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Cruzados - she's automatic [2022]
Welch eine Überraschung, welch ein Comeback! "Fiery Rock'n Roll out of Los Angeles/California"! Die Cruzados aus L.A. sind wieder da (zwar in runderneuerter Besetzung, aber wie!!!...) und veröffentlichen nach fast 35 Jahren Pause mit "She's automatic" nun endlich ihr drittes Album, eine herrliche, packende, voller Elan steckende Gitarren-Rock'n Roll-Vorstellung der Extraklasse, irgendwo an der Schnittstelle zwischen den kultigen Del-Lords, den Beat Farmers, Los Lobos, Jason & the Scorchers, The Georgia Satellites, den Blasters, dem frühen Tom Petty und ähnlichen Seelenverwandten. Was für ein Vergnügen. Gegründet 1983 von Bassist Tony Marsico, im übrigen der Initiator und einziges Originalmitglied der aktuellen Reunion, und einem gewissen Tito Larriva (heute mit Tito & Tarantula unterwegs), sowie den leider schon verstorbenen Marshall Rohner (guitars) und Chalo “Charlie” Quintana (drums), veröffentlichten die Cruzados im Jahre 1985 ihr gleichnamiges Debutalbum und in 1987 den Nachfolger "After dark", mit denen sie eine Menge Aufmerksamkeit erlangten. Es sprangen ein paar "Hits" heraus (z. B. "Motorcycle Girl" und "Bed of Lies") und zudem brachte die Band einige ihrer Songs in bekannten Hollywoodstreifen unter. Doch nachdem sich das zweite Album nach Ansicht des damaligen Majorlabels nicht mehr gut genug verkaufte, verlor man den Labelvertrag, und die Band zerbrach. Zu einem dritten Album, das die Band schon damals undedingt machen woltte, kam es nicht mehr. Doch vor allen Dingen Original-Bassist Tony Marsico hat die Cruzados niemals losgelassen und immer auf dem Schirm gehabt. Nun, 35 Jahre nach der Veröffentlichung des zeiten Albums, hat er ein neues Line-Up zusammengetrommelt, mit dem er nun wieder tourt und dieses famose, neue Werk eingespielt hat - und es sind keine Unbekannten. Neuer Frontmann der Band ist Little Caesar's ausstrahlungsstarker Sänger Ron Young (Marsico und Ypoung sind schon lange sehr gute Freunde), der auch gleich noch seine beiden Little Caesar-Gitarristen Loren Molinare und Mark Tremalgia, sowie Drummer Rob Klonel mitgebracht hat. Ein Glücksgriff für Marsico, denn die Fünf harmonieren prächtig miteinander und lassen den Geist der Original-Cruzados mit neuer Frische hochleben. Ja, das durchweg baumstarke Songmaterial (alle Tracks stammen aus der Feder von Tony Marsico, einer davon in Kooperation mit Rick Vito und einer mit Barry Goldberg) kommt ungeheuer erfrischend, voller Dynamik und starken Melodien, sowie mit spürbarer Spielfreude und "a lot of soul". Man hört, dass sie aus L.A. kommen. Die californischen Unbekümmertheit, der Geist des geradlinigen, schnörkellosen "driving good ole American Rock'n Rolls" ist allgegenwärtig, hin und wieder mit Spuren des Bluesrocks, des Rootsrock und auch mal ein paar "Mexican-Vibes". Stramme, satte, voll soundende Gitarren bestimmen das musikalische Geschehen. Zudem ist Ron Young einfach ein klasse Sänger. Mit viel "Schmackes" und sehr dezenten, mexikanischen Elementen eröffnet die Band das Album. "On the tilt a whirl" heißt die erfrischende, voller Dynamik lospreschende, fantastische Nummer, die den Funke von Band zu Zuhörer sofort überspringen lässt. Man ist regelrecht geflasht davon, wie lässig, launig und völlig zwanglos, melodisch, erdig, saftig, satt und kraftvoll die Burschen losrocken. Das zündende, transparente Gitarrengewand sitzt geradezu perfekt. Dieser Opener gibt die Richtung des weiteren Albums eindrucksvoll vor und lässt nun ein weiteres Highlight nach dem nächsten folgen. Ausfälle sucht man vergebens. Jeder Track bedeutet pures Rock'n Roll-Vergnügen. Wie zum Beispiel der großartige, wunderbar melodische, knackige Rootsrocker "Across this ghost town" mit seinen tollen Gitarrenlicks, dem hintergründigen Tom Petty-Flair, dem feurigen Gitarrensolo und prächtigen Groove, das voller Blues-Anlagen steckende, ebenfalls toll groovende, mit tierischen Slidegitarren inszenierte (schönes Southernflair), kernig rockende Titelstück "She's automatic", das, der Titel sagt es schon, erneut sehr bluesige, schwer rockende, und abermals von starken, massive Slidegitarren geprägte, dreckige "Son of the blues" (Ron Young singt mit einem wunderbaren Vintage Texas Blues-/ZZ Top-Feeling), die von einem feinen Americana- und Countryrock-Flair durchzogene, hinreißend schöne Ballade "Sad Sadie" (transparente, vielschichtige Gitarren, tolles Solo), der in bester The Georgia Satellites-Manier präsentierte Volldampf Rock'n Roller "Let me down" (tolles Akkordeonspiel von Los Lobos' David Hidalgo und zusätzliche Gitarrenarbeit von Dave Alvin - zwei, von einer Anzahl hochkarätiger Gäste), das riffige, ordentlich kochende, treibende "54 knockouts" (hat den typischen, voll nach vorn gehenden, Dan Baird'schen Rock'n Roll-Drive, aber auch einen feinen Southern Bluesrock-Touch und "great tasty guitars"), wie auch der mit rauen Gitarren und fulminanter, dreckiger Bluesharp garnierte (Gast: Jimmy Z), äußerst dynamische Bluesrocker "Rock that boat", der dieses exzellente Album genauso stark und lebendig abschließt, wie es 11 Tracks zuvor begonnen hatte. Es ist die helle Freude, mit welcher Hingabe die Band zu Werke geht. Die Cruzados begeistern uns nach 35 Jahren mit einem echten "Knaller" von einem Album. Hoffentlich folgt in den nächsten Jahren von dieser Truppe noch weiterer Output, denn von solch einer prächtigen "Mugge" kann man einfach nicht genung bekommen. Ein einfach herrliches, pures Gitarren Rock'n Roll-Vergnügen"!

Das komplette Tracklisting:

1. On the Tilt a Whirl - 3:34
2. Across This Ghost Town - 4:27
3. Nine Million Tears - 3:16
4. She's Automatic - 3:30
5. Son of the Blues - 3:42
6. Sad Sadie - 4:39
7. Long Black Car - 3:42
8. Let Me Down - 3:08
9. Wing and a Prayer - 2:58
10. 54 Knockouts - 3:30
11. Rock That Boat - 4:36

Art-Nr.: 10566
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
On the tilt a whirl
Across this ghost town
She's automatic
Son of the Blues
Sad Sadie
Let me down
54 knockouts
Rock that boat

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Cummings, Albert - ten [2022]
Welch ein starkes Album zum Jubiläum! New England's fantastischer "guitar virtuoso", herausragender Sänger (hier halten sich exzellenter, kraftvoller Gesang und begnadetes Gitarrenspiel eins zu eins die Waage) und vorzüglicher Songwriter Albert Cummings präsentiert mit "Ten" sein zehntes Album, das, soviel sei gleich zu Beginn verraten, passenderweise zu einem seiner bislang besten überhaupt zu zählen ist. Bluesrocker Cummings, der einst durch die Inspiration von Stevie Ray Vaughan zur Gitarre und zum Blues fand, tendierte schon immer offen zu genreübergreifenden Stilmitteln, vorzugsweise aus dem Roots-, Southern- und Soul-Bereich. Das gilt gleichermaßen auch für "Ten", doch hier kommt noch eine gehörige Portion von Country- und Countryrock-Elementen hinzu. Er entdeckt für sich sozusagen die Countryseite des Bluesrocks, und das voller Frische, Kraft, Energie, Power, Leidenschaft und in einem herrlich satten, vorwiegend von fetten Gitarren bestimmten Sound - auch bei den Balladen. Das Songmaterial, ohne jeden Ausfall, ist exquisit, die Melodien sind von bestechender Qualität. Eingespielt hat Cummungs das Album in Peter Frampton's Phenix Studios in Nashville mit einer famosen Band gestandener Nashville-Veteranen. Neben ihm selbst (vocals, guitars) sind das u. a. Greg Morrow (drums), Glenn Worf (bass), Michael Rojas (keyboards) und Rob McNelley (guitar). Produziert hat der Grammy-dekorierte Chuck Ainlay (u. a. Mark Knopfler, Peter Frampton, Miranda Lambert). Los geht's gleich mit einem richtigen "Knaller", dem straighten, treibenden und mächtig dampfenden, dabei aber auch umwerfend melodischen "Need somebody", ein richtig fetter, lupenreiner Albert Cummings-style Bluesrocker voller Power und zündender Gitarren. Sehr schön hier auch Rojas' klangvolle Orgel-Ergänzungen. Das Feuer brennt, der Funke springt sofort über und die beteiligten Musiker lassen ihrer spürbaren Spielfreude bis zum Ende freien Lauf. Weiter geht's mit ordentlich Drive und dem saustarken, countryinfizierten, bluesigen Good Time Rock'n Roller "Too old to grow up". Klimpernde Honky Tonk-Pianoklänge und glühende E-Gitarren, inkl. sattem Solo, bestimmen das vor Frische nur so strotzende Geschehen. Die erste Ballade hören wir mit dem famosen, zunächst verhalten beginnenden, dann aber jede Menge Power aufbauenden, stark southern-infizierten "Hard way". Der Protagonist tobt sich hier genußvoll zwischen sattem Country, Blues, Southern Rock und Rock aus. Großartig! Beim folgenden, genialen, mit viel Drive gespielten Honky Tonk Countryfeger "Last call" steuert der große Vince Gill den Background Gesang bei. Dieses tolle Stück hat klare, rein traditionelle Countrywurzeln, ebenso wie Cummings' bravouröses "countryfied" Lead Gitarren-Spiel. Doch auch hier geistern herrlich bluesigen Vibes durch das Arrangement. Klasse auch das klimpernde Barroom-Piano. Diese Nummer "is a fun party that fires on all cylinders". Deutlich southernrockig wird's bei dem mit glühenden, bluesigen Gitarrenlicks inszenierten, kraftvollen und wunderbar melodischen "Sounds like the road", einer herrlichen Nummer, bei der es um nichts anderes geht, als endlich wieder mit der Band und der heilenden Kraft der Musik auf Tour zu gehen. Hier nimmt man deutliche Lynyrd Skynyrd-Einflüsse wahr. Cummings Gesang ist Extraklasse, ebenso sein furioses Gitarrensolo im Break. Eine weitere Demonstration seiner Southern-Einflüsse erleben wir mit der tollen, von klasse Slideguitar-Licks durchzogenen Ballade "Take me away", abermals eingebunden in eine herrliche Melodie. Waschechten, schwer brodelnden, powernden, mit plusternden Bläsern garnierten Blues zelebriert Cummings mit den beiden Tracks "Alive and breathing" (sehr funky, starke Gitarrenarbeit) und "Got you covered" (schöner Shuffle-Groove, glühendes Gitarrensolo), ehe dieses prächtige Album mit der beschaulichen, von wunderschönen Gitarren umgebenen, traumhaft melodischen, bluesigen und souligen Ballade "Remember" äußerst edel und genußvoll endet. "Ten" ist nicht mehr und nicht weniger als eine absolute Meisterleistung von Albert Cummings. Die so erfrischend, kraftvoll und emotional dargebotene Verschmelzung von klassischen Country-, Blues-, und Rock-Elementen gelingt ihm geradezu perfekt. Ein Fest für die Bluesrock-Fraktion, aber auch für die bluesigen und rockigen Klängen nicht abgeneigten Country-Liebhaber. Eine bockstarke Vorstellung, Mr. Cummings. Fazit: Für "Ten" gibt's die vollen 10 Punkte....

Das komplette Tracklisting:

1. Need Somebody - 2:59
2. Too Old To Grow Up - 3:21
3. Hard Way - 4:58
4. Last Call - 3:13
5. Beautiful Bride - 3:29
6. Sounds Like The Road - 4:11
7. Meet The Man - 5:08
8. Two Hands - 3:31
9. Take Me Away - 3:13
10. Alive And Breathing - 4:57
11. She's The One - 3:51
12. Got You Covered - 3:58
13. Remember - 3:57

Art-Nr.: 10573
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Neuheit || Typ: CD || Preis: € 15,90

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Need somebody
Too old to grow up
Hard way
Last call
Sounds like the road
Take me away
Got you covered
Remember

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Cyrus, Billy Ray - thin line [2016]
Neuer Stoff von Billy Ray Cyrus! Nach vier Jahren Abstinenz, zumindest was die Neuveröffentlichung von Musik in eigener Sache angeht, hat es den umtriebigen Allround-Künstler erneut gepackt, wieder ins Studio zu gehen und ein weiteres Album aufzulegen. Cyrus besitzt ja schon seit einiger Zeit mit Blue Cadillac Music sein eigenes Label und genügend finanziellen Spielraum, frei von irgendwelchem Druck, Musik zu komponieren und umzusetzen, wie es ihm gerade in den Sinn kommt. Diesmal hat er eine schöne Mischung aus Neukreationen und Coverversionen zusammengestellt, bei denen zum Teil in Wertschätzung, Einflussgrößen gehuldigt ("Stop Pickin' On Willie", Bryan Adams - "Hey Elvis" - beides launige Uptempo-Nummern-, Don Williams - "Tulsa Time" , Kris Kristofferson - "Help Me Make It Through The Night" und "Sunday morning coming down", Merle Haggard - "Going Where The Lonely Go") werden. Zur Umsetzung hat er dazu ein imposantes Aufgebot an Mitmusikern eingebunden, (teilweise Leute, die man auf einem Countryalbum nicht unbedingt erwarten würde) die dem Ganzen natürlich eine interessante Zusatzwürze geben. Zunächst hat Shelby Lynne beim wunderbar melancholischen Opener und Titelsong "Thin Line" (großartiges Highlight) und "Sunday Morning Coming Down" starke Gesangseinsätze, die ganz hervorragend mit Billy Rays "Raspel-Organ" (übrigens sehr tolle vokale Gesamtleistung von ihm) in Einklang stehen. Aerosmith-Gitarrist Joe Perry gibt dem rockig stampfenden "Tulsa Time" mit furiosen Wah-Wah-E-Gitarreneinlagen einen herrlichen Drive. Shooter Jennings ist bei "Killing The Blues" und "I've Always Been Crazy" mit an Bord und hat die Stücke auch produziert, letzteres wird durch Lee Roy Parnells prächtige Slideguitar-Künste veredelt. Dem nicht genug. Für den stimmungsreichen, rhythmischen, Fuß-wippenden Country Rocker "Hey Elvis" bitten Rock-Superstar Bryan Adams und Ex-Deep Purple- /Black Country Communion-Bassist und -Sänger Glenn Hughes mit inbrünstigen Harmoniegesängen (ihre markante Stimmen wurden deutlich hörbar zugesteuert) um die ersehnte Rückkehr des Rock'n Roll Königs ("...Hey Elvis, come back to Memphis, you're still the king"). Hughes musste dann auch beim balladesken "Hope (Let It Find You)" nochmal ans Mikro. Jungstar Kenley Shea Holm assistiert beim Klassiker "Help Me Make It Through The Night". Das Ende steht dann ganz im Zeichen der Familie Cyrus: Sohnemann Braison beweist sein geerbtes Talent mit Harmoniegesängen und E-Gitarrenspiel auf dem klasse umgesetzten Haggard-Country-Standard "Going Where The Lonely Go". Tochter Miley lässt den Hörer beim 'Outstanding Track' "Angels Protect This Home" quasi an einer spirituellen Sitzung mit Vater Billy teilhaben. Stoische Klangschalentöne und tibetanisch anmutende Gesänge von beiden (dazu ein paar Akustikgitarrenklänge von Billy Ray) fordern imaginär nahezu auf, in den Lotussitz überzugehen und den 9-Minuten währenden Abschluss-Track in Yoga-ähnlichen Sphären zu begleiten. Eine recht extravagante Zusatz-Geschichte, auf die man sich einlassen kann oder nicht, die aber nicht das Geringste daran ändert, dass Billy Ray Cyrus mit "Thin Line" wieder ein richtig starkes Country (Rock)-Werk abgeliefert hat. Der Mann bleibt ein toller authentischer Musiker, dem es immer wieder zuzuhören lohnt. Wir ziehen eine ganz dicke Linie unserer Hochachtung unter dieses hervorragend gelungene Album! (Daniel Daus)

Das komplette Tracklisting:

1. Thin Line (feat. Shelby Lynne)
2. Loving Her Was Easier (Than Anything I'll Ever Do Again)
3. They're Playin Our Song
4. My Heroes Have Always Been Cowboys
5. Stop Pickin on Willie
6. Sunday Morning Coming Down (feat. Shelby Lynne)
7. Tulsa Time (feat. Joe Perry)
8. Hillbilly On
9. Killing the Blues (feat. Shooter Jennings)
10. I've Always Been Crazy (feat. Shooter Jennings & Lee Roy Parnell)
11. Hey Elvis (feat. Bryan Adams & Glenn Hughes)
12. Help Me Make It Through the Night (feat. Kenley Shea Holm)
13. Hope (Let It Find You)
14. Going Where the Lonely Go (feat. Braison Cyrus)
15. Angels Protect This Home (feat. Miley Cyrus)

Art-Nr.: 9265
Gruppe: Musik || Sparte: Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

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Fish, Samantha - black wind howlin' [2013]
Eine junge, gerade mal 24-jährige Frau aus Kansas City/Missouri mischt die Bluesrock-Welt richtig auf. Die "Blues Music Awards"-Gewinnerin 2012 in der Kategorie "Best New Artist Debut" für ihr fabelhaftes Album "Runaway", Samantha Fish, legt nach und beschert uns mit "Black wind howlin'" nun den mit Spannung erwarteten Nachfolger - ein Album, mit dem sie konsequent ihren eingeschlagenen Weg fortsetzt und gerade noch mal eine Schippe drauf legt. Was für ein packender, straighter Bluesrock-Kracher! Druck, Dampf, brodelnde Power, Seele, Leidenschaft und bärenstarkes, in raue, glühende Gitarrendominanz eingebettetes Sonmgmaterial - das ist es, was das neue Werk auszeichnet. Samantha Fish ist ein wahres Multitalent. Sie verfügt über famose Songwriter-Qualitäten (bis auf das exzellent inszenierte Howlin' Wolf-Cover "Who's been talking" und das gemeinsam mit Mike Zito komponierte "Go to hell" stammen sämtliche Songs allein aus Samantha's Feder), ist eine ausdrucksstarke, hinreissende Sängerin und eine begnadete Gitarristin. Was sie hier wieder mit den 6 Saiten anstellt, was sie für furiose, glühende, dreckige Soli abliefert, ist einfach eine Klasse für sich. Sie ist so etwas wie das weibliche Pendant zu solchen "guitarslingern" wie Kenny Wayne Shepherd, Joe Bonamassa, und Co..Fish hat für ihr neues Werk zudem eine grandiose Begleitband an Land gezogen, nämlich die unwiderstehliche Rhythmusfraktion von Royal Southern Brotherhood (Yonrico Scott an den Drums und Charlie Wooton am Bass), was zu einer weiteren, entscheidenden Aufwertung des Materials führt. Als Gäste sind zudem bei dem ein oder anderen Track noch mit am Start: Paul Thorn (vocals), Johnny Sansone (harmonica), Bo Thomas (foddle) und Meistergitarrist Mike Zito (ebenfalls Royal Southern Brotherhood), der das Album auch produzierte. Fish und den Musikern gelingt ein nahezu perfekter Spagat zwischen ursprünglichen Blues-Traditionen, einer gesunden Portion kernigem Rootsrock und Classic Rock, sowie einem Tick Southern Rock, sicher nicht zuletzt der Mitwirkung der Royal Southern Brotherhood-Bande geschuldet. Die Mixtir stimmt, die Songs und ihre Interpretationen sind fantastisch. Los geht's gleich mit einem richtigen "Brett": "Miles to go" heisst die Nummer, erzählt von dem Leben als Musiker unterwegs, und ist ein richtig fetter, rootsiger, mit einer gewaltigen Boogie-Power nach vor galoppierender, fulminanter Bluesrock-Ritt. Was für ein drückender Drive! Steckt voller Southern-Esprit. Ein prächtiger Auftakt! Die mächtige "tour de force" der Samantha Fish hat begonnen. Auch das folgende "Kick around" besticht wieder mit solch einem treibenden Groove, sowie mit jeder Menge Texas- und Southern Rock-Flair. Lead guitar und backup vocals hier: Mike Zito! Tolle Melodie! Es rockt und "shuffelt" einfach herrlich. Sehr schwül, ungemein kraftvoll und swampig kommt der die Bayous ordentlich zum Kochen bringende Bluesrocker "Sucker born". Tierische, rührende Slidegitarre, saudreckige Wah Wah-Klänge und eine furiose Bluesharp veranstalten ein mächtiges Swamp-Gewitter. Schön jammig, mit viel Platz für ausschweifende Gitarrenexkursionen auf der Bühne, dennoch sehr strukturiert und infolge der starken Melodik klasse hängen bleibend. Ein wenig Erholung gibt's bei dem wundervollen, rootsigen Slow-Blues "Over you", während das schwerblütige, baumstarke "Lay it down" wieder mächtig Dampf ablässt. Was für eine gewaltige Gitarren-Präsenz! Rollt wie ein unaufhaltsamer "freight train" durch die Landschaften des Southern-Bluesrocks. Ähnlich verhält es sich mit dem ungemein rau inszenierten Titelstück "Black wind howlin'". Was für ein Dreck. Messerscharfe Parallelgitarre begleitet Fish's tollen Gesang. Grandioses Drumming von Yonrico Scott und packende, an Rauheit kaum zu übertreffende Gitarrenausflüge bestimmen diesen fast 7-minütigen Killer-Bluesrocker. Eine Wucht, im wahrsten Sinne des Wortes. Zum Abschluß dieses fantastischen Albums gönnt sich die Protagonistin mit dem lockeren, flockigen, traumhaft melodischen, countryinfizierten "Last September" noch einen prima Abstecher in lässige Americana-Gefilde. Das zeigt in beeindruckender Manier, das Samantha Fish sich auch in diesem Genre zu Hause fühlt.und belegt erneut, welch eine großartige Sängerin sie ist. Wunderbare Begleitung mit vielschichtigen Gitarren (inkl. Dobro) und Fiddle. Ein tolles Finale! Samantha Fish gelingt mit "Black wind howlin'" eine wahre Meisterleistung. Harter, druckvoller, teils schön southern-inspirierter Gitarren-Bluesrock auf der Höhe der Zeit. Unter den jungen "girls with guitars" ist Samantha Fish ohne jeden Zweifel eines der heissesten Eisen, das die Szene zu bieten hat. "Samantha, you rock"! Ganz, ganz groß!

Das komplette Tracklisting:

1. Miles to Go - 2:45
2. Kick Around - 4:25
3. Go to Hell - 4:02
4. Sucker Born - 4:54
5. Over You - 4:18
6. Who's Been Talking - 3:22
7. Lay It Down (Saturday Night) - 4:42
8. Let's Have Some Fun - 4:27
9. Heartbreaker - 5:34
10. Foolin' Me - 4:28
11. Black Winds Howlin' - 6:54
12. Last September - 4:10

Art-Nr.: 8314
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

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Miles to go
Kick around
Sucker born
Who's been talking
Lay it down
Black wind howlin'
Last September

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Fowler, Damon - alafia moon [2021]
Der Florida-based Blues-/Rootsrocker und absolute Meistergitarrist Damon Fowler veröffentlicht mit dem famosen "Alafia moon" sein nunmehr schon achtes Album. Geboren und aufgewachsen ist Fowler in Brandon/Florida, nahe der Metropole Tampa, an der Golfküste, einer Region mit einer tief verwurzelten musikalischen Historie. Leute, wie die Jazz-Größe Cannonball Adderley kommen von dort, genau wie der ehemalige The Allman Brothers Band-Gitarrist Dickey Betts oder Florida's Southern Rock "Guitar-Army" The Outlaws. Durchaus beeinflusst von solchen Größen und überaus inspiriert von der Blues- und Roots-Musik des Südens im Allgemeinen spielt Fowler schon seit seinen frühen Teenager-Tagen Gitarre und gilt heute als herausragender Gitarrist und außergewöhnlicher Slide-Spieler, der sowohl in Kritikerkreisen, als auch unter den Kollegen einen vorzüglichen Ruf genießt. Experten vergleichen ihn u. a. mit Johnny Winter, Buddy Guy und Duane Allman. Er hat bereits mit solch gestandenen Kollegen wie etwa Tab Benoit, Delbert McClinton, Buddy Guy, Johnny Winter, Chris Duarte, Jeff Beck, Robin Trower, Gregg Allman, Junior Brown, Jimmie Vaughan, Little Feat und The Radiators zusammengearbeitet, war zudem Mitglied von der Dickey Betts Band, von Butch Trucks & the Freight Train Band und der Roots-/Blues-Supergroup Southern Hospitality, zusammen mit Victor Wainwright und dem 2021 für den Blues Music-Award nominierten J.P. Soars. Eine beeindruckende Vita und Expertise. Seine Herkunft kann Fowler, wie gesagt, zu keiner Zeit leugnen, denn seine Musik ist "pure southern" und tief verwurzelt in den Sümpfen der Everglades. So nimmt er uns mit seinem neuen Album mit auf eine ungemein spannende, abwechslungsreiche Reise in die herrlich sumpfigen Gefilde des groovigen, von tollem (Slide)Gitarrenspiel bestimmten "soulful" Southern-/Delta-/Swamp-Bluesrocks, immer mal wieder infiltriert mit Spuren des Rootsrocks, Americana, sowie zuweilen einem dezenten Jam-Feeling. Fowler verfügt über eine klasse, angenehme, einerseits irgendwie relaxt wirkende, andererseits aber auch sehr kraftvolle, durchaus von Staub und Whiskey gegerbte, leicht angeraute Stimme. Er ist ein hervorragender Songwriter und sein schon erwähntes Gitarrenspiel ist herausragend, voller Feuer, Würze und grenzenloser Virtuosität. Ob eingängige "catchy hooks", mitreißendes Acoustic Fingerpicking, glühende, tief aus den Sümpfen Florida's entsprungene Slide-Exkursionen, flammende, dreckige, kraftvolle Lead Gitarren-Ausflüge oder furioses Telecaster-Spiel - Fowler behersscht das alles, als wäre es nichts! An seiner Seite hat er kongeniale Mitstreiter, wie etwa Chuck Riley am Bass, Justin Headley (Drums), T.C. Carr (Harmonica), Mike Kach (Keyboards und Betty Fox (Background Vocals). Produziert haben das Album Damon Fowler und George Harris (Cheap Trick, Rick Derringer, Brian Johnson, AC/DC) in einem starken, klaren, "tighten" Sound. Los geht's mit dem tollen Opener "Leave it alone", ein durchaus lockerer, gleichzeitig ordentlich brodelnder Bluesrocker, der uns, von einer simplen, aber markanten, "stampfenden" Bassline und einem sumpfigen Groove getragen, gleich wunderbar in den triefend swampigen, musikalischen Southern-Trip einführt. Großartig hier das Zusammenspiel von dreckigen Bluesharp-Skills und schwülen Slidegitarren-Licks und -Linien. Gesanglich ebenfalls top, trifft Fowler gleich voll ins Schwarze. Mit dem folgenden, prächtgen "I've been low" wird das Tempo dann nochmal merklich angezogen. Was für ein toller, kraftvoller, treibender Bluesrock-Boogie, voller erdiger E-Gitarrenlinien (inkl. eines saustarken Solos), sowie ordentkich rührender und damit zusätzlich Glut entfachender Slideguitar-Untermalung (ebenfalls mit tierischem Solo). Dann das traumhaft schöne Titelstück "Alafia moon", eine geradezu hinreißend melodische, sehr persönliche, klassische, pure, bluesige Southern Rock-Ballade mit ein wenig unterschwelligem Gospel-Flair über den Alafia River, in dessen Nähe Damon Fowler aufgewachsen ist. Vermittelt einen gewissen Muscle Shoals-Spirit, ebenso wie ein herliches Allmans-Flair. Auch im Repertoire der Allman Betts Band oder von Blackberry Smoke wäre diese Ballade zuhause. Das Southern-Feeling ist allgegenwärtig, Fowler's Gitarrenspiel einfach wunderbar. Viel New Orleans-Flair vermittelt das ungemein grrovige, dezent Latin-angehauchte, von saustarkem Slidegitarrenspiel Fowler's (super Solo) durchzogene, großartige "Make the best of your time", gefolgt von dem rootsigen Guy Clark-Cover "The guitar" ("masterful" Acoustic Gitarren-Picking des Protagonisten), ehe bei dem swampigen, toll groovenden, furiosen Bluesrocker "Hip to your trip" wieder die brodelnde Slideguitar das bestimmende Instrument ist. Viel Drive und groovige Dynamik entwickeln Fowler und seine Band dann wieder bei dem gut nach vorn gehenden Roots-/Bluesrocker "Some things change", der von exzellenten, intensiven Bluesharp-/Gitarren-Duellen bestimmt wird, vorwiegend in dem instrumentalen Break, ehe Fowler den klassischen, stampfenden, schwerblütigen Southern-Blues "Taxman" präsentiert, der einmal mehr Fowler's außergewöhnliches Talent an der Slidegitarre offenbart. Einen kleinen "Ausrutscher" leistet sich Fowler allerdings mit dem obskuren, immerhin 8-minütigen "The umbrella". Die Nummer suggeriert eine feucht-fröhliche Liveatmosphäre in einem Club in Arizona mit Flaschen- und Gläser-Geklimper, wo Fowler zu ein paar belanglsoen Gitarrentönen dem Publikum eine Geschichte von einem Gastspiel in diesem Club während seiner allerersten Tour überhaupt erzählt (nicht singt), als der einzige anwesende Fan immer wieder "In a Gadda Da Vida" einforderte, Fowler aber stets sein eigenes Material spielte. Vielleicht lustig, aber eher langweilig. Die Nummer geht dann in den knackigen, kurzen, Vollgas gebenden, swingenden Rockabilly-Blues "Kicked his ass out", der das Album dann wieder furios und stark abschließt. Zieht man diese etwas überflüssige Nummer ab, die es in keinster Weise schafft, die Gesamtqualität und den damit verbundenen, kompletten musikalischen Wert des Albums auch nur annähernd zu schmälern, bleiben immer noch 44 grandiose Minuten eines Damon Fowler in brillanter Form. Bei aller Melodik - brodelnder, sumpfiger, heißer, schwüler und dichter war seine Musik nie. Genießt den Southern-Spirit, genießt dieses wunderbare Gitarrenspiel, diesen exzellenten Roots-/Swamp-Bluesrock, genießt Damon Fowler! Einfach "outstanding"!

Das komplette Tracklisting:

1. Leave It Alone - 4:59
2. I've Been Low - 4:16
3. Alafia Moon - 4:34
4. Make The Best Of Your Time - 5:40
5. The Guitar - 4:02
6. Hip To Your Trip - 3:13
7. Some Things Change - 5:07
8. Taxman - 4:41
9. Wanda - 5:20
10. The Umbrella - 8:23
11. Kicked His Ass Out - 1:45

Art-Nr.: 10280
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Leave it alone
I've been low
Alafia moon
Make the best of your time
Hip to your trip
Some things change
Taxman

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Isbell and the 400 Unit, Jason - the nashville sound [2017]
Dieser Mann ist phänomenal! Das neue Werk von Jason Isbell und seiner Band The 400 Unit ist erneut ein kleines Meisterwerk geworden. Mit hinreissendem Songmaterial (teils wundervoll entspannt, teils in kernigen Rocksphären, die gar an seine alten Drive-By Truckers-Tage zu erinnern scheinen) voller herrlicher Melodien im Gepäck, begibt sich Isbell auf eine unwiderstehliche Resie durch die Roots- und Americana-Landschaften des amerikanischen Südens. "The Nashville Sound" wurde in Nashvilles legendärem RCA Studio A aufgenommen und erneut produzert vom Grammy-dekorierten Meisterproduzenten Dave Cobb, der auch bei den begnadeten Vorgängern "Something More Than Free" und "Southeastern", an den Reglern saß. Brillant!

Das komplette Tracklisting:

1. Last of My Kind - 4:22
2. Cumberland Gap - 3:24
3. Tupelo - 4:01
4. White Man's World - 3:56
5. If We Were Vampires - 3:35
6. Anxiety - 6:57
7. Molotov - 3:46
8. Chaos and Clothes - 3:34
9. Hope the High Road - 3:03
10. Something to Love - 3:39

Art-Nr.: 9468
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Last of my kind
Cumberland gap
Tupelo
White man's world
Molotov
Hope the high road
Something to love

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Lucas, Austin - stay reckless [2013]
Der aufstrebende, junge Singer/Songwriter Austin Lucas beglückt die Rootsrock-, Americana-, Alternate Country-Welt mit einem wahren Feuerwerk von tollen, packenden Songs, allesamt vereint auf seinem neuen, baumstarken Album "Stay reckless". Lucas, aufgewachsen im Bezirk von Monroe County im U.S.-Bundesstaat Indiana, wurde in eine musikalisch sehr ambitionierte Familie hineingeboren, deren Roots im Folk- und Bluegrassbereich liegen. Sein Vater, Bob Lucas, beispielsweise ist selbst ein erfolgreicher Musiker und Songwriter, dessen Anerkennung immerhin so weit reichte, dass die große Alison Krauss zwei seiner Songs für ihren früheren Alben einspielte. Doch im Laufe seiner Jugend rebellierte Austin zunächst gegen seine Americana-Roots und zog mit diversen Punk-Bands durch die Gegend. Doch seine natürlichen Gene und Wurzeln setzten sich schließlich wieder durch und Austin Lucas fand zurück auf den "Pfad der Tugend". Americana-Musik ist seine Berufung, doch die punkigen, rockigen Jahre haben auch ihre Spuren hinterlassen, zumindestens, was "Stay reckless" betrifft. Das "Ding" ist wirklich ein Hammer-Album geworden. Etliche, ausgedehnte Tourneen haben Lucas musikalisch immens reifen lassen. So war er beispielsweise auch mit Willie Nelson's berühmter "Country Throwdown Tour" unterwegs. Austin Lucas und seine exzellenten musikalischen Mitstreiter (u.a. Todd Beene - guitars, pedal steel, Eric Giles - drums, Joey Knieser - guitars, piano, organ, Hoot Hester - fiddle, mandolin, Bingham Barnes - bass) verstehen es blendend, Lucas' Folk- und Country-Wurzeln mit seiner Rock-Neigung zu vereinen. Herausgekommen ist eine geradezu mitreissende Americana-Mixtur aus krachendem Roostrock und wundervollem Alternate Country mit einem leichten Schuß Heartland-Rock Es ist gar nicht leicht, Vergleichsgrößen zu finden, doch das Klientel solcher Leute wie etwa Chris Knight, ein rauer John Mellencamp, Steve Earle, der frühe Will Hoge, ein rockiger Ryan Adams, aber auch Buddy Miller und Konsorten, dürften von Austin Lucas begeistert sein. Erdige, zündende, dreckige E-Gitarren, dynamisch "scheppernde" Drums und driving Basslines bestimmen weitestgehend die lauten Uptempo-Nummern, und auch die zurückhaltenderen, balladesken Nummern bestechen mit einer herrlich unverbrauchten Zwanglosigkeit und natürlichen Rauheit. Diese "Mugge" bewahrt ihre Ecken und Kanten (das ist gut so!) und glänzt trotzdem mit klasse Melodien. Los geht's mit dem bärenstarken, kernigen, fulminant abgehenden Rootsrock-Kracher "Let me in", der Fahrt aufnimmt, als gäb's kein Morgen. Was für ein Power-Dive! Die Melodie ist klasse und die rotzigen Gitarrenläufe (scharfes, dreckiges Solo) sind einfach "mega-geil". Auch das folgende "Alone in Memphis" hat wieder diesen ungemein forschen, dezent punkigen Drive. Doch trotz dieses so zwanglos und rau nach vorn galoppierenden Rhythmusses und der ganzen Intensität ist das im Grunde nichts anderes als lupenreiner Americana-Rock und allerfeinster Alternate Countryrock. Grandios die in dieser Power eingebauten Pedal Steel-Linien und die ohrenfreundliche Melodie. Dann wird es etwas entspannter. "Four wheels" ist eine wundervolle, Fiddle- und Pedal Steel-getränkte, flockige (Alternate)Countrynummer, bei der man deutlich Lucas' Einflüsse von Gram Parsons über Willie Nelson und Merle Haggard zu Steve Earle bemerkt. Noch ein wenig ruhiger, aber dennoch schön erdig und dreckig, geht es bei der feinen Singer/Songwriter-/Americana-Ballade "Rings" zu. Akustische Gitarre, traumhafte Pedal Steel-Licks, eine einsame Fiddle und Lucas' ausdrucksstarker Gesang agieren in vollendeter, natürlicher Harmonie. "Save it for yourself" besticht mit tollen Tempo- und Rhythmuswechseln zwischen ruhiger Singer/Songwriter-Mentalität und knackigem Heartland-Rock, das Titelstück "Stay reckless" rockt ebenfalls kräftig und das das Album beschliessende "Splinters" ist eine fantastische Ameicana-Ballade mit semi-akustischer Instrumentierung aus Mandoline, ein paar Piano-Fills und kratzigen, dreckigen E-Gitarren - frei von jeglichen Drums - eingebunden in eine klasse Melodie! Austin Lucas zeigt vom Anfang bis zum Ende keinerlei Schwächen. Die Songs sind einfach toll, Sound und Produktion sind es ebenfalls (produziert haben Lucas und Mark Nevers - u.a. Lampchop und Jason Isbell). Keine Frage, "Stay reckless" knallt mit "voller Breitseite" in die Rootsrock-, Americana-, Alternate Country-Welt und hinterlässt ein dickes Ausrufezeichen. Eins ist sicher: Die Fangemeinde von Austin Lucas wird in Windeseile anwachsen...

Das komplette Tracklisting:

1. Let Me In - 3:27
2. Alone in Memphis - 3:39
3. Four Wheels - 3:38
4. Small Town Heart - 3:32
5. Rings - 3:53
6. Save It for Yourself - 4:09
7. Different Shade of Red - 4:12
8. Stay Reckless - 3:12
9. So Much More Than Lonely - 2:21
10. Gift and a Gamble - 3:14
11. Splinters - 4:33

Art-Nr.: 8297
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 13,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Let me in
Alone in Memphis
Four wheels
Rings
Save it for yourself
Sray reckless
Splinters

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Osborne, Anders - american patchwork [2010]
Meisterlich! Begeisternd! Imposant! Eine Sternstunde des "soulful" groovenden Roots- und Bluesrocks - einerseits rau, drückend, intensiv und kraftvoll, andererseits so wunderbar melodisch. Krachende, brennende, laute (Blues)Rocker und ein paar wundervolle Rootsrock-Balladen geben sich genüsslich die Klinke in die Hand, dazwischen mal ein kerniger New Orleans-Funk oder ein herrlicher Reggae - eine Nummer stärker als die andere. Mitreissend! Der in den USA überaus erfolgreiche Singer-Songwriter und Gitarrist Anders Osborne, der auch bereits einen Grammy in der Vitrine stehen hat, legt mit seinem neuen Werk "American patchwork", obwohl ihn Kritiker, Presse und Fans gleichermassen schon seit Jahren in ihr Herz geschlossen haben, nun sein bis dato absolut bestes Album vor. Der in Schweden geborene, aber vor 25 Jahren in die USA ausgewanderte, in New Orleans lebende Künstler ist längst zu einem stolzen Amerikaner geworden. "I'm in the promised land", sagt er, was man in seiner Musik deutlich spürt. In einer Stadt, in der es vor aussergewöhnlichen Performern und Bands nur so wimmelt, zählt Osborne längst zu einem der absoluten "Helden" unter den Musikern des "Big Easy". Seine Originalität und seine Visionen sind aussergewöhnlich, seine Kreativität und sein musikalischer "Hunger" grenzenlos. Beeinflusst von Leuten wie Ry Cooder und Robert Johnson, Joni Mitchell und Jackson Browne, aber auch Miles Davis und John Coltrane, gilt er als herausragender Gitarrist, Sänger und Songwriter gleichermassen. So unterschiedliche Kollegen wie Jonny Lang, Tab Benoit, Kim Carnes und Brad Paisley haben schon Songs von ihm aufgenommen. Sein für Tim McGraw geschriebenes "Watch the wind blow by" wurde ein langwöchiger Nr.1-Hit für den Country-Star und auch Keb' Mo's erfolgreiches, Grammy-dekoriertes Album "Slow down" enthielt zwei, von Osborne mitkomponierte Songs. Doch über all dem stehen Osborne's eigene Veröffentlichungen. Man könnte sagen, der Mann ist so etwas wie ein Künstler mit zwei musikalischen Persönlichkeiten. Die eine ein voller Power rockender, ausgelassener, ordentlich Zunder gebender, kochender, ein gewaltiges Gitarren-/Slide-Feuerwerk abbrennender /Southern)Bluesmann, die andere ein regelrechter Poet, ein Literat, ein aus tiefster Seele agierender Singer-Songwriter. Nur selten hat er in der Vergangenheit beides miteinander verknüpft, sieht man man von dem exzellenten 2001er-Werk "Ash Wednesday Blues" ab. Entweder entschied er sich für die eine oder die andere Seite. Doch bei "American patchwork" hat er, egal ob es sich um laute, mächtig dampfende Rocker, oder um eher etwas zurückhaltendere Nummern handelt, eine geradezu brillante Balance zwischen beiden Welten gefunden. Kerniger Rootsrock, die ein oder andere wundervolle Ballade und brodelnder, southern-inspired (Heavy)Bluesrock bilden eine unzertrennliche Einheit. Die Arrangements haben eine herrlich rohe, dreckige Basis, oft vollgepackt mit rauen, kratzigen E-Gitarren-Riffs, überaus intensiv und druckvoll, teils mit langen, würzigen, elektrisierenden, packenden Gitarrensoli, die nicht nur die Gemeinde von den North Mississippi Allstars bis hin zu Gov't Mule "vom Hocker hauen" werden. Dann wieder glänzen sie mit herrlich transparenten Gitarren und einem wunderbar lockeren Ambiente, das nicht selten auch mal an einen Jackson Browne erinnert. Apropos Jackson Browne: Osborne's Stimme klingt zuweilen wie eine Mischung aus Luther Dickinson (North Mississippi Allstars), Steve Miller und eben Jackson Browne. Er ist, wie gesagt, ein klasse Sänger. Begleitet wird Osborne von 3 großartigen Musikern. Zum einen, dem exzellenten Keyboarder Robert Walter, der den Sound immer wieder mit ganz wundervollen, markanten Hammond Orgel-Klängen veredelt, und zum anderen von dem stark trommelnden Schlagzeuger Stanton Moore (von der Band Galactic) und dem zweiten Gitarristen, aber auch Percussion und Background Gesang beisteuernden Pepper Keenan (Corrosion Of Conformity). Letzter beiden haben das Album auch zusammen mit Anders Osborne produziert. Der Sound ist super! Alles strahlt, wie gesagt, eine immense Intensität aus, aufbauend auf Osborne's spürbarer Inspiration und seinem magischen "Spirit". Das Album startet gleich mit einem absoluten "Kracher", einem lauten Aufschrei, mitten ins Herz tiefster Dunkelheit. "On the road to Charlie Parker" heisst die Nummer, ein bärenstarker, leicht swampiger, southern-fueled Bluesrocker über die dunklen Seiten der Heroin-Abhängigkeit und die ausweglosen Nöte eines Junkies. Genauso intensiv wie das Thema ist die Musik. Dreckig, rau, ruppig, drückend, voller massiver, roher Gitarren-Riffs, unterstützt von Robert Walter's tollen Orgel-Fills - aber auch mit einer starken Melodik, vor allem im Refrain. Was für ein klasse Groove! Zum Ende hin wird die Nummer immer lauter. Kocht gewaltig! Ein irre starker Auftakt! Aber keine Bange, es geht mit dieser Qualität ohne jeden Hänger bis zum Schluß weiter. "Echoes of my sins" beispielsweise ist ein grandioser, sehr erdiger, aus hartzigen, bluesigen Riffs entspringender Rootsrocker mit einem herrlichen Reggae-Groove. Osborne's Wahlheimat New Orleans ist allgegenwärtig. Toll erneut die feinen Hammond Orgel-Fills und die vorzügliche Melodie. Mit "Got your heart" folgt gleich noch ein klasse Reggae, der einerseits eine unterschwellige Southern-Schwüle ausstrahlt, andererseits aber sehr locker rüber kommt, während mit dem anschliessenden, brodelnden "Killin each other" ein kerniger, heisser "funked-up" Rocker aus den Lautsprechern fegt. Dann die wunderschöne, weich und überaus angenehm ins Ohr fliessende, voller positiver Aufbruchsstimmung steckende, lockere Rootsrock-Ballade "Acapulco", die mit ihrer Frische etwas von einem Jackson Browne aus seinen allerbesten Tagen hat. "Osborne's slide sings as sweetly as his voice", schreibt ein U.S-Journalist - und damit kann man es nicht besser ausdrücken. Danach wieder zwei donnernde, krachende Heavy-Bluesrock-Nummern voller gewaltiger Intensität. Zunächst das saustarke "Darkness at the bottom" und dann das geniale "Love is taking it's toll". Ist das dreckig, ist das heftig, ist das laut! Ein kochender, riffiger, fetter Groove - und dennoch wieder diese großartige Melodie. Dazu ein glühendes, kreischendes, unter Starkstrom stehendes, ausgedehntes Gitarrensolo, gefolgt von einem ebenso prächtigen Orgel-Solo im zweiten Break. Am Ende brechen fast alle Dämme. Diese Nummer würde auch bestens in das Repertoire von Gov't Mule passen. Hammer! Klar, das danach etwas Erholung nötig ist, die mit dem wunderbar lockeren, flockigen, fast schon sonnig californischen Rootsrocker "Meet me in New Mexico" auch kommt. Wunderbar, dieser lässige Percussion-Groove, diese Wärme, aber auch diese erdige Natürlichkeit. Geht runter wie Öl. Tolle Melodie, erstklassiger Gesang, exzellentes Gitarrenspiel, klasse Orgel-Fills, und ein Refrain, der einem nicht mehr aus dem Ohr gehen will. Mit der wunderschönen, nur von glasklaren, transparenten akustischen Gitarren begleiteten, ruhigen Ballade endet schließlich dieses absolute Meisterwerk. "American patchwork" übt mit seiner Intensität, seinen Emotionen und seiner Spannung einen immensen Reiz auf den Zuhörer aus. Alles, was Osborne hier zelebriert, kommt aus tiefstem Herzen. Das nimmt einen gefangen und lässt einen nicht mehr los. Essentieller Roots- und Bluesrock aus New Orleans! Schlichtweg brillant!

1 On the Road To Charlie Parker - 4:16   
2 Echoes of My Sins - 4:34   
3 Got Your Heart - 4:05   
4 Killing Each Other - 4:09   
5 Acapulco - 3:49   
6 Darkness At the Bottom - 6:00   
7 Standing With Angels - 5:15   
8 Love is Taking Its Toll - 5:01   
9 Meet Me In New Mexico - 4:00   
10 Call On Me - 2:57

Art-Nr.: 6889
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
On the road to Charlie Parker
Echoes of my sins
Acapulco
Darkness at the bottom
Love is taking its toll
Meet me in New Mexico

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Robison, Charlie - beautiful day [2009]
"'Beautiful day' is a beautiful record"! Und was für eine wunderschöne Scheibe das ist - eine wahre Americana-/Countryrock-Perle! Trotz aller, zweifelsfrei hervorragenden Qualitätten des in Houston geborenen und auf der Ranch seiner Familie in Bandera/Texas aufgewachsenen Charlie Robison, hörte man unter den sogenannten Fachleuten immer wieder, das eigentlich dessen Bruder Bruce Robison der talentierteste und beste Songwriter des Robison-Clans ist. Doch spätestens mit seinem neuen, wirklich fantastischen Album "Beautiful day" muß man diese These in Frage stellen, denn Charlie ist ein kleines Meisterwerk genauso zeitloser wie moderner Countryrock-Kultur gelungen. Entstanden unter den Nachwehen seiner Scheidung von Emily Robison (er war 9 Jahre mit der Dixie Chicks-Banjospielerin und Gitarristin verheiratet) gelingt Robison sein wohl persönlichstes und hörenswertestes Werk seiner bisherigen Karriere, ein Album voller Gegensätze. In seinen hervorragenden, oft von scharfem Sarkasmus geprägten Texten versucht er den in den vergangenen Monaten, infolge der Trennung von seiner ex-Frau erlebten Gang durch die Hölle aufzuarbeiten, die instrumentellen Umsetzung aber sprüht nur so vor Frische, wundervoller Melodik und Vitalität, wie sie hoffnungsvolle Aufbruchsstimmung und Lebensfreude kaum besser symbolisieren könnte. Eindrucksvoll wie Robison diese Gegensätze miteinander vereint und in herrlichen Songs auf einen gemeinsamen Nenner bringt. Einige Stücke vermitteln einen Hauch von Westcoast-Flair, scheinen die Sonne Californiens getankt zu haben, dann nimmt man Spuren von Nashville-kompatiblem New Country wahr, andere bestehen aus dem typischen, rootsigen, so unwiderstehlichen, staubigen Texas "Red Dirt"-Fundament - und alle strotzen sie nur so vor wunderbaren Melodien, zumeist eingebettet in knackige, lebendige Arrangements voller Spielwitz, Raffinesse und musikalischem Pep.Geht teilweise runter wie Öl. Begleitet wird Robison von einer Horde vorzüglicher Musiker wie u.a. Bukka Allen an den Keyboards und am Akkordeon, Drummer Keith Robinson, Rich Brotherton an der Mandoline und akustischen Gitarre, allen voran aber dem begnadeten Gitarristen Charlie Sexton (u.a. ex Bob Dylan, ex Arc Angels -die sollen ja inzwischen auch wieder zusammen sein...-), der mit seinen exzellenten Gitarrenläufen und feurigen Soli auf der ganzen Linie überzeugt. Los geht's mit dem wundervollen Titelstück, einem tollen, flotten, sonnigen, knackigen Countryrocker, der, dem Titel entsprechend, in der Lage ist, jeden noch so grauen Tag in einen hellen "beautiful day" zu verwandeln. Strahlt jede Menge unbekümmerten Schwung und gute Laune aus. Für eine vergnügliche Cabriofahrt, sowohl in Texas, als auch im sonnigen Californien, eignet sich kaum etwas besseres als musikalischer Begleiter als diese unwiderstehliche Countryrock-Nummer mit ihrer großartigen Melodie. Auch Charlie Sexten lässt sich nicht lumpen und steuert ein prächtiges, würziges Gitarrensolo bei. Allein dieser Auftakt ist eine Wonne. Und es geht so weiter: "Yellow Blues" ist ein toller, von knackigen, intelligenten Rhytmen geprägter, astreiner Countryrocker, der geschickt zwischen texanischem "Red Dirt"-Staub und californischen, von einem gepflegten Sixties-Psychedelic Bay Area-Feeling unterwanderten Retro-Elementen hin und her pendelt. Klasse Acoustic Gitarren-Licks begleiten diese Nummer, bei der Sexton im Break wieder zu einem fabelhaften, wie gesagt, psychedelisch angehauchten E-Gitarren-Solo ansetzt. Der Song geht wieder wunderbar ins Ohr. Das texanische Blut Robison's dringt dann endgültig bei der herrlichen "Blues-tinged" Rootsrock-/Countryrock-Ballade "Down again" durch, die auch Kollegen wie Jack Ingram, Chris Knight, Radney Foster oder Robert Earl Keen prächtig zu Gesicht stünde. Eine tolle Melodie, kraftvolle, von satten E-Gitarren bestimmte Riffs und feine Akkordeon- und Mandolinen-Fills bestimmen das erdige Ambiente, ein rotziges, würziges E-Gitarren-Solo inklusive.In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der kräftige Midtempo Americana-/Countryrocker "Nothing better to do", der zudem noch einen wundervollen Southern-Charme versprüht. So geht das bis zum Ende weiter. Ein "Hit" folgt dem nächsten. Ob die traumhafte, von Steel-ähnlichen Gitarren umgarnte Retro Countryrock-Ballade "Reconsider", das von schönem Akkordeon, glasklarer Mandoline und flotten, schwungvollen Rhythmen bestimmte "Feelin' good", der von texanischen Squaredance-Fiddles geprägte, rootsige Country-Heuler "If the rain don't stop" (eine alte Doug Kershaw-Nummer), der furiose, "ramblin' and honky-tonkin'" Roadhouse Country-Rock'n Roller "She's so fine", bis hin zu Robison's brillanter Interpretation des Bruce Springsteen-Klassikers "Racing in the street", dessen texanisches Gewand vermuten lassen könnte, der "Boss" hätte diese geniale Nummer nicht in New Jersey, sondern eben in Texas geschrieben - Charlie Robison hält vom Anfang bis zum Ende sein ungemein hohes Niveau ohne jede Schwäche durch. Hut ab! Das Album ist ein einziger Höhepunkt! Die Welt des Charlie Robison mag in der letzten Zeit nicht die heilste gewesen sein, doch mit dem brillanten "Beautiful day" hat er die "schönsten Tage" seiner bisherigen musikalischen Karriere eingeleutet. Die Zukunft scheint rosig...

Das komplette Tracklisting:

1 Beautiful Day - 2:53   
2 Yellow Blues - 3:39   
3 Down Again - 4:12   
4 Nothin' Better to Do - 3:36   
5 Reconsider - 3:40   
6 Feelin' Good - 3:54   
7 If the Rain Don't Stop - 3:26   
8 Middle of the Night - 2:59   
9 She's So Fine - 2:16   
10 Racing in the Street - 5:55

Art-Nr.: 6469
Gruppe: Musik || Sparte: Rock; Country
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 14,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Beautiful day
Yellow blues
Down again
Nothing better to do
Feelin' good
If the rain don't stop

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Shepherd, Kenny Wayne - lay it on down [2017]
Endlich eine neues Studioalbum mit komplett neuem Material des begnadeten Bluesrock-Gitarristen. Es ist ein wunderbares Teil geworden. Shepherd und seine großartige Band öffnen sich auf "Lay it down" neben wunderbaren, feurigen, kraftvolen Bluesrock-Nummern auch ein wenig dem Roots- und Countryrock-Genre, ohne dabei allzu sehr dorthin abzudriften. Die Balance stimmt zu 100%! Das Songmaterial ist sehr abwechslungsreich, reicht von kochenden Rockern und Blues-Nummern bis hin zu hinreissenden Balladen, immer wieder gespickt mit glühenden, seeligen, phänomenalen Gitarrenläufen des Protagonisten. Den Lead-Gesang teilen sich Shepherd und sein langjähriger Mitstreiter Noah Hunt etwas 1 zu 1. Das Album ist ein regelrechter "Killer" und wird dazu beitragen die eh schon große Fanbase Kenny Wayne Shepherd's und seiner Band weiter auszubauen. Ganz starke Vorstellung!

Das komplette Tracklisting:

1. Baby Got Gone - 3:02
2. Diamonds & Gold - 5:17
3. Nothing But The Night - 4:53
4. Lay It On Down - 4:14
5. She's $$$ - 4:07
6. Hard Lesson Learned - 4:29
7. Down For Love - 4:10
8. How Low Can You Go - 2:59
9. Louisiana Rain - 3:51
10. Ride Of Your Life - 3:55

Art-Nr.: 9489
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Angebot || Typ: CD || Preis: € 9,90

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Soars, J.P. - southbound l-95 [2019]
"This is an album that will warm your blues heart as the nights draw in and get colder with a bit of Southern warmth and exciting guitar and vocals that are full of energy from the opening title track with its Southern Rock driving beat through to the last track Missin’ Your Kissin’" so umschreibt Liz Aiken von "Blues Matters" das umwerfend starke, neue Album (es ist bereits sein viertes) des in Californien geborenen, in Arkansas aufgewachsenen, nun aber seit vielen Jahren im Süden Floridas residierenden, so vielseitigen Multitalents J.P. Soars, seines Zeichens ein exzellenter Songwriter, erstklassiger, über eine wunderbar knarzig dreckige Stimme verfügender Sänger (erinnert vielleicht ganz entfernt ein wenig an John Hiatt) und ungemein versierter, baumstarker Gitarrist. Ja, dieser Bursche und seine "wilde Musikerbande" haben es in sich und rocken sich in "Hot Rod" Volldampf-Manier (entsprechend dem sehr schönen Coverbild) voller natürlicher, deutlicher Southernrock-Bezüge durch ein abwechslungsreiches, "heißes" Gebräu aus Blues, Bluesrock, Rock, Rootsrock, Soul, Surf, Americana, Latin, Jazz und Rockabilly. Wie gesagt, die Southern-Affinität zieht sich wie ein roter Faden durch das komplette Album. Alles kommt in einem wunderbar erdigen, sehr knackigen Ambiente, voller Dynamik und Power - auch die langsameren Stücke. Die Produktion und der Sound sind glasklar und schön satt. Man hört sofort, dass hier durchweg absolut erstklassige Musiker am Werk sind. Die Band (J.P. Soars - lead vocals, guitars, bass; Chris Peet - drums, bass und Travis Colby - keyboards), sowie die vielen Gäste, wie etwa die grandiose Background-Sängerin Teresa James, einige Percussionspieler und Saxofonisten, sowie zusätzliche, hochhkarätige Gitarristen (Jimmy Thackery, Albert Castiglia), machen einen herausragenden Job. Und Soars spielt einfach herrliche Gitarrensoli. Gleich die erste Nummer, "Ain't no Dania Beach", eine wunderbare Hommage an Soar's South Florida-Heimat, ist ein absoluter Knaller - bluesig, ungemein groovy, in einem dreckigen, jammigen, The Band-/Little Feat-Ambiente (nur southernrockiger), durchzogen von prächtigen Slide- und E-Gitarren mit tollen Soli. Soar's rauer Gesang passt zudem wie die sprichwörtliche "Faust aufs Auge". So folgt eine "geile" Nummer auf die nächste. Wie zum Beispiel das von einem grandiosen, Funk-/Jam-/ Southern Blues-Groove getragene, drückend schwüle, mit unaufdringlichen Bläsern, tollen Bongos und scharfer Lead Gitarre isnzenierte "Sure as hell ain't foolin' me", der herrlich cineastisch arrangierte, von fulminantem Gitarrenspiel ("KIller"-Soli) geprägte, im Southern Surf-Sound kommende Titelsong "Southbound l-95" (Gast an der zweiten Gitarre ist Albert Castiglia), das wunderbar soulige "Shining through the dark" (tolles Saxofon, klasse Gitarren, angenehme, hintergründige Orgel), der mit klimperndem Honky Tonk-Piano und feurigem Sax intonierte, abgehende Rock'n Roller "The grass ain't always greener", das wunderschöne, semi-akustische, rootsige Instrumental "Arkansas porch party", der fette, Slideguitar-getränkte, voller Hingabe und Energie performte, schwül drückende Bluesrocker "Born in California", die hinreißend gespielte, von traumhaften, ausgedehnten Gitarrenläufen bestimmte Coverversion von Albert King's Slow Blues "When you walk out that door", das fröhliche, sonnige, sehr dynamische (Slide)Gitarren- und Percussion-getränkte "Dog catcher", und, und, und, - alles macht einfach mächtig Laune. Das Album ist geradezu ein "gefundenes Fressen" für die Blues-, Bluesrock-, Rootsrock- und Southernrock-Gemeinde gleichermaßen - ein leidenschaftliches, völlig zwangloses, furioses, musikalisches Vergnügen, das die Genre-Liebhaber magisch anziehen wird. Lasst Euch mitnehmen, auf diesen "rattenscharfen" Ritt von J.P.Soars und seinen Kumpels. It's pure fun!

Das komplette Tracklisting:

1. Ain't No Dania Beach - 3:05
2. Sure as Hell Ain't Foolin' Me - 3:49
3. Southbound I-95 - 4:24
4. Shining Though the Dark - 4:26
5. The Grass Ain't Always Greener - 2:42
6. Arkansas Porch Party - 2:59
7. Satisfy My Soul - 4:54
8. Born in California - 6:21
9. When You Walk out That Door - 6:54
10. Deep Down in Florida - 5:02
11. Across the Desert - 4:10
12. Dog Catcher - 3:31
13. Troubled Waters - 5:14
14. Go with the Flow - 7:49
15. Sure as Hell Ain't Foolin' Me (Radio Edit) - 3:50

Art-Nr.: 9777
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Ain't no Dania Beach
Sure as Hell Ain't Foolin' Me
Southbound I-95
Shining Though the Dark
Born in California
When You Walk out That Door
Dog Catcher
Troubled Waters

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Sullivan, Quinn - wide awake [2021]
"Wide awake" heißt das neue, großartige Album des jungen, gerade mal 22-jährigen, hoch veranlagten Gitarrenzauberers, Sängers und Songwriters Quinn Sullivan aus New Bedford im U.S.-Bundesstaat Massachusetts, der in der Bluesrock-Szene schon mit seinem 2017er Vorgängeralbum "Midnight highway" für mächtig Furore sorgte. Zu den Gitarrenkünsten Quinn's gibt es eine wunderbare Anekdote über seine erste Begenung mit der Blues-Legende Buddy Guy: Einst besorgte Papa Terry Sullivan dem kleinen Quinn, damals 8 Jahre alt, einen Backstage-Termin mit dem großen Bluesmusiker, um die Squier Stratocaster seines kleinen Sohnes von Mr. Guy signieren zu lassen. Guy fragte den Zweitklässer damals zweifelnd, ob er denn diese Gitarre auch überhaupt spielen könne und testete ihn gleich mal mit ein paar Eric Clapton-, Stevie Ray Vaughan-, und Hendrix-Riffs. Was dann kam, ließ Buddy Guy förmlich vom Glauben abfallen. Er holte ihn sofort mit auf die Bühne und die beiden spielten ein rauschendes "Sweet home Chicago". Verrückt! Mit seinem ambitionierten, neuen Werk hat Quinn Sullivan den geradlinigen Bluesrock etwas zurückgefahren und setzt in einem nächsten Entwicklungsschritt auf mehr Stil-Vielfalt. So hört man soulige Spuren, R & B-Tendenzen und auch mal ein paar poppige Tendenzen, alles "handgemacht", ohne überproduzierten "Firlefanz". Das Songwriting und die Songs selbst stehen zudem mehr im Fokus als früher. Das alles geschieht, ohne das er seine Blues-Roots komplett vernachlässigt - im Gegenteil. Das bluesige Feeling ist allgegenwärtig, aber eben in einem etwas ruhigeren, weniger aggressiven, lockereren Ambiente voller prächtiger Grooves und zuweilen mit einem herrrlichen Westcoast-Feeling. Man spürt, dass das Album in Los Angeles aufgenommen wurde. Die Songs sind gespickt mit wunderbaren Melodien, alles eingespielt mit ganz exzellenten Begleitmusikern. Hervorragend austariert und bestens eingebunden in die jeweiligen Songs lässt der vorzügliche Gitarrist natürlich auch immer wieder seine Fähigkeiten an den 6 Saiten effektiv aufblitzen - sei es mit coolen, starken Soli oder feinen Melodienbögen. Alles passt bestens zusammen. Das Album startet mit dem kräftigen, knackigen, soulful Bluesrocker "All around the world", der mit einem klasse Groove, einer super Melodie (toller Refrain) und sogar einem unterschwelligen, leichten Gospel-Touch punktet. Quinn singt, nicht nur hier, einfach fabelhaft - mit klarer, kraftvoller, frischer Stimme. Sein Gitarrenspiel ist brillant, wie er gleich mit zwei genauso gefühlvollen, wie knackigen Soli eindrucksvoll demonstriert. Schön funky wird's mit Track Nr. 2, dem richtig starken "She's so irresistible". Die Band spielt richtig "tight" und die Melodie bleibt erneut bestens hängen. Wirkt mit seinem dezent psychedelischen Refrain sehr modern, gleichzeitig aber auch klassisch. Die Gitarrenarbeit ist erneut exzellent. Mit einer gesunden Portion Soul folgt das entspannte, dennoch durchaus kraftvolle, mit ganz dezenter Bläser und Streicheruntermalung und einem richtig lässigen Groove inszenierte "How many tears", wieder geprägt von einer tollen Gesangsleistung und vorzüglichem Lead Gitarren-Spiel des Protagonisten. Weitere hervorragende Beispiele für das großartige Songmaterial sind etwa das recht rockige und bestens groovende "In a world without you", das flotte, flüssige und schön frische, von tollen Gitarren und feinem Piano bestimmte, hoch melodische "Real thing", das mit kernigen Bluesrock-Riffs intonierte, im Refrain jedoch wieder äußerst melodische, angenehm ins Ohr gehende "Strawberry rain" (britischer Beatles-Touch), oder auch das wunderschöne, ruhige, semi-akustisch instrumentierte "Jessica". Manche mögen kritisieren, dass Quinn Sullivan nicht weiter den straighten, wirklich erstklassigen Gitarren Bluesrock-Weg von "Midnight highway" weitergegangen ist, doch sein neues Werk "Wide awake" ist etwas anders, offenbart aber ebenfalls das immense Potential dieses hervorragenden Musikers und steht damit in puncto Qualität seinem Vorgänger in nichts nach. Vielmehr ist das Songmateriali deutlich variabler und komplexer, ohne dabei aufdringlich zu sein. Der Sound ist breitgefächerter, fischer, ohne zu überfluten. Vor allem aber erweitert Sullivan sein persönliches, musikalisches Genre, ohne seine Roots zu leugnen. Die Qualität ist durchweg hoch. Songwriting und Stimme sind hervorragend. "Wide awake" ist ohne jeden Zweifel ein großartiges Hörerlebnis eines Künstlers "far beyond his age". Es könnte, anstatt von einem 22-jährigen, genauso von einem 52-jährigen verfasst und eingespielt worden sein...

Das komplette Tracklisting:

1. All Around The World - 5:24
2. She's So Irresistible - 2:57
3. How Many Tears - 3:32
4. In A World Without You - 3:56
5. She's Gone (& She Ain't Coming Back) - 3:59
6. Baby Please - 4:02
7. Real Thing - 4:07
8. You're The One - 4:01
9. Wide Awake - 3:40
10. Strawberry Rain - 3:49
11. Jessica - 3:57
12. Keep Up - 5:43

Art-Nr.: 10330
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 9,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
All around the worlde
She's so irresistible
How many tears
In a world without you
Real thing
Strawberry rain
Jessica

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Taylor, Joanne Shaw - the blues album [2021]
Eine der talentiertesten Künstlerinnen des modernen Blues und Bluesrocks, die exzellente, britische Sängerin und herausragende, elegante und innovative GItarristin Joanne Shaw Taylor beglückt uns 2 1/2 Jahre nach "Reckless Heart" nun mit ihrem neuen Werk, dem fabelhaften "The Blues Album". Die in Wednesbury, im englischen Black Country aufgewachsene Joanne Shaw Taylor entdeckte schon in ihrer frühen Jugend ihre Vorliebe für den Blues, das Gitarrespielen und Leute wie Albert Collins, Stevie Ray Vaughan und Jimi Hendrix. Bei einem ihrer Auftritte im zarten Alter von 16 Jahren entdeckte sie einst Eurythmics-Ikone Dave Stewart, der so begeistert war, dass er sie sofort einlud mit ihm und seiner Band D.U.P. auf Europatour zu gehen. Im Jahre 2009 schließlich veröffentlichte sie ihr Debutalbum "Whte Sugar", das jetzt voliegende "The Bkues Album" ist nun schon ihr achtes Werk. Längst ist sie in der obersten Bluesrock-Liga etabliert. Aufgenommen in den Ocean Way Studios von Nashville/Tennessee unter der exquisiten Produktionsleitung von "Bluesking" Joe Bonamassa und Josh Smith (der Sound ist fantastisch, ungemein saftig und klar), sowie der Einbindung einer famosen Band absoluter Nashville-Asse (u. a. Reese Wynans - keyboards, Steve Mackey - bass, Greg Morrow - drums, und vielen mehr), entstand ein wunderbares Blues Cover-Album mit speziellen Songs solcher Genre Stars wie beispielsweise Albert King, Peter Green, Little Richard, Magic Sam, Aretha Franklin und Little Milton. "I’d known from the beginning of my recording career that one day I wanted to record an album of blues covers, I just wasn’t sure when the right time to do that would be", sagt Taylor über das Werk. Jetzt war genau der richtige Zeitpunkt, dieses Album einzuspielen. Es ist einerseits das Ergebnis und die Ernte Ihrer Freundschaft zu Bonamassa, andererseits ein vorzüglicher Weg, die Hürden zu meistern, die alle Tourmusiker mit der Pandemie zu überwinden hatten. Obwohl der Fokus klar auf dem Blues liegt, lässt Taylor ihre Rock-Bezüge nicht komplett außen vor. Bonamassa und sein Team rücken zudem ihren tollen Gesang gleichbedeutend zu ihren herausragenden Gitarrenläufen in den Mittelpunkt und balancieren ihre beiden musikalischen Stärken geradezu perfekt aus. Los get's mit dem von Fleetwood Mac's Peter Green und Clifford Adams komponierten "Stop messin' round", einem fulminanten, treibenden Bluesrock-Shuffle, der sofort alle Beteiligten, Band und Zuhörer, mitreißt. Das Feuer brennt! Die Protagonistin besticht mit leidenschaftlichem, intensivem Gesang und flammendem Gitarrenspiel. Ihr wechselseitiges Solo mit Reese Wynans furiosem Piano-Geklimper ist der "Knaller". Ein Auftakt nach Maß! Nach dem funkigen Little Milton-"Burner" "If that ain't a reason", präsentiert uns Taylor eine geniale, sehr dynamisch swingende Version der alten Otis Rush-Nummer "Keep on lovin' me", deren unwiderstehlicher Groove in Verbindung mit Joanne's ungemein variablem, fingerfertigem Gitarrenspiel ein wahres Hörvergnügen generiert. Klasse hier auch, die sich sehr passend einfügenden, lässigen Bläser-Fills. Dann etwas ganz besonderes: Joanne Shaw Taylor covert im Gesangasduett mit Joe Bonamassa Little Village's (das war die grandiose, recht kurzlebige Neunziger-Band, bestehend aus John Hiatt, Ry Cooder, Jim Keltner und Nick Lowe) prächtigen Rootsrocker "Don't go around mad" in einer herrlich schwungvollen, gut tanzbaren, famosen Fassung. Welch ein Vergnügen! Zurück zum klassischen Blues: Mit dem starken "Can't you see what you're doing to me" steht ein altes Albert King-Highlight auf dem Programm. Kommt in einem tollen Groove, mit viel Hitze erzeugenden Bläsersätzen, sowie abermals herausragenden Gitarreläufen der Protagonistin. Wunderbar retro, mit einem Hauch von Sixties-Flair kommt das sehr melodische, gut nach vorn groovende, soulige "Two time my lovin'" (ein Cover der Fabulous Thunderbirds), gefolgt von der durchaus ähnlich arrangierten, nur voller Southern- und Gospel-Esprit steckenden Ballade "I don't know what you've got" (die Backgorund Vocals kommen vom ehemaligen Screamin' Cheetah Wheelies-Frontmann Mike Harris) und dem das Album toll abschließenden Bluesrock-Shuffle "Three time loser". Joanne Shaw Taylor mit ihrem vielleicht besten Album bisher. Es scheint, als komme sie mit dieser Spielfreude, diesem Enthusiasmus und dieser Leidenschaft, die "The Blues Album" offenbart, erst richtig in Fahrt. So darf es gerne weitergehen. Absolut top!

Das komplette Tracklisting:

1. Stop Messin' Round - 3:37
2. If That Ain't A Reason - 4:01
3. Keep On Lovin' Me - 4:07
4. If You Gotta Make A Fool Of Somebody - 4:10
5. Don't Go Away Mad - (feat. Joe Bonamassa) - 2:49
6. Scraps Vignette - 1:27
7. Can't You See What You're Doing To Me - 4:25
8. Let Me Down Easy - 4:50
9. Two Time My Lovin' - 4:34
10. I Don't Know What You've Got (feat. Mike Farris) - 4:49
11. Three Time Loser - 4:50

Art-Nr.: 10413
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 16,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Stop messin' round
Keep on lovin' me
Don't go away mad
Can't you see what you're doing to me
Two time my lovin'
I don't know what you've got
Three time loser

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Trampled Under Foot - wrong side of the blues [2011]
Frisch, authentisch, bärenstark! Was für Musiker, was für ein fantastisches Album! Benannt haben sie sich nach einem alten Led Zeppelin-Klassiker - und ihre Mission gilt einzig und allein dem Blues, Rocking Blues, Roots- und Soul-Blues! Die Rede ist von den grandiosen Schnebelen-Geschwistern Danielle, Nick und Kris Schnebelen aus Kansas City im U.S.-Bundesstaat Missouri, die seit 2002 unter dem Namen "Trampled Under Foot" die dortige Blues-Szene beherrschen und nun mit ihrem neuen Album "Wrong side of the blues" aufbrechen, die große weite Welt des Blues- und Roots-/Bluesrocks zu eroben. Und in der Tat: Dieser Truppe stehen mit diesem Meisterwerk alle Türen offen. Entsprechend euphorisch bewertet ein amerikanischer Journalist die Band: "The Allman Brothers Band of Macon, Georgia; The North Mississippi Allstars of Memphis, Tennessee… great blues-based Family bands who generated such intense love, pride and excitement in their regional fans that they were propelled to a worldwide stage. Now it’s time to add one more name to that short list: the Schnebelen family of Kansas City, Missouri - Trampled Under Foot". Beeinflusst von nahezu allen Blues-Größen der Vergangenheit und Gegenwart, von Albert King bis B.B. King, von den frühen, bluesigen Led Zeppelin bis George Thorogood, von Johnny Winter bis Buddy Guy, von Robert Cray bis Bonnie Raitt liefern die Drei zwölf geradezu unwiderstehliche, diese Einfüsse zwar spürbare, aber extrem eigenständig und authentisch in Szene gesetzte Nummern ab, die vor musikalischer Klasse, Qualität, Spielfreude, Frische, Herz und Seele nur so strotzen. Wir hören nicht den Hauch eines schwachen Momentes auf diesem Album. Klar, dass das nur funktioniert, wenn die Musiker ihr Handwerk entsprechend beherrschen - und das ist hier über alle Maßen der Fall. Kris ist ein großartiger Drummer, Nik ein baumstarker, mit allen Fähigkeiten ausgestatteter Gitarrist und Danielle eine exzellente Bassistin. Doch ein weiteres, für Blues- und Bluesrock-Formationen alles andere als alltägliches Plus ist: Nick und Danielle sind geradezu überragende, charismatische Lead-Sänger, wobei vor allem Danielle mit einem fulminanten, kraftvollen, leicht heiser wirkenden, seeligen Blues-Organ glänzt, etwa an der Schnittstelle zwischen Etta James und einer über sich hinaus wachsenden Bonnie Raitt. Danielle und Nick teilen sich in etwa den Lead-Gesang fifty-fifty, was der Spannung und der Abwechslung des Albums extrem gut tut. Die beiden passen auch vom Stil her (angerauter, kraftvoller, erdiger Gesang) prächtig zusammen, so dass sich die im einen Song weibliche und im nächsten Stück wieder männliche Lead-Stimme geradezu magisch anziehen. Die Songs kommen zumeist in einem geplegten Midtempo-Bereich, hin und wieder mal durchsetzt mit einer fulminanten Uptempo-Nummer oder einem traumhaften Slow-Blues, zumeist aber, wie gesagt, irgendwo dazwischen. Und dann noch diese großartigen Melodien - wunderbar! Das ist alles sehr knackig und kraftvoll verpackt, ja entwickelt einen wirklich guten Druck, wirkt aber nie heavy. Man bewahrt zu jeder Zeit diese ursprüngliche, authentische, unterschwellige Rauheit, bleibt immer erdig und "real". Dennoch ist die Produktion glasklar und kommt in einem fantastischen, transparenten Sound. Verantwortlich dafür ist kein geringerer als der momentane Drummer der Robert Cray Band und langjährige Weggefährte von u. a. Bonnie Raitt und Taj Mahal, Tony Braunagel. Eingespielt wurde das Album in Los Angeles, wo gleich auch noch ein paar hochkarätige Gäste vorbeischauten und das Werk mit ihren außergewöhlichen Fähigkeiten effektiv bereicherten: U.a. Kim Wilson (Fabulous Thunderbirds) an der Harp, Mike Finnigan (Orgel, Piano) und Johnny Lee Schell (ex-Bonnie Raitt, John Fogerty) mit ein paar zusätzlichen Gitarrenparts. Highlights herauszustellen, ist schier unmöglich. Das ganze Album ist ein absolutes Meisterstück! Dennoch seinen stellvertretend für das Gesamtwerk solche Nummern wie der flotte, lockere, aber sehr druckvoll rockende und mit viel Biß in Szene gesetzte Shuffle-Bluesrocker "Get it straight" (Danielle's "soulful Gesang ist schlicht grandios), der semi-akustische, angeraute, erdige Roots-Blues "Bad woman blues" (hört sich an, als sei der Song bei einer imaginären Session von Bo Diddley und John Hiatt entstanden, Nick's Gesang hat einen entsprechenden, dezenten Hiatt-Vibe, toller Groove, exzellentes (Slide)Dobro-Solo und schöne Gitarrenparts), der schwül drückende, seelig groovende Midtempo-Bluesrocker "Wrong side of the blues" (wunderbare Melodie, tolles E-Gitarren-Solo), die hinreissend schöne und von Danielle's meisterhaftem Gesang bestimmte, ein schönes Southern Soul-Flair verbreitende, rootsig-bluesige Ballade "Goodbye" (erinnert etwas an Bonnie Raiit's Interpretation von John Prine's "Angel from Montgomery", doch Danielle singt mit einer Kraft und Seele, die Bonnie Raitt locker in den Schatten stellt), das tierisch groovende, wie eine Mischung aus frühen Led Zeppelin, George Thorogood und Stevie Ray Vaughan rüber kommende "The fool" (allerdings unter Einbeziehung von tollen Orgelpassagen Mike Finnigan's), der abgehende "Good Time"-Rocker "Have a real good time", bei dem sie noch einmal Led Zeppelin zitieren (deren Klassiker "Rock'n Roll"), dazu aber eine feine Prise Memphis-Soul einstreuen, oder das mit einem klasse Southern-/Ghost Town-/Wüsten-Flair versehene "Evil train" (zunächst verhalten beginnend, dann in ein schnelles, semi-akustisches, furioses Instrumentalfinish mündend, mit grandosem Dobro-/Gitarrenspiel) erwähnt - jeder dieser Songs ist die pure Wonne! Wie hoch diese Band mittlerweile in den Staaten eingeschätzt wird und welch eine Aufmerksamkeit sie genießt, belegt nicht zuletzt auch die diesjährigen März/April-Ausgabe der amerikanischen Blues-Revue, in der man Trampled Under Foot die zentrale Coverstory widmet. Eine grandiose Band mit einem grandiosen Album! "Wrong side of the blues" ist, das darf man bereits nach dem ersten abgelaufenen Drittel des Jahres behaupten, eines der absoluten Blues(rock)-Highlights 2011, an dem in den Jahreschluß-Rankings nur schwer vorbeizukommen sein wird. Wir sind begeistert!

Das komplette Tracklisting:

1 Get It Straight - 3:45   
2 Bad Woman Blues - 3:28   
3 Wrong Side of the Blues - 5:05   
4 She's Long, She's Tall, She's Gone - 4:01   
5 Goodbye - 6:05   
6 Heart On the Line - 4:22   
7 The Fool - 6:00   
8 Have a Real Good Time - 3:48   
9 Just Tell Yourself - 3:10   
10 Evil Train - 4:24   
11 It Would Be Nice - 4:07   
12 The Better Life - 3:50

Art-Nr.: 7360
Gruppe: Musik || Sparte: Rock
Status: Programm || Typ: CD || Preis: € 17,90

In folgende Titel können Sie reinhören:
Get it straight
Bad woman blues
Wrong side of the blues
Goodbye
The fool
Have a real good time
Evil train

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