr natürlich in unsere Ohren. "Easy goin' woman" ist kerniger Texas Outlaw-/Roots-/Alternate Country an der Schnittstelle Waylon Jennings/Steve Earle und mit dem brodelnden, bluesigen, swampigen "Satin sheets" wird noch einmal mächtig gerockt (toller Groove, fiebrig glühendes Slide-Solo, dezenter Gospel-Touch). Es gibt auf diesem Album keinen Ausfall! Shy Blakeman und seine Mannschaft mit einem ungemein ambitionierten Werk! Retro-Country-/Roots-/Southern-Rock voller Herz und Seele! Wundervoll, wie Blakeman diese Musik in die heutige Zeit transportiert, wie er ihr, trotz aller Ursprünglichkeit, so viel Frische und Leben einhaucht, ohne auch nur einen Hauch an Authentizität einzubüssen. So muss man diese "Mugge" spielen! So lieben wir das! Das "Southern Roots Revival" des Shy Blakeman ist weiter auf dem Vormarsch...

Die komplette Tracklist:

1 Long Distance Man - 3:44   
2 So Many Honky Tonks - 2:46   
3 Don't It Make You Wanna Dance - 3:41   
4 Dragon Fly - 3:40   
5 Late Night Early Morning - 3:42   
6 Swamp Water Whiskey - 3:26   
7 A Quarter To Three - 3:59   
8 Cannon Ball - 3:30   
9 Old Folks Blues - 3:54   
10 Easy Goin' Woman - 3:13   
11 Livin' Proof - 3:49   
12 Satin Sheets - 3:43   
13 Save A Little Room - 4:45

Art-Nr.: 6939
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
So many Honky Tonks
Don't it make you wanna dance
Dragon fly
Swamp water whiskey
A quarter to three
Cannon ball
Easy goin' woman

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Duarte Group, Chris - vantage point [2008]
Gerade mal 14 Monate nach dem prächtigen "Blue velocity" kommt die Chris Duarte Group mit dem nächsten, herausragenden, Volldampf-Bluesrock-Kraftpaket! Irre stark! Der aus San Antonio/Texas stammende, mittlerweile allerdings in Atlanta/Georgia residierende Duarte begegnet uns dabei erneut mit schier atemberaubendem Gitarrenspiel. Der Bursche und seine Freunde setzen dabei eine gewaltige Energie frei. Rau, ungemein dreckig, voller Power und purer "Elektrizität" begeistert der Meister mit ausgedehnten Soli, die genauso massiv wie durchdacht, genauso wuchtig wie quirlig und genauso virtuos wie "monströs" über uns hereinbrechen. Wie selbstverständlich scheint er die Einflüsse und Elemente solcher Kollegen wie Stevie Ray Vaughan (wohl sein größter "Hero"), Johnny Winter. Eric Johnson, Jimi Hendrix, Warren Haynes und Jimmy Page zu seinem ganz eigenen, mitreißenden Stil zu vereinen, der sowohl seine texanischen Wurzeln als auch die zur Heimat gewordene Nähe der Südstaaten mit einbezieht. Prinzipiell knüpft "Vantage point" nahtlos an den Vorgänger "Blue velocity" an, wenngleich diesmal wesentlich mehr Elemente des Classic-Rock mit einbezogen wurden. Vor allen Dingen sind bei einigen Songs deutliche Einflüsse von Led Zeppelin und ZZ Top spürbar, was wahrlich nicht von Nachteil ist. So rauscht der famos abgehende Opener "The best I can do" beispielsweise wie eine furiose Fortsetzung des Led Zeppelin-Klassikers "Rock & Roll" aus den auf eine amtliche Lautstärke eingestellten Boxen, zumindestens was die Rhythmik und die zentrale Hookline betrifft. Dazu kann man den grandiosen Gitarrenläufen Duarte's dessen texanischen Ursprung nicht absprechen. Eine geradezu packende Kombination! Auch der zunächst sehr schwerblütige, ungeheuer massiv und dreckig rockende, durchaus an Stevie Ray Vaughan erinnernde Blues "She don't live here anymore" steckt voller Zeppelin-Inspiration und vollzieht nach rund 2 1/2 Minuten mit dem einsetzenden Instrumentalbreak einen tollen Tempowechsel, in dem Duarte ein fulminantes Gitarren-Feuerwerk abbrennt. Danach findet die Nummer zum anfänglichen Blues-Rhythmus zurück, wobei Chris' vorzüglicher Gesang von scheinbat mehreren, unter Starkstrom stehenden, mächtigen Gitarren umgeben ist. Saustark! Die erwähnten ZZ Top (zu besten "La Grange"-Zeiten) hingegen lassen bei dem gnadenlos nach vorn rockenden Texas-Boogie "More Boogie" grüßen! Welch ein Drive! Was für furiose, dreckige Gitarrenritte! Erneut hat man zuweilen das Gefühl als rockten gleich mehrere, wie entfesselt aufspielende Gitarreros um die Wette. Weitere sehr starke Songbeispiele sind u.a. der kochende, packende, voller Southern-Flair steckende, rockin' Shuffle-Blues "Satisfy", der in manchen Nuancen gar an die Musik eines Dan Baird erinnert, der von dreckigen und glühenden, dabei aber wieselflinken und locker in Szene gesetzten Gitarrenläufen durchzogene, trockene, inspirierte Slow-Blues "Troubles on me", der wie die Hölle abgehende Rock'n Roll-/Roadhouse-/Party-Knaller "Let's have a party", der bluesige, riffige Retro Classic Rock-Kracher "Babylon", der mit seinen markanten Riffs und Licks, aber auch mittels der Gesangsperformance, einmal mehr an "Zep's" Page und Plant erinnert, wie auch der ungemein intensive, powernde "Hammer" Texas-Blues "Blow your mind", dessen in der "extended version" eingebautes, rund 10-minütiges Gitarrensolo (-jamming) des Meisters die Fans in eine seelige, nimmer enden mögende, hingebungsvolle Gitarren-/Bluesrock-Trance versetzen dürfte. Grandios! Apropos "extended versions": 2 Nummern des Albums gibt es als Bonustracks in diesen sogenannten "extended versions" ein zweites Mal, wobei die vermeintlich lange Version von "Troubles on me" in Wahrheit aber die kürzere ist. Das muß keiner verstehen! Tut dem ganzen Spaß aber keinen Abbruch, denn das Album hat eine satte Spielzeit von über 71 Minuten - und würden die kürzeren Versionen der beiden doppelten Titel wegfallen, wären es immer noch 61 Minuten. Es gibt also die Chris Duarte-Vollbedienung auf der ganzen Linie! Masse und Klasse im parallelen Einklang - und zwar vom Allerfeinsten! "Vantage point" wird unter den Gitarren-Enthusiasten und Bluesrock-Freunden erneut für Festtagsstimmung sorgen! Baumstarkes Album! Also Leute: "Get ready to have your face rocked off! Chris Duarte has been known to play guitar till his fingers bleed"...

Die Tracklist:

1 The Best I Can Do - 3:39   
2 Satisfy - 3:56   
3 Slapstak - 5:55   
4 More Boogie - 4:48   
5 Troubles on Me - 5:43   
6 Let's Have a Party - 3:20   
7 The End of Me and You - 4:49   
8 Blow Your Mind - 4:14   
9 She Don't Live Here Anymore - 6:40   
10 Babylon - 6:25   
11 Woodpecker - 4:38   
Bonus Tracks:
12 Blow Your Mind [Extended Version] - 12:07   
13 Troubles on Me [Extended Version] - 5:07

Art-Nr.: 5955
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 17,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
The best I can do
Satisfy
More Boogie
Blow your mind
She don't live here anymore
Babylon

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Indigenous - broken lands [2008]
"Native American Guitarslinger" Mato Nanji und seine Freunde mit einem traumhaften, neuen Album! So wunderbar kann Roots-based Bluesrock sein! Als Indigenous vor rund 10 Jahren die Bühne des Bluesrock-Circuits betraten, schlugen Mato mit seinem atemberaubenden, oft an Stevie Ray Vaughan erinnernden Gitarrenspiel, sein Bruder Pte am Bass, seine Schwester Wanbodi am Schlagzeug und Cousin Horse (Percussion), alle dem Stamm der Nakota-/Sioux-Indianer angehörend, ein wie eine "Bombe". Sie waren, und sind es natürlich auch heute noch, so etwas wie die neue Vorzeige-Institution harten, intensiven, mit einem deutlichen Jam-Spirit durchzogenen Gitarren-Bluesrocks! Was hat sich nach einer Dekade geändert? Aus der ehemaligen "Familienbande" ist nur noch Mato übrig geblieben. Die anderen haben sich in aller Freundschaft, ohne den Hauch von Meinungsverschiedenheiten, mittlerweile anderen Aufgaben zugewandt, und Mato führt das Projekt "Indigenous" mit neuen Musikern und neuem Elan weiter. "Everybody decided to go their own way, leaving me to carry on Indigenous," sagt Mato zu dieser Entwicklung. "Playing with my family for 10 years was a lot of fun, but it was time to grow." So rekruierte er zusätzlich den großartigen Slide-Gitarristen Kris Lager, den Keyboarder Jeremiah Weir, Bassist Aaron C. Wright, Drummer Kirk Stallings und Percussionist Chico Perez in die Band (zum Teil war diese Truppe auch schon beim Vorgänger "Chasing the sun" mit an Bord), deren erstes gemeinsames Resultat auf CD nun das fantastische "Broken land" ist. Nich mehr ganz so intensiv wie früher, aber nicht minder kraftvoll und vor allen Dingen ungeheuer inspiriert, tendiert die Musik von "Broken lands", das thematisch einiges über die Historie und das Leben in den Reservaten zu erzählen hat, etwas mehr in Richtung Roots- und American Heartland Rock, was unter dem Strich zu einer grandiosen Synthese aus Roots- und Bluesrock führt: Traumhaftem Roots-based Bluesrock! Tolle Melodien, hinreißende Grooves, großartig hängen bleibende Strukturen, und doch diese Verspieltheit, dieses Fließende, diese unterschwellige Jam-Freude und dieser stets spürbare Hang, irgendwann zu einem dieser, von lässiger Percussion unterstützten, glühenden, unwiderstehlichen Gitarren-Ausflüge anzusetzen. Mato Nanji's "heroes" wie Stevie ray vaughan, Jimi Hendrix, Carlos Santana, aber auch Los Lobos, Gov't Mule oder gar John Mellencamp hinterlassen dabei durchaus ihre Spuren. Auch eine Menge Southern-Esprit ist immer wieder spürbar. Der wunderbare Gitarrensound, durch den zweiten Gitarristen noch vielschichtiger geworden, wird immer wieder durch dezente, aber prägnante Orgel- und Klavierklänge bereichert. Es passt einfach prächtig. Und Mato's Gesang war nie besser! Herrlich bluesige Riffs und wundervolle, erdige, würzige Gitarrenlicks bestimmen den kraftvollen, dennoch sehr gediegen wirkenden, von einer großartigen Melodie und lässigem Groove geprägten, seeligen Roots-/Bluesrocker "Should I stay", der unsere verwöhnten Roots-/Blues-Ohren unverzüglich in einen Zustand angenehmsten Wohlbefindens und höchster Zufriedenheit versetzt, der sich auch im weiteren Verlauf des Albums zu keiner Minute mehr verflüchtigt. Toller Refrain mit schönem Background-Gesang von Mato's Gattin Leah Nanji (zudem, bis auf eine Ausnahme, Co-Writerin aller Songs), brennendes Gitarrensolo von Mato! Was für ein Start in dieses grandiose Album! Nicht minder stark geht's mit dem langsamen, erneut sehr melodischen, aber kraftvollen, rootsig-bluesigen "Eyes of a child" weiter (tolle Bottleneck-Arbeit von Kris Lager), ehe die Energie mit dem kernigen, von großartigen, parallel zum Gesang eingesetzten Gitarrenlicks und straighten, satten Riffs bestimmten Knaller "Place I know" deutlich zunimmt. Hat gut Dampf! Klasse Jam-Feeling! In dem fast 3-minütigen, von einem tollen Percussion-Groove getragenen Instrumentalfinish brilliert Mato mit wunderbaren Gitarrenläufen. Teilweise hat man den Eindruck, drei Gitarristen führen einen glühenden Schlagabtausch! Flüssig, jammig, locker, voller spürbarer Spielfreude, frisch und lässig geht es bei dem flockigen "All I want to see" zur Sache, ehe man mit "I can't pretend" zu einer hinreißenden, von kochenden E-Gitarren und wunderschönen, klaren Linien geprägten, herrlich melodischen, rootsigen Heartland Rock-/Bluesrock-Ballade ansetzt, die sicher bei dem ein oder anderen pure Gänsehaut entfachen dürfte. Großartig hier die dezente Orgel-/Piano-Untermalung in Verbindung mit den transparenten Gitarren. Ungemein stark beispielsweise auch der semi-akustische Blues-Shuffle "All night long" mit toller Acoustic-Slide, der trockene, dynamische, von zwischen Hendrix und SRV liegenden Riffs geprägte, straighte Bluesrocker "Just can't hide", der ordentlich abgehende, sehr knackige und melodische Uptempo-Bluesrocker "Make a change" (toller Schlagzeug-Drive, tierisches Electric Lead-/Slide-Guitar Wechsel-Solo im Break), oder die rootsige, voller Southern-Spirit steckende (die Licks erinnern gar entfernt an Lynyrd Skynyrd), mit wundervollen, vielschichtigen Gitarren und großartigen, glühenden Soli gespickte Ballade "Waiting", mit der das Album genauso stark endet, wie es gut 54 Minuten zuvor begonnen hatte. Nach den Veränderungen in der Band herrscht bei Mato Nanji und seinen Freunden eine regelrechte Aufbruchstimmung, die sich wunderbar in der Musik widerspiegelt. "'Broken Lands' makes me feel like I did when Indigenous was just starting out," sagt Nanji. "We were excited about making music and making records, and maybe getting to tour all over the United States, which we did. Now Indigenous is a new band again and I feel that same excitement, but this time, when we start touring in August, I want to take these new songs and this great sounding band all over the world." Wir nehmen Dich beim Wort, Mato! Laßt Euch mal in unseren Gefilden blicken, die Fans werden Euch zu Füßen liegen! Bis dahin (und darüber hinaus), ergötzen wir uns an diesem famosen Album! "Broken land" ist einfach wunderbar!

Die Tracklist:

1 Should I Stay - 4:12   
2 Eyes of a Child - 4:57   
3 Place I Know - 5:16   
4 All I Want to See - 4:33   
5 I Can't Pretend - 4:24   
6 All Night Long - 3:58   
7 Just Can't Hide - 4:28   
8 Make a Change - 3:33   
9 It's Alright with Me - 4:43   
10 Let It Rain - 3:56   
11 Still Remember - 4:30   
12 Waiting - 5:39

Art-Nr.: 5913
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Should I stay
Place I know
All I want to see
I can't pretend
Make a change
Waiting

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Jones Band, Freddy - time well wasted [2009]
Ist das großartig! Viele werden sich sicher noch an die grandiose Freddy Jones Band erinnern, die in den Neunzigern mit ihrem vorwiegend auf dem damals wiederbelebten, ruhmreichen "Capricorn"-Label veröffentlichten Material (5 Alben) und ihren famosen Live-Shows unter den Insidern der Rootsrock-, Jamrock- und vor allem aber auch der Southern Rock-Szene enthsuiastisch abgefeiert wurde, wie kaum ein anderer Act. Vollkommen zu Recht! Und nun das: 10 Jahre nach ihrem letzten Release sind sie in Originalbesetzung zurück und beglücken die Fans (und die, die es noch werden wollen, nein eigentlich müssen) mit einem geradezu besgeisternden, neuen Album, das mit 3 brandneuen Studiotracks und einem 10 Songs umfassenden, packenden Live-Set das neue Zeitalter der Band einleiten soll und wird. Welch eine Freude: Die Freddy Jones Band "is still alive and well" und hat aber auch gar nichts von ihrer Faszination und Magie verloren! Im Gegenteil: Sie sprühen nur so vor Frische, Spielfreude und Leidenschaft! Gegründet in den späten Achtzigern in Chicago von den beiden großartigen Songwritern und Sängern Wayne Healy (ebenfalls Lead Gitarre) und Marty Lloyd (ebenfalls Acoustic Gitarre) in Chicago (lustigerweise gibt und gab es niemals ein Mitglied der Band mit den Namen Freddy Jones - zudem macht sich die Truppe immer wieder einen Scherz daraus, mit verschiedensten, verrückten Anekdoten, wo der Name eigentlich herkommt, aufzuwarten, doch es blieb bislang ihr Geheimnis) eroberte sich das Quintett (komplettiert wurde/wird das Line-Up durch den zweiten Lead und Slide-Gitarristen Bob Bonaccorsi, dessen Brude Jim am Bass und Drummer Simon Horrocks) mit ihrem unvergleichlichen Double Lead Guitar-Sound schnell eine riesige Fanbase. Ein paar Eckdaten zum Stil der Band: Zwei großartige Lead Sänger, mitreißende, von hoher Spielkunst und großem Feeling geprägte, ausgedehnte Double Lead Guitar-Passagen - mal weich, mal locker, mal ordentlich kochend, glühend, voller Feuer und Würze -, oftmals, vor allem live, lange, wundervolle, jedoch sich nie verzettelnde Jammings, ein prächtiger, manchmal dezent funky angehauchter Groove, tolles Songmaterial, und zu alledem eine unvergleichliche Melodik! All das pendelt höchst kompetent in der Schnittmenge zwischen Rootsrock (durchaus sehr "radiofreundlich" - was alles andere als negativ gemeint ist, sondern noch einmal, trotz aller Jam-Neigungen und Würze, die Melodik und Eingängigkeit des Material herausstellen soll), Jamrock und Southern Rock! Ja, die Freddy Jones Band hat eine spürbare Seelenverwandschaft zum Southern Rock, die stets präsent ist. Die Reminiszensen an The Allman Brothers Band sind unüberhörbar! Aber auch Little Feat, die Dave Matthews Band (wäre sie mit E-Gitarren gespickt und ginge etwas melodischer zu Werke), bluesige Elemente, funkige Rhythmen, auch mal ein folkiges Flair, entfernte Anlagen von Widespread Panic oder auch einer deutlich rockigeren, jammigeren Ausgabe von Hootie & The Blowfish sind spürbar. Aus dem aktuellen "Bärchen"-Programm dürfen auch The Renegade Saints als kompatible Kollegen betrachtet werden. Das neue Album beginnt zunächst mit den 3 neuen Studiotracks. "Home thing" heißt der Opener, und ist gleich eine absolute Killer-Nummer! Ein traumhaft melodischer, knackiger, frischer, voller Southern-Esprit steckender, wie Öl runtergehender Rootsrocker, der einem nicht mehr aus den Ohren weichen will. Herrliche, ganz klare Acoustic Gitarren-Riffs begleiten Marty Lloyds grandiosen Lead Gesang, ehe kraftvolle, kernige E-Gitarren-Riffs und dynamisches Drumming hinzu kommen. Klasse, das fette, virtuose E-Gitarren-Solo im Break! Gar etwas an die BoDeans erinnernd, aber auch an Dave Matthews, mit einem leichten Psychedelic-Twang, wieder sehr melodisch, geht's mit dem tollen "Contender" weiter (jammiges, erdiges Gitarrensolo in der Mitte), ehe das funkig groovende, ein schönes "Shuffle-Flair" verbreitende "Empty room" auf dem Programm steht. Wieder stehen ein klasse Gitarrensolo, viel Jam- und Southern-Feeling im Mittelpunkt. Dann beginnt die Live-Sektion, mitgeschnitten während eines aktuellen Konzertes im Martyrs' von Chicago/Il.! Nun dreht die Band vollends auf! Traumhafte Double-Leads und Twin-Läufe, endlos erscheinende Lead Gitarren-Ausflüge, wundervolle Melodien, toller Groove, Spielfreude pur - und dazu ein fantastischer Sound! Southern-/Roots-/Jamrock-Herz, was willst Du mehr? "And she cried" beispielsweise ist ein geradezu mitreißender Southern-/Jam-Rocker mit einem etwas funky angehauchten, schön erdig, würzig, "heißem" Groove. Zwischen den großartigen Gesangspassagen setzen die beiden Gitarristen zu herrlichen, genauso flüssig aus dem Handgelenk gespielten, wie licherloh brennenden Ausflügen an. Zuerst Bob Bonaccorsi mit einer exzellenten Slide-Vorstellung, dann Wayne Healy mit einem kernigen, dreckigen Solo, das richtig kickt. Und wir wiederholen es gerne: Das "Zeug" geht runter wie Öl. Hat jede Menge The Allman Brothers Band- und The Marshall Tucker Band-Esprit (aber ohne deren Jazz- und Country-Neigungen)! Eine fabelhafte 9-Minuten-Nummer, bei der die Zeit wie im Flug vergeht. Irre stark! Oder das grandiose "Texas skies": Was für ein traumhafter Southern-/Jamrocker! Endet mit einem über 4 Minuten andauernden, fantastischen Gitarren-Duell der beiden Saitenmeister, erneut in allerbester Allmans-/Tucker Boys-Tradition! So etwas haben wir schon lange nicht mehr gehört. Ein Southern Gitarren-Jamming, wie es sein muss: Flüssig, mit Slide, mit kochender Solo E-Gitarre, locker und dennoch voller Würze, Feuer und Power! Die Freddy Jones Band knüpft nahtlos an ihre allerbesten Zeiten an und scheint gut gerüstet für die Zukunft. Das macht uns "heiß" auf das, was diese großartige Truppe in Zukunft noch abliefern wird. "Time well wasted" jedenfalls ist ein Pracht-Album, im übrigen mit fast 80 Minuten Spielzeit (genau sind es 78.48) wirklich randvoll gepackt, mit nicht der Spur eines Durchhängers! Einfach nur "top"! Die Freddy Jones Band "is back again and better than ever"! Wundervoller Roots-/Jam-/Southern-Rock "at it's finest"! Toll, das diese Truppe endlich wieder am Start ist...

Das komplette Tracklisting:

1 Home Thing - 4:22   
2 Contender - 4:20   
3 Empty Room - 4:25   
4 And She Cried [Live] - 8:58   
5 Late This Morning [Live] - 4:47   
6 One World [Live] - 5:43   
7 Night to Day [Live] - 5:28   
8 California [Live] - 5:58   
9 Texas Skies [Live] - 8:41   
10 Waitress [Live] - 3:24   
11 The Puppet [Live] - 9:30   
12 In a Daydream [Live] - 6:02   
13 Take the Time - 7:01

Art-Nr.: 6377
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Home thing
Empty room
And she cried
Late this morning
Texas skies
Waitress
In a daydream

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King Band, Marcus - soul insight [2015]
Nachdem dieses großartige Album ursprünglich bereits 2014 erschienen und nur im Eigenvertrieb der Band erhältlich war (mittlerweile ist es vergriffen), hat sich nun Warren Haynes (Gov't Mule) entschlossen das Werk über sein eigenes "Evil Teen"-Label erneut zu veröffentlichen, um es auch einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Mr. Haynes ist ein ausgesprochener Fan des jungen Gitarrenhexers Marcus King und seiner Freunde, deshalb dieser Schritt. Und das ist gut so!

Geballte Bluesrock-Power eines blutjungen Gitarrenmagiers aus South Carolina! Wow! Der gerade mal 18-jährige Marcus King und seine Band veranlassen mit ihrem packenden Debutalbum "Soul insight" nicht nur das der The Allman Brothers Band nahe stehende Magazin "Hittin' The Note" zu einem begeisternden Review, sondern sorgen in der einschlägigen Szene, auch unter den etablierten Musikerkollegen, für jede Menge Aufmerksamkeit. Man ist sich einig: Dieser Bursche hat eine große Zukunft. Marcus bearbeitet die Gitarre quasi seitdem er laufen kann. Schon mit 2 Jahren hat ihn sich sein musikverrückter Vater Marvin King, ein lokal sehr bekannter, ewig tourender "veteran bluesman" auf dem "fret board" austoben lassen und im zarten Alter von 11 Jahren stand er bereits mit der Band seines "alten Herrn" auf der Bühne und begeisterte die Zuhörer mit seiner verblüffenten "Duane Allman meets Jimi Hendrix"-Virtuosität. Schon zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass die Buesrock-Musik in all ihren Facetten seine Mission ist und sein Leben bestimmen wird. Duane Allman und Jimi Hendrix gehören zu seinen großen Helden, doch die Einflüsse gehen deutlich weiter. Künstler wie Miles Davis, The Meters, B.B. King, Johnny Winter und The Allman Brothers Band inspirierten ihn total. Funk, Psychedelic, Jazz, Southern Rock sowie jede Menge Improvisationsfreude mit längeren Jammings fanden fortan in seiner Musik Zugang. Und genau das alles ist auf dem fantastischen Debut der Marcus King Band in vollster Blüte zu bewundern. Obwohl auf dem Cover nur 3 Musiker abgebildet sind, agiert die Marcus King Band zu viert, und zwar mit dem Keyboarder Alex Abercrombie, Bassmann Anthony House und Drummer Jack Rysn - alles hervorragende Mitstreiter. Unterstützt wird die Band zudem bei ein paar Stücken durch einen zusätzlichen Percussionisten, sowie einen Saxophonisten (Harold Todd aus der Band von Lenny Kravitz bei 2 Tracks) und einen Trompeter (ebenfalls bei 2 Tracks). Doch der Star der Truppe ist ganz klar Frontmann Marcus King, ein klasse Sänger, Songwriter und eben ein "Monster-Gitarrist", der mit umwerfenden, feurigen, fingerfertigen Läufen und Soli brilliert, genauso wie mit jeder Menge Spielwitz. Los geht's mit dem wuchtigen, fetten, mächtig groovenden, von einer gehörigen Portion Siebziger Classic-Rock unterwanderten Bluesrocker "Always". Starker Gesang, ein hervorragend strukturiertes Arrangement und ein "bäriges", mit genauso glühenden, wie lässig zelebrierten Gitarrenläufen und einem wunderbaren, kleinen Schlagzeugsolo aufwartendes Instrumentalbreak bestimmen das Geschehen. Herrlich retro. Das folgende "Boone" beginnt recht verhalten, mit viel Southern-Soul und feinem akustischen (Slide)Gitarrenspiel, legt dann im Verlauf aber gewaltig zu und wird zu einem voller Energie steckenden Southern-fueled Bluesrocker mit einem klasse Orgel-Untergrund. Hier spürt man die Einflüsse der Allmans deutlich. Danach das furiose Instrumental "Fraudulant waffle", bei dem die Band und vor allem Protagonist Marcus King sich zum einen völlig gehen lassen und gleichzeotig alle künstlerichen Register ziehen. Was für ein Jamming! Das geht von großartigen Twin Guitar-Momenten über fulminantes Lead Gitarren-Spiel, angetrieben von üppiger Percussion, gespickt mit viel Jazz- (Miles Davis) und Latin- Spirit (Santana). Das ist die pure Improvisationsfreude! Klasse! Etwas zurückhaltender, dafür mit ungemein viel Seele und Inspiration agiert die Band bei dem wunderbaren, gepflegten, leicht jazzig angehauchten Blues "Everything", der mit einem feinen Orgel-Background, ein paar schönen Saxophon-Momenten und einem hinreissend fingerfertigen Gitarrensolo des jungen Gitarrenzauberers besticht. Die Nummer sprüht nur so vor Spielfreude und Spielkultur. Erinnert ein wenig an die Tedeschi Trucks Band. Es folgen weitere, hochkarätige Nummern wie etwa der schön groovende, mit feinem Southern-Esprit versehene Midtempo-Blues "Dyin'" (klasse strukturiert, kleines Saxophon-Intermezzo, ausgedehntes, ungemein virtuoses, fulminantes Gitarrensolo), das furiose, mit Wahnsinns-Gitarrenarbeit aufwartende, abermals sehr jammige Instrumental "Booty stank" und der lichterloh brennende, voller "wilder" Gitarrenläufe steckende Uptempo Bluesrock-Kracher "Keep moving". ehe das Album mit der wunderschönen, melodischen, semi-akustisch inszenierten Ballade "I won't be here", eingehüllt in ein edles Southern-Gewand, überaus entspannt ausklingt. Die Reminiszensen an große Southern-Balladen der The Allman Brothers Band sind nicht zu leugnen. Tolle Nummer zum Abschluß eines ungemein vielseitigen, vielschichtigen Albums. Marcus King und seine Kumpels mit einem furiosen, genauso inspirierten, wie ambitionierten, teils sehr jammigen Bluesrock-Ritt, der einen von vorn bis hinten in Atem hält. Was diese Jungspunde drauf haben, ist schlicht "der Knaller"! Ja, das ist sicher erst der Anfang für die Marcus King Band, aber der hat es wahrlich schon in sich. Die Reise in die höchsten Hemisphären des Bluesrock-Universums hat begonnen...

Das komplette Tracklisting:

1. Always - 4.12
2. Boone - 5.30
3. Fraudulent Waffle - 5.21
4. Honey - 4.19
5. Dave's Apparition (Interlude) - 2.17
6. Everything - 4.48
7. No Decency - 4.42
8. Dying - 5.49
9. Booty Stank - 4.24
10. Opie - 5.09
11. Keep Moving - 5.00
12. I Won't Be Here - 4.37

Art-Nr.: 8951
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Always
Boone
Fraudulant waffle
Everything
Dyin'
Keep moving
I won't be here

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MonkeyJunk - all frequencies [2013]
Brillantes, ungemein vielfältig agierendes Bluesrock-Trio aus Kanada (Ottawa), dessen dampfendes, musikalisches Gebräu seine Heimat jedoch in den verschiedensten Regionen der USA hat, vornehmlich in den Südstaten und dem Mississippi-Delta. Wie mit einer gut geölten Maschine unterwegs, durchkämmen sie unaufhaltsam die Grenzgebiete zwischen Swamp Boogie, Roots, Rock, Funk, Southern Blues, Delta Blues, Chicago Blues und Muscle Shoals-Soul, alles auf der Basis mitreissender Grooves. Die Besetzung dieses Trios gleicht jedoch ganz und gar nicht der klassischer Bluesrock-Trios, nein, MonkeyJunk spielen beispielsweise ohne einen Bassisten (dennoch entwickeln sie diese brodelnde, kernige Rhythmik), dafür aber mit einer instrumentalen Vielfalt, die einen den Tieftöner überhaupt nicht vermissen lässt. Frontmann und Multi-Instrumentalist Steve Marriner beispielsweise macht einen mtreissenden Job an der zweiten Gitarre (zumeist Baritone Gitarre), den Keyboards, der Mundharmonica und mit seinem großartigen, charismatischen, "soulful" Gesang. Darüber hinaus verfügt die Band mit Tony Diteodoro über einen famosen Lead Gitarristen, der immer wieder mit bärenstarken Soli und brennenden Slide-Läufen glänzt, sowie mit Matt Sobb über einen erstklassigen Drummer und Percussionisten, der hauptverantwortlich für die tierischen Grooves ist. Das Trio harmoniert geradezu perfekt miteinander. Der Sound ist herrlich rau und dreckig, doch dieses erdige Ambiente steht keinesfalls im Gegensatz zu der Melodik der Songs. Im Gegenteil, es passt alles prächtig zusammen, sodass das Songmaterial klasse hängen bleibt. Die Songs wirken hervorragend strukturiert, bieten aber auch immer genügend Platz für jammige Instrumentalpassagen. All das ist ein Indiz für die exzellente Musikalität der Truppe. Diese hohe Qualität kommt unmittelbar mit dem Auftaktsong zur Geltung. "You make a mess" heisst die Nummer, ein voller Soul steckender, kraftvoller Bluesrocker, der sofort, bei äusserst knackigem, straightem, dezent funky wirkendem Beat, mit einem tierischen Groove aufwartet. Und "Mr. D." brennt gleich ein gewaltiges Gitarrensolo ab. Klasse Slide-Fills, zündende Lead Gitarre und saustarkes Harpspiel bilden den musikalischen Mantel des erneut wunderbar groovenden "Right or wrong", das mit einem schönen, kochenden Shuffle Blues-Feeling besticht. Das furiose Harp-/Lead Gitarren-Duell im Break ist ein "Hit". Einfach toll! Im Verlauf der Zeit geht es immer mehr Richtung Süden und die Band scheint sich immer tiefer in den Swamps einzunisten. Brodelnde Slideguitar und dreckige Bluesharp-Klänge rühren mit dem baumstarken "Why are people like that?" die Sümpfe ordentlich auf. Das ist schwüler, dampfender "Voodoo"-/Delta-Bluesrock vom Allerfeinsten. Was für ein Druck! Die Percussion-Grundlage und das Gitarrensolo sind absolut heiss. Nach dem scharfen Funk-Heuler "Je nah say kwah" folgt mit dem treibenden "Sirens in the night" der nächste Boogie, der eine tiefe Spur in den Swamplands des Südens hinterlässt. Erneut hören wir diese wunderbare, sumpfige, dreckige Slidegitarre, eingebunden in einen brodelnden Drive. Oh, und welch eine wundervolle Nummer zelebriert die Band mit der famosen, rootsigen Bluesrock-Ballade "Once had wings". Klingt ein wenig, als stammten die klassischen Bad Company nicht aus dem Vereingten Königreich, sondern aus den tiefsten Swamps des amerikanischen Südens, zumal Steve Marriners vorzüglicher Gesang ein leichtes Paul Rodgers-Timbre nicht leugnen kann. Dazu regieren Slidegitarre und Bluesharp. Das ausgedehnte, ungemein melodische Solo mit dem Bottleneck ist ein Traum. Klasse auch der abgehende Mojo-Bluesrocker "Say what?" und das famose, jammige Instrumental "Swank" (furioses Orgel-Spiel, großartige Gitarrenläufe), das das Album mit ebenso aussergewöhnlicher Qualität abschliesst, wie es begonnen hatte. MonkeyJunk haben in ihrer kanadischen Heimat und den USA schon jede Menge bedeutender Blues-Awards gewonnen, wie etwa den amerikanischen Blues Music Award für "Best New Artist Debut" im Jahre 2010 und den kanadischen Juno Award für "Blues Album Of The Year" im Jahre 2012. Warum das so ist und das diese Preise absolut verdient sind, zeigt ihr grandioses, drittes Album "All frequenzies" in beeindruckender Art und Weise. Nicht nur die Fans von Muddy Waters über Robert Johnson, Sonny Landreth, Little Feat, Gov't Mule bis hin zu den North Mississippi Allstars werden begeistert sein. Diese rootsige, swampige Bluesrock-Vielfalt ist ein "Killer". Der Name der Band stammt übrigens aus einer Aussage des legendären Son House, der einst sagte: "I’m talking about the blues, I ain’t talking ’bout no monkeyjunk". Doch könnte der gute Son House diese Band heute erleben, würde er sehr wohl über MoneyJunk sprechen - und zwar in den höchsten Tönen. "All frequencies" wird auch bei den kommenden Blues-Awards wieder ein ganz heisser Kandiodat sein, da sind wir sicher. Überwältigend!

Das komplette Tracklisting:

1. You Make a Mess - 3:14
2. Right From Wrong - 3:37
3. Why Are People Like That? - 3:59
4. Je Nah Say Kwah - 2:55
5. Sirens In the Night - 3:54
6. Yearnin' For Yesterday - 3:32
7. Once Had Wings - 5:19
8. What I Got To Give - 4:21
9. Say What? - 4:03
10. Swank - 7:13

Art-Nr.: 8335
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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You make a mess
Right from wrong
Why are people like that?
Sirens in the night
Once had wings
What I got to give
Say what?

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Morris Band, Tyler - next in line [2018]
Wo kommen diese außergewöhnlich talentierten jungen Burschen nur überall her? Es ist großartig! Vor wenigen Monaten begeisterte uns Quinn Sullivan und nun haben wir den nächsten blutjungen Gitarrenvirtuosen im Fokus, den furios aufspielenden, gerade mal 19-jährigen "6 Saiten-Hexer" Tyler Morris aus Boston/Massachusetts. Morris ist einer dieser jungen Burschen, die jede Menge Frische und Unverbrauchtheit in den zeitlosen Retro-Sound zwischen Blues und Rock bringen. Er pendelt äußerst geschickt zwischen straightem, kraftvollem, direktem "driving Classic Hardrock" und erdigem, gefühlvollem "soulful Bluesrock". Tyler entdeckte dank der großen Plattensammlung seines Vaters schon sehr früh seine Affinität sowohl für Blues-, als auch für Rockmusik. Bereits mit 9 Jahren studierte er ausgiebig Songs von solch unterschiedlichen Leuten, wie beispielsweise Eric Clapton, Aerosmith, B.B. King, AC/DC, Lynyrd Skynyrd und Led Zeppelin auf seiner Gitarre ein. Kurze Zeit später entwickelte er eine große Faszination für Van Halen, Ritchie Blackmore, Gary Moore und Konsorten, aber auch für Albert King, Muddy Waters, Jimi Hendrix und Stevie Ray Vaughan. All diese Größen bilden die Grundlage für Tyler's heutige Musik, all diese Einflüsse sind deutlich spürbar. Eines Tages, er war gerade 12 Jahre alt geworden, probierte er eine Gitarre in einem Gitarrencenter in West Palm Beach/Florida aus, wo ihn ein gewisser Gary King, der musikalische Direktor des lokalen B.B. King’s Blues Clubs hörte, was schlußendlich dazu führte, dass der junge Gitarrenzauberer in diesem Club fortan regelmässig als Gastgitarrist auf der Bühne stand und dort zusammen mit Leuten wie Sammy Hagar, Yngwie Malmsteen, Leslie West, Mark Farner, Ronnie Montrose, Robben Ford, Kip Winger, James Montgomery, Gary Hoey, Zakk Wylde und vielen mehr spielte. Nun nahmen die Dinge ihren Lauf. Tyler's neues Werk, "Next in line", ist mittlerweile bereits sein drittes Album, im übrigen produziert vom Grammy-dekorierten Paul Nelson (u.a. Johnny Winter). Sämtliche Songs, außer Stevie Ray Vaughan's "Willie the wimp" (im übrigen hier mit einem klasse Gesangsvortrag von Joe Louis Walker), stammen aus der Feder von Tyler Morris. Und was dieser Kerl auf der Giitarre zelebriert, ist eine helle Freude. Packende, erdige Riffs und Soli voller Vehemenz und Kraft, aber auch voller Inspiration und Feeling. Seine musikalischen Mitstreiter sind ebenfalls große Klasse, allen voran der großartige Sänger Morten Fredheim (ja, Morris singt nicht selbst, sondern spielt "nur" Gitarre), der sowohl über.eine Hardrock-geeignete, als auch eine schön bluesige Stimme verfügt. zwar recht hoch, aber, wenn nötig, auch wunderbar dreckig angeraut. Gleich die erste Nummer, "Ready to shove", ist ein echter "Hit". Nach einem klasse Keyboard-Intro entwickelt sich schnell ein überaus knackiger, kerniger Uptempo-Rocker mit einem Hauch von Van Halen-Feeling, aber auch einem schön bluesigen Touch. Geht ordentlich ab und bleibt prächtig hängen. Morris brilliert mit einem überaus quirligen, dynamischen Gitarresolo im Break, das unmittelbar sein Ausnahmetalent widerspiegelt. Yeah! Das bereits erwähnte "Willie the wimp" groovt geradezu traumhaft. Dazu verspürt man viel Seele unf Gefühl, eingebettet in eine tolle Melodie. Ein klassisches Bluesrock-Juwel, versehen mit einem exzellent strukturierten, trotzdem überaus spielfreudigen, ausgedehnten, hinreissenden Gitarrensolo. Eine echte Hammer-Nummer hören wir mit dem sehr bluesig und jammig wirkenden "This ain't no fun", das soger von einem herrlichen Southern Blues-Vibe ala The Allman Brothers Band durchzogen ist, gepaart mit einem Hauch von hartem Rock und Psychedelic. Der massive Gitarrenausflug im Break ist ein "Killer". Morris spielt fantastisch, unterlegt von einer feinen Orgel und dezentem Piano. Aber auch solche Tracks, wie das zwischen Bad Company und Cream angesiedelte "Truth is the question", das hart und geradeaus rockende, von glühenden Roffs und Soli durchzogene "Down on my luck", der genauso lockere, wie kräftige, wunderbare Bluesrocker "Talkin' to me" (umwerfendes Gitarrensolo), das heiße, mit Bläsern durchsetzte Instrumental "Choppin'", oder der flotte, flockige, herrlich groovende, lässige, coole Blues "Keep on driving" mit seiner starken Piano- und Gitarrenbegleitung sind absolute Highlights. Keine Frage, das Album "kickt" von vorn bis hinten. "Gitarrero" Tyler Morris setzt mit "Next in line" ein fettes, sattes Ausrufezeichen in Sachen straightem Rock und Bluesrock! So kann er gerne weitermachen...

Das komplette Tracklisting:

1 Ready to Shove - 4:19
2. Livin' the Life - 3:49
3. Willie the Wimp - 4:54
4. Down on My Luck - 4:23
5. Choppin' - 3:17
6. Talkin' to Me - 4:26
7. Thunder - 3:30
8. This Ain't No Fun - 4:41
9. Truth Is the Question - 3:41
10. Keep on Driving - 3:30

Art-Nr.: 9575
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Ready to shove
Willie the wimp
Down on my luck
Talkin' to me
This ain't no fun
Truth is the question
Keep on driving

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Osborne, Anders - american patchwork [2010]
Meisterlich! Begeisternd! Imposant! Eine Sternstunde des "soulful" groovenden Roots- und Bluesrocks - einerseits rau, drückend, intensiv und kraftvoll, andererseits so wunderbar melodisch. Krachende, brennende, laute (Blues)Rocker und ein paar wundervolle Rootsrock-Balladen geben sich genüsslich die Klinke in die Hand, dazwischen mal ein kerniger New Orleans-Funk oder ein herrlicher Reggae - eine Nummer stärker als die andere. Mitreissend! Der in den USA überaus erfolgreiche Singer-Songwriter und Gitarrist Anders Osborne, der auch bereits einen Grammy in der Vitrine stehen hat, legt mit seinem neuen Werk "American patchwork", obwohl ihn Kritiker, Presse und Fans gleichermassen schon seit Jahren in ihr Herz geschlossen haben, nun sein bis dato absolut bestes Album vor. Der in Schweden geborene, aber vor 25 Jahren in die USA ausgewanderte, in New Orleans lebende Künstler ist längst zu einem stolzen Amerikaner geworden. "I'm in the promised land", sagt er, was man in seiner Musik deutlich spürt. In einer Stadt, in der es vor aussergewöhnlichen Performern und Bands nur so wimmelt, zählt Osborne längst zu einem der absoluten "Helden" unter den Musikern des "Big Easy". Seine Originalität und seine Visionen sind aussergewöhnlich, seine Kreativität und sein musikalischer "Hunger" grenzenlos. Beeinflusst von Leuten wie Ry Cooder und Robert Johnson, Joni Mitchell und Jackson Browne, aber auch Miles Davis und John Coltrane, gilt er als herausragender Gitarrist, Sänger und Songwriter gleichermassen. So unterschiedliche Kollegen wie Jonny Lang, Tab Benoit, Kim Carnes und Brad Paisley haben schon Songs von ihm aufgenommen. Sein für Tim McGraw geschriebenes "Watch the wind blow by" wurde ein langwöchiger Nr.1-Hit für den Country-Star und auch Keb' Mo's erfolgreiches, Grammy-dekoriertes Album "Slow down" enthielt zwei, von Osborne mitkomponierte Songs. Doch über all dem stehen Osborne's eigene Veröffentlichungen. Man könnte sagen, der Mann ist so etwas wie ein Künstler mit zwei musikalischen Persönlichkeiten. Die eine ein voller Power rockender, ausgelassener, ordentlich Zunder gebender, kochender, ein gewaltiges Gitarren-/Slide-Feuerwerk abbrennender /Southern)Bluesmann, die andere ein regelrechter Poet, ein Literat, ein aus tiefster Seele agierender Singer-Songwriter. Nur selten hat er in der Vergangenheit beides miteinander verknüpft, sieht man man von dem exzellenten 2001er-Werk "Ash Wednesday Blues" ab. Entweder entschied er sich für die eine oder die andere Seite. Doch bei "American patchwork" hat er, egal ob es sich um laute, mächtig dampfende Rocker, oder um eher etwas zurückhaltendere Nummern handelt, eine geradezu brillante Balance zwischen beiden Welten gefunden. Kerniger Rootsrock, die ein oder andere wundervolle Ballade und brodelnder, southern-inspired (Heavy)Bluesrock bilden eine unzertrennliche Einheit. Die Arrangements haben eine herrlich rohe, dreckige Basis, oft vollgepackt mit rauen, kratzigen E-Gitarren-Riffs, überaus intensiv und druckvoll, teils mit langen, würzigen, elektrisierenden, packenden Gitarrensoli, die nicht nur die Gemeinde von den North Mississippi Allstars bis hin zu Gov't Mule "vom Hocker hauen" werden. Dann wieder glänzen sie mit herrlich transparenten Gitarren und einem wunderbar lockeren Ambiente, das nicht selten auch mal an einen Jackson Browne erinnert. Apropos Jackson Browne: Osborne's Stimme klingt zuweilen wie eine Mischung aus Luther Dickinson (North Mississippi Allstars), Steve Miller und eben Jackson Browne. Er ist, wie gesagt, ein klasse Sänger. Begleitet wird Osborne von 3 großartigen Musikern. Zum einen, dem exzellenten Keyboarder Robert Walter, der den Sound immer wieder mit ganz wundervollen, markanten Hammond Orgel-Klängen veredelt, und zum anderen von dem stark trommelnden Schlagzeuger Stanton Moore (von der Band Galactic) und dem zweiten Gitarristen, aber auch Percussion und Background Gesang beisteuernden Pepper Keenan (Corrosion Of Conformity). Letzter beiden haben das Album auch zusammen mit Anders Osborne produziert. Der Sound ist super! Alles strahlt, wie gesagt, eine immense Intensität aus, aufbauend auf Osborne's spürbarer Inspiration und seinem magischen "Spirit". Das Album startet gleich mit einem absoluten "Kracher", einem lauten Aufschrei, mitten ins Herz tiefster Dunkelheit. "On the road to Charlie Parker" heisst die Nummer, ein bärenstarker, leicht swampiger, southern-fueled Bluesrocker über die dunklen Seiten der Heroin-Abhängigkeit und die ausweglosen Nöte eines Junkies. Genauso intensiv wie das Thema ist die Musik. Dreckig, rau, ruppig, drückend, voller massiver, roher Gitarren-Riffs, unterstützt von Robert Walter's tollen Orgel-Fills - aber auch mit einer starken Melodik, vor allem im Refrain. Was für ein klasse Groove! Zum Ende hin wird die Nummer immer lauter. Kocht gewaltig! Ein irre starker Auftakt! Aber keine Bange, es geht mit dieser Qualität ohne jeden Hänger bis zum Schluß weiter. "Echoes of my sins" beispielsweise ist ein grandioser, sehr erdiger, aus hartzigen, bluesigen Riffs entspringender Rootsrocker mit einem herrlichen Reggae-Groove. Osborne's Wahlheimat New Orleans ist allgegenwärtig. Toll erneut die feinen Hammond Orgel-Fills und die vorzügliche Melodie. Mit "Got your heart" folgt gleich noch ein klasse Reggae, der einerseits eine unterschwellige Southern-Schwüle ausstrahlt, andererseits aber sehr locker rüber kommt, während mit dem anschliessenden, brodelnden "Killin each other" ein kerniger, heisser "funked-up" Rocker aus den Lautsprechern fegt. Dann die wunderschöne, weich und überaus angenehm ins Ohr fliessende, voller positiver Aufbruchsstimmung steckende, lockere Rootsrock-Ballade "Acapulco", die mit ihrer Frische etwas von einem Jackson Browne aus seinen allerbesten Tagen hat. "Osborne's slide sings as sweetly as his voice", schreibt ein U.S-Journalist - und damit kann man es nicht besser ausdrücken. Danach wieder zwei donnernde, krachende Heavy-Bluesrock-Nummern voller gewaltiger Intensität. Zunächst das saustarke "Darkness at the bottom" und dann das geniale "Love is taking it's toll". Ist das dreckig, ist das heftig, ist das laut! Ein kochender, riffiger, fetter Groove - und dennoch wieder diese großartige Melodie. Dazu ein glühendes, kreischendes, unter Starkstrom stehendes, ausgedehntes Gitarrensolo, gefolgt von einem ebenso prächtigen Orgel-Solo im zweiten Break. Am Ende brechen fast alle Dämme. Diese Nummer würde auch bestens in das Repertoire von Gov't Mule passen. Hammer! Klar, das danach etwas Erholung nötig ist, die mit dem wunderbar lockeren, flockigen, fast schon sonnig californischen Rootsrocker "Meet me in New Mexico" auch kommt. Wunderbar, dieser lässige Percussion-Groove, diese Wärme, aber auch diese erdige Natürlichkeit. Geht runter wie Öl. Tolle Melodie, erstklassiger Gesang, exzellentes Gitarrenspiel, klasse Orgel-Fills, und ein Refrain, der einem nicht mehr aus dem Ohr gehen will. Mit der wunderschönen, nur von glasklaren, transparenten akustischen Gitarren begleiteten, ruhigen Ballade endet schließlich dieses absolute Meisterwerk. "American patchwork" übt mit seiner Intensität, seinen Emotionen und seiner Spannung einen immensen Reiz auf den Zuhörer aus. Alles, was Osborne hier zelebriert, kommt aus tiefstem Herzen. Das nimmt einen gefangen und lässt einen nicht mehr los. Essentieller Roots- und Bluesrock aus New Orleans! Schlichtweg brillant!

1 On the Road To Charlie Parker - 4:16   
2 Echoes of My Sins - 4:34   
3 Got Your Heart - 4:05   
4 Killing Each Other - 4:09   
5 Acapulco - 3:49   
6 Darkness At the Bottom - 6:00   
7 Standing With Angels - 5:15   
8 Love is Taking Its Toll - 5:01   
9 Meet Me In New Mexico - 4:00   
10 Call On Me - 2:57

Art-Nr.: 6889
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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On the road to Charlie Parker
Echoes of my sins
Acapulco
Darkness at the bottom
Love is taking its toll
Meet me in New Mexico

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Proven Ones, The - you ain't done [2020]
Mike Zito, selbst einer der profiliertesten Bluesrock-Gitarrenkünstler und -Performer unserer Zeit und stets ein Garant für außergewöhnlich starke Album-Veröffentlichungen, ist aktuell darüber hinaus sehr stark damit beschäftigt, hoch talentierte junge Talente und in der Öffentlichkeit nahezu unbekannte, dafür aber umso talentiertere Kollegen, für sein eigenes "Gulf Coast Records"-Label zu akkreditieren, und damit zu fördern und zu unterstützen. Mit großem Erfolg übrigens, wie etwa solche Leute wie Diana Rein oder Albert Castiglia beweisen. Als Produzent fungiert er für deren Aufnahmen in aller Regel auch noch. Nun hat Zito wieder einmal einen richtig "dicken Fisch" an Land gezogen: The Proven Ones - eine völlig unbekannte, dafür aber mit absoluten Meistern und Veteranen des Blues bestückte Band, die an Erfahrung kaum zu überbieten ist. Bestehend aus Gitarrist Kid Ramos, Sänger Brian Templeton, Keyboarder Anthony Geraci, Bassist Willie J. Campbell und Drummer Jimi Bott, kann das Quintett in der Summe des Kollektivs bereits "dozens of awards, thousands of gigs, and millions of miles" vorweisen, die die Jungs mit einigen der Top Blues Acts dieses Planeten, wie The Fabulous Thunderbirds, The Radio Kings, The Mannish Boys, Ronnie Earl and the Broadcasters,The James Harman Band, Rod Piazza and the Mighty Flyers und Sugar Ray and the Bluetones einheimsten, bzw. abspulten. "This crew can put the blues down like nobody’s business", das steht außer Zweifel. Deshalb ist es so "obercool", dass sich diese Jungs jetzt mit ihrer in ihrem neuen Verbund aufmachen, das zeigt ihr neues Album "You ain't done" sehr eindrucksvoll, ihre musikalischen Grenzen neu auszuloten, indem sie ihre Blueswurzeln mit Genre-übergreifenden Stilen wie Roots, Soul, Southern, Latin und vor allen Dingen sattem Rock vereinen. Frontmann und Sänger Brian Templeton (bärenstarke, raue Stimme, großes Charisma) führt dazu aus: "For the most part, we are all known as blues musicians and rightly so, but we love many styles and naturally want to indulge in them as well. I think we’ve accomplished that with this record. There’s rock, soul, country, some Latin influence, a bit of pop, and, dare I say, a punk vibe in parts as well. I believe it’s going to break down a few walls". Herausgekommen ist schließlich ein schön variables, ganz großartiges, kerniges, kochendes, straightes, voller Energie steckendes, auf den Punkt gebrachtes Bluesrock-Werk der Extraklasse, musikalisch über jeden Zweifel erhaben. Nach einem gut Spannung aufbauenden, schön psychedelischen Intro, startet das Album sofort mit dem drückenden, powernden Bluesrock-Burner "Get love" voll durch und lehrt uns sofort, dass diese Jungs mächtig Dampf auf dem Kessel haben. Ein treibender Groove, "heiße" Bläser-Fills (die Gastspieler Joe "Mack" McCarthy an der Trompete und Saxophonist Chris Mercer setzen sich nicht nur bei diesem Track gekonnt und überaus passend zur übrigen Instrumentierung in Szene), klimperndes Piano, baumstarke Gitarrenlinien, und erstklassiger Gesang bestimmen das Geschehen. Es rockt einfach herrlich fett. Erinnert etwas an die frühen Fabulous Thunderbirds! Ein Volltreffer zu Anfang, und es folgen ein weiterer nach dem nächsten. Das anschließende "Gone to stay" beispielsweise ist ein purer Retro Vollgas-Kracher mit einem geradezu punkig nach vorn rockendem Drums-Drive. Klasse auch hier wieder die punktuell einsetzenden Bläser und die kernigen, satten, bluesigen Gitarrenriffs, aber auch, bei aller Power, die prächtig hängen bleibende Melodie. Auch das auf zündenden Stones-ähnlichen Riffs basierende, bluesige, mit herrlicher Slideguitar garnierte Titelstück "You ain't done" setzt eine Menge Energie frei. Erstmals etwas ruhiger wird es bei dem brillanten "Whom my soul loves". Bei diesem hinreißenden Soul-/Gospel-Blues fungiert die fantastische, hoch angesehene Bluessängerin Ruthie Foster als Duett-Partnerin von Brian Templeton. Die beiden singen grandios. Durch die Nummer geistert ein herrlicher southern-souliger Muscle Shoals-Spirit, dazu tolles Klavier- und Orgelspiel, feinste Gitarrenlicks und Saxophonklänge, ein unwiderstehlicher Groove und eine wunderschöne Melodie. Was für eine herausragende Nummer! Ganz großartig auch das lockere, flockige, mit tollen Gitarrenlinien durchzogene, sehr melodische "Milinda", das gar mit Lynyrd Skynyrd-mässigen Southern Blues-Anlagen kommende "Already gone", das in einem tollen Latino-Arrangement präsentierte, leicht jazzig angehauchte, herrlich groovende "Nothing left to give", ausgestattet mit einem ausgedehnten, jammigen, exzellenten Gitarrensolo von Kid Ramos, sowie der schwer brodelnde Bluesrocker "Fallen" (kochende Bläser-Fills, glühendes Gitarrensolo, klimpernde Pianoeinlagen). Die Band überzeugt auf der ganzen Linie, vergißt niemals ihre Blues-Wurzeln und lässt verschiedenste Arten des Rock mit einfließen. Die Mischung stimmt zu einhundert Prozent, die energetische Performance kommt voller Spielfreude und Inspiration, die Musiker sind Vollprofis und agieren auf einem entsprechend hohen Level, das Songmaterial ist einfach nur klasse. The Proven Ones haben ihr eingangs geschildertes, ambitioniertes Ziel mit diesem Album ohne Zweifel erreicht. Baumstarke Vorstellung! Ach ja, produziert haben das Werk der Drummer der Band, Jimi Bott und Mike Zito. "Wonderful Blues and Classic Rock Swagger"!

Das komplette Tracklisting:

1. Get Love Intro - 0:58
2. Get Love - 4:00
3. Gone to Stay - 3:32
4. You Ain't Done - 4:01
5. Already Gone - 4:11
6. Whom My Soul Loves - 5:01
7. Milinda - 4:09
8. Nothing Left to Give - 5:35
9. She'll Never Know - 4:32
10. I Ain't Good for Nothin' - 3:56
11. Fallen - 4:42
12. Favorite Dress - 3:28

Art-Nr.: 10040
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Get love
Gone to stay
You ain't done
Whom my soul loves
Milinda
Nothing left to give
Fallen

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Selby, Mark - nine pound hammer [2008]
Wow! Nach einigen Acoustic-Ausflügen ist der Mann aus Oklahoma mit einem elektrischen Meisterwerk zurück - und was für eines! Bärenstark! Dreckiger, zündender Roots-/Bluesrock mit ungemein viel "Feeling"! Grandioses Songmaterial, prächtiger Gesang, meisterhaftes Lead-Gitarrenspiel von Selby - und immer eine angenehme, wunderbar hängen bleibende Melodik! Herrlich, wie man den "Staub" in dieser Musik spürt, diese unterschwellige, drückende Schwüle, die Intensität, ebenso wie eine stets präsente, wohl duftende Southern-Brise! Mark Selby gilt, ähnlich wie Tom Hambridge, in der amerikanischen New Country- und Americana-Welt, vor allem auch in Nashville, als einer der angesagtesten Songwriter für die dortigen Größen. Unzählige seiner Songs wurden zu Hits! Doch in seiner "Freizieit" ist es seine Berufung selbst Musik zu machen - und dort gehört seine Liebe eindeutig dem Roots- und dem Bluesrock. Selby ist ein absolutes Allround-Talent. Er ist nicht nur ein "Star" unter den amerikanischen Songwritern, nein, der Mann ist ein großartiger Sänger, ein charismatischer Performer und vor allem ein Wahnsinns-Gitarrist, dessen versiertes, glühendes Spiel so manchen der vermeintlich etablierten Gitarrenheroes ganz alt aussehen lässt. Für sein neues Werk "Nine pound hammer" hat sich Selby im Sommer 2007 für einige Wochen in die Berge Colorados zurückgezogen um zusammen mit seiner Ehefrau Tia Sellers, ebenfalls eine in Nashville total angesagte und erfolgreiche Songwriterin, an dem neuen Material zu feilen. Herausgekommen sind wahre Songperlen des Roots-/Bluesrock, die Selby ohne jeden aufgemotzten Schnickschnak, erdig, direkt und ungeheuer intensiv mit seinen beiden großartigen Mitstreiten Charles Anderson am Bass und Daryl Burgess am Schalgzeug in Trio-Besetzung eingespielt hat. Was für wunderbare Grooves, welch (bei aller Wahrung des rootsigen "Drecks") herrliche Melodien, was für facettenreiche, mal lockere, mal regelrecht überkochende, glühende Gitarrenläufe! Seine Einflüsse von J.J. Cale über John Hiatt bis hin zu Stevie Ray Vaughan kombiniert er auf grandiose Art und Weise mit seinen eigenen Ideen! Ein kurzes, dreckiges Slide-Lick, trockene E-Gitarren-Riffs, dann eine dumpf, wie ein "Nine pound hammer" donnernde, drückende Bass-Drum in Verbindung mit einem Tambourine, der Drive nimmt zu, Selby's großartiger Gesang setzt ein - und schon ist der baumstarke Opener, das Titelstück, in vollem Gange: Ein gewaltig groovender, toller, kraftvoller, pulsierender Roots-/Bluesrocker von einer Klasse und mit einem Feeling, das sowohl die Freunde eines John Hiatt, eines David Grissom und dessen einstiger Band Storyville, eines Stevie Ray, bis hin zu Gov't Mule (!) begeistern dürfte Brillantes Gitarrenspiel mit Dual-Leads und Parallelgesang, sowie mit herrlich variablen Läufen! Weiter geht's mit dem nicht minder starken, von kochenden Riffs und dezenten Funk-Lines umsäumten Bluesrocker "I should know better", dessen Rhythmus prima in die Beine geht. Irre starkes, vielseitiges, immer wieder von kleinen, versteckten, dennoch markanten Raffinessen geprägtes Gitarrenspiel des Meisters, erneut ein klasse Groove und exzellenter, souliger, weiblicher Background-Gesang sorgen für eine würzige, aufgeheizte Szenerie. Stark auch die kurzen Slidepassagen! Locker, dabei sehr emotional, dennoch kraftvoll und vor allem ungemein erdig (herrliches Desert-Flair), bringt Selby den folgenden, prächtigen Rootsrocker "Cold one closin' in" zu Gehör, dessen großartige Melodie, dieses Americana-mässige "Ghost Town"-Feeling und tollen Gitarrenläufe sich lässig und unwiderstehlich in unseren Ohrmuscheln tummeln. Das Gitarrensolo ist famos! Der nächste Knüller steht mit dem überragenden "Buck-fifty & a flat-head Ford" auf dem Programm: Dreckiger, groovender, rauer, aber wunderbar melodischer, rootsiger Swamp-/Blues-/Southern Rock voller Lynyrd Skynyrd-Flair, aber auch mit Spuren von Little Feat oder den Radiators! Wirbelt den Staub in den Deltas gehörig auf und lässt die Sümpfe brodeln. Tolles Zusammenspiel von trockenem Dobro, kochenden Riffs, groovenden Rhythmen und glühenden Slide-Ausflügen! Und bei dem straighten, fetten "Leveler, reveler" gibt Selby danach einen abgehenden Bluesrocker zum Besten, der Kollegen wie den Buddaheads, Indigenous oder Joe Bonamassa in nichts nachsteht! So geht das munter weiter: Ob auch mal mit einem wunderbaren, hypnotischen Slow-Blues ("Baby I do"), dem dreckigen, irgendwo zwischen ZZ Top und John Lee Hooker angesiedelten, astreinen Bluesrock-Boogie "Sure hope it ain't a train" (was für eine glühende Lead Gitarre), dem AC/DC-like Rock-Kracher "Dangerous game", oder der traumhaft melodischen, wunderschönen Roots-/Blues-Ballade "Guitar in the rain" - Mark Selby zaubert ein Highlight nach dem nächsten aus dem Ärmel! Erstklassig produziert hat das Werk wieder, wie schon seine früheren Alben, sein alter Spezi Brent Maher (in Zusammenarbeit mit Selby selbst), einer der absoluten Star-Produzenten Nashville's! "Nine pound hammer" ist so etwas wie der legitime Nachfolger zu Selby's 2002er-Knüller "Dirt" - und der Meister hat es geschafft die damals schon gewaltig hohe Messlatte nochmal locker zu überspringen. Mitreißender, intensiver und prächtig hängen bleibender Roots-/Bluesrock von meisterlicher Qualität!

Art-Nr.: 5582
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Nine pound hammer
Cold one closin' in
Buck-fifty & a flat-head Ford
Sure hope it ain't a train
Dangerous game
Guitar in the rain

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Uncle Lucius - and you are me [2012]
Uncle Lucius - mal wieder eine wunderbare Band aus Texas, genauer gesagt ein gewaltig funkelnder, musikalischer Rohdiamant aus Austin mit einem geradezu umwerfenden Album. "And you are me" ist das zweite Studiowerk des Quintetts um den fabelhaften, überaus ausstrahlungsstarken Frontmann Kevin Galloway (lead vocals, rhythm guitar), mit dem die Band ohne jeden Zweifel auch weit über die Grenzen ihres Heimatstattes hinaus für ordentlich Furore sorgen dürfte. Uncle Lucius sind im Grunde genommen eine ungemein würzige, rau und erdig zur Sache gehende, voller Herz und Seele agierende, leidenschaftliche Rootsrock-Truppe. Doch dieser Rootsrock, den sie spielen, ist ungemein abwechslungsreich und wird von einer sehr hohen, eigenen Identität bestimmt. Einerseits schön retro, andererseits durchaus modern, verschmelzen sie klassischen, traditionellen American Rock'n Roll mit einem schönen Southern Rock-Feeling, ein wenig Soul, Blues, R & B, einem Hauch von 60's Psychedelic, Wüstenrock- und Countryrock-Anlagen, sowie einer hingebungsvollen Spielfreude mit schönen Instrumentalpassagen, die ihnen auch in der Welt des Jamrocks großen Respekt einbringen wird. Zuweilen kommt es einem vor, als sei die Truppe aus einer gemeinsamen, imaginären Session der Doors, der Rolling Stones, der frühen The Black Crowes, der Drive-By Truckers, The Band Of Heathens und den modernen Black Keys hervorgegangen. Hört sich verrückt an, funktioniert aber grandios und klingt einzigartig. Alle in der Band sind großartige Musiker. Neben Galloway sind das noch Michael Carpenter (lead guitar, vocals), Jon Grossman (keyboards, vocals), Hal Vorpahl (bass, vocals) und Josh Greco (drums). Neben Galloway sind bei dem ein oder anderen Song auch mal seine Mitstreiter Carpenter, Grossman und Vorpahl als Lead-Sänger zu hören, was zeigt, dass die Truppe nicht nur über hervorragende Instrumentalisten, sondern auch über exzellente Sänger verfügt. Zudem hat man jede Menge Live-Erfahrung, (man tourte die vergangenen 3 Jahre nahezu ohne Pause kreuz und quer durch die Staaten), was nachhaltig in dem vorzüglichen Zusammenspiel zur Geltung kommt. Die durchweg sehr starken Songs bauen auf Grund ihrer Vielfalt jederzeit einen hohen Spannungsbogen auf. Los geht's mit dem großartigen "Set ourselves free", einem jammigen, prächtig groovendem Rootsrocker mit einem klasse Blues- und Retro-Psychedelic-Flair. Baut einen tollen Boogie-Rhythmus aus Bass und markanten Drums auf, dazu kommen dreckige E-Gitarren-Riffs und ein paar dezente, aber für die Kraft des Songs überaus bedeutende Bläser-Fills (einige Gastmusiker, die bei 2 bis 3 Stücken für zusätzliche "Hitze" sorgen). Großartig Kevin Galloway's ausdrucksstarker Gesang und die prächtigen Gitarrenläufe und -soli von Michael Carpenter. Jefferson Airplane und die Door treffen auf The Black Crowes - so irgendwie kann man sich das vorstellen. Dann das saustarke "Pocket full of misery", ein erdiger, kochender Rootsrocker mit einem leichten Stones-Groove, aber auch viel Southern-/Swamp-Schwüle. Erneut hören wir prächtig eingesetzte E-Gitarren und ein paar exzellent und sehr Song-dienlich eingesätzte Bläser-Ergänzungen. Auch die Melodie bleibt prima hängen. Bei dem wunderbaren "Willing wasted time" trifft ein unterschwelliges, Beatles-kompatibles Retro British-Flair auf staubtrockenen Wüstenrock. Wir erleben ein tierisches Zusammenspiel aus dominierenden E-Gitarren, inkl. großartigem Solo am Ende, mit sehr schön harmonierendem Piano-Geklimper. Einzigartig auch die herrliche, sehr melodische, von einem hinreissenden Wüsten-/Ghost Town/-Psychedelic-Feeling begleitete, lockere Americana-/Countryrock-Nummer "Keep the wolves away". Basierend auf schönen Acoustic-Gitarren und einem Akkordeon-ähnlichen Keyboard schlängeln sich traumhafte Baritone- und Lead-Gitarren-Hooklines durch den Song, der einen regelrecht gefangen nimmt. Im Gegensatz dazu steht dann beispielsweise wieder der gewaltig groovende, jammige, mit einem Southern-mässigen Boogie-/Roadhouse-/Swamp-Feeling ausgestattete Rocker "Somewehere else", der zum einen mit gewissen Honky Tonk-Bezügen glänzt, zum anderen in einigen Passagen eine deutliche Nähe zu Little Feat und The Allman Brothers Band offenbart. Schwer rockende, fette Riffs und ausgedehnte, psychedelische Jammings mit tollen Gitarren-, Klavier-. Orgel-, und "verlorenen", hintergründigen Bläser-Momenten bestimmen das packende "There is no end", ehe das Album mit der wundervollen Ballade "I am you" (ausgedehntes, herrliches Gitarrensolo, viel Southern-/Psychedelic-/Jam-Flair) noch einmal ein ganz großes, finales Highlight zu bieten hat. Produziert hat das Werk im übrigen der im Genre hoch gehandelte R.S.Field (u.a. Webb Wilder, Billy Joe Shaver, Sonny Landreth, Buddy Guy, John Mayall, Justin Townes Earle, Allison Moorer, um nur einige zu nennen)! Uncle Lucius sind eine hoch talentierte, fantastische Band, denen mit "And you are me" ein meisterlicher Wurf gelungen ist. Von dieser Truppe wird in Zukunft noch einiges zu berichten und viel mehr zu hören sein. Großartig! "Austin's hottest new band", heisst es in einem amerikanischen Review. Dem ist nichts hinzuzufügen...

Das komplette Tracklisting:

1. Set Ourselves Free - 4:17
2. Pocket Full of Misery - 3:27
3. Rosalia - 3:28
4. Willing Wasted Time - 4:17
5. Keep the Wolves Away - 4:35
6. Somewhere Else - 4:24
7. All We’Ve Got is Now - 5:15
8. New Drug - 3:50
9. Just Keep Walking - 4:44
10. There is No End - 6:41
11. I Am You - 6:25

Art-Nr.: 7905
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Set ourselves free
Pocket full of misery
Willing wasted time
Keep the wolves away
Somewhere else
There is no end
I am you

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Washers, The - everything at once [2014]
"Rock 'n Roll, y'all" - mit diesem wunderbaren Motto wird man eingangs der Internet-Präsenz der Washers begrüsst. Was für eine großartige, voller Klasse und Leidenschaft aufspielende Gitarren Rootsrock-/Countryrock-/Americana Rock-Band aus -na klar- Texas, genauer gesagt dem kleinen Nest East Bernard im westlich von Houston gelegenen Wharton County. "Everything at once" ist bereits das dritte Album des Quartetts (mittlerweile sind sie zum Quintett angewachsen - Shane Boeker ist als dritter Gitarrist hinzugekommen), mit dem sie sich nun endgültig im Kreis der ganz großen Texas-Acts festsetzen werden. Mit zwei exzellenten Gitarristen (Todd Janik und Justin Wilcox, der auch das Banjo und die Steelguitar bedient), einer vorzüglichen Rhythmusfraktion (Matt Kopycinski am Bass und MikeFaltysek an den Drums), sowie 3 fantastischen Sängern (alle, ausser dem Drummer singen Lead und Harmonies) verschmelzen sie klassische Retro Countryrockstrukturen mit zeitgemässem Gitarren Rootsrock, feinem Americana-Feeling und einem gepflegten Schuß Southern Rock-getränktem Red Dirt-Flair zu ihrem unwiderstehlichen, eigenen Sound. Dabei sind Einflüsse zu hören, die durch die gesamte Historie des Roots- und Countryrocks reichen, von Poco und den Flying Burrito Brothers, über Neil Young, bis hin zu aktuellen Bands wie The Band Of Heathens, der Kyle Bennett Band, Midnight River Choir, Reckless Kelly und der Zac Brown Band (ohne das Karibik-Flair). Die Musiker harmonieren prächtig miteinander. Die erdigen Gitarren, teils mit prächtigen Soli, dominieren und ergänzen sich dabei perfekt mit den ausnahmslos herausragenden Gesangsleistungen und Melodien. Los geht es mit dem bärenstarken "Break your heart", einem durchaus angerauten, dabei aber überaus melodischen Red Dirt-Rootsrocker mit einer tollen Gitarrenbegleitung und herrlich groovender, dezent jammiger Bongo-Percussion im Hintergrund. Dazu gibt's ein vorzügliches, sehr Southern-affines, zündendes Gitarrensolo. Wundervoll, wie die 3 Sänger ihre Stimmen einsetzen. Ein Hammer-Auftakt! Rootsrock aus Texas der Güteklasse 1A! Weiter geht's mit dem recht lockeren, flockigen, gleichzeitig schön knackigen, flüssigen, erneut mit einer klasse Melodie auftwartenden Countryrocker "Pennies". Wir hören eine großartige Banjo-Untermalung und starke E-Gitarren-Begleitung, inklusive eines erneut sehr versierten, erdig rauen Solos. So jagt eine Killer-Nummer die nächste. Nun steht das grandiose "Austin Town" auf dem Programm. Was für eine hinreissende Hommage an die texanische Musikmetropole. Was für eine famose Countryrock-/Americana-/Roots-Ballade. Abermals begleitet von einem im Hintergrund agierenden, schön trockenen Banjo-Lick und herrlichen Gitarren, versteht es die Band hervorragend, die eingängige, sich im Ohr festfressende Harmonie des Songs mit einer staubigen, stets angeraute Roots-Basis zu verbinden. Das ist es, was diesen prächtigen Red Dirt-Sound so unwiderstehlich macht. Dieses Stück ist geradezu ein Musterbeispiel dafür. Jede Menge Southern-Einflüsse gepaart mit einem ordentlichen Schuß Neil Young & Crazy Horse bestimmen das wunderbar rockige "Fame". Tierisch die von den beteiligten Gitarristen zelebrierten E-Gitarren-Breaks in der Mitte und am Ende, zum Teil mit tollen Double-Leads. "Stepping stone" ist ein straighter, tougher Roots-/Countryrocker mit starken Riffs, der ein wenig an Reckless Kelly und zünftige Micky and The Motocars erinnert. Erneut eine schöne Banjo-Untermalung, eine großartige Melodie und exzellenter (Harmonie)Gesang bestimmen das Geschehen. Es folgen der wunderschöne Retro-Countryrocker "Small town", der uns die goldenen, alten Zeiten ala Poco, Flying Burrito Brothers und Pure Prairie League in Erinnerung ruft, der waschechte, raue Southern Rocker "Hired hand", der wie eine Verbindung legendärer Helden wie Lynyrd Slynyrd und den aktuellen Genre-Königen Blackberry Smoke daherkommt, und die geradzu hymnische Americana-Ballade "Best of me", mit der das Album ohne die Spur eines Ausfalls genauso famos endet, wie es begonnen hat. Ja, wie wiederholen es gerne: The Washers gehören nach diesem Album zweifelsfrei zu den absoluten Top-Adressen des Genres. Wir sind begeistert! Genau so muss man ihn spielen, diesen fantastischen "Roots'n Country-Rock'n Roll made in Texas"!

Das komplette Tracklisting:

1. Break Her Heart - 3:57
2. Pennies - 4:01
3. Austin Town - 5:04
4. Weak in the Knees - 3:30
5. Pink and Yellow Packets - 2:51
6. Fame - 4:19
7. Stepping Stone - 4:01
8. Small Town - 3:46
9. Hired Hand - 3:47
10. Best of Me - 6:39

Art-Nr.: 8669
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Break her heart
Pennies
Austin Town
Fame
Stepping stone
Small town
Hired hand

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