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A Thousand Horses - southernality [2015]
Gegründet 2010 in Nashville/Tennessee sorgen A Thousand Horses in den amerikanischen Countrycharts gerade für mächtig Furore, denn die erste Single aus ihrem großartigen Debutalbum "Southernality" (vorher hatten sie schon eine EP veröffentlicht), mit dem Titel "Smoke", landete soeben schnurstracks auf der Nummer 1. Was für ein Erfolg! Verdientermaßen, wie wir meinen! Dabei sind A Thousand Horses alles andere als eine reine Countryband. Vielmehr liegen die Roots des Quartetts um die beiden Gitarristen Zach Brown (nicht zu verwechseln mit dem Namensgeber der Zac Brown Band) und Bill Satcher, sowie dem richtig ausstrahlungsstarken Frontmann Michael Hobby (hat eine wunderbar angeraute, erdige Stimme, spielt zudem akustische Gitarre und Harmonica) und Bassmann Graham DeLoach eher in den rockigeren Gefilden, genauer gesagt in denen der Südstaaten. Was somit entsteht "is a high-energy hybrid" aus den Einflüssen solcher klassichen Bands wie The Black Crowes, Lynyrd Skynyrd, The Marshall Tucker Band, The Allman Brothers Band, den "Exile on Main Street"-era Rolling Stones, aber auch von Tom Petty und solchen Countrykollegen wie Dwight Yoakam, angerührt zu einer wunderbar die Balance zwischen erdigem "grit" und radiotauglichen Nashville-Kriterien wahrenden, ungemein erfrischenden Fusion aus kernigem Southern Rock, sattem Countryrock, und New Country, gewürzt mit einem Hauch von Blues und Soul. Somit ist der Albumtitel "Southernality" quasi Programm, denn der Southern Rock-Esprit ist stets spürbar. Mit dieser Musik haben sie sich, vor allen Dimge auch durch ihre kernigen Live-Shows, bereits eine riesige Fanschar erspielt. Das Songmaterial, klug zwischen fetten, kraftvollen, Gitarren-orientierten Rockern und ein paar prächtigen Balladen hin und her balancierend, ist durchweg exzellent. Bis auf wenige, involvierte Co-Writer stammt das gesamte Material aus der Feder der verschiedenen Bandmitglieder. Instrumentell werden sie unterstützt von Drummer Chris Powell (alle Tracks), sowie ein paar vereinzelten Gästen wie Robby Turner (pedal steel), Michael Webb (keyboards) und einer "Horde" weiblicher Background-Sängerinnen, die ordentlich Southern Soul mit einbringen. An den Reglern saß Nashville's zur Zeit heiss begehrter Produzenten-Guru Dave Cobb (u.a. Chris Stapleton, Jason Isbell, Jamey Johnson, Shooter Jennings). Los geht's mit dem mächtig knackigen, kernigen, voller Energie steckenden, zündenden Southern Rocker "First time", bei dem der Einfluss der frühen The Black Crowes deutlich spürbar ist, genau wie ein gewisser "Stonesy swagger". Kochende, straighte Riffs, typische, weibliche Backup-Sängerinnen (ähnlich wie Lynyrd Skynyrd's "Honkettes"), klasse Orgel-Fills und ein glühendes Gitarren-Solo prägen das Bild, genauso wie eine hervorragende Melodie und Michael Hobby's starker, southernrockiger, angerauter Gesang. Ja, die Melodien sind auch so ein Thema, denn die sind durchweg klasse. Wie auch bei dem wunderbaren "Heaven is close", einer tollen New Country-Nummer mit hintergündigem Banjo-Picking, schönen Fiddle-Fills und satten, Lynyrd Skynyrd-mässigen Gitarren-Riffs. Auch diese Nummer schlägt wieder eine großartige Brücke zwischen Southern Rock-Roots und rockenden New Country-Anlagen. Blackberry Smoke meet Montgomery Gentry und einen geradeaus spielenden Eric Church (zu dessen ersten beiden Alben). Dann der bereits erwähnte No. 1-Hit "Smoke": Was ist das für eine traumhaft melodische, knackige, von viel Southern-Flair durchzogene, saftig rockende New Country-Ballade. Hat ein tolles Gitarren-Gewand, inklusive schöner Steel-Fills. Durchaus etwas mainstreamig und auf die Nashville-Belange zugeschnitten wirken hier die recht opulenten Streicher in der zweiten Hälfte des Songs, doch die Nummer an sich ist so stark, das auch das überhaupt kein Problem darstellt. Klasse auch hier wieder der sehr eingängige, aber unterschwellig raue Gesang. Anschließemd geht es mit dem satten, jede Menge Staub aufwirbelnden , dampfenden Countryrocker "Traveling man" wieder richtig ab. Viel Southern Rock-Power und fette E-Gitarren, sowie ein paar bluesige Harp-Fills bestimmen das Geschehen. So geht das munter weiter: Hier und da prächtige, rockige New Country-Nummern, wie etwa das seelige "Tennessee whiskey" oder das moderne, junge "(This ain't no) Drunk dial", hinreissende, southern-fueled Balladen, wie beispielsweise das mit satten Gitarren, Steel, Klavier, Orgel und einer Menge Soul und Gospel-Feeling inszenierte, fantastische "Sunday morning" (diese Nummer wurde übrigens komponiert von sämtlichen Band-Mitgliedern in Kooperation mit dem ex-Black Crowes-Gitarristen Rich Robinson) oder das wunderschöne, sehr New Country-lastige "Back to me", sowie krachende, straighte Riff-Southern Rocker, wie zum Beispiel das powernde "Trailer trashed", geben sich genüßlich die Klinke in die Hand. Ohne jeden Zweifel, A Thosand Horses sind ein "Haufen" hoch talentierter, junger Musiker, die die rockig orientierte und southern-affine, gleichzeitig aber auf eine gewisse Eingängigkeit und Harmonie achtende Klientel in Nashville zielsicher, mit Klasse und mit großartigem Songmaterial bedienen. "Southernality" jedenfalls ist ein super Album geworden. Gratulation, Jungs!

Das komplette Tracklisting:

1. First Time - 4.39
2. Heaven Is Close - 3.57
3. Smoke - 3.40
4. Travelin Man - 4.01
5. Tennessee Whiskey - 3.24
6. Sunday Morning - 3.34
7. Southernality - 2.26
8. (This Ain t No) Drunk Dial - 3.31
9. Landslide - 3.22
10. Back To Me - 3.26
11. Trailer Trashed - 2.45
12. Hell On My Heart - 3.42
13. Where I m Goin - 3.30

Art-Nr.: 8884
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
First time
Heaven is close
Smoke
Travelin' man
Sunday morning
Back to me
Trailer trashed

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Assembly Of Dust - sun shot [2013]
Sehr rar, da komplett "out of print". Wir haben noch ein Exemplar!

Recht rares, gar nicht so leicht zu bekommendes, neues, fantastisches Album der New Yorker Jamrock-Formation Assembly Of Dust, die dieses Werk ansonsten nur über ihre Website anbieten. Assembly Of Dust haben, wie viele andere Bands des Jamrock-Circuits auch, vor allem als Live-Band einen prächtigen Ruf. Ihre wunderbaren, unbeschwerten Konzerte gelten nicht nur unter den "dustheads" als herausragende Ereignisse. Nun haben sie, 4 Jahre nach "Some Assembly required" endlich wieder einmal ein neues Studioalbum eingespielt - und es steht ihren brillanten Live-Shows in nichts nach. Viele Kenner der Band, unter anderem auch das renommierte "Relix"-Magazin und das nicht weniger bekannte "Jambase"-Fanzine, bezeichnen "Sun shot" als das bis dato wohl beste Studiowerk der Band. Gegründet im Jahre 2002 von dem einstigen Strangefolk-Frontmann Reid Genauer (Strangefolk sind im übrigen mittlerweile auch wieder aktiv), der die Truppe nach dem Titel seines ersten Solo-Albums benannte, kreieren Assmebly Of Dust eine von vielen Einflüssen geprägte, unvergleichliche Mischung, die ein amerikanischer Journalist einst mit den Worten "Melding the deep grooves of Blues and R&B with guitar work that recalls J.J.Cale and Little Feat" umschrieb. Das trifft sicher auch auf "Sun shot" zu, doch hier lässt die Band zudem nicht nur eine wohl proportionierte Dosis von Rootsrock-, Americana-, Folkrock- und auch Southern Rock-Elementen einfließen, sondern besticht mit einer herrlichen, luftigen, sonnigen Westcoast-Frische, fast noch ausgeprägter wie es einst die großen Grateful Dead zelebrierten. Die Songs sind durchaus kraftvoll, wirken aber auch vor allem locker und flockig, sprühen vor Spielfreude und kommen dieser genannten Westcoast-Frische entsprechend in einem glasklar und sauber produzierten, wunderbar transparenten Sound. Neben den Dead spürt man die Einflüsse von Siebziger-Helden wie The Band, Neil Young (ohne Crazy Horse), Traffic, über Jamrock-Kollegen wie The String Cheese Incident, The Allman Brothers Band und Phish, bis hin zu Ryan Adams und Wilco. Das Songmaterial ist ohne jede Ausnahme exzellent, ebneso wie die musikalischen Fähigkeiten jeden einzelnen Akteurs. Vor allem das Zusammenspiel des großartigen Lead Gitarristen Adam Terrell mit Organist und Pianist Jason Crosby ist brillant. "USA Today" sagte letztlich in diesem Zusammenhang: "Hooky melodies, poetic lyrics, and a profound depth of musicianship prompted". Das können wir unbesehen unterschreiben. Los geht's mit dem bärenstarken "Grey believer". Schöne Gitarrenriffs und überaus harmonisches Zusammenspiel zwischen Gitarren und Keyboards bestimmen das Geschehen. Genauer's Gesang ist warm und sehr angenehm, dazu weht eine feine Southern-Brise. Die Band versprüht ein Feeling im Grenzbereich zwischen Grateful Dead, The String Cheese Incident und The Allman Brothers Band. Vor allem Terrell's Lead Gitarren-Spiel, inklusive exzellentem Solo, sprüht nur so vor southern-rockigem Allmans-Flair. Nach dem luftigen Americana-Shuffle "Vaulted sky" steht bereits das Titelstück "Sun shot" auf dem Programm, ein toller facettenreicher, zunächst fast fregiler, dann aber mit der nötigen Portion Kraft groovender Roots-/Jamrocker voller erdiger E-Gitarren-Sequenzen, kombiniert mit klaren Acoustic Gitarren-Riffs und prächtigen Piano- und Orgel-Fills. Besticht mit hervorragender Melodik und viel Jam-Potential. Der flockige, wunderbare Midtempo-Rocker "Unvarnished" kommt mit einem dezent jazzig folkigen Groove während der Strophen und viel melodischer Harmonie während der Refrains. Tolle Gitarrenspielereinen ergänzen sich mit herrlichem Orgelspiel und jammiger Percussion. Besonders viel lockeres Westcoast-Flair vermittelt das lässige "Lost and amazed". Starkes Orgelspiel und glänzende, von großartiger Percussion erzeugte Rhythmik, mal ein schön retro klingendes E-Piano und ein paar erdige E-Gitarren-Licks beschwören eine prächtige, fluffige, zwanglose Atmosphäre herauf. Den großartigen Instrumentalpart wird die Band live sicher zu einem herrlichen Jam-Happening ausdehmen. Stark! Der raffinierte Rhythmus (vorzügliches Drumming) des grandiosen Rootsrockers "Avenue of the giants" lässt gar ein dezentes Country & Western-Feeling aufkommen. Eine hervorragende Melodik, beste E-Gitarren-/Acoustic Gitarren-Arbeit, und genußvoll ergänzte E-Piano- und Orgel-Fills verbinden sich in perfekter Harmonie mit Genauer's schönem Gesang. Im Break besticht Adam Terrell mit einem virtuosen, sehr variabken E-Gitarren-Solo, das erneut ein wundervolles Southern-Feeling suggeriert. Einfach klasse! Assembly Of Dust zeigen sich auch im Studio mit "Sun shot" in exzellenter Verfassung. Kein Wunder, dass die Fanbase dieser Band mehr und mehr wächst. Reid Genauer und seine Freunde mit dem nächsten, ganz großen Schritt in die richtige Richtung. Toll! Das Album kommt in einem ansprechend gestalteten Digiback mit dickem, 28-seitigen Booklet inkl. aller Texte. Rundum perfekt!

Das komplette Tracklisting:

1. Grey Believer - 4:31
2. Vaulted Sky - 4:02
3. Sun Shot - 5:02
4. Unvarnished - 4:39
5. Cluttered - 3:48
6. Lost & Amazed - 5:05
7. Avenue of the Giants - 4:14
8. Arkansas Down - 5:07
9. Myth of Mine - 3:55
10. Weehawken Ferry - 3:59
11. Silver and Worn - 3:18
12. Mrs. What You Are - 2:41

Art-Nr.: 8379
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Einzelstück || Typ: CD || Preis: € 17,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Grey believer
Sun shot
Unvarnished
Lost and amazed
Avenue of the giants
Arkansas down
Mrs what you are

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Big Wu, The - spring reverb [2003]
Mittlerweile zählen The Big Wu aus Minneapolis längst zu den ganz etablierten Bands in der amerikanischen Jamrock-Welt. Und diese Tatsache wird sich mit ihrem neuen Album "Spring reverb" mit Sicherheit noch festigen, denn damit ist ihnen ein ganz großer Wurf gelungen! Ein umwerfendes Knüller-Teil für die Fraktion der Grateful Dead-, Allman Brothers-, Leftover Salmon-, String Cheese Incident-, Strangefolk-Fraktion, das es von vorn bis hinten in sich hat. Irgendwie gelingt es ihnen meisterhaft jede Menge charakteristische Elemente der oben genannten Bands zu vereinen um diesem Resultat dann ihren ganz persönlichen Stempel aufzudrücken, sodaß ihre Musik dann nach nichts anderem klingt, als eben nach The Big Wu - ganz typisch The Big Wu! Was für Musiker! Ihr glasklarer, ungemein frischer Sound ist geprägt von jeder Menge transparenter, verspielter und virtuoser Gitarren, immer wieder unterstützt von engagiertem Klaviespiel oder einer vollmundigen Hammond, punktgenauem Drumming und ganz großartigem Gesang, wobei ihnen zugute kommt, daß sie mehrere ausgezeichnete Sänger in ihren Reihen haben. Auffällig ist, daß ihre Songs unwahrscheinlich ins Ohr gehen, denn wie kaum eine andere Band des Genres verbinden sie die typische Jamrock-Philosophie mit traumhaft schönen Melodien - und es paßt prächtig zusammen. Im allgemeinen vergleicht man sie am ehesten mit den Grateful Dead. Man sagt auch ihre Songs seien typisch für die "American beauty"-Generation, doch genauso gut paßt ihre fantastische Musik auch in die heutige Zeit. Sie scheren sich nicht um Trends, sondern sind einfach sich selbst treu. Diese Frische, die sie rüberbringen, ist einfach herrlich. Zumeist kommt alles ungemein unbeschwert, locker und leicht, doch immer wieder ist dann auch ihre Kraft und Energie spürbar. Das klingt flockig, fließend, lässig, anschließend wieder riffig rockend mit Stones-lastigen Riffs, oder groovy und funky ala Little Feat, um dann wieder die Dead/Allmans-, bzw. Betts/Garcia-Schiene zu beackern und einen Schuß Southernflair zu integrieren. Sie haben alles drauf! Teilweise hört man bis zu 3 Gitarren., die excellent miteinander harmonieren. Ganz weiche Passagen, bissige, herzahfte Rockläufe und auch wunderbarer Twin-Sound, alles wird geboten. Hier ein paar Songbeispiele: Lockere Riffs, flockige Drums, filigrane Gitarren, alles frisch, wie die unberührte Natur Minnesota's, großartiger Gesang, eine wunderbare Melodie und butterweiche, glasklare, aus dem Handgelenk fließende E-Gitarrensoli, wie sie Dickey Betts oder Jerry Garcia auch nicht besser spielen könnten, bestimmen den bärenstarken Opener "Break of day". Und immer wieder diese spürbare Lust zum Jammen! "Make believers" ist ein irre starker, voller Southern Soul steckender Rocker mit satten E-Gitarrenriffs, wieder einer tollen Melodie und tollen Instrumentalpassagen aus E-Gitarre und Orgel. Etwas funky und bluesig kommt "Chateau in the know" aus den Boxen, das trotz aller Rhythmik und allem Groove wieder sehr locker klingt und mit langen, kräftigen und virtuosen Gitarrensoli aufwartet. In "Flat Iron Suite" integrieren sie eine grassige Mandoline und kreiren damit eine wunderbar frische country-infizierte Ballade mit glasklarem Gesang, einer prächtigen Melodie und herrlichen, langezogenen Slide-Spielereien. Beeindruckend! Mountain-Flair und Southern-Jam-Feeling vereinen sich. "Dancing with Lula" ist prächtiger Groove-Rock mit viel Dead-Flair, während sie mit "Rhode Island Red" einen fulminanten, rasanten, tempogeladenen Countryrock-Ritt hinlegen.Welch ein klasse Gitarrensolo. Das Stück ist live bestimmt ein Killer! Dann folgt mit "Irregular heartbeat" wieder so eine sich in die Gehörgänge schraubende Ballade, ehe mit "Tequila" ein dampfender "Stones meets Southernrock"-Rocker voller satter Riffs und mit klimperndem Honky Tonk Piano aus den Boxen schallt. Herrliche Twin-Gitarren in bester Allmans-Tradition leiten schließlich das balladeske, wunderbare "Bird on a wing" ein, wieder mit diesen weichen Gitarren und dieser kristallklaren Frische ausgestattet. Dezentes Southernflair trifft auf Dead-ähnlichen, sehr sauberen Gesang mit einer tollen Melodie und ein herausragendes Gitarrensolo, bei dem die E-Gitarre zuweilen wie eine hallige Steel klingt. Den Abschluß des Album bildet das fast 9-minütige "Southern energy", eine großartige Jam-Nummer, bei der sie nochmal alle Register ziehen, Ausgedehnte, filigrane E-Gitarren, Twin-Sound, sowohl leicht jazzige als auch country orientierte Elemente, interessante Rhythmuswechsel und klasse Gesang. Und trotzdem wird ein "richtiger" Song draus. Klasse! The Big Wu haben es geschafft ihre ganze Live-Erfahrung auch ins Studio zu transportieren. Schwächen sucht man auf "Spring reverb" vergebens. Eine riesige Anhängerschar im Rücken sind sie für ihre Fans längst zu einer Institution geworden, die es mit sich bringt, daß man sie quer durch die Lande bei ihrem excessiven Touring behgleitet. The Big Wu haben ihre eigene Philosophie und die Fans stehen wie eine große Familie hinter ihnen. Für sie bedeutet die Musik der Wu alles, doch auch für die Band gibt es nichts wichtigeres als ihre Fanbase. Und das spürt man. Sie sind das nächste ganz große Jamrock-Ding! Eine Musik, die unbeschwerte Lebensfreude vermittelt. Über 66 glanzvolle Minuten! Begeisternd!

Art-Nr.: 1911
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Einzelstück || Typ: CD || Preis: € 18,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Break of day
Make believers
Tequila
Bird on a wing

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Black Lillies, The - hard to please [2015]
"One of the coolest records released in 2015" heisst es in einem der vielen überschwenglichen U.S.-Reviews über das großartige, vierte Album "Hard to please" der Black Lillies aus Knoxville/Tennessee. In der Tat zählt das Quintett um Frontmann, Sänger, Songwriter und Multi-Instrumentalist Cruz Contreras zu den vielleicht Interessantesten und besten, neueren Acts der Roots-/Americana-/Countryrock- und Alternate Country-Szene. Ihr unendliches Touring und ihre bisherigen, exzellenten Alben verhalfen ihnen in der Heimat zwar längst zu einer riesigen Fanschar und hohen Reputation unter den Kritikern und Experten, aber in der erweiterten Americana-Gemeinde ist ihnen die große Aufmerksamkeit bislang noch versagt geblieben - völlig zu Unrecht, wie wir meinen. Was die Black Lillies anbieten und was wir speziell auch auf ihrem neuen, wundervollen Album erleben, ist größte musikalische Kompetenz und geballte Songkraft, gepaart mit viel Herz, Leidenschaft, jeder Menge Seele und Authentizität, musikalischem Abwechslungsreichtum und herrlicher, unbekümmerter Lockerheit. "Their music is breakneck, brazen and beautiful; gentle Laurel Canyon folk, the honky-tonk heartache of classic country, winding jams and flat-out rock n roll ... but full of the spirit of the open road, heading down the highway and not about to stop anytime soon.", heisst es dazu in einem U.S.-Statement. Wie hoch die musikalische Anerkennung der Black Lillies ist und aus welch unterschiedlichen Lagern die Fans der Band kommen, zeigt auch die Tatsache, dass die Black Lillies nicht nur mit begeisternden Auftritten auf solchen Festivals wie "Bonnaroo", "SXSW" und dem "CMA Fest" gefeiert wurden, sondern auch die Independent Band mit den bislang meisten Auftritten in DEM Country-Mekka, der "Grand Ole Opry" in Nashville/Tennessee sind. Ja, die Einflüsse der Band kommen aus allen Richtungen: Roots, Blues, Rock, Soul, Country, Folk, Jazz, wobei das Fundament ihrer Musik allerdings klar aus dem Country und Countryrock generiert ist. Das neue Album ist vollgepackt mit herrlichen Songs, mal schön rau und rootsig, mal traumhaft harmonisch und mit hinreissenden Melodien versehen, mal progressiv und folkig - immer prächtig hängen bleibend. Cruz Contreras ist ein erstklassiger, charismatischer Sänger, der aber mit der vorzüglichen Trisha Gene Brady eine nicht minder ausstrahlungsstarke Partnerin an seiner Seite hat, mit der er sich bei dem ein oder anderen Stück den Lead-Gesang im Duett aufteilt. Einen Song, das soulige, bluesige "The first time" singt Trisha allein. Die beiden ergänzen sich perfekt zueinander. Saustark spielt auch Lead Gitarrist Daniel Donato auf, der immer wieder mit großartigen Gitarrenlinien und -soli überzeugt. Los geht's mit dem exzellenten Titeltrack des Albums, "Hard to please, einem schön dreckigen, rauen, leicht bluesig angehauchten, kraftvollen, mit klasse Bläser-Fills angereicherten, prächtig groovenden Rootsrocker. Hat viel Seele und ein tolles Retro-Feeling. Tierisches E-Gitarren-Spiel, viel Druck! Ganz anders die zweite Nummer: "That's the way it goes down" ist ein wunderbar flockig startender, im Verlauf aber immer knackig werdender, flotter, wunderbar ins Ohr gehender, melodischer Roots-/Countryrocker voller wunderbarer Harmonien. Baut eine gute Dynamik auf und besticht mit einem tollen Gitarrensolo in der Mitte. Jede Menge Soul und viel Gefühl schleicht sich durch das begnadete "Mercy", eine wunderbare Roots-Ballade im dezenten Sixties-/Seventies-Flair. Cruz und Trisha performen in einem herrlichen Duett. Toller Orgel-Background, großartiges Wurlitzer-Piano und prächtig integrierte Gast-Bläser bilden eine untrennbare Einheit mit der wunderbaren Melodik und dieser unterschwelligen, zwanglosen Rauheit. Fabelhaft! Ganz groß auch das lockere, weitestgehend akustisch gehaltene, etwas folkige "Bound to roam" mit seinen lässigen Drums sowie den feinen Mandolinen-, Fiddle- und Dobro-Klängen. Dann das herausragende "Dancin'": Was für ein wunderschöner, flotter, locker "stampfender", hinreissender, Country-/Countryrock-Track, gespickt mit fantastischen E-Gitarren- und Pedal Steel-Licks. "We'll go dancin', dancin' me and you, got that sunshine feeling, chase away these blues" singen Cruz und Trisha - und man kann sie bei dieser Musik unmittelbar zu spüren, die Lust zu tanzen und all den Blues des Alltags hinter sich zu lassen. Eine Wonne, diese Nummer! Wie auch das wundervolle, ruhige, ungemein melodische, mit tollem Acoustic Gitarren-Picking und großartigen Pedal Steel-Fills, inklusive eines herrlichen Solos, versehene "Desire". "40 days" hingegen ist ein kerniger Roadhouse-/ Roots Rock'n Roller mit tollem Piano-Geklimper, Bluesharp und klasse E-Gitarren, der eine Tourphase der Band mit 40 Gigs in 40 Tagen zum Thema hat. Wie gesagt, das wirkt alles durch und durch authentisch und musikalisch ungemein versiert. Die Black Lillies sind auf dem Weg, sich in dem Kreis der Americana-Elite fest zu etablierten. "Hard to please" wird seinen Beitrag dazu leisten. Tolles Album ohne einen einzigen schwachen Song! Wir wiederholen das Zitat vom Anfang: "One of the coolest records released in 2015".

Das komplette Tracklisting:

1. Hard to Please - 4:11
2. That's the Way It Goes Down - 3:50
3. Mercy - 4:15
4. The First Time - 4:30
5. Bound to Roam - 5:13
6. Dancin' - 4:44
7. Desire - 4:33
8. 40 Days - 4:15
9. Broken Shore - 5:38
10. Fade - 4:05

Art-Nr.: 9012
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Hard to please
That's the way it goes down
Mercy
Bound to roam
Dancin'
Desire
40 days

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Black Stone Cherry - same [2006]
Yeah! Auch das ist der Süden! "Turn it loud"! Anschnallen - genießen! Mit, im wahrsten Sinne des Wortes, voller Wucht blasen Black Stone Cherry, ein Haufen langhaariger, blutjunger Rotzlöffel (zwischen 20 und 23 Jahren alt) aus dem kleinen Städtchen Edmonton in South Central Kentucky (auch Heimat der Kentucky Headhunters, was aber nicht die einzige Gemeinsamkeit ist - dazu später mehr) zum massiven Angriff auf die Rock-Welt, und wer von ihren gewaltigen Gitarren-Attacken, den monströsen Riff-Salven und den knochenharten Rhythmen getroffen wird, bleibt nicht etwa benommen liegen, sondern findet sich in einem geradezu aufputschenden, die Sinne "alkoholisierenden", lauten Rock'n Roll-Rausch wieder, der das pure Adrenalin freisetzt! Was für Glücksgefühle! Sie selbst nennen ihre Musik schlicht "Southern Rock for a modern audience", was es sicher irgendwie trifft, aber einer doch weitreichenderen Speziifizierung bedarf. Vor allen Dingen sind die Vier hart! Angesiedelt irgendwo zwischen Metal und Southern Rock liegen ihre Roots sowohl im Retro-Sound der Siebziger, als auch in neuzeitlicheren Gefilden der Post-Grunge-Ära! Da hinterlassen Bands wie AC/DC, Led Zeppelin, Aerosmith, Metallica oder gar Godsmack und Alice In Chains ihre Spuren, genauso wie die Black Crowes und Lynyrd Skynyrd! Alles passt prächtig zusammen. Mit all diesen Einflüssen generieren Black Stone Cherry eine Musik, die irgendwie neu, und doch wieder klassich klingt, aber eben, und das beeindruckt sehr, mit eindeutiger Eigen-Identifikation! Ungeheuer variabel, und für einen solch jungen Haufen extrem abgebrüht, ausgereift und technisch versiert, nennen wir diese grandiose Power-Mucke einfach mal "American Hard Rock with a metal edge, but southern to the core"! Ja, das ist es! Die Band, alles, wie gesagt, verdammt starke Musiker, besteht aus den beiden großartigen Lead-Gitarristen Ben Wills und Chris Robertson, letzterer auch ein ganz hervorragender Sänger (Shouter), dem Bassisten Jon Lawhon, sowie dem brillanten Drummer John Fred Young! Und da haben wir sie wieder, die eingangs bereits erwähnte Verbindung zu den Kentucky Headhunters, denn John Fred ist der Sohnemann von KHH-Gitarrist und Gründungsmitglied Richard Young, der zudem das Album co-produzierte! Die Truppe spielt mit unbändiger Kraft und entwickelt einen gewaltigen Druck! Donnernde, manchmal wie ein Maschinengewehr-Feuer hernieder prasselnde Riffs treffen auf mitreißende, glühende und kochende, voll im Southern Rock verwurzelte, massive, regelrecht stürmische Lead-Gitarrenläufe (teilweise großartige Double-Leads) und perfekt strukturierte, bestens hängen bleibende Songs, die trotz der Härte nie auch nur ansatzweise zum Chaos tendieren, sondern deren Melodik ausgezeichnet gefällt! Eine sehr saubere, klare, knackige Produktion und, trotz der Lautstärke, ein wunderbar transparenter Klang begeistern auf der ganzen Linie! Mächtiger, klassischer Schwermetall-Rock, fast schon dramaturgisch arrangiert, donnert uns zu Start der Scheibe mit dem von unbändigen Power-Riffs und einer gewaltigen Schlagzeug-Kanonade gekennzeichneten, großartigen Opener "Rain wizard" entgegen, dessen mächtiges Gitarrengerüst einen sofort packt! Tolle Songstruktur, die klasse hängen bleibt! Ja, auch das Songwriting-Talent dieser "Jungspunde" ist einfach erstaunlich! Ohne Luft zu holen, geht es "volle Kanne" und mit salvenartigen Riffs weiter: "Backwoods gold" heißt die "Mördernummer", deren Starkstrom-Gitarren und Chris Robertson's prächtiger, ordentlich "röhrender" Gesang sich zu einer hervorragenden Melodie verschmelzen. Hier hört man sie richtig raus, ihre Herkunfts-bedingten Sounthern-Anlagen, ihre familiären Wurzeln, die sie, wie gesagt aber auch zu keiner Zeit leugnen, und die einen entscheidenden Indikator ihrer Musik darstellen. Tierisch, diese glühenden Gitarrenläufe! Und sie werden von Song zu Song stärker. Bis zum Ende, man glaubt es kaum, scheinen sie sich stetig zu steigern. Das zeigt, wie varaibel sie sind, welche Spannung sie bewahren, und bedeutet schlichtweg kenerlei Ausfälle auf der Scheibe! "Lonely train" ist ein Song, "that cuts to the bone": Riffige, "head-bangin'" Heavy-Boogie-Rhythmen, ein mächtiger Druck, und abermals eine prima hängen bleibende Melodik treffen auf voll satte Gitarrenläufe, die ein loderndes Southern-Feuer entflammen. Saustark! Der gelungene Tempowechsel in der Mitte mit einer kurzen, etwas langsameren Phase sorgt für zusätzliche Spannung, ehe die "Gitarren Riff-Hölle" wieder losbricht! Mit "Maybe someday" folgt ein traumhafter Hardrocker mit tollen Twin-Licks! Was für eine Power! Die Black Crowes treffen auf Led Zeppelin und Metallica treffen auf eine verschärfte Blackfoot/Hatchet-Ausgabe, alles in einem Song. Ein fulminantes, durchaus ins Ohr gehendes Feuerwerk - natürlich nicht unbdingt für Zartbesaitete! "When the weight comes down", im Anschluß daran, ist ein höllischer, voller Southern Rock-Feeling steckender, straighter Rock-Kracher, dessen parmenent mit vollem Volumen rockender Gitarren-Mantel und die kochenden Soli einem fast den Atem rauben. Wow, hat das Biß! So geht das stetig bis zum Ende weiter! Die Gitarristen rocken sich die Seele aus dem Leib, Frontmann Robertson singt und grölt "wie ein Großer" und Bassist und Drummer pumpen und "dreschen" sich in meisterhafter Manier in einen wahren Power-Rausch! Einen kleinen Gang zurück, ohne daß es jedoch allzu "leise" wird, schalten sie lediglich bei dem lockeren, balladesken Finalstück "Rollin' on", das allerdings eine absolute Hammer-Nummer darstellt: Eine wunderbare Melodie, herrliche Twin-Leads, gar ein dezenter Country-, dazu ein massiver Southern-Touch, glühende, flinke Gitarrensoli, viel "Saft" - all das demonstriert in beeindruckender Manier, wie eine junge, unverbrauchte, aber schon erstaunlich ausgereifte und variable, "wilde" Truppe namens Black Stone Cherry klassisch fundamentierten, im Süden verwurzelten, modernen, amerikansichen Gitarren Hard-Rock'n Roll zu spielen gedenkt - ehrlich, packend, laut, begeisternd! "This album captures the kinetic energy and force of the band's straight-ahead, in-your-face Rock & Roll and it is proof that the guys are true southern originals." Wie gesagt, die Scheibe ist 'ne Wucht!

Art-Nr.: 4333
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Lonely train
Maybe someday
When the weight comes down
Shapes of things
Violator girl
Rollin' on

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Blackie and The Rodeo Kings - king of this town [2020]
Seit nun schon rund 25 Jahren gelten die in Hamilton/Ontario gegründeten Blackie and the Rodeo Kings, neben Blue Rodeo, nicht nur als DIE Roots-/Americana-Vorzeigeformation Kanada's, sondern als eine der faszinierendsten und musikalisch potentesten Rootsrockinstitutionen des gesamten nordamerikanischen Kontinents. Warum das so ist, zeigt ihr neues Album "King of this town" (schon ihr zehntes) einmal mehr auf beeindruckendste Art und Weise. Die 3 charismatischen Köpfe und Singer/Songwriter der "Supergroup", Colin Linden (vocals, guitars, dobro, mandolin), Stephen Fearing (vocals, guitars) und Tom Wilson (vocals, acoustic guitar), alle auch mit erfolgreichen Solokarrieren am Start, sowie ihre Bandkollegen John Dymond (bass), Gary Craig (drums) und einige Gastmusiker (zum Beispiel an Orgel und Klavier), rühren ein ungemein vielseitiges, mitreißendes Gebräu aus rauem, erdigem, kernigem, sehr natürlichem, vorwiegend Gitarren-orientiertem Roots- und Americana-Rock an, in dem alle Drei ihre eigenen persönlichen Einflüsse, Wilson seinen trüben, dunstigen, borstigen Swamp-/Fuzz-Rock, Fearing seinen Contemporary Folk und Linden seinen southern-fried Blues, zu einer ganz eigenen, wunderbaren, spannenenden, gemeisamen, neuen musikalischen Einheit zusammenführen, zusätzlich garniert mit einer Prise Country und Psychedelia. Alle sind begnadete Musiker. Das Songamterial ist vorzügöich. Alles ist trotz seiner natürlichen Rauheit hervorragend strukturiert und teils mit herausragenden Melodien versehen. Linden, Wilson und Fearing sind zudem exzellente Sänger. "Their playing is stellar, their singing soulful and the overall results are spectacular", sagt dazu ein U.S.-Kritiker. Nach dem kantigen, rauen, stampfenden, von einem spirituellen Southern Gospel-Feeling durchzogenen Opener "Hard road" (Background Gesang: The McCrary Sisters) brillieren die "Blackies" mit der herrlichen, gefälligen, rootsig und staubig rockenden, Blues- und Country-angehauchten Americana-Nummer "Cold 100", bei dem alle drei Protagonisten gesanglich perfekt miteinander harmonieren. Hat einen prima Drive, eine klasse Melodie und ist gespickt mit vielschichtigen Gitarren und Colin Linden's hervorragendem Dobro-Spiel. Ein nostalgisches, schön bluesiges Doors-Feeling scheint bei dem folgenden, lockeren, dreckigen und dezent psychedelisch rockenden "Trust yourself" durchzuschimmern. Saustark hier das Zusammenspiel der Gitarren von Fearing und Liden, inkl. Solo, ebenso wie die schöne Orgel-Untermalung und die kaum wahrnehmbaren, aber sehr effektvollen, prächtig passenden Sax-Fills von Gast Jim Hoke, wie auch der Groove. Herrliche, kernige Mandolinen-Riffs und jede Menge transparente E-Gitarren schmücken den anschließenden, gut abgehenden, mit einer klasse Melodie kommenden, Countryrock-infizierten Rootsrocker "World gone mad", der zudem mit einem tollen, dreckigen E-Gitarren-Solo punktet. Erneut ein wenig psychedelisch, ausgestattet mit einem feinen Tarantino-mässigen Feeling und sehr staubig schlängelt sich der wunderbare Desert-Countryrocker "Baby I'm your devil" aus den Lautsprechern. Hier passt alles bestens zusammen: Das dezent hallige Mundharmonika-Spiel, Colin Linden's schön dreckiges Slidegitarren-Solo und Tom Wilson's "bedrohlicher" Lead Gesang. Es folgt die traumhaft melodische, abermals von wundervoll vielschichtigen Gitarren und tollem Gesang aller Drei geprägte, bestechend schöne Americana-Nummer "North star" (geradezu faszinierend klingt hier Wilson's tiefe Lead Stimme), ehe die Band das famose Titelstück "King of this town" intoniert. Was für ein herrlicher, eine wunderbare, lockere, dennoch knackige Dynamik entwickelnder, leicht Country-infizierter, aber auch von einem kernigen Heartland Rock-Feeling ala Springsteen durchzogener Rootsrocker. Toll! Wie auch der feine Cosmic Country-Vibe, verbunden mit einem leichten Retro-Touch, des voller Desert-Flair steckenden Rootsrockers "Medicine hat". Eine schwache Nummer sucht man auf dem kompletten Werk vergebens. Blackie and the Rodeo Kings ist ein durchweg hochklassiges, ja bärenstarkes, abwechslungsreiches Album gelungen, das den hohen Status der Band noch einmal deutlich untermauert. Ein wahres Glanzstück des Roots-/Americana-Rocks!

Das komplette Tracklisting:

1. Hard Road - 4:12
2. Cold 100 - 4:02
3. Trust Yourself - 4:20
4. World Gone Mad - 4:11
5. Baby I'm Your Devil - 4:01
6. North Star - 4:01
7. King of This Town - 3:43
8. Walking on Our Graves - 3:48
9. Kick My Heart Around - 3:00
10. Medicine Hat - 3:30
11. Grace - 3:27

Art-Nr.: 9994
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 17,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Cold 100
Trust yourself
World gone mad
Baby I'm your devil
North star
King of this town
Medicine hat

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Blue Rodeo - in our nature [2013]
13. Studioalbum der grandiosen, in Rootsrock-, Americana- und Alternate Country-Kreisen viel umjebelten und in ihrer Heimat Kanada geradezu frenetisch gefeierten und ungemein erfolgreichen Formation Blue Rodeo. Es war nicht anders zu erarten: "In our nature" ist ein meisterliches Album voller umwerfend schöner, abwechslungsreicher und kreativ inszenierter Songs, die von vorn bis hinten allerhöchsten Americana-Genuss garantieren. Aufgenommen wurde das Album auf der "Lost Cause"-Farm von Greg Keelor (vocals, guitar) im ländlichen Peterborough, gelegen in einer herrlichen Landschaft, deren Ambiente offensichtlich für zusätzliche Inspiration und Frische sorgte. Die Songs fließen nur so dahin und bestechen mit einer unvergleichlichen Lockerheit. Zudem entstand das Album während reger Touraktivitäten, bei denen man viele der neuen Songs schon live präsentierte. Man wollte bewusst eine gewisse Live-Atmosphäre ins Studio transportieren, was auch exzellent gelang. Das Material klingt überaus natürlich, ohne jeden "Schnickschnack" und Bombast. Das Album startet direkt mit einer absoluten "Killer"-Nummer: "New morning sun" heisst das Stück, ein geradezu traumhaft melodischer, flockiger, flüssiger, beschwingter, von einer hinreissenden Harmonie durchzogener und transparenten Gitarren, wundervollen Piano-Fills und Jim Cuddy's exzellentem Gesang geprägter Roots-/Americana-Rocker, der wie geschmiert seinen Weg in unsere tiefsten Gehörwindungen findet. Was für ein Ohrwurm! Wundervoll! Ein cooler, ganz dezent jazzig swingender, erneut vollkommen lockerer, großartiger "Riders in the Storm"-Groove (The Doors) prägt das schöne, luftige "Wondering", während "Over me" besten, flockigen Countryrock im Rickenbacker-Sound bietet. Traumhaft schöne, gar nicht so sehr im Vordergrund stehende, dennoch überaus effinzient eingesetzte, flüssige, harmonische Klavierläufe in wunderbarer Symbiose mit dezenter Banjo-Untermalung, glasklaren Gitarren und einer ganz feinen Melodik bestimmen das etwas folkig angehauchte "Paradise". Großartig hier das vorzügliche Mundharmonikaspiel während des Breaks, das nicht unwesentlich an den guten alten kanadischen "Buddy" Neil Young, während dessen "After the goldrush"-/"Harvest"-Ära erinnert. Mit dem tollen "Tell me again" leben die Mannen aus Toronter stilbewusst ihre Country-Neigung aus. Der Song kommt in einem klasse Retro Honky Tonk-Rhythmus, baut zudem auf deutliche Gram Parsons-Einflüsse und versprüht gleichzeitig eine herrliche, unverbrauchte Frische. Die legendären Byrds (vor allem während des Refrains), aber auch The Jayhawks scheinen als Paten bei der Komposition des grandiosen, flotten Americana-Rockers "Mattawa" fungiert zu haben. Herrliche Gitarreninstrumentierung mit feinen Steel-Fills und prächtigem Country-infizierten E-Gitarren-Picking bestimmen das Bild. Phantastisch auch der vielschichtige Baritone-Gitarrensound (inkl. tollem Solo) beim brillanten Roots-/Country-/Twang-Rocker "In the darkness", der ein tolles "Prairie"/Ghost Town"-Feeling heraufbeschwört. Was die Band auch anpackt, es hat immer Hand und Fuß und besticht mit wunderbaren Arrangements. So auch die einzige Coverversion des Albums, das von Robbie Robertson für "The Last Waltz" (The Band) geschriebene "Out of the blue", das Blue Rodeo geradezu hymnisch umsetzen. Ganz stark hier die Pedal Steel-Einsätze von Bob Egan. "In our nature" heisst dieses famose Werk?... - Oh ja, es liegt tatsächlich in der Natur der Band immer wieder Alben dieses Kalibers abzuliefern. Das ist Rootsrock-/Americana-/Alternate Country-Musik von allerhöchster Qualität und musikalischer Kompetenz. Blue Rodeo mit dem nächsten Meisterstück ihrer langen, großen Karriere! Eine Wonne!

Das komplette Tracklisting:

1. New Morning Sun - 4:35
2. Wondering - 5:06
3. Over Me - 3:25
4. Never Too Late - 4:52
5. When The Truth Comes Out - 3:55
6. Paradise - 4:27
7. Tell Me Again - 3:53
8. Mattawa - 3:49
9. Made Your Mind Up - 5:25
10. In Our Nature - 5:24
11. In The Darkness - 2:55
12. You Should Know -- 3:25
13. Tara's Blues - 4:28
14. Out Of The Blue - 7:01

Art-Nr.: 8380
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 17,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
New morning sun
Wondering
Paradise
Tell me again
Mattawa
In the darkness
You should know

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Brian Band, Kenneth - welcome to alabama [2011]
"Welcome to the finest in pure Southern Rock! Welcome to Alabama! Welcome to the fabulous Kenneth Brian Band!" Ist das herrlich! Voller lebendigem Spirit und natürlicher Authentizität transportiert die in Nashville/Tennessee ansässige Truppe um den in Florida aufgewachsenen, grandiosen Sänger, Songwriter und Lead Gitarristen Kenneth Brian, ihre unwiderstehliche, ganz tief in der goldenen Ära des Southern Rocks verwurzelte Musik in die heutige Zeit. "'Welcome To Alabama' shines like a beacon for those who fear that Southern Culture is all but lost, and proves that it isn’t lost at all", heisst es dazu treffend in einem U.S.-Review. In der Tat ist die Kenneth Brian Band genau eine dieser Bands, die diese Musik auch in der heutigen Zeit für immer am Leben erhalten. Kenneth Brian (lead vocals, lead guitar), Travis Stephens (rhythm guitar, background vocals), Zach Graham (bass) und Dickey Rryor (drums) haben die Ideologie und Philosophie solcher unumstösslichen Größen wie The Allman Brothers Band, die frühen Lynyrd Skynyrd, The Marshall Tucker Band, Wet Willie und Konsorten in ihrer musikalischen Seele verinnerlicht und treten auf vollkommen natürliche Weise ihr Erbe an. Sie tun dies einerseits sehr ambitioniert, andererseits ungemein locker und ehrlich. Dies ist genau die richtige Mischung aus Rock-, Blues-, Gospel-, und Country-Einflüssen, die auch damals, in den Siebzigern, den Southern Rock entstehen ließen. So passt es, dass sich einer der ganz großen Persönlichkeiten und Pioniere der Southern Rock-Bewegung der Band annahm und dieses wunderbare Album produzierte: Johnny Sandlin! Sandlin spielte einst mit Duane und Gregg Allman bei Hour Glass, wurde dann Vize-Präsident des legandären Southern Rock-Labels "Capricorn Records" und arbeitete als Produzent und Engineer mit unsagbar vielen Künstlern wie den Allman Brothers, Marshall Tucker, Wet Willie, Bonnie Bramlett, Delbert McClinton, Widespread Panic, Derek Trucks, der Nitty Gritty Dirt Band, um nur einige aufzuzählen, zusammen. Und Sandlin hat es meisterhaft fertiggebracht, "Welcome to Alabama" in einem wundervollen, Siebziger-mässigen, Vinyl-kompatiblen, schön warmen, aber mit allen Ecken und Kanten belassenen, dennoch sehr harmonischen, "geschmeidigen" Retro-Capricorn-Sound erscheinen zu lassen, was die Authentizität dieser Musik zusätzlich untermauert. Das Songmaterial ist erste Sahne: "Gritty", erdig, melodisch und hervorragend hängen bleibend. Brian, der ein toller Sänger ist und mit bärenstarkem Gitarrenspiel aufwartet (tolle, genauso melodische, wie satte und zündende Soli), kann sich auf eine ebenso starke Rhythmusfraktion verlassen. "Masterful song-crafting, blistering guitar work, spot-on harmonies, and a take-no-prisoners rhythm section", heisst es dazu in einem U.S.-Review, "Kenneth is really unbelievable as a guitar player - he's a real shit-kicking gunslinger with great chops" in einem anderen. Es passt einfach alles zusammen. Stellvertretend für ein Album ohne jede Schwäche seien zum Beispiel solche Killer-Nummern wie der großartige Opener "Something better", ein mit "early Skynyrd"-Riffs getränkter, rauer Saouthern Rocker mit einem feurigen Gitarrensolo im Break, das traumhaft melodische, flockige, von herrlichen, saftigen, eingängigen und locker gespielten Southern-Gitarren geprägte "Texas by tonight", das grandiose Titelstück "Welcome to Alabama", eine mitreissende, seelige, klassische Southern Rock-Hymne, die vollkommen natürlich Spuren nahezu aller frühen Southern Rock-Helden (The Allman Brothers Band, The Winters Brothers Band, The Marshall Tucker Band, Charlie Daniels Band, Lynyrd Skynyrd...) miteinander vereint, das von einem klasse Retro-/Outlaw-Countryrock-Feeling durchzogene"Holdin' on" mit seiner tollen Melodie und den hinreissenden Gitarrelinien, sowie der dreckige, von erdigen Gitarrenm, aber auch wunderbar melodischen Harmonies durchzogene "Neil Young goes South"-Rocker "Tonight we ride" erwähnt. Ganz stark auch die einzige Coverversion des Albums, Dickey Betts' "Nothing you can do", bei dem die legendäre Bonnie Bramlett mit von der Partie ist. Überhaupt sind ein paar namhafte Gäste mit am Start, die ebenfalls unterstreichen, mit was für einer bärenstarken Musik wir es hier zu tun haben: Randall Bramblett (keyboards), Jason Isbell (slide guitar), Charlie Daniels' Bassmann Charlie Hayward, und noch ein paar mehr. Alles in allem ein durch und durch grandioses Teil! "'Welcome to Alabama' is a classic Southern Rock masterpiece"! Jawohl, dieser Aussage schliessen wir uns vorbehaltlos an. "Welcome to Alabama" ist die pure Southern Rock-Freude!

Das komplette Tracklisting:

1. Something Better - 3:59
2. Texas By Tonight - 4:13
3. Welcome To Alabama - 4:26
4. Last Call - 3:28
5. Holdin On - 3:25
6. Tonight We Ride - 4:46
7. Nothin You Can Do - 3:34
8. Prayer For Love - 4:29
9. The Fall - 6:09
10. Cry To the Dark - 5:08

Art-Nr.: 7615
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Something better
Texas by tonight
Welcome to Alabama
Holdin' on
Tonight we ride
Prayer for love
The fall

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Brothers Keeper - todd meadows [2014]
Brothers Keeper sind eine exzellente, großartig aufspielende Rootsrock-/Americana-Rock-Formation voller Spirit, Soul und Southern-Flair, bestehend aus gestandenen Musikveteranen, die schon seit ewigen Jahren mit den unterschiedlichsten Bands in den Staaten zusammenarbeiten. Ihr Debutalbum "Todd Meadows" ist eine hinreissend starke Scheibe, in etwa auf der Schiene solcher Kollegen wie Truth & Salvage Co. Hard Working Americans, Little Feat, The Band und Konsorten, deren wunderbare Songs von vorn bis hinten begeistern. Tolle Grooves und Melodien, hier mal ein wenig Blues-Feeling, dort mal ein Hauch von Soul, ein Hauch von Country und jede Menge, prächtiger, Gitarren-orientierter Roots-/Americana-Rock'n Roll. Als Gäste mit dabei sind u. a. John Popper (Blues Traveler) mit seinem brillanten Mundharmonika-Spiel und als Lead-Sänger bei einem Track, sowie der begnadete Gitarrist und Multi-Instrumentalist Jono Manson. "This is a Rock n Roll outfit like you haven't seen in a long, long time", heisst es in einem begeisterten U.S.-Review! Man kann diese Begesiterung absolut nachvollziehen...

Das komplette Tracklisting:

1. Chamberlain - 3.52
2. Keep On Burning - 3.25
3. If Only For A While - 4.01
4. Days Go By - 3.59
5. Kind Of Like A Joke - 3.19
6. Cold Rain - 5.29
7. Why Do You Fall - 4.32
8. Nothing To Do - 3.37
9. Bring The Man Down - 3.06
10. Still Missing You - 4.19
11. Along The Way - 3.42
12. The Weight - 6.15

Art-Nr.: 8760
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Chamberlain
Keep on burning
Days go by
Kind of like a joke
Why do you fall
Nothing to do
Bring the man down

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Cordovas - destiny hotel [2020]
"Destiny hotel" ist das neue, ganz vorzügliche Album der 2011 von dem aus Charlotte/North Carolina stammenden Frontmann Joe Firstman (vocals, bass, piano) gegründeten Cordovas, einer absolut großartigen, in East Nashville ansässigen Rootsrock-/Americana-/Countryrock-Band, deren wunderbarer, entspannter, dennoch herrlich groovender, frischer, klarer Sound aber so gar nicht nach Nashville klingt. Vielmehr versprüht ihre wunderbare Musik die freundliche Wärme und Ruhe des californischen Laurel Canyon-Lebensgefühls der späten Sechziger und frühen Siebziger Jahre - diese Unbekümmertheit, das Hippe-Feeling. Inspiriert fühlt sich die Band, und das ist deutlich wahrnehmbar, von solchen Größen wie Joni Mitchell, The Band, Crosby Stills Nash & Young, The Allman Brothers Band und vor allen Dingen Grateful Dead, deren Lebensphilosophie sie auch weitestgehend zelebrieren. Auch die Cordovas leben vor den Toren von East Nashville in einer Art "Community" zusammen. In der Tat ist es durchaus leicht, sich die Cordovas als eine Art Jam-Band vorzustellen, denn obwohl die Songs alle recht kurz sind, scheint vieles improvisiert zu sein. Und live leben sie das auch aus. Die lässige Instrumentierung der exzellenten Songs ist stets schön locker, wirkt entspannt, trotzdem in gewisser Weise "gritty", durchaus erdig und, wie schon erwähnt, herrlich groovy, immer zwanglos, unbeschwert und sehr natürlich. Bestimmt wird sie vorwiegend von klaren akustischen und elektrischen Gitarren, auch mal einer Mandoline und/oder Fiddle, kongenial unterstützt von bestens passenden Orgel- und/oder Piano-Einsätzen. Ein großes Plus der Band sind zudem der hervorragende Lead Gesang, (zumeist) von Joe Firstman, und die prächtigen, mehrstimmigen Harmoniegesänge. Das schon zitierte unbeschwerte, californische Lebensgefühl und ein warmes, sommerliches, californisches Countryrock-Feeling schimmern immer durch. Los geht's mit dem herrlichen, lockeren "High feeling", ein wunderbar unbeschwerter, harmonischer, countryinfizierter, The Band-beeinflusster Roots-/Americana-Rocker, bei dem der Titel Programm ist. Lässt man sich von diesem tollen Groove, den schönen Orgel- und Piano-Klängen und den unaufdringlichen Gitarren, sowie dem staubigen Lead-Gesang in Verbindung mit den hinreißenden Harmonies entspannt treiben, verfällt man, eh man sich versieht, tatsächlich in ein magisches, ungemein angenehmes "Hochgefühl". Toll! Ein sonniges, trotzdem staubiges Retro Countryrock-Flair strahlt auch das großartige, überaus melodische, starke "Rain on the rail" aus. Die sehr klare Instrumentierung aus Mandoline, akustischen Gitarren und Garcia-mässiger E-Gitarre, sowie der hintergründigen Orgel, vermittelt ein feines Grateful Dead-Feeling. Das folgende, wundervolle "Fine life" klingt, als seien die Jungs von einer imaginären Jam-Session von The Band, Little Feat und Crosby Stills Nash & Young inspiriert worden. Auch zu The Band Of Heathens oder Trigger Hippy würde diese Nummer gut passen. Schön hier die harmonisch integrierte Fiddle. Ein Juwel von einer Americana-/California Country-Ballade hören wir mit dem traumhaft melodischen, frischen, von hinreißenden Harmoniegesängen und fantastischen, ganz dezent "grassy" anmutenden Madolinen-/Acoustic Gitarren- und Piano-Klängen bestimmten "Afraid no more", während mit dem fast schon kernigen "The game" ein kraftvoller, straighter Rootsrocker voller satter E-Gitarren-Riffs, starker Lead Gitarre und CSNY-kompatiblen Harmonies auf dem Programm steht. Mit der lockeren, etwas countrylastigen, herrlich melodischen Americana-Nummer "Do more good" (flüssig gespieltes Klavier, feine Fiddle) endet das Album schließlich genauso großartig, wie es 10 tolle Songs zuvor begonnen hatte. "Destiny hotel" ist eine eindrucksvolle, musikalisch höchst kompetente Vorstellung der Cordovas. Natürlicher "soulful Americana" der Extraklasse und ein wahres Fest für die Liebhaber Jam-tauglicher, herrlich groovender, Retro Laurel Canyon-/California Roots-/Countryrock-Musik. Ein Hoch auf Bands wie die Cordovas, die diese Art von Musik mit einer solchen Frische am Leben halten.

Das komplette Tracklisting:

1. High Feeling - 2:57
2. Rain On The Rail - 3:35
3. Fine Life - 2:35
4. Afraid No More - 2:26
5. Man In My Head - 2:36
6. Destiny - 2:50
7. Warm Farewells - 3:02
8. The Game - 2:42
9. I'ma Be Me - 3:10
10. Do More Good - 2:57

Art-Nr.: 10191
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
High feeling
Rain on the rail
Fine life
Afraid no more
Warm farewells
The game
Do more good

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Crooked Eye Tommy - hot coffee and pain [2020]
"Deep seeded Blues and smokey Southern Rock", so bezeichnen Crooked Eye Tommy, ein prächtiges, groß aufspielendes, musikalisch außerordentlich kompetentes Quintett gestandener Veteranen der Santa Barbara-Blues(rock)-Szene, gemäß ihrer Website selbstbewusst ihre Musik. Das wird ihnen durchaus gerecht, doch ihr Spektrum ist weitaus größer und verdient somit eine etwas detailliertere Betrachtung. Die Band um die beiden Brüder "Crooked Eye" Tommy Marsh und Paddy Marsh, beides fantastische Gitarristen, klasse Lead-Sänger (teilen sich den Lead Gesang pro Song ausgewogen auf) und hervorragende Songwriter, zelebrieren vielmehr eine magische Verschmelzung southern californischer Blues-, Bluesrock-Lockerheit mit den Wurzeln klassischer Blues-Traditionen und der drückenden, groovigen Southern Rock-Schwüle swampiger Südstaatenlandschaften. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen natürlich die beiden Marsh-Brüder mit ihrer fabelhaften, fingerfertigen Gitarrenarbeit. Sie spielen fantastisch zusammen, brillieren mit prächtigen Hooklines, vereinzelten Twin Lead-Momenten und genauso kraftvollen, dampfenden, wie lockeren und lässigen Soli, auch wechselseitig mit starken Dual-Leads - immer bluesig, immer southern, immer voller Leidenschaft und Feuer. Vervollständigt wird das Line-Up der Band durch die legendäre, lokale Größe Jimmy Calire, ein vorzüglicher Keyboarder (vorwiegend Hammond B3) und Blasinstrumentalist, soiwe die beiden Rhythmusleute Samuel Corea am Bass und Charlie McClure an den Drums, alle ebenfalls hervorragender Musiker. Bei 5 Tracks tritt auch noch Gastspieler Craig Williams mit exzellentem Saxophon-Spiel sehr angenehm in Erscheinung. Alle Musiker bilden ein vorzüglich harmonierendes und aufeinander abgestimmtes Kollektiv. Die Einflüsse der Truppe reichen von Albert King, Muddy Waters, T-Bone Walker und Robert Cray, über Jerry Garcia bis hin zu The Allman Brothers Band und Lynyrd Skynyrd. Bärenstarke Gitarrenlicks und -linien ziehen sich durch den grandios groovenden Opener, den swampigen Southern-/Bluesrocker "Death letter Blues", den die Jungs in einem wunderbar flüssigern Midtempo, gleichzeitig aber auch mit viel Kraft und einem "tighten" Rhythmus präsentieren. Kommt sehr natürlich, rootsig, erdig - durchaus dreckig. Die Melodie ist richtig klasse und die Marsh-Brüder zeigen, unterstützt von feinen Orgelklängen, gleich ihre eindrucksvollen Gitarrenkünste, inkl. herrlicher, aus dem Handgelenk fließender Soli. Toller Auftakt! In einem ähnlichen Tempo, aber etwas drückender und dichter, kommt der von glühenden Lead Gitarren durchzogene Southern-Blues "Sitting in the driceway". Klasse hier der Gesang von Paddy Marsh! Dazu gibt's abermals ein hinreißendes, ausgedehntes Gitarrensolo zu bewundern. Die Band hat sich wunderbar eingegroovt. Sehr retro und mit viel Soul erklingt das ungemein melodische, flockig knackige Titelstück "Hot coffee and pain", das sogar einen gewissen Springsteen-Einfluß nicht leugnen kann. Das liegt wohl auch an dem famosen, irgendwie an den legendären "big man" Clarence Clemons erinnernden Saxophon-Spiel von Craig Williams, inkl. eines prächtigen Solos. "Twist the sky" ist wieder purer, äußerst kraftvoller, von tollem Orgel-Spiel und heißen Gitarren bestimmter, drückender Southern-Blues. Hat eine tolle Struktur und bleibt somit bestens hängen. Würde sicher auch gut zu Mike Zito passen. Punktet mit einem starken Orgelsolo, gefolgt von feurigen Gitarrenausflügen. Beim packenden, schleppenden, schwerblütigen Gitarrenrocker "The time it takes to live" fallen einem als Bezugsröße die längeren, jammigeren Tracks von Neil Young & Crazy Horse ein. Hervorragend in Szene gesetzt sind hier die fetten Gitarren, inkl. eines zündenden, ausgedehnten Solos, zuweilen auch mit Dual Leads. Sehr stark auch das jammige Instrumental "The Big House", das aufgrund der schönen Twin Leads und des leicht jazzigen, flüssigen Grooves sehr schnell die Nähe der Band zu den Allman Brothers verdeutlicht. Abgeschlossen wird das Album mit einer bestens gelungenen Coverversion von Sonny Landreth's "Congo Square". Vor 5 Jahren attestierten wir anlässlich des Debutalbums der Band: "Crooked Eye Tommy sind eine der größten, positivsten und musikalisch kompetentesten Überraschungen, die in der jüngeren Vergangenheit in der Bluesrock-Szene aufgetaucht sind. Und mit dieser Quallität sorgen sie gleich für jede Menge Aufmerksamkeit". Diese Einschätzung setzt sich mit ihrem Album Nr. 2 nun uneingeschränkt fort. "Hot coffee and pain" bietet southern-rockin' Blues und Bluesrock vom Allerfeinsten. Das ist eine tolle Band mit einem erneut tollen Album!

Das komplette Tracklisting:

1. Death Letter - 5:06
2. Sittin in a Driveway - 4:21
3. Hot Coffee and Pain - 4:02
4. Twist the Sky - 6:28
5. Baby Where You Been (feat. Teresa James) - 5:19
6. Angel of Mercy - 5:49
7. Time It Takes to Live - 7:22
8. The Big House - 4:16
9. Congo Square - 5:20

Art-Nr.: 10151
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Death letter Blues
Sitting in the driveway
Hot coffee and pain
Twist the sky
The time it takes to live
The big house

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Cruzados - she's automatic [2022]
Welch eine Überraschung, welch ein Comeback! "Fiery Rock'n Roll out of Los Angeles/California"! Die Cruzados aus L.A. sind wieder da (zwar in runderneuerter Besetzung, aber wie!!!...) und veröffentlichen nach fast 35 Jahren Pause mit "She's automatic" nun endlich ihr drittes Album, eine herrliche, packende, voller Elan steckende Gitarren-Rock'n Roll-Vorstellung der Extraklasse, irgendwo an der Schnittstelle zwischen den kultigen Del-Lords, den Beat Farmers, Los Lobos, Jason & the Scorchers, The Georgia Satellites, den Blasters, dem frühen Tom Petty und ähnlichen Seelenverwandten. Was für ein Vergnügen. Gegründet 1983 von Bassist Tony Marsico, im übrigen der Initiator und einziges Originalmitglied der aktuellen Reunion, und einem gewissen Tito Larriva (heute mit Tito & Tarantula unterwegs), sowie den leider schon verstorbenen Marshall Rohner (guitars) und Chalo “Charlie” Quintana (drums), veröffentlichten die Cruzados im Jahre 1985 ihr gleichnamiges Debutalbum und in 1987 den Nachfolger "After dark", mit denen sie eine Menge Aufmerksamkeit erlangten. Es sprangen ein paar "Hits" heraus (z. B. "Motorcycle Girl" und "Bed of Lies") und zudem brachte die Band einige ihrer Songs in bekannten Hollywoodstreifen unter. Doch nachdem sich das zweite Album nach Ansicht des damaligen Majorlabels nicht mehr gut genug verkaufte, verlor man den Labelvertrag, und die Band zerbrach. Zu einem dritten Album, das die Band schon damals undedingt machen woltte, kam es nicht mehr. Doch vor allen Dingen Original-Bassist Tony Marsico hat die Cruzados niemals losgelassen und immer auf dem Schirm gehabt. Nun, 35 Jahre nach der Veröffentlichung des zeiten Albums, hat er ein neues Line-Up zusammengetrommelt, mit dem er nun wieder tourt und dieses famose, neue Werk eingespielt hat - und es sind keine Unbekannten. Neuer Frontmann der Band ist Little Caesar's ausstrahlungsstarker Sänger Ron Young (Marsico und Ypoung sind schon lange sehr gute Freunde), der auch gleich noch seine beiden Little Caesar-Gitarristen Loren Molinare und Mark Tremalgia, sowie Drummer Rob Klonel mitgebracht hat. Ein Glücksgriff für Marsico, denn die Fünf harmonieren prächtig miteinander und lassen den Geist der Original-Cruzados mit neuer Frische hochleben. Ja, das durchweg baumstarke Songmaterial (alle Tracks stammen aus der Feder von Tony Marsico, einer davon in Kooperation mit Rick Vito und einer mit Barry Goldberg) kommt ungeheuer erfrischend, voller Dynamik und starken Melodien, sowie mit spürbarer Spielfreude und "a lot of soul". Man hört, dass sie aus L.A. kommen. Die californischen Unbekümmertheit, der Geist des geradlinigen, schnörkellosen "driving good ole American Rock'n Rolls" ist allgegenwärtig, hin und wieder mit Spuren des Bluesrocks, des Rootsrock und auch mal ein paar "Mexican-Vibes". Stramme, satte, voll soundende Gitarren bestimmen das musikalische Geschehen. Zudem ist Ron Young einfach ein klasse Sänger. Mit viel "Schmackes" und sehr dezenten, mexikanischen Elementen eröffnet die Band das Album. "On the tilt a whirl" heißt die erfrischende, voller Dynamik lospreschende, fantastische Nummer, die den Funke von Band zu Zuhörer sofort überspringen lässt. Man ist regelrecht geflasht davon, wie lässig, launig und völlig zwanglos, melodisch, erdig, saftig, satt und kraftvoll die Burschen losrocken. Das zündende, transparente Gitarrengewand sitzt geradezu perfekt. Dieser Opener gibt die Richtung des weiteren Albums eindrucksvoll vor und lässt nun ein weiteres Highlight nach dem nächsten folgen. Ausfälle sucht man vergebens. Jeder Track bedeutet pures Rock'n Roll-Vergnügen. Wie zum Beispiel der großartige, wunderbar melodische, knackige Rootsrocker "Across this ghost town" mit seinen tollen Gitarrenlicks, dem hintergründigen Tom Petty-Flair, dem feurigen Gitarrensolo und prächtigen Groove, das voller Blues-Anlagen steckende, ebenfalls toll groovende, mit tierischen Slidegitarren inszenierte (schönes Southernflair), kernig rockende Titelstück "She's automatic", das, der Titel sagt es schon, erneut sehr bluesige, schwer rockende, und abermals von starken, massive Slidegitarren geprägte, dreckige "Son of the blues" (Ron Young singt mit einem wunderbaren Vintage Texas Blues-/ZZ Top-Feeling), die von einem feinen Americana- und Countryrock-Flair durchzogene, hinreißend schöne Ballade "Sad Sadie" (transparente, vielschichtige Gitarren, tolles Solo), der in bester The Georgia Satellites-Manier präsentierte Volldampf Rock'n Roller "Let me down" (tolles Akkordeonspiel von Los Lobos' David Hidalgo und zusätzliche Gitarrenarbeit von Dave Alvin - zwei, von einer Anzahl hochkarätiger Gäste), das riffige, ordentlich kochende, treibende "54 knockouts" (hat den typischen, voll nach vorn gehenden, Dan Baird'schen Rock'n Roll-Drive, aber auch einen feinen Southern Bluesrock-Touch und "great tasty guitars"), wie auch der mit rauen Gitarren und fulminanter, dreckiger Bluesharp garnierte (Gast: Jimmy Z), äußerst dynamische Bluesrocker "Rock that boat", der dieses exzellente Album genauso stark und lebendig abschließt, wie es 11 Tracks zuvor begonnen hatte. Es ist die helle Freude, mit welcher Hingabe die Band zu Werke geht. Die Cruzados begeistern uns nach 35 Jahren mit einem echten "Knaller" von einem Album. Hoffentlich folgt in den nächsten Jahren von dieser Truppe noch weiterer Output, denn von solch einer prächtigen "Mugge" kann man einfach nicht genung bekommen. Ein einfach herrliches, pures Gitarren Rock'n Roll-Vergnügen"!

Das komplette Tracklisting:

1. On the Tilt a Whirl - 3:34
2. Across This Ghost Town - 4:27
3. Nine Million Tears - 3:16
4. She's Automatic - 3:30
5. Son of the Blues - 3:42
6. Sad Sadie - 4:39
7. Long Black Car - 3:42
8. Let Me Down - 3:08
9. Wing and a Prayer - 2:58
10. 54 Knockouts - 3:30
11. Rock That Boat - 4:36

Art-Nr.: 10566
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
On the tilt a whirl
Across this ghost town
She's automatic
Son of the Blues
Sad Sadie
Let me down
54 knockouts
Rock that boat

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Cuddy, Jin - countrywide soul [2019]
Kanada-Import! Jim Cuddy, "hauptberuflich" neben Greg Keelor einer der beiden Kreativköpfe der fantastischen, kanadischen Rootsrock-/Americana-/Alternate Country-Institution Blue Rodeo, hat in seinem heimischen "Cuddy"s Barn"-Studio in Southern Ontario mit seiner großartigen Jim Cuddy Band ein wunderbares, neues Album eingespielt, mit der Vorgabe, das Feeling und die Energie ihrer Live-Shows möglichst authentisch auch im Studio einzufangen. Gleich vorweg: Das ist herausragend gut gelungen. "Countrywide soul", selbstverständlich live im Studio eingespielt, klingt "as natural as possible" und verliert nie diesen herrlich natürlichen "woody sound of the barn board room." Cuddy und seine Mitstreiter haben sich für das Album, auch da orientierte man sich an den Live-Shows, einiges an Material aus dem Blue Rodeo-Fundus und einiges aus Cuddy's bisheriger Solo-Karriere herausgesucht, um diese Songs hier neu einzuspielen, dazu ein paar Coverversionen und zwei völlig neue Tracks. Eine super Mischung, die bestens zusammenpasst - einfach durch und durch prächtiges Songmaterial. Der Sound ist rein und glasklar. Die Musik "fließt" aus den Lautsprechern wie eine sprudelnde Quelle. Durch das komplette Album zieht sich ein hinreißendes, wunderschönes, erfrischendes "Canadian Country-Feeling". Großartig gleich der von einem schön lässigen Drums-Groove getragene, lockere Country(rock)-Opener "All in time", ein Remake aus Cuddy's gleichnamigem 1998iger Solo-Album (wie auch "Everybody cries"), der einen mit seiner unberührten Frische sofort einfängt und mitnimmt. Gerdaezu traumhaft schlängelt sich die Melodie in unsere Gehörgänge. Tolle Instrumentierung aus exzellentem Mandolinen-Picking (The Sheepdogs' Jimmy Bowskill), dezente E-Gitarren-Fills, harmonisch integrierte Fiddle und feiner Background-Gesang von Kathleen Edwards. Ein ähnlicher Rhythmus bildet auch das Grundgerüst beim folgenden Titelstück "Countrywide soul" (das Original befindet sich auf Cuddy's "The Light That Guides You Home"-Album). Abermals eingebunden in eine tolle Melodie, besticht die Nummer mit einem dezenten Honky Tonk-Feeling, starkem Saloon Piano-Geklimper und herrlicher Pedal Steel-Guitar, inklusive tollem Solo (erneut Jimmy Bowskill). Bei den beiden komplett neuen Songs handelt es sich um den bluesigen, recht erdigen, rootsigen, von E-Gitarren und Fiddle dominierten Americana-Rocker "Glorious day", sowie um den richtig gut nach vorn gehenden, launigen, fröhlichen Saloon-/Roadhouse- Countryfeger "Back here again". Wundervoll auch der prächtige Retro-Countryrocker "The light that guides you home" (starkes E-Gitarren-Solo, Fiddle und Mandolinen-Fills) oder Cuddy's Coverversion des alten Glen Campbell Mega-Hits "Rhinestone cowboy". Keine Frage, dem Blue Rodeo-Frontmann ist mit "Countrywide soul" mal wieder ein ganz vorzügliches Album gelungen. Mit welcher Kreativität Cuddy all diese Songs "aufmöbelte", wie er und seine Band die besondere, natürliche Live-Atmosphäre im Studio einfingen, seine gesanglichen Fähigkeiten, all das offenbart die einzigartige Kombination aus alt wieder etwas vollkommen neues zu machen. Ein tolles, ganz besonderes Alternate Country-Schmankerl, nicht nur für alle Blue Rodeo- und Jim Cuddy-Fans.

Das komplette Tracklisting:

1. All in Time - 5:00 (remake from Jim Cuddy's "All In Time"-album)
2. Countrywide Soul - 4:35 (remake from Jim Cuddy's "The Light That Guides You Home"-album)
3. Clearer View - 3:50 (remake from Blue Rodeo's "Palace Of Gold"-album)
4. Everybody Cries - 3:45 (remake from Jim Cuddy's "All In Time"-album)
5. Dragging On - 6:25 (remake from Blue Rodeo's "Tremolo"-album)
6. The Light That Guides You Home - 5:23 (remake from Jim Cuddy's "The Light That Guides You Home"-album)
7. Glorious Day - 5:06 (new song)
8. Maybe Sometime - 4:06 (remake from Jim Cuddy's "The Light That Guides You Home"-album)
9. Back Here Again - 3:07 (new song)
10. Almost Persuaded - 4:20 (George Jones-Cover)
11. Rhinestone Cowboy - 3:19 (Glen Campbell-Cover)
12. Wash Me Down - 4:38 (remake from Jim Cuddy's "Skyscraper Soul"-album)

Art-Nr.: 9848
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 17,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
All in time
Countrywide soul
The light that guides you home
Glorious day
Maybe sometime
Back here again
Wash me down

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Drive-By Truckers - welcome 2 club XIII [2022]
"Welcome 2 Club XIII" ist das mittlerweile 14. Studioalbum der umtriebigen, großartigen, aus Athens/Georgia stammenden Drive-By Truckers, ohne jeden Zweifel eine der am meisten geschätzten Acts des amerikanischen Südens. Die Band um die beiden Gründer, Sänger und Gitarristen Patterson Hood und Mike Cooley (zum aktuellen Line-Up zählen darüber hinaus Keyboarder und Gitarrist Jay Gonzalez, Bassist Matt Patton und Drummer Brad Morgan) beglückt uns auf vorzügliche Art und Weise einmal mehr mit ihrem ganz eigenen, unverwechselbaren, aus einer Vielzahl von Einflüssen geprägten, typischen, urwüchsigen, rauen, jammigen, von kernigen, knarrenden Gitarren dominierten und staubigen Americana-Strukturen, sowie jeder Menge straighten Rock'n Roll-Linien durchzogenen "Neo Southern Rock", eingepackt in 10 erstklassige, neue Songs. Dabei spielen die Inspirationen der The Allman Brothers Band und des Muscle Shoals-Sounds (Patterson Hoods' Vater war einst Mitglied der berühmten Muscle Shoals Rhythm Section) gleichermaßen ein Rolle, wie die des klassische Southern Rocks von Lynyrd Skynyrd, kombiniert mit den roughen, energetischen Anlagen des härteren Neil Young & Crazy Horse-Sounds, wie auch der Post-Punk der frühen Replacements und R.E.M., durchzogen von einem Hauch von Southern Gothic. Diese Vielzahl von Einflüssen und Stilen, die sie zu ihrem ureigenen Sound verarbeiten, garantieren stets einen erhöhten Spannungfaktor. "Welcome 2 Club XIII" ist im Gegensatz zu ihren drei letzten Werken thematisch völlig unpolitisch und beschäftigt sich vielmehr mit den Anfängen von Hood und Cooley, die einst in einem schäbigen Honky Tonk-Club in Muscle Shoals/Alabama als Support-Act irgendwelcher obskurer Cover- und Hair Metal-Bands ihre ersten musikalischen Gehversuche machten. Das Songmaterial ist durchweg große Klasse. Bis auf zwei Tracks von Mike Cooley, bei denen dieser logischerweise auch den Lead Gesang ubernommen hat, stammen diesmal alle Tracks aus der Feder von Patterson Hood, dessen unverkennbarer, eigenwilliger Gesang einmal mehr vollends überzeugt. Das hat schon Charisma. Die Stücke wirken trotz der Band-typischen, ruppigen Rauheit überwiegend schön frisch, durchaus melodisch und gefällig, was eine tolle Kombination ist. Tracks wie beispielsweise das das Album eröffnende, 7-minütige, düster spannende Epos "The driver" mit seinen schweren, fast bleilastigen, rauen, Crazy Horse-like "rusty guitar-riffs", dem manchmal fast "sprechenden" Lead-Gesang Patterson Hoods und den großartigen Background Voacals von Schaefer Llana, der kernige, knackige, von satten, vielschichtigen, dreckigen Gitarren bestimmte (markantes, zirpentes Gitarrensolo), klasse im Ohr hängen bleibende Mike Cooley-Rootsrocker "Maria's awful disclosures", das mit herrlichen, transparenten Gitarren inszenierte, recht lockere, dennoch knackige, melodische, dezent countryinfizierte, rootsige "Shake and pine", das abermals mit einer klasse Melodie ausgestattete Titelstück "Welcome 2 club XIII", ein voller satter Gitarren aufwartender, die Band an ihre Tage im "Club XIII" erinnernder, ausgelassener Honky Tonk-Rocker, bei dem die Wurzeln der Drive-By Truckers aus R&B, Country und (Southern)Rock mit einer leichten Punk-Attitüde eindrucksvoll durchklingen, der dynamische, erdige Roots-/Alternate Countryrocker "Forged in hell and heaven sent" (Fiddle- und Mundharmonika-Klänge, starke Gitarren, klasse Background Gesang von Margo Price), oder die fantastische, mit tollen Gitarrenklängen verzierte, ein schönes Southern- und dezentes Western-Feeling versprühende, rootsige Ballade "Billy Ringo in the dark" haben auf jeden Fall das Zeug zu großen, neuen Klassikern der Band. Die Drive-By Truckers zeigen sich mit diesem Album von ihrer allerbesten Seite. Was legen die hier für ein beeidruckendes Songmaterial vor. Ihre besten Tage hat diese Truppe noch lange nicht hinter sich, so frisch, unbekümmert, spielfreudig und "hungrig", wie sie wirkt. Keine Frage, dieses Werk ist eine absolute Top-Vorstellung der "Truckers"!

Das komplette Tracklisting:

1. The Driver - 7:00
2. Maria's Awful Disclosures - 3:50
3. Shake and Pine - 3:45
4. We will never wake you up in the morning - 5:37
5. Welcome 2 Club XIII - 3:22
6. Forged in Hell and Heaven Sent (feat. Margo Price) - 4:45
7. Every Single Storied Flameout - 3:55
8. Billy Ringo in the Dark - 3:45
9. Wilder Days - 6:37

Art-Nr.: 10606
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Eleven Hundred Springs - this crazy life [2010]
Willkommen zu einer neuen, wunderbaren "Country jam -made in Texas"! Eine der besten Countrybands aus Texas, die in Dallas beheimateten Eleven Hundred Springs knüpfen mit ihrem neuen Album "This crazy life" nahtlos an das vor zwei Jahren erschienene, herrliche "Country jam" an und nehmen uns abermals mit auf eine tolle Reise in die Welt vollkommen ursprünglicher, natürlicher, reiner und zeitlos schöner "Texas Old School Country- and Honky Tonk-Music". Das ist traditionell durch und durch. Die Truppe klingt so wunderbar unverbraucht, das ist die helle Freude. Keine "aufgemotzte" Nashville-Politur, schon gar keine Pop-Bezüge - nein, die "Springs" spielen "real, pure Texas Countrymusic"! Bestimmt wird das musikalische Geschehen von dem großartigen "Waylon-esque" Gitarrenspiel und dem ebenso starken Gesang von Frontmann und Songwriter Matt Hillyer (seine Stimme hat einen dezenten Gram Parsons-Vibe in Verbindung mit natürlichem Southern-Charme), der tollen Fiddle-Arbeit des "3rd generation Texas fiddlers" Jordan Hendrix und den herrlichen Steelguitar-Einlagen des "Texas pedal steel gunslingers" Danny Crelin. Komplettiert wird das Quintett durch den Bassisten Steven Berg (wie Matt Hillyer Gründungsmitglied der 1998 formierten Band) und den neuen Drummer Brian Ferguson. Die Einflüsse der "Springs" reichen von den bereits erwähnten Gram Parsons und Waylon Jennings, über Hank Williams, Buck Owens, Willie Nelson, Johnny Cash und George Strait, bis hin zu dem Sir Douglas Quintett und Bob Wills and his Texas Playboys. All das verarbeiten sie zu ihrem eigenen, unwiderstehlichen, so reinen und wohl schmeckenden Country-Menü, dessen Genuss einen mental unmittelbar in eine urige Texas Honky Tonk-Bar zu versetzen scheint, genüsslich ein "kühles Blondes" der Marke Eleven Hundred Springs die ausgetrocknete Kehle hinunterspülend (der Name der Band resultiert tatsächlich aus dem Slogan für eine amerikanische Biersorte). Das Frontcover des schönen Digipacks passt im übrigen hervoragend zu dieser Vision. Zu den absoluten Höhepunkten eines allerdings durchweg wundervollen Albums zählen der herrlich lockere und erfrischende Opener "This crazy life" mit seinem tollen E-Gitarren-Picking, den feinen Steelguitar-Linien und dem schönen Bakersfield-Feeling (erzählt von den verrückten Leben "on the road", das die Band aus dem "Eff-Eff" kennt, denn immerhin tingeln sie bei jährlich über 200 Gigs permanent durch die Lande), die prächtige Fiddle-, Steel-, und E-Gitarren getränkte, erdige Outlaw Country-Nummer "Great American trainwreck" (beste Waylon Jennings-Tradition, vor allem auch das E-Gitarrenspiel), das baumstarke, von einem großartigen, straighten Rhythmus angetriebene, einen forschen, "swinging Drive" aufbauende und ein gewisses Buck Owens Retro-Flair vermittelnde "Show me the money (or I show you the door)", ein lupenreiner, klassischer Honky Tonker, wie man ihn in solch einer Authentizität neben Owens vielleicht nur von Dwight Yoakam oder The Derailers erwarten könnte, auch von solchen Künstlern allerdings viel zu selten serviert bekommt (besticht mit einem famosen Baritone E-Gitarre-/Fiddle-/Pedal Steel-Schlagabtausch in der Mitte), der erstklassige Old School Country-Waltz "The OG Blues" mit seinem exzellenten Mandolinen-/Fiddle-Intermezzo, das dynamische "High on the town" (das Gitarrenriff würde wohl sogar einen Jerry Reed stolz machen), der schöne Texas-Swing "Some things don't go together" (Asleep At The Wheel lassen grüßen), die so endlos traurige "lonesome and blue" Honky Tonk Country-Nummer "I'll get on to getting over you tomorrow", oder der abschliessende, an das Sir Douglas Quintett erinnernde, prächtige, zum Tanzen animierende Gute Laune Uptempo TexMex-Knaller "Straight to bed" mit seinem tollen Akkordeon-, Pedal Steel- und E-Gitarren-Wechselspiel. Hier noch ein Auszug aus der Original-Biographie der Band, der ihre musikalische Philosophie sehr treffend widergibt: "Eleven Hundred Springs plays real country music. With songwriting hooks Hank Williams himself would be proud of and a band as tight as Buck Owens’ Buckaroos to back them up, it’s no wonder the dance floors stay packed at their shows. If Hank Thompson blended Western Swing with Honky Tonk, and Waylon Jennings blended country with Rock, Eleven Hundred Springs does all of the above." In diesem Sinne: Cowboys and Cowgirls, geniesst es einfach, dieses wunderbare "Crazy life" der Eleven Hundred Springs. Es macht einen Heiden-Spass!

Das komplette Trackllisting:

1 This Crazy Life - 3:14   
2 Great American Trainwreck - 2:22   
3 There's a Place for You - 2:55   
4 Show Me the Money (Or I'll Show You the Door) - 3:32   
5 The OG Blues - 3:33   
6 Honky Tonk Angels (Don't Happen Overnight) - 4:08   
7 I'm In a Mellow Mood - 2:19   
8 High On the Town - 4:15   
9 Some Things Don't Go Together - 2:45   
10 Get Through the Day - 3:34   
11 I'll Get On to Getting Over You Tomorrow - 2:54   
12 Straight to Bed - 3:12

Art-Nr.: 6807
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 15,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
This crazy life
Great American trainwreck
Show me the money (or I'll show you the door)
Some things don't go together
I'll get on to getting over you tomorrow
Straight to bed

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